Forum: Wirtschaft
Vorstoß der Grünen: Ein-Euro-Tickets - populistisch, aber nicht dumm
imago/ Gottfried Czepluch

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter fordert Ein-Euro-Fahrtickets für alle - und damit quasi kostenlosen Nahverkehr. Die Idee ist populistisch, könnte aber positive Auswirkungen haben.

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NixAlsVerdruss 14.10.2018, 17:31
1. Warum populistisch?

Warum soll die Forderung populistisch sein? Danach schreiende Autofetischisten? Öffentlicher Verkehr hat den Nachteil, dass er nur gegen die Grenzkosten des PKW anargumentieren muss, rechnet man die Gesamtkosten des PKW sind selbst 1. Klasse Bahnfahrkarten günstig.

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lesheinen 14.10.2018, 17:32
2.

Ich erinnere mich schwach:
Die defizitäre schwedische Reichsbahn hat 1965 die Preise drastisch halbiert und danach sofort Gewinn eingefahren. Wie nachhaltig dies war, konnte man leider nicht verfolgen.
Der Vorschlag der Kommentatorin ist jedenfalls einen Versuch wert.

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AufJedenFall 14.10.2018, 17:35
3.

"Sechstens könnte mehr Wettbewerb im öffentlichen Personenverkehr möglich sein"
Und für was sollte das genau gut sein? Künstlicher Wettbewerb in einem natürlichen Monopol bringt genau gar nichts.
Vielleicht sollte sich die Autorin mal hinsetzen und nochmal über ihren Text drübergehen und Begründungen einarbeiten.

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diskantus 14.10.2018, 17:37
4. Jahreskarte in Wien für 365 Euro = 1 Euro/Tag

2012 wurde in Wien die Jahreskarte im Preis auf 365 Euro (vorher: 449 Euro) gesenkt. Seither sind die Nutzerzahlen von von 373.000 auf 760.000 gestiegen. Die Preissenkung und das Einfrieren des Preises bezog und bezieht sich nicht auf andere Tickets. Natürlich gibt es Zuschüsse von Bund und Stadt, die aber auch für den Netzausbau (Verlängerung bzw. Neubau U-Bahn) genutzt werden. Der Vorteil: Durch den zunehmenden Öffi-Verkehr sind die Wiener Linien gewzungen, sich um den Netzausbau zu kümmern und die Entwicklung neuer Linien - auch Busse und Trams - zu kümmern. Das kommt der Infrastruktur zugute, da in Wien viel gebaut wird, gerade auch am Stadtrand.
Hofreiter ist also kein Vorreiter - er hat sich eine Idee abgeholt, die in Wien sehr gut funktioniert.

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111ich111 14.10.2018, 17:38
5. Wettbewerb im öffentlichen Personenverkehr

Wettbewerb im öffentlichen Personenverkehr? Zwischen wem und wem auf welchen Strecken denn? Der Preis ist doch dann auf einen Euro gedeckelt ...

Auch sonst ist der Artikel ... hmmm ... unausgegoren.

"Vielleicht sind dann mehr Menschen häufiger unterwegs ...". Warum? Wo ist da der Zusammenhang? Der Individualverkehr mit "freien" Zielen (also nicht Arbeits- oder Wirkungskreis) wird doch gar nicht tangiert, nur verlagert.

"Viertens wäre Mobilität keine Frage des Geldes mehr. Auch Menschen mit niedrigeren Einkommen könnten beispielsweise weiter entfernte Städte zum Arbeiten erreichen oder günstig reisen." Hö? Das hat doch nicht direkt etwas mit der Höhe des Einkommens, sondern mit der Verfügbarkeit der Arbeitsorte, dem Zeitfaktor und der Mehr/Wenigerkosten in Relation zur weiteren Kosten- und Einkommensfaktoren zu tun. Und "günstig reisen" geht da auch nur innerhalb Deutschlands.

"Fünftens könnten für den Infrastrukturausbau vorgesehene Milliarden der Bundesregierung für die Erweiterung des Schienen- und Bahnhofsnetzes ausgegeben werden." Und sonst werden die Milliarden dem Steuerzahler zurückgegeben? Na denn ...

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casbavaria 14.10.2018, 17:38
6. Was Wien betrifft ....

nur teilweise wahr. Es stimmt, die Öffis sind sehr günstig, gleichzeitig ist aber der gesamte innere Gürtel Kurzparkzone, das bedeutet 2€/je Stunde, und zwar teilweise von 8.00-22.00 Uhr - macht nach Adam Riese 32€ Parkgebühr am TAG. Damit kann man natürlich super die Öffis subventionieren. Falsch parken kostet übrigens 36€ - also mehr als das Tagesticket. Ich bin dafür, das sofort in allen Großstädten einzuführen, gern ab morgen.
Aber ich höre jetzt schon den Aufschrei der deutschen Autofahrer, wenns Ihnen so richtig an den Geldbeutel geht ... denn die S-Bahn soll natürlich nix kosten, aber Parken am Besten auch nicht.
Bitte sofort das Wieder Modell - auch in München!

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lrkn 14.10.2018, 17:40
7. Kein wechsel zu ÖPNV

Leider haben alle Untersuchungen ergeben, dass auch günstigste ÖPNV Angebote keinen Wechsel vom PKW zum ÖPNV gebracht haben. Daher glaube ich nicht, dass die Auswirkungen so sein werden wie der Kommentator vermutet. Solange das PKW die bequemste (und bezahlbare) Variante von A nach B zu kommen ist, wird sich grundsätzlich nicht viel ändern. Der gemeine Mensch ist ein Bequemlichkeitstier. Nur erhebliches erschweren und verteuern würde die Leute in den ÖPNV zwingen. Dies wird aber nicht geschehen. Also wenn man 1-Euro-Tickets einführt kostet es Grundsätzlich nur sehr viele Steuermilliarden. Und der ÖPNV-Nutzer, der das fordert, fordert dass jemand anderes (Steuerzahler) seine verursachten Kosten übernimmt. Es wäre schön, wenn man dies auch so benennen würde.

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strixaluco 14.10.2018, 17:41
8. Dafür

Ich bin dafür. In der Summe sollte Gemeinschaftsmobilitätnauch billiger sein, all die Fünf-Personen-Autos mit über 200 PS und einem Insassen sind sehr ineffizient.
Es müsste natürlich finanzierbar sein. Vielleicht bräuchte es dann etwas teurere Tickets, aber solange es bei ein paar Euro und einem Tarifschmema bliebe, wäre es immer ein Fortschritt.

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mimas101 14.10.2018, 17:41
9. Hmm Tja

Was heißt populisitisch? Würde ich so nicht sehen sondern eher als Diskussionsgrundlage.
Zum einen altert Deutschland schneller als Nachkommen kommen und zum anderen sind die Städte pp mittlerweile hoffnungslos mit Autos verstopft. Kommt noch hinzu das Straßen einen höheren Landschafts- und Ressourcenverbrach haben als Schienen.
Und nicht nur das, der Kostendeckungsgrad durch Ticketverkäufe liegt so um die 50%, der Rest schießt sowieso der Steuerzahler zu.

Aber man sollte intelligent planen, z.B. Langstrecken mit dem Zug mit jederzeitiger Unterbrechungsmöglichkeit wenn man mal einen Ort an der Strecke sehen will. Da wäre auch sinnvoll ein Car-Sharing-Angebot gleich mit am Bahnhof zu haben, so für die Kurzstrecken.
In Städten könnte man auch Ruf- und oder/Sammeltaxen einführen, die sind abends billiger und flexibler als die großen Busse /Straßenbahnen....
Uberlegenswert wäre auch sicher nicht nur fixe Haltestellen zu haben sondern fliegende wie es in vielen anderen Ländern üblich ist.

Es braucht also nur etwas Phantasie und Wille um eine attraktive Konkurrenz zum Auto aufzubauen die auch preislich eine Konkurrenz zum Auto sein muß.

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