Forum: Wirtschaft
Vorstoß des Entwicklungsministers: Warum der EU-Handel mit Afrika so schlecht läuft
AP

Entwicklungsminister Müller will die EU-Märkte für afrikanische Produkte öffnen und Handelsbarrieren abbauen. Meist sind Zölle dabei gar nicht das große Problem. Ein Überblick über die Handelsbeziehungen.

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Katzenfritz 08.08.2018, 18:58
1. Welch Binse!

Das nicht Zölle, sondern die Agrarsubventionen DAS Problem sind, ist doch hinlänglich bekannt, und somit eine Binsenweisheit.
PS: Auch Trump sind diese gigantischen Subventionen ein Dorn im Auge, und deshalb möchte er sie in die Zollverhandlungen mit "einbauen". Der liebe "Großeuropäer" Macron wird dies aber zu verhindern wissen.
Traurigerweise wird es wirklich erst durch einen "world wide" Wirtschaftskrieg mit entsprechenden finanziellen Verwerfungen dazu kommen, dass diese besagten Subventionen - mangels Masse - einem Rotstift zum Opfer fallen...

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stadtmusikant123 08.08.2018, 19:02
2. wie in alten Kolonialzeiten

".......weitgehend freier Warenverkehr in beide Richtungen..................".

Standards, Normen , Qualitätsanforderungen , sind auch nichts anderes als "Nicht-Tarifäre-Handelshemmnisse".

Da ist also nichts freundlich und hilfreich für die Entwicklungsländer geregelt!

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Reinhold Schramm 08.08.2018, 19:07
3. Auch dafür müssten Flüchtlinge vor Ort kämpfen!

Auch Flüchtlinge müssen für gerechte Wirtschaftsbeziehungen kämpfen!

Dank Internetzugang haben Millionen Jugendliche Afrikas und Asiens Sehnsucht nach den Lebensbedingungen und den Konsummöglichkeiten in Deutschland und EU-Europa. Diese Sehnsucht nach dem europäischen Konsumparadies löst aber kein einziges Problem in den reichen Rohstoffregionen Asiens, Nahost und Afrikas!

Es ist auch nicht die Aufgabe der NATO, auch nicht der Nato-Bundeswehr, der amerikanischen, französischen und britischen Armeen, in Asien und Afrika Mädchenschulen aufzubauen und die Auslieferung der vorhandenen Bodenschätze und Rohstoffe an westliche Konzerne zu verhindern, ganz im Gegenteil.

Auch die bundesdeutsche Kriegsministerin von der Leyen hat nicht die Absicht, zusammen mit der bundesdeutschen Bundeswehr in Asien und Afrika für die Gleichberechtigung der Frau zu kämpfen. Dies gilt so allenfalls für die offizielle Darstellung in den bundesdeutschen 'Bild'ungsmedien.

Es muss vor allem auch die Aufgabe der heutigen aufgenommenen Flüchtlinge und Migranten in Deutschland und EU-Europa sein, dass sie sich aktiv an der ökonomischen und sozialen Befreiung ihrer Herkunftsländer in Asien, Nahost und Afrika beteiligen. Es kann nicht die Aufgabe der zurückgelassenen Mütter und Kinder, Alten und Kranken alleine sein, ohne Hilfe ihrer geflüchteten wehrfähigen Männer, um ihr Eigentum an Rohstoffen und Bodenschätzen zu kämpfen.

Für gerechte Preise und eine gerechte soziale Verfügung über ihre Bodenschätze und für gleichberechtigte Handelsbeziehungen mit den westlichen und fernöstlichen Wirtschafts- und Reichtumsmetropolen, dafür müssen sich auch die (noch) heutigen Konsumflüchtlinge und Arbeitsmigranten in Deutschland und EU-Europa einsetzen und auch dafür vor Ort, gegebenenfalls mit der Waffe in der Hand, kämpfen!

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bn 08.08.2018, 19:14
4. Danke

Das ist ein Artikel, wie ich ihn mir vorstelle.
Keine direkt erkennbaren Halb- oder Unwahrheiten.
Korrekt erkannt, dass Handelshemmnisse auf Zoll-Ebene, insbesondere mit den aermsten Laendern, ohnehin nur geringfuegig existieren - die EU hat mit vielen afrikanischen Laendern asymmetrische Zollvereinbahrungen zum Vorteil Afrikas.

Groessere Handelshemmnisse sind die fehlende Qualitaet bzw. Produktionsstandards - diese abzusenken bedeutet natuerlich, dass man auch Waren importiert, die nicht europaeischen Ethik-Standards entspricht. Meiner Vermutung nach ist das nicht wirklich das, was viele Menschen gerne wollen, wenn sie vom vereinfachten Zugang Afrikas zu europaeischen Maerkten reden.

Die meisten leben ja ohnehin in einer imaginaeren Welt, in der die EU Afrika mit billigen Lebensmitteln flutet, dabei die afrikanischen Bauern vernichtet, Zollbarrieren hat und die Meere leerfischt.

Faktisch hat die EU wie gesagt bereits asymmetrische Zollvereinbarungen zugunsten Afrikas. Fischerei bringt Geld in die Kasse der afrikanischen Laender (die diese Vertraege scheinbar freiwillig abschliessen - und wenn Europa sie nicht abschloesse, wuerden andere einspringen), Deutschland importiert aus Afrika doppelt so viel Lebens- und Genussmittel, wie es dahin exportiert usw.

Vor diesem Hingergrund ist der Vorstoss von Mueller eher populistisch zu sehen (in dem Sinne, dass er etwas fordert, was viele gut finden, was aber faktisch schon umgesetzt ist, was viele nicht wissen).

Von solchen Artikeln wuerde ich gerne mehr sehen. Sie sind der Grund, warum ich SPON immer noch fuer ein gutes Nachrichtenmagazin halte - trotz der ganzen populistischen, mit Halb- und Unwahrheiten gespickten Artikel um die Fluechtlingskrise herum (die in der Form lediglich der AfD zulauf bescheren duerften).

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panzerknacker 51 08.08.2018, 19:29
5. Literatur-Hinweis

Einfach mal Walter Michlers "Weißbuch Afrika" lesen. Dann wird klar, wie verlogen die ganze EU-Agrarpolitik gegenüber Afrika ist. Daran wird auch der Vorschlag von Entwicklungs-Müller grundsätzlich rein gar nichts ändern.

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Ontologix II 08.08.2018, 19:33
6. Als erstes könnte er dafür sorgen ...

... dass die EU mit Steuergeldern europäische Agrarpodukte heruntersubventioniert und billig auf afrikanische Märkte wirft, so dass einheimische Produzenten nicht dagegen konkurrieren können.

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flohzirkusdirektor 08.08.2018, 19:42
7. Ach!

Zitat von Reinhold Schramm
Auch Flüchtlinge müssen für gerechte Wirtschaftsbeziehungen kämpfen! Dank Internetzugang haben Millionen Jugendliche Afrikas und Asiens Sehnsucht nach den Lebensbedingungen und den Konsummöglichkeiten in Deutschland und EU-Europa. Diese Sehnsucht nach dem europäischen Konsumparadies löst aber kein einziges Problem in den reichen Rohstoffregionen Asiens, Nahost und Afrikas! Es ist auch nicht die Aufgabe der NATO, auch nicht der Nato-Bundeswehr, der amerikanischen, französischen und britischen Armeen, in Asien und Afrika Mädchenschulen aufzubauen und die Auslieferung der vorhandenen Bodenschätze und Rohstoffe an westliche Konzerne zu verhindern, ganz im Gegenteil. Auch die bundesdeutsche Kriegsministerin von der Leyen hat nicht die Absicht, zusammen mit der bundesdeutschen Bundeswehr in Asien und Afrika für die Gleichberechtigung der Frau zu kämpfen. Dies gilt so allenfalls für die offizielle Darstellung in den bundesdeutschen 'Bild'ungsmedien. Es muss vor allem auch die Aufgabe der heutigen aufgenommenen Flüchtlinge und Migranten in Deutschland und EU-Europa sein, dass sie sich aktiv an der ökonomischen und sozialen Befreiung ihrer Herkunftsländer in Asien, Nahost und Afrika beteiligen. Es kann nicht die Aufgabe der zurückgelassenen Mütter und Kinder, Alten und Kranken alleine sein, ohne Hilfe ihrer geflüchteten wehrfähigen Männer, um ihr Eigentum an Rohstoffen und Bodenschätzen zu kämpfen. Für gerechte Preise und eine gerechte soziale Verfügung über ihre Bodenschätze und für gleichberechtigte Handelsbeziehungen mit den westlichen und fernöstlichen Wirtschafts- und Reichtumsmetropolen, dafür müssen sich auch die (noch) heutigen Konsumflüchtlinge und Arbeitsmigranten in Deutschland und EU-Europa einsetzen und auch dafür vor Ort, gegebenenfalls mit der Waffe in der Hand, kämpfen!
Was liebe ich sie, diese Sofakrieger! Ich wette, und das mache ich wirklich nur äusserst selten, dass Sie noch nicht einmal irgendwo gedient haben!

Laut Ulysses Simpson Grant ist Krieg bekanntlich die Hölle. Aber ein Bürgerkrieg ist noch einmal deutlich schlimmer. Wenn ich noch körperlich wehrfähig wäre, würde ich jederzeit in einem normalen Krieg kämpfen - aber niemals in einem Bürgerkrieg ...

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Haarfoen 08.08.2018, 19:44
8. Nächster neo- liberalistischer Angriff auf Afrika?

Das alles liest sich ganz nett, zum Schluss werden wieder die Afrikaner in die Röhre schauen - wie immer. Afrika braucht eine ganz andere Form von Wirtschaft in der es nicht vorrangig um Profite oder neue Absatzmärkte geht, sondern um Beschäftigung und eine Möglichkeit des Lebenserwerbs. Da helfen schon eine Kuh, eine Nähmaschine oder ein Satz Schraubenschlüssel. Nicht reparable Produkte sind zu vermeiden, da es keinen Müllsysteme gibt. Die Realität sieht anders aus: Gesammelte Textilien aus Europa ruinieren die kleinen Nähstuben und Produzenten, Billigfleisch aus Europa ruiniert die kleinen Bauern, Elektronikmüll gammelt an den Stränden, Rohstoffkonzerne graben ohne Rücksicht auf die Bevölkerung ganze Landstriche um, alte Autos werden in die Länder "gekotzt", usw. Dazu hängen die Länder am Tropf der Weltbank, müssen Zinsen bezahlen, usw. Bei hohen Korruptionsraten kann man in Afrika sehr vieles umsetzen. Schlimm ist auch die deutsche GTZ, die immer wieder vorteilhafte Geschäfte für die deutsche Wirtschaft unter dem Deckmantel von "Hilfe" einfädelt. Nein, Afrika braucht keine Wirtschaft und keinen Handel nach europäischem Vorbild und nach europäischem Muster. Daran ändern auch die "Fair-Trade-Kaffee-Bohnen" nichts, mit denen sich die Europäer dann ein gutes Gewissen verschaffen. Und noch ein Wort zu Ihnen, lieber Herr Schramm: Die Menschen dort sind einfach zu schwach, um zu kämpfen. Wenig Nahrung, Unterernährung, Beschäftigungslosigkeit, Apathie, Bildungsnotstand, nur für 2 Stunden Strom am Tag ... hier ist nicht von irgendeinem Traum an Konsum nach europäischen Vorbild die Rede ... in vielen Regionen gibt es nur die absolute Trostlosigkeit. Übrigens gibt es einige jüngere und (dann meist besser gebildete) Afrikaner, die in Europa absolut kein Vorbild sehen und lieber ein afrikanisches Modell entwickeln wollen. Unterstützung brauchen sie deshalb aber trotzdem. Die neo- liberalen Think-Tanks bereiten nur den nächsten Angriff auf Afrika vor, um sich in ihrem Selbstverständnis mit maximal guten Gewissen weiter zu bereichern. An den Ärmsten der Armen. Am widerlichsten ist das "Land-Grabbing" europäischer Investoren. Hier wird eine neue Form der "Leibeigenschaft" vorbereitet. Der Bauer muss für das Feld zahlen und verpflichtet sich, Saatgut von Monsanto anzubauen. Wird zu einer ähnlichen Suizid- Quote wie in Indien führen. Weil es nicht zum leben reicht und unwürdig ist.

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sunyani 08.08.2018, 19:47
9.

Zitat von stadtmusikant123
".......weitgehend freier Warenverkehr in beide Richtungen..................". Standards, Normen , Qualitätsanforderungen , sind auch nichts anderes als "Nicht-Tarifäre-Handelshemmnisse". Da ist also nichts freundlich und hilfreich für die Entwicklungsländer geregelt!
Die Einhaltung dieser bösen "Standards, Normen , Qualitätsanforderungen" könnte tatsächlich in Wettbewerbsfähigkeit resultieren. Wie Nr.4 bn sehr treffend sagte, bedeutet die Absenkung von Standards, das viele fragwürdige Importe zugelassen würden. Würden Sie beispielsweise Lebensmittel konsumieren, die durch komplett unkontrollierten Einsatz von Pestiziden produziert wurden? Können Sie haben, weg mit den Qualitätsanforderungen, weg mit den Standards. Es ist nicht hilfreich von Entwicklungsländern geringere Qualität zu akzeptieren, im Gegenteil, es ist beleidigend und kontraproduktiv.

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