Forum: Wirtschaft
VW-Hauptversammlung: Wegen Umbau derzeit eingeschränkter Betrieb

Volkswagen-Chef Müller versucht mit dem Konzernumbau einen schwierigen Richtungswechsel, für den er dringend Rückendeckung braucht. Doch das Machtgefüge im Aufsichtsrat wankt.

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Roßtäuscher 22.06.2016, 07:13
1. Der fehlgeleitete Konzern und seine Arroganz

Die Marke Toyota von Platz 1 im internationalen Wettbewerb zu verdrängen hat VW mit Sicherheit nicht geschafft. Es ist nicht überraschend, in diesem Artikel die vielen Baustellen als Nachlässigkeit im Gefüge der zwei Familienaufsicht und Leitung zu lesen. Die Überheblichkeit sollte VW schnell abschminken gegenüber den Inlandskunden, als auch in der EU. Betrogen wurden nicht nur die USA-Kunden. Unsere Käufer haben genau so ein Recht auf Wiedergutmachung. Wenn die Regierung (wie angeführt) und die Vorstände, der Aufsichtsrat nicht Spuren, dann hilft nur ein Kaufboykott. Es gibt neben Mercedes, BMW und Opel mehr als genug Ersatz als die Kisten von Audi und VW, oder Skoda, oder SEAT. Renault und Peugeot haben auch attraktive Autos. Es kommt beinahe so vor, als hätte man als Deutscher die Verpflichtung nichts anderes als VW zu kaufen.
Wen verwundert es, dass gerade Investmentkonzerne die Sperrminorität des Landes Niedersachsen auf- oder abgelöst sehen wollen, die Bremse soll bleiben, sonst haben wir bald einen leergefegten Produktmarkt wie GB, wo RR und Bentley von Deutschen eingekauft sind. Die Politik soll endlich im Sinne ihrer Wähler handeln und ihren Lobbyismus beenden. Der schleimige, stinkende Kopf muss sich schleunigst erneuern in Deutschland. Manchmal wünscht man sich, morgen passiert der BRexit, damit die Bürokraten in Brüssel, Paris und vor allem im Schuldenberlin die Marionettenäuglein der USA aufgehen.

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klamed 22.06.2016, 07:14
2. ich habe nie verstanden

wie es ein Ziel sein kann, der grösste zu sein. Welchen Mehrwert hat das für die Kunden, für die Aktionäre, für die Umwelt, für die Mitarbeiter
Ziele können sein
- eine so hohe Rendite zu erzielen, dass man genug für Entwicklung und Forschung und Verbesserungen hat und den Rest an Aktionäre und Mitarbeiter gibt
- und dabei den geringestmöglichen Fussabdruck zu hinterlassen
- und möglichst geringen Mitarbeiterwechsel zu haben (know how halten)
-und natrürlich bessere (erfolgreichere) Autos zu bauen als die Mitbewerber
- ...

das sind für mich Ziele die erstrebenswert sind, aber einfach nur gross sein. Warum sollte man das wollen?

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reflexxion 22.06.2016, 07:41
3. Marken streichen

von außen als Laie sehe ich bei Volkswagen eine ganze Reihe von Marken die mehr kosten als sie einbringen. Neben den im Beitrag erwähnten Marken gibt es ja noch Lamborghini und Bentley die immer im Schatten von zum einen Ferrari zum anderen Rolls Royce stehen werden. Auch da stehen geringe Verkäufe enormen Entwicklungskosten entgegen.

Kommen wir zu den Kernmarken Skoda und Seat, die einen sehr unterschiedlichen Kundenkreis haben - aber wo steht das deren Autos so verschieden sein müssen. Kann man nicht einfach einen Seat Leon mit anderen Markenemblemen und angepasster Innenaustattung als Skoda anbieten und auf dem selben Band bauen lassen? Als Vorbild sehe ich da die kleinsten Modelle auf Basis des VW Up! die ganz ähnlich als Skoda Citigo und Seat Mii verkauft werden.

In den VW-Baukästen müssen einfach mal mehr identische Teile verbaut werden. Der Wettbewerb im eigenen Haus ist doch gar nicht verkehrt, so lang man an jedem Auto Geld verdient.

Als nächstes komme ich zur Motorenpalette, die früher mal recht übersichtlich war. Heute hingegen weiß man als Interessent gar nicht warum es so viele fast gleich starke Benzinmotoren mit z.B. Hubraum 1,0l, 1,2l und 1,4l gibt. Gibt's den 1,6l eigentlich auch noch? Da steht dann noch so was wie blue oder eco dabei und damit ist man dann endgültig verwirrt.

Diesel ist ja neuerdings der Buhmann im Auto, merkt man bei VW nicht welchen Schaden man am Markt mit Äußerungen anrichtet wie "Diesel hat keine Zukunft"? Das entwertet doch nur Unmengen an Gebrauchtfahrzeugen und schadet den Kunden weitaus mehr als diese lächerliche Schummelsoftware, die aus meiner Sicht keinem Kunden schadet und lediglich die Leistung des Fahrzeugs steigert sowie angenehmeres Fahren ermöglicht.

Mein Mercedes Diesel ist übermorgen 10 Jahre alt, er hat Rußfilter und eine grüne Plakette. Ob da durch Mercedes geschummelt wurde oder nicht ist mir vollkommen egal. Ich erreiche mit dem Auto die angegebenen Verbrauchswerte (auf weit über 100.000 km getestet) und die Leistung stimmt auch. Das Auto hatte nie irgendwelche Reparaturen nötig, außer Verschleißteile wie Bremsen und Scheibenwischer. Selbst die Kupplung ist noch die erste. Soll ich mich da hinstellen und jammern das vielleicht in bestimmten Situation irgendwas am Auto abgeschaltet wird damit es besser läuft? Das ist rein hypothetisch, weil wahrscheinlich der Wagen zu alt für Schummeleien ist aber egal, Diskussionen um eine Zukunft des Dieselmotors machen so ein Auto schwerer verkäuflich - nur das ist ein Schaden den der Kunde bemerkt.

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dr.joe.66 22.06.2016, 07:44
4. schutzlos

Bei VW schützt weder Größenwahn vor dem Erreichen von Vorstandsposten noch kriminelle Energie vor der Festlegung von Unternehmensstrategien. Das erinnert fatal an den eigentlichen Gründer des Unternehmens. Auch der hat seine Ziele mit einer Kultur der Angst und des Stiefel-Leckens durchgesetzt. Diese Kultur zu ändern ist eine Herkules-Aufgabe. Das geht auch nur von oben nach unten. Aber dazu müssten oben ein paar Herren ausgetauscht werden. Das wird aber leider nicht passieren. Die schwerste Zeit für VW kommt erst noch...

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bollocks1 22.06.2016, 07:50
5. Bei VW...

...hat der Wildwuchs schon an der Basis Methode, vom Top-Management ganz zu schweigen.
Dies auszumisten schafft niemand.
15 Milliarden fuer die FE? Aber minimale Ausbeute. Wirkliche Innovation kommt dann doch von aussen.
Das Hauptprodukt von VW sind und waren die Absahner - im kleinen wie im grossen.

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Nabob 22.06.2016, 08:01
6. Den Betrug am Verbraucher

hat selbstredend nicht der Steuerzahler zu kompensieren, dergestalt, dass VW nun die Entwicklungsflucht nach vorne beginnt, um damit die Steuerlast des Werkes weitestgehend zu reduzieren.

Dieser Plan würde bedeuten, dass der Betrug der Industrie an der Bevölkerung nicht nur längst salonfähig geworden ist, sondern auch politisch gefördert wird.

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mielforte 22.06.2016, 08:03
7. Wie jetzt bitte nochmal?

Wegen einer Abgasmanipulation soll der ganze Konzern umgebaut werden? Die Strategieziele wurden doch auf Jahre ganz klar erarbeitet und jetzt schmeißt man die in den Papierkorb? Was ist da los? Müller muß weg!

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kenterziege 22.06.2016, 08:10
8. Der Zorn der Aktionäre....

....und sonst noch was? Was hätten denn die Aktionäre für Alternativen im "sicheren" Anlagebereich? Keine!
Eine Aktie ist immer eine Wette auf den Erfolg einer Firma. Da dachte man, wenn man in einen gewerksschaftsdominierten Staatsbetrieb investiert, hätte man beides: Sicherheit und ordentlich Gewinn.
Das gibt es nicht. Es ist die eigene finanzwirtschaftliche Unkenntnis, die die Leute in ihren "Zorn" treibt.
Wenn schon Aktien, dann eine gute Mischung. Dann übersteht man den "Hang over" einer Firma.
Keiner, der sich zur Sicherheit mit physischem Gold eindeckt, hat einen Zorn auf jemanden, der den Goldpreis bewegt. Aber auf einer Hauptversammlung kann man mal bei Bockwurst so richtig schön Dampf ablassen. Ja, ja - der Kleinaktionär - das unbekannte Wesen.
VW - Aktien hätte man im Oktober letzten Jahres kaufen sollen. Dann wäre Freude angesagt. Mit oder ohne Kleinaktionäre: Im Gegenteil zu Merkel - die schaffen das!

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hockeyversteher 22.06.2016, 08:23
9. So gehen wir, ...

... mit einem für die deutsche Volswirtschaft systemrelevanten Unternehmen um.
"Abgasskandal" ist das Schlagwort, mit dem Politiker auf VW einprügeln. Milliardenstrafen werden in den USA dafür fällig. Weder der politische noch der mediale und erst recht nicht der finanzielle Aufschrei stehen in einem wie auch immer gearteten Schaden aus dem Sachverhalt. Offensichtlich wird, die Praxis war eine allgemeine. Aber weder in Japan noch bei GM zertrümmert Politiker deswegen ein Unternehmen. Das ist ein deutsches Alleinstellungsmerkmal. Die Hundertausenden Arbeitsplätze bei VW und in der Zulieferindustrie, die Steuereinnahmen die aus dem Unternehmenserfolg generiert werden, alles egal.

VW ist ein hervorragend aufgestelltes Unternehmen das noch jede Menge Chancen durch seine Struktur generieren kann. Die Produktpalette wurde selbst hier als "fein abgestimmt" bezeichnet. Elektromobilität ist nur dann ein Zukunftsmarkt, wenn die Energieerzeugung und flankierende Maßnahmen in die Struktur des ÖPNV bereit gestellt werden. Die USA erzeugen Ihren Strom billig mit Kernkraft und investieren zunehmend in die Öffentlichen. In Deutschland wird der Strom immer teurer und die Investitionen und der Wille in ÖPNV-Träger kranken. Flächendeckend werden Straßenbahnen kleingespart, Schienenwege sind seit Jahrzehnten Unterfinanziert, gekoppelte Angebote der unterschiedlichen Verkehrsunternehmen (in der Schweiz seit ewig Erfolgsgarant) nicht in Sicht. Selbst im grünen BaWü stagnieren die Bestellungen im Regionalen Schienenverkehr.
Politiker sollten ihre Hausaufgaben machen, bevor sie verbal auf VW einprügeln. Dann prosperieren die Unternehmen - und nur die sind die Basis unseres Wohlstandes.

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