Forum: Wirtschaft
VW, BMW und Daimler und die Elektromobilität: Viel Spannung, wenig Strom
Uli Deck / DPA

Offiziell haben die deutschen Autohersteller ihren Streit über die Mobilität der Zukunft beigelegt. Doch das ist nur vorübergehend. Denn welche Technologie und welcher Konzern siegen werden, ist unklar.

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krypton8310 24.03.2019, 06:49
80. Das Märchen vom üppig überdimensionierten Stromnetz

Zitat von dt1355895
Es wird ziemlich überschätzt was das so verbraucht, nicht jeder muß seinen Akku täglich komplett aufladen. 14,000 km (durchschnittliche Jahresfahrleistung) x 15kwh/100km = 2100kwh pro Jahr = 5,75kwh pro Tag, oder 250 Watt pro Stunde wenn man die 23 Stunden rechnet die ein Auto eh nur rumsteht und theoretisch laden könnte. Eine sehr überschaubare Belastung fürs Stromnetz . Nachdem das Netz aber doch um einiges mehr hergibt kann man natürlich auch deutlich schneller laden oder mehr fahren. Nur mal so zur Verdeutlichung wie wenig Kapazität das eigentlich braucht.
Liest sich schlüssig, die Welt ist leider nicht ganz so rosig. Denn Ihre Zahlen bedeuten ungefähr eine Verdoppelung des Stromverbrauchs der privaten Haushalte. Das liest sich dann nicht mehr ganz so einfach wie 'jeder zieht einfach 250W mehr Dauerleistung aus der Steckdose'. Weder die Verteilungen der Wohnhäuser, noch das Mittelspannungsnetz dorthin ist auf die doppelte Leistung ausgelegt! Klar, für Geld bekommt man alles hin. Nur muss man das dann auch so kommunizieren! Nur weil die homöopathischen Dosen an E-Mobilisten derzeit machbar sind, kann man daraus nicht schließen, dass es für ALLE mit der derzeitigen Infrastruktur machbar ist.
Zu alledem kommt noch hinzu, dass unser Strom derzeit zu 60% dreckig ist. Mit Ihrer 100%-Elektromobilität müssten zusätzliche 25% neue, grüne Kapazitäten geschaffen werden. Läuft der Umbau+Zubau zu erneuerbaren so schnell wie in den letzten 20 Jahren, dann benötigen wir noch 35 Jahre bis Strom zu 100% erneuerbar ist. Bis dahin darf bezweifelt werden, dass Batterieelektrische Mobilität ökologisch irgendeinen Sinn hat. Ökonomisch, das steht fest, hat sie keinen.

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krypton8310 24.03.2019, 07:38
81. Kvärner-Verfahren als Übergangslösung

Zitat von cwa.silvestrin
An die Pro-Wasserstoff Kommentare: Wasserstoff ist viel ineffizienter als Batterien in Autos. Deswegen setzt der Großteil der Hersteller auch auf Batterien. Dieses Video erklärt warum (auf Englisch) https://youtu.be/f7MzFfuNOtY
Das Video ist unvollständig und tendenziös. Es 'vergisst' den ökologischen Fußabdruck von Batterie und Brennstoffzelle zu vergleichen und es unterschlägt das Kvärner-Verfahren mit dem man das restliche Erdgas (,das man eigentlich nicht mehr verbrennen dürfte,) mit einem 3-fachen Hebel (Strom zu Wasserstoff) umwandeln kann. Die dabei entstehende Aktivkohle wäre ein Abfallprodukt und müsste wieder vergraben werden. Nach den paar Jahrzehnten, in denen das funktionieren würde, gäbe es dann vielleicht auch genug Ökostrom für Ihre Batterie-Karren.

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akkarin 24.03.2019, 07:53
82. Interessen

Damit die Automobilindustrie schneller zum Ziel kommt, unterstütze ich und meine Umgebung gerne: wir haben den eigentlichen Ersatz der vorhandenen Fahrzeuge bis auf Weiteres verschoben, so daß sich die Automobilindustrie voll auf die Lösungsfindung konzentrieren kann. Aber diese Diskussion um die Antriebstechnik selber ist doch aus meiner Sicht, und da wiederhole ich mich, ein Nebenschauplatz, denn es geht um notwendige Mobilitätslösungen, und hier kann man weder die, allerdings deutlich überhöht dargestellte, Bedeutung der Automobilindustrie, den Einfluß der Kundschaft, die massive jahrzehntelange Bevorzugung des Individualverkehrs (gilt auch für LKW!), die Ansiedlungspolitik noch die geänderten Randbedingungen wie z.B. andere Arbeitsformen ignorieren. Daher ist natürlich der schlichte Ersatz des Antriebes für die Automobilindustrie die einfachste Lösung. Auch wenn es völlig undenkbar ist (siehe z.B. Baden Würtemberg und die Verbindung Kretschmann / Grüne und Daimler), daß die Politik eine weniger am Auto orientierte Vorgehensweise entwickelt, wird der Druck für Lösungen in (vor allem im Ausland) Zentren und damit für die Anbindung der peripheren Bezirke immer höher, wobei es hier primär kaum um Umweltschutz geht. Das ist doch das eigentliche Versagen von Industrie und geneigter Politik, daß weiterhin Zeit für überkommene Konzepte verwendet wird, und wirklich anspruchsvolle Lösungen nicht erarbeitet werden. Und hierfür reichen ein paar Apps nicht aus, hier muß landesweit integriert gedacht werden. In jedem Fall kann aber auch jeder Einzelne seinen Teil zu einer Lösung beitragen, sei es beim Kauf eines Fahrzeuges, sei es aber auch bei der Benutzung. Das erfordert eben etwas Umdenken.

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three-horses 24.03.2019, 08:40
83. Mit Kurzschluß in der graue Masse.

Zitat von Debattikus
Bei all dem Hype-Auto kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Als CNG-Fahrzeuge auf den Markt kamen hieß es, dass die Reichweite zu gering ist. Die Politik hat nichts dazu getan. Alle Tankstellen wurden privatwirtschaftlich finanziert. Heute schüttet der Statt Milionen für eine Technologie aus, die aus meiner Sicht umweltschädlich hoch eins ist. Seltene Erden für Fahrzeuge zu verwenden, die als Öko-Auto von Null auf Hundert in weniger als zehn Sekunden brauchen, ist absolut schwachsinnig. Nur weil der deutsche Autofahrer nicht auf „Freihe Fahrt für freie ....“ verzichten will, wird der Umweltgedanke ausgeblendet. Auf der Kurzstecke mögen 120 km Reichweite ausreichend sein. Aber in einem Flächenland, wie z.B. Mecklenburg-Vorpommern kannst Elektro vergessen. 100 km zum Job pendeln und dann? Mit dem Bus zurück? Stundenlang den Wagen an der Ladesäule stehen lassen, kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Ohne Wechselakkus oder Liquid-Batterien wird das nichts. Von Fernreisen mal ganz abgesehen. Bin gespannt, wann die ersten Autozüge wieder angeboten werden. Ich zumindest fahre vorerst weiter mit CNG. 500 km ohne Tankstopp, auch im Winter, macht ein bezahlbar Stromer noch nicht.
Man kann hoffen, de Regierung und auch die a-Industry begreifen endlich, dass e-Auto nicht das von Heute sein sollte. Das Konzept sollte klein, zweckmässig, langsam und so weit wie möglich billig sein. Mit eine echte Reichweite von 250 Km. So in etwa auch die Fahrzeuge auf den Schienen. Die Jagd auf schnell sollte aufhören. Ist bei der Bahn und bei den Flugreisen schon der Fall. Die Geschwindigkeit wird weniger um Strom/Kerosin zu sparen. Irgendwie gesamtwirschaftlich denken, der Einzelne, auch mit viel Geld, sollte es schwer haben, Resourcen zu verschwenden.

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jim.panse 24.03.2019, 08:41
84.

Zitat von crazy_swayze
Der Toyota Mirai ist toll. 500 km Reichweite, tanken in 2 min, super Beschleunigung. :-) Die Tankstellen-Infrastruktur in Deutschland kann umfunktioniert werden, ohne dass Millionen Stromkabel neu verlegt werden müssten.
Sehr toll. 60kWh/100km bedeuten bei 0,3€/kWh 18€/100km. Ich zahle nicht ganz 4€ mit dem Ioniq. Und tanken dauert 2 Minuten, aber wenn vor Ihnen einer getankt hat warten Sie 15 Minuten. Und ich habe den Ioniq in der Premium Variante für 31k€ bekommen. Dafür bekommen Sie etwas mehr als einen halben Mirai!
Und im Schnitt komme ich mit dem Ioniq 250km weit.
Und die Infrastruktur wird nicht nur mal eben umfunktioniert. Sie brauchen aufgrund der Anforderungen 2-3 mal mehr Tankstellen als heute. Ein BEV kann die Mehrheit mit ihrem Profil schon an einer Schukodose laden und davon gibt es in Deutschland mehrere Hundert Millionen jetzt schon!

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Luke1973 24.03.2019, 08:43
85. Diesel

. Zitat von
Wenn man das Auto in einer halben Stunde aufladen kann, braucht man keinen Diesel mehr!
Wer sowas schreibt, hat schlicht keine Ahnung von der Realität. Was glauben Sie, warum man bei Mercedes schon immer auch einen größeren Tank als Option kaufen kann? Den Vielfahrern sind selbst die 5 min zum Dieseltanken zu lange. Die wählen auch beim Vierzylinder Diesel, der nur 6,5 Liter verbraucht, die Option "80-Litertank". Und denen wollen Sie ernsthaft verkaufen, dass es okay sei alle 400 km für ne halbe Stunde zu laden?

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jim.panse 24.03.2019, 08:44
86.

Zitat von Daggobert
Das momentan interessanteste BZ-Auto in D ist der Hyundai Nexo: https://h2.live/wasserstoffautos Hyundai und Toyota investieren Unsummen um die Produktionskapazitäten ihrer BZ-Fertigung radikal hoch zu fahren. Toyota von 3000 in diesem Jahr auf 30.000 ab 2020. Hyundai baut gerade 2 neue BZ Werke und möchte die BZ-Fertigung auf 700.000 Einheiten hoch fahren. Die Brennstoffzelle ist serienreif und wird von den asiatischen Herstellern in sehr naher Zukunft, ab nächsten Jahr, in großen Stückzahlen produziert. BMW bringt 2020 BZ-Autos auf den Markt, von Mercedes gibt es jetzt schon den GLC F-Cell (nur zu leasen) und weitere werden folgen. Ist eine geile Technik. Der VW-Konzern wird mit seinen Lithium-Akku-Autos voll den Anschluss verlieren. Ökologisch sind Lithium Akkus auch eine absolute Katastrophe...
Für den Mirai werden etwa 60kWh/100km benötigt. Während Sie 18€/100km ausgeben und in der Anschaffung das Doppelte hinlegen müssen reichen mir 4€/100km. Die kann ich aktuell nach knapp 1,5 Jahren laut Bordcomputer bei fast 50k km schon nachweisen.

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tempus fugit 24.03.2019, 09:02
87. ????

Zitat von krypton8310
Liest sich schlüssig, die Welt ist leider nicht ganz so rosig. Denn Ihre Zahlen bedeuten ungefähr eine Verdoppelung des Stromverbrauchs der privaten Haushalte. Das liest sich dann nicht mehr ganz so einfach wie 'jeder zieht einfach 250W mehr Dauerleistung aus der Steckdose'. Weder die Verteilungen der Wohnhäuser, noch das Mittelspannungsnetz dorthin ist auf die doppelte Leistung ausgelegt! Klar, für Geld bekommt man alles hin. Nur muss man das dann auch so kommunizieren! Nur weil die homöopathischen Dosen an E-Mobilisten derzeit machbar sind, kann man daraus nicht schließen, dass es für ALLE mit der derzeitigen Infrastruktur machbar ist. Zu alledem kommt noch hinzu, dass unser Strom derzeit zu 60% dreckig ist. Mit Ihrer 100%-Elektromobilität müssten zusätzliche 25% neue, grüne Kapazitäten geschaffen werden. Läuft der Umbau+Zubau zu erneuerbaren so schnell wie in den letzten 20 Jahren, dann benötigen wir noch 35 Jahre bis Strom zu 100% erneuerbar ist. Bis dahin darf bezweifelt werden, dass Batterieelektrische Mobilität ökologisch irgendeinen Sinn hat. Ökonomisch, das steht fest, hat sie keinen.
...also ist dann der ganze Erdölstrang ab Bohrloch - und sogar zuvor? - bis zum Auspuff, wo 80-85% der Energie als Dreck und Gift abgesondert ist, ökologisch?

DE exportiert heute so satte 10% der Stromerzeugung - die
produzieren also Strom, der garnicht ins deutsche Netz passen würde?
DE fährt nachts - wenn die Autos sowieso stehen wie sie im Schnitt 23 von 24 Std. stehen - die Stromproduktion mangels
Bedarf um so 40% der mittleren Tagesleistung runter.
Also funzt Strom, der tags funktioniert, nachts nicht mehr?
Ein ganz Schlauer hier hat mal bestätigt, dass ein gedrosseltes
KohleKW (mangels Nachfrage...) bei der Produktion von 1 (ein)
kWh bis zu 3 kg CO2 produziert. Würde es nachts - z.B. für E-Mobilität - besser ausgelastet, würde das auch den CO2-Ausstoss deutlich verringern pro kWh!

Und zum Schluss stellen Sie sich vor, dass dann keine Stinker mehr rumfahren würden, keine Demokratie am Hindukush verteidigt werden müsste, der Vorlauf ab Bohrloch bis Zapfpistole inkl. Logistik von Milliarden Litern an Sprit und deren Ausdünstungen einfach WEG wären...

Dass man mit Dreck weit mehr Geld machen kann als mit
Sauberkeit - Ihre zitierte

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tempus fugit 24.03.2019, 09:13
88. Lesen Sie hier - ...

...nur 1 (ein) Beispiel, was Tesla als Ami besser macht als der
deutsche Verbrennerhühnerhaufen:

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/e-auto-im-winter-von-hamburg-nach-stuttgart-a-1256709.html

und das hier:

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/elektromobilitaet-was-fehlt-sind-die-e-autos-nicht-die-ladestationen-1.4108966


Nur mal ein Versuch, diese von wem auch immer vorgeschobenen Vor- oder Stammtischurteile zu widerlegen!

Unterm Strich nichts anderes, um Probleme vorzutäuschen,
damit man noch recht lange mit obsoleten 100ten Milliardenanlagen weiter Verbrenner bauen und - teils betrügerische - verscherbeln kann!

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tempus fugit 24.03.2019, 09:16
89. Geht's noch billiger?

Zitat von worlorn
Aha, ein Tesla-Fanboy. Schnellladeinfrastruktur flächendeckend, für jeden verfügbar. 100 - 200 kW und mehr rauschen aus der Dose überall raus, dass der eMobilist nur so aufjauchzt. Bloß, zu dumm .... der Strom muss da reinkommen und dazu braucht man ein Stromnetz, das das leisten kann. Schon mal von was "Stromnetz" gehört und was das wirklich kann? Aber Musk und seine Leute werden sich sicher was einfallen lassen, wie man 100erte von kW an jeden Punkt beamt und den Strom mit Antimaterie-Generatoren erzeugt. Bei Star Treck geht das doch auch. Jetzt bleibt noch Frage, wie es denn Tesla bei seinen Schnellladestationen heute schon hinkriegt? Dreimal darf geraten werden ;)
...woher kommt denn der 'Teslastrom' aus dessen strategisch
gut plazierten Superladesäulen?

Hat Musk eine eigene Stromleitung nach DE verlegt?

Statt mit Star Treck rumzuschwafeln, sollten Sie sich schlicht mal die Technologie und die Stromstruktur und die Verbrauchs-struktur und -werte angucken.

So einfach ist das - so man allerdings will!

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