Forum: Wirtschaft
Vorstoß aus der Union: Warum eine Dienstpflicht der Wirtschaft eher schaden als nütze
DPA

Die CDU diskutiert über eine allgemeine Dienstpflicht in der Bundeswehr oder im sozialen Bereich. Rein volkswirtschaftlich wäre das nach Ansicht von Ökonomen alles andere als ein Gewinn.

Seite 7 von 14
obersterhofnarr 11.08.2018, 15:01
60. Qualifizierte Fachkräfte

Eine Ausbildung zur examinierten Pflegekraft gleicht einem FH-Studium und ist alleine schon aus Haftungs und Qualitätssicherungs Aspekten zwingend erforderlich um z.B. nachts alleine eine Station im Krankenhaus betreuen zu können.
Der Punkt ist doch, daß die Dienstverpflichteten zur Kostensenkung mißbraucht werden. Und zwar zu Lasten der Patienten und der Fachkräfte.
Wenn unser Staat das Geld lieber am Hindukusch vergrillt statt die Pflege besser zu finanzieren, ist daß das Problem der Wählerschaft.
Und dann die scharfe Truppe wieder mit bock- und durchblicklosen Leuten zu betreiben kann nicht Ernst gemeint sein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Märchenonkel 11.08.2018, 15:03
61. @ Profdoc

Zitat von Profdoc1
Was ist das denn für ein Beitrag? Hinterlegen sie ihre eigene Aussage mit Substanz. Selbstverständlich ist das volkswirtschaftlich zu belegen. Das wurde bereits in den 2000er Jahren rauf und runter gerechnet und diskutiert und gezeigt, dass eine Berufsarmee ggü. einer Wehrpflichtarmee Vorteile hat. Das war mit ein Grund die Wehrpflicht auszusetzen! Eine Bundeswehr in der jetzigen Größe in nicht in der Lage wieder auf Wehrpflicht umzuschalten. Das ist Unfug! Diese Diskussion führt auch zu nichts, weil das Thema sowieso im Herbst wieder abgeräumt wird. Es gibt weitaus Wichtigeres: Infrastruktur, Digitalisierung, Bildung, Industrie 4.0, neue Medizin, etc. Dafür werden die jungen Menschen benötigt und nicht für Themen von vorgestern. Was für ein Sommerunfug!
Ist das eingetroffen, was berechnet wurde? Wurde zu Ende gerrechnet, nein. Können Sie mir diese Berrechungen vorlegen. Ich werde Sie ihnen wiederlegen. Eine nicht zuende gerechnete Berrechnung ist auch falsch. Man kann nicht alle Variablen berücksichtigen.

Übrigens bin ich kein Befürworter der Wehrpflicht, aber eines verpflichtenden sozialen Jahres.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ziehenimbein 11.08.2018, 15:09
62. Sehr bescheidener Versuch Frau Kramp-Karrenbauer, aber immerhin!

Dass die jungen Menschen in dem einen Jahr nur die Aufgaben von unqualifizierten Hilfskräften übernehmen können ist ja, mehr oder weniger, offensichtlich. Dann könnte man auch einen Einsatz im Straßen- oder Wohnungsbau, oder so, diskutieren, auch dort gibt es einen großen Bedarf. Eigentlich geht es doch nur darum, eine Diskussion in der Bevölkerung loszutreten über der CXU steht. Aktuell gibt es (leider) kein Thema der CDU/CSU, welches nicht irgendwie von der AFD losgetreten oder vereinnahmt wurde. Da gilt es, sich zu profilieren (siehe Wahlkampf im Bayern). Wichtiger wäre mir persönlich ein Zuwanderungsgesetz, wo man gerne denjenigen Vorteile in Aussicht stellen kann, die z.B. einen Beruf im Bereich Gesundheit/Pflege ergreifen und ausüben. Bei der Bundeswehr hätte ich gerne gut abgesicherte, qualifizierte und motivierte Soldaten. In meinem Bekanntenkreis habe ich aktuell zwei junge Männer, die sich gerne für 8 Jahre oder mehr verpflichten würden, mit dem Ergebnis, dass sie auch nach der BW Zeit eine Perspektive haben. Leider kann die BW da nix anbieten. Lediglich 4 Jahre sind da möglich, mit der Aussicht danach nix zu haben auf dem man aufbauen kann. Dass es da Probleme gibt, die Kasernen gefüllt zu bekommen, wundert mich nicht. Liebe CDU/CSU geht doch mal ein anders Thema an, wo es einen breiten Konsens geben könnte, Kinderarmut oder Wohnungsbau wären sehr gute Themen. Letzteres wird wohl erst nach dem Wahlkampf in Bayern angegangen werden können, da Herr Seehofer zwar Bundesminister geworden ist, sich dem Bund aber nun ganz und gar nicht verpflichtet fühlt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
MerlinXX 11.08.2018, 15:09
63. Ich ich ich

ICH glaube ja, ein Jahr Gefängnis würde den Charakter aller Schreiber hier im Forum verbessern, die meinen beurteilen zu können wie sich “Dienstpflicht” auf junge Menschen auswirkt.

Es ist anmaßend anzunehmen das für andere entscheiden zu können.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Trudi 11.08.2018, 15:11
64.

Zitat von interessierter Laie
früher war es auch möglich, die Zahl der Soldaten zu begrenzen und zwar erstens: Durch die Tauglichkeitsvoraussetzungen. Wer einen bestimmtes Mindestmaß an körperlicher Fitness unterschritten hat oder chronisch krank war, wurde ausgemustert. In Anbetracht der körperlichen Verfassung unserer Jugend, fielen viele dadurch schon wieder raus. Die können die fünfte Etage nicht ohne Lift erreichen, geschweige denn 5 km laufen. Zweitens: Kinderreiche Familien. Ein Kamerad von mir hätte gar nicht hingehen müssen, wenn sie seinen älteren Bruder nicht ausgemustert hätten. Es müsste auch kein so großer ökonomischer Schaden sein, wenn die Bundeswehr ein Ausbildungsbetrieb wäre. Die Möglichkeit dazu hätte sie fast in jedem Bereich.
Ein Grund dien Wehrdienst auszusetzen war ja die Ungerechtigkeit. Soweit ich weiß waren Klagen anhängig, die aber nicht beschieden wurden, da der Wehrdienst ausgesetzt wurde. Wenn Jugendliche heute unsportlich sind, warum nicht i n den Sportunterricht investieren oder Sportvereine vollkommen kostenlos machen. Sportlich fit zu sein, hat doch nichts mit Wehrdienst zu tun. Warum wollen Sie die Bundeswehr zu einem Ausbildungsbetrieb umbauen? Deutsche Betriebe suchen händeringend Auszubildende - wozu ein staatlichen Betrieb aufbauen, der nur Geld verschlingt, welchen wir dringend in anderen Bereichen bräuchten?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fördeanwohner 11.08.2018, 15:11
65. -

Zitat von dasfred
Da sind sie zu optimistisch. Die ehemaligen Zivis sind oft empathischer als die Gedienten, aber das liegt nicht an ihrem Zivildienst, sondern an der Grundeinstellung, mit der sie sich damals schon für den Ersatzdienst entschieden haben. Diese Männer wären heute auch ohne den Dienst anders drauf. Eine messbare Erziehungswirkung hat es nie gegeben.
Schön, nicht messbar also. Aber umgekehrt gilt das ja dann auch. Oder gibt es einen handfesten Beweis dafür, dass es nichts gebracht hat?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hausfeen 11.08.2018, 15:13
66. Eine moderne Armee kann 100.000 Hasenfüße nicht gebrauchen.

Sondern Profis aus vielen Branchen. IT, Mechatronik, usw. ...

In der Altenpflege jedoch kann es was helfen, ohne die Jobs zu gefährden. Da wird nur im Minutentakt abgearbeitet, was abrechnungsfähig ist. Der menschliche Rest findet nicht statt. Dienstleister, um abgerechnete Arbeit zu übernehmen, darf es nicht geben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
irgendwas 11.08.2018, 15:18
67. absurde Begründungen

1. Wer weiß schon, wie der Arbeitsmarkt in 50 Jahren aussehen wird? Vielleicht sparen sich die "Dienstpflichtigen" ja auch 1 Jahr HARTZ IV??
2. Wenn also Menschen, die in der Pflege eh schon den Mindeslohn bekommen, künftig aufgrund weniger Nachfrage nur noch den Mindestlohn bekommen, dann ist der Job unattraktiver - schon klar!
3. Es ist also effizienter, wenn hochbezahlte "hohe" Dienstgrade bei der Bundeswehr Arbeiten auf Hilfsarbeiter-Niveau durchführen (denn diese fehlen ja mit Masse)?
Selten so blödsinnige Begründungen gelesen. Hier hat sich wohl Jemand auf Biegen und Brechen irgend etwas zusammengereimt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fördeanwohner 11.08.2018, 15:24
68. -

Zitat von obersterhofnarr
Eine Ausbildung zur examinierten Pflegekraft gleicht einem FH-Studium und ist alleine schon aus Haftungs und Qualitätssicherungs Aspekten zwingend erforderlich um z.B. nachts alleine eine Station im Krankenhaus betreuen zu können. Der Punkt ist doch, daß die Dienstverpflichteten zur Kostensenkung mißbraucht werden. Und zwar zu Lasten der Patienten und der Fachkräfte. Wenn unser Staat das Geld lieber am Hindukusch vergrillt statt die Pflege besser zu finanzieren, ist daß das Problem der Wählerschaft. Und dann die scharfe Truppe wieder mit bock- und durchblicklosen Leuten zu betreiben kann nicht Ernst gemeint sein.
Das Problem ist aber doch, dass es diesen Mangel dort ja nun seit langer Zeit gibt und die Gehälter trotz dieses Mangels nicht steigen. Argumentiert wird damit, dass man das dem Bürger nun mal nicht zumuten könne, noch mehr in die Pflegeversicherung einzuzahlen.
In anderen Worten, es wird nicht passieren, dass mehr Fachpersonal kommt. Woher denn, bitte? Irgendwie funktioniert hier eben nicht das Prinzip "Angebot und Nachfrage".
Die Lösung wäre dann doch eine solche Art von Dienst. Junge Leute könnte die Fachkräfte unterstützen. Das ist doch besser, als wenn Sie nachts allein 50 Menschen versorgen müssten, weil gar kein weiteres Personal vorhanden ist. DAS ist doch die Realität, oder nicht?

Btw: An den Hindukusch schickt man keine Wehrdienstleistenden. Und wer keinen Bock auf Bundeswehr hat kann Zivildienst ableisten. Wo ist Ihr Punkt?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
allessuper 11.08.2018, 15:32
69. Unfassbar gestrig wie sich die Union gibt.

Dinosaurier. Ausgestorben. Zu wenig Hirn zu viel Panzer. Warum sagt es denen keiner? Die Wirtschaft selbst weiß doch nicht einmal, was sie braucht. Sie hat versucht bei Studiengängen mitzureden, now we have the salad: Jahre später stellte sich heraus, dass es völliger Blödsinn war, Bachelor & Co. einzuführen. Die ersten, die sich darüber beschwerten waren - die Wirtschaft selbst. https://www.brandeins.de/magazine/brand-eins-wirtschaftsmagazin/2014/werbung/warum-ist-schnelles-lernen-wieder-out nur mal so als Beispiel. Es kann keine Wirtschaft für eine Gesellschaft verantwortlich sein. Der Versuch, unsere Gesellschaft marktwirtschaftlich zu organisieren bzw. durchzuökonomisieren ist komplett gescheitert. 1%, 10% haben sich unendlich bereichert während die Mittelschicht bröckelt und hofft, nicht tiefer zu fallen und ein Großteil wiederum gegen Geflüchtete in Sachen Job, Wohnung und Teilhabe ausgespielt wurde. More of the same hat noch nie geholfen. Die Wirtschaft ruft gern um Hilfe, wenn sie sich verspekuliert (Banken und Konsorten) und die restliche Zeit schreit sie gierig nach mehr. Es gibt Säuglinge, die mehr Haltung haben. Die meisten Menschen hierzulande wollen eine gerechte Gesellschaft und Teilhabe. Es wird Zeit, dass die Wünsche der Bürger umgesetzt werden und nicht die der Konzerne, die ohnehin keine Steuern bezahlen und auch sonst wenig zum Gemeinwohl beitragen. Lassen wir uns nicht täuschen: Stiftungen sind Steuersparmodelle - und gewiss nicht für das Wohl aller da.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 7 von 14