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Vorsorgeatlas Deutschland: So steht es um Ihre Rente
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Wie sicher ist der Lebensstandard der Deutschen im Alter? Eine umfassende Studie zur Altersvorsorge zeigt, wie viel Geld die gesetzliche Rente abwirft. Das Ergebnis: Vor allem den Jungen fehlen später mehrere hundert Euro.

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Steve.Joe 10.10.2017, 10:28
10. Luxusproblem

Etwas beänstigend ist die Entwicklung schon ... dass Geringverdiener sich zu Recht Sorgen machen, ist absolut nachvollziehbar. Aber auch jüngere Besserverdiener müssen über die Altervorsorge nachdenken, wenn kein vermögen im Hintergrund steht.
In den wirtschaftlich starken Regionen (München, Stuttgart, Frankfurt) steigen die Preise überproportional; selbst mit einer guten rente von über 2.000 Euro pro Monat wird man in 20 Jahren nicht weit kommen. Riester wird nur ein "Tropfen auf den heißen Stein" sein. Und betriebliche Altervorsorge ist zu wesentlichen Teilen steuerpflichtig bei Renteneintritt... da werden die "vermeintlich" hohen Bruttowerte ganz schnell bei Renteneintritt mit einem Spitzensteuersatz belegt und dann müssen diese bei heutiger Lebenserwartung noch für mehr als 20 Jahre reichen? Wie in der Überschrift angekündigt ... ein Luxus Problem; aber bei der Privaten Vorsorge helfen kleine Beträge nicht mehr die Lücke zu schließen.
Die jüngere Generation hat den Vorteil, dass viele etwas erben werden; aber diejenigen die nicht von Familien-Vermögen zurückgreifen können, werden sich schon ganz schön ins Zeug legen müssen.
Ich hatte bereits vor fast 10 Jahren gelesen, dass in den USA ein Rentner aus der Mittelschicht ein Vermögen von etwa 1 Mio US-$ bei Renteneintritt benötigt, um den Lebensstandard der Mittelschicht zu halten. Eine ähnliche Situation sehe ich in 20 bis 25 Jahren in Deutschland kommen.
Eine Alternative wäre im Alter in eine strukturschwächere und damit günstigere Region überzusiedeln ... oder etwas länger zu arbeiten; vielleicht mit neuen Arbeitsmodellen nur in Teilzeit.

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zensurgegner2017 10.10.2017, 10:28
11.

Was soll denn sonst dabei rauskommen, wenn sich Vermögende bzw Gutverdiener aus der staatlichen Rentenbeitragszahlung verabschieden können.
Warum bezieht man nicht das Kompletteinkommen für Rentenbeiträge heran, und jeder bekommt eine Basisrente
DAS wäre solidarisch

Zudem: Der Artikel übersieht, dass auf Sicht von 20, 25 Jahren immer weniger Arbeit zu verteilen sein wird, daher so etwas wie ein Basis BGE kommen muss - es sei denn man möchte Bürgerkrieg

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andreas_leh 10.10.2017, 10:30
12. Wer seinen aktuellen...

Zitat von zompel
90% wird in H4 landen. Kaum einer der 20-30 Jährigen wird genug Erwerbsbiographie haben um die nötigen 35 Jahre zusammen bekommen, dank befristeter Verträge und Leiharbeit und ab 50 ist Schluss dann nimmt einen keiner mehr. Dank Nivellierung.....
...Rentenbescheid studiert hat und danach noch CDU/SPD/FDP wählt dem ist auch nicht mehr zu retten.

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tanriverdi 10.10.2017, 10:30
13. So ist das halt ...

... wenn ein Volk zuwenig Kinder hat. Eine Zeit lang geht´s gut, doch irgerndwann kommt die Abrechnung. Da können jetzt die Experten reden und analysieren und streiten, es wird unterm Strich alles nichts nutzen. Ohne ausreichende Reproduktionsrate geht´s einem Volk früher oder später an den Kragen.

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lupenreinerdemokrat 10.10.2017, 10:32
14.

Der Autor versucht wieder mal Nebelkerzen zu werfen und von der wirklichen Dramatik der Rentenmisere in Deutschland abzulenken.
Es ist nämlich falsch, dass nur "die Jungen" von der Problematik betroffen wären. Auch aktuell gilt die Altersarmut als großes gesellschaftliches Problem hierzulande und nicht nur die oftmals zitierten "Mütter, die keine Beiträge eingezahlt hatten" sind betroffen, sondern der ganz normale Arbeiter, der demnächst in Rente gehen wird und von der gesetzlichen, auch nach 40 Berufsjahren kaum etwas zu erwarten hat.
Wenn man dann noch daran denkt, was den nun in 4 - 10 Jahren in Rente gehenden geburtenstarken Jahrgängen blüht, dann "Gute Nacht Deutschland!".

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th.diebels 10.10.2017, 10:36
15. An einer "richtigeen"

und umfassenden Reform fehlt es bei allen politischen Akteuren an Mut , bzw. sind die Politiker doch garnicht interessiert !
Fakt ist, die Rentenkasse weckt Begehrlichkeiten für versicherungsfremde Leistungen, die unsere Politiker großzügig verteilen !

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kayakclc 10.10.2017, 10:38
16. Alte Bekannte: Bestätigung der Thesen von Richard Thaler

Leider wollen alle, und ich meine alle, also Politik und Bevölkerung den unliebsamen Tatsachen bei der Rente in Deutschland seit Jahrzehnten nicht ins Auge sehen. Schon jetzt wird völlig ausgeblendet, dass das umlagefinanzierte Rentensystem eigentlich pleite ist, und jährlich mit 80Mrd€ aus dem Bundeshaushalt über das Ministerium für Arbeit und Soziales gestützt wird. Ein Umlagesystem lebt sonst ohne Steuerstütze natürlich nur vom den Beiträgen, die die Werktätigen einzahlen. Da fabulieren Leute in Talkshows immer von der Produktionssteigerung, die man für die Stützung nutzen können. Das das aber im Klartext einen Rentenbeitrag von 30-40% vom Bruttolohn bedeuten würde, wird verschwiegen. Auch wird verschiegen, dass der Lebensstandard sich in den letzte 40 jahren gesteigert hat: Fernreisen werden als selbstverständlich angesehen, und der Wohnraum pro Person hat sich verdoppelt. Die Menschen vor 40 jahren haben aber nur nach ihren Lebensstandarf vor 40 jahre in das System eingezahlt, und daher auch geringe anrechte. Daher war eine private Vorsorge vor 30 jahre auch schon ein muss. Aber die Erkenntnisse des diejärigen Wirtschaftsnobelpreisträgers Richard Thaler kommen für viele zu spät. AußerdeM. Auch wenn wir alle 80 Jahre alt werden, dann kann es nicht gut gehen, wenn wir nur 40 Jahre arbeiten. Denn das bedeute gleichzeitig, das wir 40 Jahre von anderen allimentiert werden müssen. Die ersten 25 Jahre bezahlen im idealfall die Eltern, in der Praxis übernimmt da auch der Staat, d.h der Steuerzahler und damit am Ende alle Werktätigen ein Teil der Rechnung: von der Kindergartensubvension bis zum Bafög und der Finanzierung des Studienplatzes. Das Verhältnis 1:1 von Arbeits- und Nichtarbeitsjahren ist schwer aufrechtzuhalten. Auch eine bittere Wahrheit.

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Mister Stone 10.10.2017, 10:40
17.

Zitat von tanriverdi
... wenn ein Volk zuwenig Kinder hat. Eine Zeit lang geht´s gut, doch irgerndwann kommt die Abrechnung. Da können jetzt die Experten reden und analysieren und streiten, es wird unterm Strich alles nichts nutzen. Ohne ausreichende Reproduktionsrate geht´s einem Volk früher oder später an den Kragen.
Vor einigen Tagen war in allen Videotexten zu lesen, dass die Geburtenzahlen der Deutschen wieder deutlich steigen.

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flo_bargfeld 10.10.2017, 10:44
18. Propaganda der Assekuranz

Warum erwähnt Spiegel Online nicht, dass die "Ökonomen der Universität Freiburg" von Bernd Raffelhüschen angeführt werden, einem der größten Versicherungslobbyisten der Republik? Ich war bis vor wenigen Jahren im Versicherungsmarketing tätig, Raffelhüschen tritt bei MLP, Gothaer, Union Invest und anderen Finanzdienstleistern immer wieder als Motivationsredner bei Vertriebsveranstaltungen auf. Raffelhüschen ist zugleich bei der "Initiative Neue Marktwirtschaft" als "Botschafter" engagiert. Raffelhüschens Freiburger Institut wird in erheblichem Maße von der deutschen Versicherungswirtschaft mitfinanziert (siehe auch Lobbypedia, Lemma "Bernd Raffelhüschen"):

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Ährengast 10.10.2017, 10:46
19. Alter Wein in alten Schläuchen

Sollte es tatsächlich so sein, dass 50- bis 65-Jährige allein aus der gesetzlichen Rentenversicherung ihren Lebensstandard halten können, dann sind sie vor 15 oder auch schon vor 20 Jahren massiv belogen worden. Denn diese Jahrgänge sind es ja, denen spätestens von der Schröder/Fischer-Regierung ordentlich Angst gemacht wurde, auf dass sie zusätzlich privat vorsorgen, weil - so das Argument - für sie die gesetzliche Rente allein nicht reichen wird!

Jetzt wird so getan, als hätte es diese Kampagne niemals gegeben, und gleichzeitig wird sie neu aufgelegt. Langsam reicht's aber wirklich.

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