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Vorwurf des Bundesrechnungshofs: Arbeitsagentur manipuliert Vermittlungsstatistik
DPA

Vermittelt wird nur, wer leicht vermittelbar ist: Der Bundesrechnungshof wirft der Agentur für Arbeit nach Informationen des SPIEGEL vor, nach diesem Prinzip eine bessere Erfolgsbilanz vorzutäuschen. Besonders Langzeitarbeitslose würden schlecht betreut.

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horstbachhofer 23.06.2013, 08:18
1. Welch Überraschung!

wer die offizielle arbeitsmarktstatistik glaubt, dem ist eh nicht zu helfen. da wird getrickst, wie beim griech. staatshaushalt. nur glaubt das niemand. die meisten die arbeitslos werden, finden selber was, dann gibt es ein paar zufallstreffer, der rest wird rausgerechnet, mit allen möglichen tricks. was das arbeitsamt stellenvermittlung nennt, ist ein ausdruck von der homepage, den jeder selber machen kann. hinzu kommt, das sich leute aus vielen berufssparten gar nicht beim arbeitsamt melden. das arbeitsamt kann z.b. keine ingenieure vermitteln. wenn dann der ganze schwindel auffliegt, sind wieder alle enttäuscht und betroffen.

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fort-perfect 23.06.2013, 08:26
2. Ja,

Zitat von sysop
Vermittelt wird nur, wer leicht vermittelbar ist: Der Bundesrechnungshof wirft der Agentur für Arbeit nach Informationen des SPIEGEL vor, nach diesem Prinzip eine bessere Erfolgsbilanz vorzutäuschen. Besonders Langzeitarbeitslose würden schlecht betreut.
wer hätte das gedacht...... die AA türkt ihre Statistiken..... Ich bin überrascht, das Politik, Staat und Verwaltung tatsächlich die Bürger belügen.
Aber so ist das halt, Erfolgsstatistiken bestimmen über die monetären Zuteilungen aus den Steuertöpfen, was liegt da näher, als die entsprechenden Statistiken zu manipulieren?

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Solid 23.06.2013, 08:31
3. Passt doch!

Mal davon ab, dass es allgemein bekannt ist, dass sämtliche Zahlen rund um die Arbeitslosigkeit am meisten gefälscht und manipuliert werden, weil so Erfolge vorgetäuscht werden können, wo Rückschritte sind, und abgesehen von dem idiotischen gesetzlichen Auftrag, ist das, was die Agentur tut, doch im Ergebnis richtig.

Da es ebenfalls allgemein bekannt ist, dass es zu wenig bezahlte Arbeit gibt für alle, müssen zwingend Arbeitslose übrig bleiben. Da hilft alle Vermittlung nichts.

Daher ist es nur wirtschaftlich, zunächst die leicht vermittelbaren in Arbeit zu bringen und die übrigen einfach in Ruhe zu lassen.

Nicht die Praxis der Arbeitsämter gehört hier geändert, sondern ihr Auftrag!

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juerler@saxonia.net 23.06.2013, 08:34
4. Aa

Zitat von sysop
Vermittelt wird nur, wer leicht vermittelbar ist: Der Bundesrechnungshof wirft der Agentur für Arbeit nach Informationen des SPIEGEL vor, nach diesem Prinzip eine bessere Erfolgsbilanz vorzutäuschen. Besonders Langzeitarbeitslose würden schlecht betreut.
was für neue Erkenntnis. Das ist wie mit Vielem- was der Otto-Normalbürger schon lange weiß wird dann duch Spezialisten, Institute, Forschungsergebnisse- natürlich zeitlich versetzt 2-5 Jahre wissenschaftlich nachgewiesen.
Zur AA Beispiele- die anhängigen massiven Rechtsstreitigkeiten lassen auf Fehler im Hartz -Gesetz schließen, Leiharbeit führt zu massiven Verwerfungen..........jeder weiß aber noch nicht wissenschaftlich untersucht und das nach Jahrzehnten.

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franks meinung 23.06.2013, 08:35
5. Glaube...

...keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.

Sicher hat die BA das nicht mit System betrieben, aber das System fordert so etwas natürlich heraus. Wenn der Erfolg von Mitarbeitern und Agenturbezirken nur noch nach Zahlen bewertet wird und nicht nach Kundenzufriedenheit, dann ist klar, was passiert. Auch in der DDR wurden die Statistiken gefälscht. Immer wurden alle Pläne erfüllt und übererfüllt. Nur zu kaufen gab es nichts.

Die BA geht schon lange eine zweifelhaften Weg. So werden Ausschreibungen im Wesentlichen nicht daran gemessen, wie zufrieden man mit der Tätigkeit bisheriger Partner war und wie erfolgreich die bisherige Arbeit war, sondern im Wesentlichen danach, wer das kostengünstigste Angebot abgibt. Kommt ein "Billigheimer" mit einem tollen Angebotskonzept und super Konditionen, so ist der viel erfolgreichere Vertragspartner nicht mehr gefragt. Das Ergebnis darf man dann später bestaunen.

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awbferdi 23.06.2013, 08:35
6. Wer hätte sowas gedacht?

Zitat von sysop
Vermittelt wird nur, wer leicht vermittelbar ist: Der Bundesrechnungshof wirft der Agentur für Arbeit nach Informationen des SPIEGEL vor, nach diesem Prinzip eine bessere Erfolgsbilanz vorzutäuschen. Besonders Langzeitarbeitslose würden schlecht betreut.
Wer hätte sowas von der schwarz-gelben Koalition gedacht? Natürlich ist zurzeit Wahlkampf und da passt es recht gut, die Realität an den Versprechungen zu messen. Da die schwarz-gelbe Koalition kaum nennenswerte Ergebnisse vorzuweisen hat, siehe Energiewende, scheint es ihr geboten, zu Manipulationen Zuflucht zu nehmen. Gut, dass die ab und zu öffentlich bekannt gemacht werden. Die erste Konsequenz scheint mir darin zu liegen, im September zur Wahl zu gehen und diese Betrugsversuche zu ahnden. Grüezi. F.

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Kamatipura 23.06.2013, 08:39
7. Stellenausschreibungen auf den Seiten der BA

für HH und südl. Schleswig /Holstein bieten auf der Jobbörse der BA fast ausschließlich Zeitarbeitsfirmen Jobs an. Warum bietet die BA diesen Datensammlern eine Plattform? Bewerbungsunterlagen gibt es nur gegen Freiumschlag zurück, für eine reale Stelle generieren mindestens ein Dutzend „Arbeitskraftbeschaffer“ ein Stellenangebot per Internet. Wem ist mit dieser ganzen Verfahrensweise geholfen?

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ludwig49 23.06.2013, 08:40
8. Eine andere Variante...

...der "erfolgreichen Vermittlung" besteht darin, dass jeder Arbeitnehmer mit zeitlich begrenzten Arbeitsverträgen sich drei Monate vor Ablauf bei der Arbeitsagentur zu melden hat, damit man rechtzeitig die Unterlagen für ALG I - Zahlung vorbereiten und eventuell gleich etwas Neues finden könne. Klingt fürsorglich, wenn auch mit Nachdruck: Es droht eine Woche kein Arbeitslosengeld im Falle der Arbeitslosigkeit ! Erhält aber der betreffende Arbeitnehmer von seiner einen neuen Vertrag, dann ist wieder eine erfolgreiche Vermittlung erfolgt.

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Maya2003 23.06.2013, 08:41
9.

Zitat von sysop
Vermittelt wird nur, wer leicht vermittelbar ist: Der Bundesrechnungshof wirft der Agentur für Arbeit nach Informationen des SPIEGEL vor, nach diesem Prinzip eine bessere Erfolgsbilanz vorzutäuschen. Besonders Langzeitarbeitslose würden schlecht betreut.
In diesem Lande gehört lügen und täuschen mittlerweile zum guten Ton. Von den Spitzen des Staates bis herunter auf die kommunale Ebene - so gut wie jede Statistik ist gefälscht, jeder Kostenansatz getürkt, jede Aussage von Politikern unwahr oder halbwahr.

Das stärkt das Vertrauen in die Funktionsfähigkeit der Demokratie ungemein - reflektiert aber nur den neoliberalen Zeitgeist.

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