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Vorsorgeatlas Deutschland: So steht es um Ihre Rente
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Wie sicher ist der Lebensstandard der Deutschen im Alter? Eine umfassende Studie zur Altersvorsorge zeigt, wie viel Geld die gesetzliche Rente abwirft. Das Ergebnis: Vor allem den Jungen fehlen später mehrere hundert Euro.

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muunoy 10.10.2017, 13:13
130. Sozialversicherung zur Umverteilung

Zitat von cabeza_cuadrada
das würde ich gerne. Einfach meine Rentenbeiträge, über 500 € im Monat selber in 5-6 Fonds stecken oder direkt in Aktien anlegen. Darf ich aber nicht. Danke
Es gibt da einen Trick: Machen Sie sich selbständig. Dann können bzw. müssen Sie das Geld in private Altersvorsorgemaßnahmen stecken. Denken Sie aber daran, dass es nicht 500, sondern 1000,-EUR sind. Den sog. Arbeitgeberanteil müssen Sie schon jetzt mit erwirtschaften. Die Leute werden dadurch geblendet. Hätte jeder Arbeitnehmer alles, wofür er arbeitet wie ein Selbständiger zunächst auf dem eigenen Konto, so hätten wir längst eine Revolution.
Bedenken Sie aber, dass Sie als Selbständiger dann bei der Krankenversicherung so richtig zur Kasse gebeten werden. Und zwar egal ob GKV oder PKV.
Leider werden die Sozialversicherungen in Deutschland, die eigentlich nach dem Äquivalenzprinzip arbeiten sollten, von Politikern auch für Umverteilung missbraucht. Dies ist der Grund für die immer weiter schwindende Akzeptanz der Sozialversicherungen. Ich wäre daher für das skandinavische Modell. D. h., die Sozialversicherungen werden abgeschafft. Stattdessen werden die EK-Steuern reduziert und darauf kommt dann ein Aufschlag für die soziale Absicherung. D. h., wer viel Steuern zahlt, bekommt später auch eine hohe Rente. Da hierfür die reine EK-Steuern in Deutschland zu hoch sind, müssten sie wie in skandinavischen Ländern drastisch reduziert werden. Kommt der Staat damit nicht hin, müssten im Gegenzug halt die indirekten Steuern ähnlich wie in Skandinavien erhöht werden. Das skandinavische System halte ich für nachhaltiger und vor allem für deutlich gerechter. Alle, also auch Politiker und Beamte wären dann auch im selben System. Leider wird bei lauter linken Parteien im Parlament da wohl nichts draus.

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tuedelich 10.10.2017, 13:14
131. Solidarität im Sozialstaat

Wie kommt die "Studie" darauf, dass die "heute 50- bis 65jährigen mit ihrer Rente auskommen"? Das war ja wohl ein Schuss in den Ofen. Ganz viele (vor allem Frauen) haben bereits jetzt Renten weit unter der Armutsgrenze. Wir sollten uns ganz brav bei Herrn Schröder und Genossen und den Grünen für die Agendapolitik bedanken. Und nicht stöhnen, wenn diese Kahlschlagpolitik auch von der GroKo weiter verfolgt wurde. Eigentlich ist es ein Armutszeugnis, dass wir die Verarmung auch der jetzigen Rentnergeneration achselzuckend zur Kenntnis nehmen, genau wissend, dass die nachfolgenden Generationen bei Fortsetzung dieser Rentenpolitik ohne private Tafeln verhungern werden. Das Argument der privaten Vorsorge fürs Alter zieht nicht mangels Geldmangel der Beitragszahler. Aber auch das ist bekannt - , und es ist bekannt, dass momentan die Voraussage im Gespräch ist, dass die Renten demnächst bei 38 Prozent vom Brutto liegen werden. Und selbst bei der betrieblichen Alterszusatzvorsorge werden wir besch...en, weil später davon ca. ein Sechstel über 10 Jahre verteilt für Krankenkassenbeitragsnachzahlungen draufgeht. Sozialstaat? - Der geht anders, davon habe ich zumindest ganz andere Vorstellungen.

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unaufgeregter 10.10.2017, 13:15
132. Willkommen im Club

Zitat von raulmich
Für mich ist das eine echt gute Nachricht, ich bin vor ein paar Tagen 50 geworden. Tatsächlich kann ich mich aber noch ganz gut erinnern, dass mir vor 20 Jahren von Politik, Medien und natürlich meinem Versicherungsvertreter haargenau dieselbe ......
Bin ebenfalls sehr beruhigt und mich will auch niemand mehr in der Privatwirtschaft mit Mitte 50. Damit kann ich aber gut leben. Wer nicht will....
Riesterverträge haben meine Frau und ich nie abgeschlossen. Lohnt sich nur, wenn man die 100 knackt.
Allerdings habe ich manchmal die Befürchtung, dass die heute Jungen derart unter Druck geraten, dass sie es wohl oft nicht bis 67 schaffen werden. Burnout mit Ende 20/Mitte 30 ist hier an der Tagesordnung.

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pittiken 10.10.2017, 13:18
133.

Zitat von tanriverdi
... wenn ein Volk zuwenig Kinder hat. Eine Zeit lang geht´s gut, doch irgerndwann kommt die Abrechnung. Da können jetzt die Experten reden....
Die ausreichende Reproduktionsrate nützt nur etwas, wenn diese Reproduktionsrate auch annähernd einen Arbeitsplatz, der nicht nur sozialversicherungspflichtig ist, sondern wo diese Reproduktionsrate auch gesetzlich rentenversicherungspflichtig ist.

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Alter Falter 10.10.2017, 13:18
134. Veräppelt

Ich habe das mit der Rente vor über 20 Jahren schon ernst genommen und kräftig privat vorgesorgt, da Alleinverdiener (meine Frau bekommt ca. 150.-€ Rente).

Nun bin ich seit 3 Monaten im Ruhestand und meine privaten Vorsorgen schmelzen wie der Schnee in der Sonne - dank inzwischen eingeführter Krankenkassenbeiträge (wohlgemerkt bei meinen privaten Renten immer den ganzen Beitrag inkl. Pflegeversicherung) und Steuern. Nach einem langen Berufsleben mit überwiegend Höchstbeiträgen reicht es gerade so. Und dabei geht es mir noch vergleichsweise gut, aber veräppelt komme ich mir trotzdem vor. Von wegen privater Vorsorge - das grenzt an Enteignung.

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n.wemhoener 10.10.2017, 13:21
135.

Zitat von latrodectus67
Ich denke nicht dass diese Diskussion ehrlich ist. Zum einen wird die Finanzierung der Renten durch den Arbeitslohn realisiert, während der in keinem Verhältnis mehr zu den Firmeneinnahmen steht, die für die Vermögen privater Investoren relevant sind. Und zum anderen......
Damals als Schröder und Konsorten die Altersvorsorger in die Arme der Versicherungswirtschaft trieben, war die zweite und dritte Säule noch halbwegs zu vermitteln.
Der Skandal ist, dass auch heute noch in der Politik das Hohelied der Riester-Versicherung und weiterer Mogelpackungen gesungen wird, wohlwissend, dass sich das nur für die Finanzwirtschaft rechnet, nicht aber für die Millionen Versicherungsnehmer.

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mostly_harmless 10.10.2017, 13:21
136.

Zitat von ulli7
[....] Bernd Raffelhüschen ist Professor für Finanzwissenschaften und Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge an der Universität Freiburg und durchaus glaubwürdig!
Raffelhüschen ist real ein Versicherungslobbyist. Der Mann ist so glaubwürdig wie der Baron von Münchhausen.

https://lobbypedia.de/wiki/Bernd_Raffelhüschen

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thoms1957 10.10.2017, 13:22
137. Auskömmliche Rente für alle ist möglich

Das Rentensystem gehört reformiert:
1. Alle zahlen ein - auch Selbständige und Gutverdiener
2. Freiwillige Einzahlungen in die gesetzliche Rente müssen möglich sein. Das System läuft, ist provisionsfrei und füttert nicht die private Versicherungswirtschaft.
3. Alle Einkommen werden beitragspflichtig, auch Mieteinnahmen, Kapitalerträge und Dividenden.
4. Das gilt ebenso für die Kranken- und Pflegeversicherung.
Hört sich einfach an, müsste aber gegen die oberen 5% und die Lobbyisten in Poltik und Wirtschaft durchgesetzt werden.
Dass die jüngere Bevölkerung in Relation schrumpft ist Fakt. Aber gleichzeitig steigt jedes Jahr die Produktivität der Wirtschaft. Davon profitieren aber fast ausschließlich Aktionäre und andere Kapitalbesitzer.
Fazit: Ein gerechtes Rentensystem wäre möglich. Es ist aber von Wirtschaft und Politik nicht gewollt. Stattdessen wird uns die Alternativlosigkeit sinkendet Renten suggeriert, bis wir anfangen, das selbst zu glauben.

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epikur_ 10.10.2017, 13:22
138. Warum werden die Jungen wenig Rente bekommen?

Ich verstehe es nicht.
Dass die Rente der Babyboomer zunehmend unter Druck gerät, verstehe ich. Ihre Reproduktionsrate ist zu niedrig. Warum aber werden die (vergleichsweise wenigen) 20-34-jährigen noch weniger Rente bekommen? Sie sind doch noch in der Phase der Familienplanung und haben es doch noch selbst in der Hand.

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dorchen 10.10.2017, 13:24
139. "Die haben viel Zeit zum Schreien..."

Zitat von kaischek
Wenn wir es gerecht für alle halten wollen, also auch für die Jüngeren, müssten wir die derzeit gezahlten Renten einfach kürzen und den Riester Faktor - auch vor Wahlen - nicht mehr außer Kraft setzen. Zuletzt hat diesen ein Arbeitsminister Olaf Scholz außer Kraft setzen lassen, um rot-schwarze Wahlergebnisse nicht zu gefährden. Damals hätten die Renten, wegen Finanzkrise und .....
ja, vor allem wenn ich Beiträge wie Ihren lese. Bin selbst 76 Jahre, arbeite immer noch (weil ich möchte und auch weil ich muss), arbeite ehrenamtlich und kümmere mich um drei Enkelkinder. Nach 45 Arbeitsjahren ist die Rente: na ja. Aber dafür steigt alle drei Jahre die Miete um ca. 12 bis 15 % (von den anderen Kosten ganz zu schweigen).Leider fehlt mir die Zeit soviel zu schreien wie ich möchte bei all der Arroganz und Bösartigkeit, die ich hier zu lesen bekomme.

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