Forum: Wirtschaft
Vorstoß aus der Union: Warum eine Dienstpflicht der Wirtschaft eher schaden als nütze
DPA

Die CDU diskutiert über eine allgemeine Dienstpflicht in der Bundeswehr oder im sozialen Bereich. Rein volkswirtschaftlich wäre das nach Ansicht von Ökonomen alles andere als ein Gewinn.

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Svenner80 11.08.2018, 15:36
70. Es ist relativ egal

Ob es ein solches Jahr gibt oder nicht wird gesamtgesellschaftlich und wirtschaftlich nicht so die große Rolle spielen. Die Sache wurde vor ein paar Jahren abgeschafft, aber die Probleme im sozialen Bereich sind - soweit ich das mitbekomme - die gleichen.

Die Bundeswehr hatte durch die Wehrpflicht vielleicht nominell mehr Bestand; wirklich wehrfähig war sie damals genauso wenig wie heute; jedenfalls im Vergleich zu den Armeen ihrer Bündnispartner.

Und richtig, wir sollten nicht alles rein wirtschaftlich sehen bzw. konsequent bis zum Ende. Die Kosten, einen Planeten wieder bewohnbar zu machen, könnten schon jetzt zu hoch für die Menschheit sein und sie steigen mit jedem Tag. Unsere politische und ökonomische Elite ignoriert diesen Fakt und wir unterstützen diese Haltung. Auslandsflüge, SUVs, Ernährung usw. - hier stehen wir alle in der Verantwortung.

Wenn zu diesen gesamtgesellschaftlichen Aspekten eine vernünftige Einstellung gefunden wird - es steht und fällt natürlich alles mit dem unbedingten Wachstumszwang unserer aktuellen Ökonomie - lassen sich Modelle wie soziales Jahr sicher auch vernünftig integrieren.

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rudig 11.08.2018, 15:39
71. ja,

Zitat von adrianizer1707
Der Staat meldet jedes Jahr neue Steuerrekorde, Deutschland ist reich. Trotzdem sollen die jungen Leute wie zu Kaiser Wilhelms Zeiten für den Staat kostbare Lebenszeit verschwenden? Statt endlich Mobilfunknetze und Internet endlich angemessen auszubauen, was uns ja jetzt schon seit 15 Jahren versprochen wurde, lieber drei Schritte zurück zu Zeiten als die Jugend Kanonenfutter war? Vorsprung durch Rückschritt? Sind wir wieder im feudalen System der Monarchie angekommen mit einer CDU Generalsekretärin als Nachfolgerin der Kanzlerin? Wo leben wir eigentlich? I
wo leben wir?
Deutschland ist reich, aber es ist kein Geld für Alte, Arme, Pflege vorhanden.
Vielleicht könnte ein Dienstjahr da etwas helfen, ganz sicher würde es
Mobilfunknetze und Internet nicht schaden!

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-Jack- 11.08.2018, 15:40
72. Sind Sie vom Fach?

Zitat von yvowald@freenet.de
Der Vorstoß der CDU-Generalsekretärin ist und bleibt eine Schnapsidee. Sowohl in den Streitkräften als auch in der Altenpflege werden ausschließlich Fachkräfte benötigt, die entweder über einen Studienabschluss oder über eine berufliche Fachausbildung verfügen müssen (bei der Bundeswehr ist ein internes Studium für Offizierinnen und Offiziere obligatorisch. Dafür stehen die Bundeswehr-Hochschulen in Hamburg und in München zur Verfügung). Diese Dienstpflicht-Diskussion ist eine reine Sommerloch-Thematik und scheitert letztlich an den verfassungsrechtlichen Grenzen.
Ganz Gegenteil ist der Fall. Bundeswehr bildet genug Offiziere aus und die meisten Offizierdienstposten sind besetzt. Was fehlt sind ca. 20.000 Mannschafter und Unteroffiziere. Auch in Pflegebereich: das was früher die Sozialdienstleistende erledigt haben, müssen die Krankenschwester nun selbst machen, das kostet Zeit, und ist Vergeudung von wertvollen Ressourcen (Arbeitszeit der Fachkräfte), so entsteht Fachkräftemangel über den Sie sinnieren aber nich versteht wie alles zusammenhängt.

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Trudi 11.08.2018, 15:41
73. Nordkorea

Zitat von MerlinXX
ICH glaube ja, ein Jahr Gefängnis würde den Charakter aller Schreiber hier im Forum verbessern, die meinen beurteilen zu können wie sich “Dienstpflicht” auf junge Menschen auswirkt. Es ist anmaßend anzunehmen das für andere entscheiden zu können.
Ich stimme Ihnen dahin gehend zu, dass die Gruppe, die Mehrheit im Lande bildet ("die ALten") und wählen kann, gern die Minderheit ("die Jungen"), die noch nicht mal wählen dürfen, im Rahmen einer Dienspflicht kostenlos arbeiten lassen möchte. Es wird vergoldet mit Worten wie "sozialer" Dienst, endlich wird die Jugend "erzogen" (was man scheins in 10 Jahre Schule nicht geahafft hat), der Zusammenhalt wird gestärkt (welcher eigentlich? der Alten untereinander?) usw. Was man aber eigentlich verschelert ist, dass man einen Teil der Bevölkerung zur Zwangsareit heranziehen möchte. Wie wäre es aber mit" Alle CDU Mitgleider werden in vorbildlicher Weise ein sozailes Jahr einlegen" - das Geschrei möchte ich hören. Aber wie gesagt, es ist eh eine Scheindebatte, weil eine Dienstpflicht gegen EMRK Art 4 verstößt,. Man kann sich natürlich auf das Niveau Nordkoreas begeben, wo es Zwangsarbeit gibt. Wenn ich einige Kommnentare hier (und auch in anderen Blättern) lese, scheint die Einstellung unserer lieben Bürger nicht weit davon entfernt zu sein. Eine Einstellung die besagt: der Zweck heiligt alle Mittel. Wer glaubt, dass man mit Zwangsarbeit loyale und soziale Mitbürger schafft, muss mit dem Klammerbeutel bepudert sein.

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AdK 11.08.2018, 15:41
74.

Ganz ehrlich mich als jungen Menschen nervt dieses Land nur noch was sind das hier eigentlich für Zustände? Pflegenotstände durch kostenlose Sklaven lösen und junge Menschen sinnlos Soldaten spielen lassen? Diese Art Politik ist der Grund wieso sich kaum jemand unter 30 überhaupt mit DE identifiziert, geschweige denn irgend eine Art von Pflichtgefühl entwickelt.

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Sibylle1969 11.08.2018, 15:49
75.

Ich glaube nicht, dass ein solcher Zwangsdienst verfassungskonform wäre. Schon die Abschaffung der Wehrpflicht war verfassungsrechtlich geboten, weil ein Zwangsdienst nämlich nur unter engen Voraussetzungen (unverzichtbar für die Landesverteidigung) möglich war. Unabhängig davon, ob man einen solchen Zwangsdienst befürwortet oder nicht, bräuchte es dafür eine Verfassungsänderung, dh eine Zweidrittelmehrheit im Bundestag.

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MarieMm 11.08.2018, 15:49
76. es geht aber nicht immer nur um die Wirtschaft

..sondern auch um das Allgemeinwohl unserer Gesellschaft und unseres Landes. Unser Land ist nämlich in erster Linie kein Wirtschaftsstandort sondern unsere Heimat und da geht es auch noch um andere Sachen als immer nur um Profite und Geld machen. Daher: ja zur Dienstpflcht und zwar für alle. Dient auch der sozialen Charakterbildung und nicht nur der Managerausbildung.....

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lachina 11.08.2018, 15:50
77. Lösung für den Verlust des Jahresgehaltes

Verpflichtet die jungen Leute mit 14 ! Dann ist das verlorene Gehalt sehr überschaubar - und ganz offen: Bei den Unterrichtsausfällen hängen die Kids doch mindestens ein Jahr eh umsonst in den Schulen herum. Manche der Bessergestellten versuchen sich dem durch ein Jahr Auslandsschule / Schüleraustausch zu entziehen, aber warum nicht "work and travel" für alle, wenn auch ohne "travel" ......

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shotaro_kaneda 11.08.2018, 15:51
78. @jowitt #28

Naja, immerhin wird jedes dritte Studium und jede vierte Ausbildung abgebrochen. Berücksichtigt man noch diejenigen, die nie in ihrem ersten Ausbildungsberuf bzw. ersten Studium gearbeitet haben beträgt die Quote der "umsonst" begonnenen Ausbildungen inkl. Studium an die 30-40%. Ich halte eine Pflicht zu dieser "Dienstzeit" übrigens auch für Quatsch, finde aber, dass Menschen, die sich dafür freiwillig entscheiden begünstigt werden sollten. Z.B. durch Stipendien bei späterer Ausbildung oder beim Studium oder z.B. als ein hohes Auswahkriterium bei der Einstellung in Wirtschaft und ÖD. Zudem finde ich, dass zumindest ein soziales Jahr jedem jungen Menschen vor allem in der Persönlichkeitsentwicklung nutzt. Man wird mal mit anderen (vor allem Älteren oder Behinderten) Menschen konfrontiert und kommt mal raus aus seiner eigenen Peer-Group, lernt andere Sichtweisen kennen und vor allem lernt man zumindst in der Altenpflege auch den Umgang mit dem Tot kennen. Dadurch wird einem stark ins Bewusstsein gerufen, dass auch das eigene Leben endlich ist und man selbst mit hoher Sicherheit mal in so einem Heim landet. Dadurch lebt man meiner Meinung nach bewusster. Ganz davon abgesehen, dass man auch lernt Verantwortung für Andere und für sein eigenes Tun zu übernehmen.

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j.malle 11.08.2018, 15:55
79. Was für einen Drill gab es bei der Bundeswehr im Grundwehrdienst

einig meiner Freunde waren Anfang der 90´ bei der Bundeswehr. Außer der Grundausbildung haben
die nicht viel gemacht. Eigentlich ihre Zeit abgesessen. Ordnung und Disziplin wohl eher weniger.
Im Pflegebereich sind es nur billige Arbeitskräfte.
Außerdem ist nur die Wehrpflicht für Männer im Grundgesetz verankert. Ob das so noch Verfassungskonform ist möchte ich bezweifeln. Es ist für mich eigentlich eine reaktionäre Idee.
Einen Zwangsdienst halte ich für Freiheitsberaubung. Andere Länder haben viel länger keine Wehrpflicht und werben dennoch genug Freiwillige an. Also muss wohl die Bundeswehr etwas ändern.
Ich habe übrigens meinen Grundwehrdienst noch bei der NVA abgeleistet. Im Rückblick sieht alles
besser aus, aber ich habe es gehasst. 24 Stunden am Tag Vorgesetzten ausgeliefert zu sein.

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