Forum: Wirtschaft
VW soll Porsche übernehmen - eine gute Lösung?

Der Machtkampf scheint entschieden: Volkswagen soll mit knapp 50 Prozent bei Porsche einsteigen. Ein gutes Signal für die deutsche Autoindustrie?

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Karkur 20.07.2009, 17:49
390.

Zitat von MTCicero
Bei dem derzeitigen Kurs von 250 Euro je Aktie hat VW eine Marktkapitalisierung von 80 MRD. Zum Vergleich BMW: 18,5 MRD. Wenn die Autos von VW so schlecht sein sollten, wie Sie schreiben und nur von der Presse gepuscht würden, wäre VW in der Tat defizitär. Gerade der Umstand, dass die Porsche Eigner und ein Emir zu höheren Kursen und in großen Umfang eingestiegen sind bzw. einsteigen möchten als Sie es vorschlagen, zeigt aber, dass offenbar nicht alle Investoren Ihrer Auffassung sind.
Sehr geehrter Herr MTCicero!

Der Aktienwert von VW ist rein spekulativ begründet und weiterhin dadurch in die Höhe getrieben, indem maximal 5 bis 10% der Aktien aus Streubesitz am Markt frei handelbar sind. Ob der Emir von Katar zu diesen Preisen kauft, steht in den Sternen! Was die Piéchs und Porsches mit dem Verschiebebahnhof ihrer Aktien tun, hat mit deren Bewertung jedoch nichts mit deren realem Wert zu tun.

Die Gewinne, die VW in den beiden Rekordjahren gemacht hat, hat Toyota 2007/2008 in je einem Jahr erzielt!

Zur Qualität von VW gibt es genügend Wertungen international abrufbar! Über Mittelfeld sind die Produkte nur vereinzelt hinausgekommen! Auch wenn man meint "Premium" zu sein, muss das in der Realität erst mal bewiesen werden! Die Masse der Deutschen kauft Autos mit dem Bauch und nicht mit dem Kopf. Viele glauben ja auch noch ein "deutsches Auto" zu kaufen, wenn VW, Opel oder Ford dran steht, selbst wenn die "Wertschöpfung" oder Fertigungstiefe in Deutschland selbst nur noch bei ca. 30% liegt und die Unternehmen längst in internationalem Besitz sind. Auch das Märchen dt. Wertarbeit spukt in den Köpfen nach, selbst wenn die Karre im Jahr 6 bis 8 mal ausserplanmässig in die Werkstatt muss!

Ich kann auf sowas verzichten!

Mit freundlichen Grüssen

Abu Karim

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bluedanube 20.07.2009, 17:59
391. Porsche hat es nicht besser verdient

Zitat von sysop
Der Machtkampf scheint entschieden: Volkswagen soll mit knapp 50 Prozent bei Porsche einsteigen. Ein gutes Signal für die deutsche Autoindustrie?
Ein gutes Signal für die deutsche Autoindustrie ist das sicher nicht den der Dinosaurier wird noch größer, der Wettbewerb wird noch kleiner und immer noch größere Dinosauriere brechen über kurz oder lang aus diversen Gründen zusammen. Das haben wir ja gerade bei GM - dem bis vor kurzem größten Dinosaurier - erlebt. Auch VW wird mit seinem überheblichen Größenwahn den Weg von GM eines Tages gehen.

Andereseits hat es Porsche auch nicht besser verdient. Den wer seine Managementenergie gerade nicht auf die Kernbereiche Technologie und das eigene Unternehmen lenkt, sondern auf Börsenzocken und Größenwahn, der darf gut und gerne auch jederzeit verschwinden. Porsche war für mich früher immer ein mittelständisches Technologieunternehmen bis es vom Management zu einem Hedgefonds weit fern eines Mittelstandes konvertiert wurde. Für diese (aus meiner Sicht riesige Fehl-)"Leistung" durfte sich der "Manager" Wiedeking auch noch im marktradikalen Deutschland als "bester Manager Deutschlands" feiern lassen.

Schade ist es um die Entwicklungsabteilung von Porsche, den die wird sicher von VW unter dem großen Jubel der Analysten und Investementbanker der beteiligten Zocker-Banker eingespart um noch mehr Geld - das Geld für die Entwicklungsabteilung - an den Börsen verteilen zu können. Damit verschwinden wieder einige tausend gut bezahlte Ingenieursarbeitsplätze in Deutschland (bekanntlich das Land mit einem verlogenen "Fachkräftemangel") und wandern in Hartz IV oder in den Niedriglohnsektor. Allerdings wäre das auch beim Hedgefond Porsche aus gleichen Gründen passiert.

Also verschlechert sich die Situation so oder so, egal wie ....dank Wiedking, der sie herbeigeführt hat.

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Dr. Buchholz 20.07.2009, 18:11
392. Genial inszenierte Geschichte

Am Ende profitiert die Eigentümerfamilie Porsche-Piech und ihre treuen Vasallen Wiedeking, Hück und Co. Erst haben sie sich exorbitante Gewinne, in erster Linie aus "Finanztransaktionen", auszahlen lassen und damit das Vehikel, die Firma Porsche, finanziell ausgehöhlt. Dann lassen sie den ebenfalls von ihnen kontrollierten VW-Konzern dafür bezahlen (die Verluste plus den Veräußerungserlös der Porsche-Aktien), sprich die VW-Aktionäre inklusiv der Bürger von Niedersachsen. An dem (Kapital-)Verlust für VW dürfen sich dann noch die Scheichs beteiligen. Fällt ja nicht so auf bei dem grossen VW-Konzern und die Aktienkurse schwanken ja derzeit ohnehin ein wenig. Die Alteigentümer "retten" ein Grossteil ihres Vermögens und können dies dazu auch noch zukunftsträchtig in alternative Anlagen investieren. Der "integrierte" VW-Konzern (der im Prinzip Old Economy ist und ein Produkt herstellt, was seinen Lebenszyklus-Höhepunkt überschritten hat) muss dann zusehen, wie er mit der neuen Herausforderung klar kommt und wo sein Aktienkurs hingeht. Die Akteure halten sich wahrscheinlich für ganz besonders schlau in ihrer Arroganz und lachen sich ins Fäustchen, wie sie die Öffentlickeit an der Nase herumführen.

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frey41967 20.07.2009, 18:12
393. .......noch nicht gelutscht!

Zitat von stanis laus
Der Spiegel ist demontiert. Warum soll man weiter ein Nachrichtenmagazin lesen, das nur Gerüchte weitertratscht und jede journalistische Sorgfaltspflicht in einer Titelstory (!) vernachlässigt?
Das Spiel ist noch nicht gespielt! Der Drops noch nicht gelutscht.
Ich denke der Spiegel ist nicht demontiert, doch solche Gerüchte sind schon etwas fahrlässig!
Mich würde auch interessieren, wo jetzt die Meldung über Wiedekings Entlassung bleibt.

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freyr963 20.07.2009, 18:17
394.

"Um markige Worte ist Uwe Hück selten verlegen. In diesen Tagen aber poltert der Betriebsratschef des Sportwagenbauers Porsche besonders laut."

Ich freue mich normalerweise nicht wenn jmd gefeuert wird aber hehe ich glaube da hat grad jmd seine job verloren!

Ich gratuliere hiermit VW herzlichst, ich weis nicht ob Porsche als Teil von VW leiden wird, ich glaube eher nicht. SEAT musste nach der übernahme auch nicht leiden, geschweige denn Skode, beiden gehts besser als je zuvor. VW schluckt firmen beraut sie aber nicht ihres Names bzw. lässt sie als eigenständige Marken weiterleben, so wirds auch mit Porsche sein.

Aber ich freue mich zu sehn wie die Lage sich binnen weniger Monate gewendet hat. Porsche wollte VW kaufen und hab sich dafür hoch verschuldet und nun schluckt VW Porsche, besser gehts nicht!

"Zudem laufe die gesamte Produktion bei VW über Baukastensysteme, die standardisiert und wenig individuell seien. Und in diese Kette solle Porsche nun eingegliedert werden, sagt der Fachmann."

Ich glaube nicht dass VW so dumm ist! Klar wird Porsche teil von VW sein, aber VW weiss genau dass man keinen Porsche baut wie man einen Polo baut. Aber Porsche wird alle Vorteile von VW nutzen können, sei es innovative Technik, eine riesieges Händler Netzwerk ...

Ich hoffe VW wird als ersten Schritt alle Manager feuern, denn von diesen Halunken gibts bei VW sowieso bereits genügend :)

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m-pesch 20.07.2009, 18:24
395.

Zitat von freyr963
"Um markige Worte ist Uwe Hück selten verlegen. In diesen Tagen aber poltert der Betriebsratschef des Sportwagenbauers Porsche besonders laut." ... Ich hoffe VW wird als ersten Schritt alle Manager feuern, denn von diesen Halunken gibts bei VW sowieso bereits genügend :)

Warum sollte VW es anders machen als bei Lamborghini?
Dort werden auch nur noch emotionslose nüchtern gestylte Karren von der Stange verkauft.
Porsch wird es allerdings nicht so hart treffen weil die in ihrem eigenen Perfektionswahn auch schon lange keine Autos mit Ecken und Kanten mehr bauen.
Wer das will muß den Porsche erst mal für viel Geld zum Tuner bringen.

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wolfgang63 20.07.2009, 18:25
396. Wo liegt der Unterschied?

Hr. Wiedeking und Hr. Hück (!) wollten den VW-Konzern in einen neu zu gründenden Porsche-Konzern aufnehmen. Hr. Wiedeking hat sich dabei völlig verhoben. Porsche ist nach unterschiedlichen Aussagen mit 9, 10 oder 14 Milliarden Euro im Minus. Porsche ist im Grunde pleite. Soviel zum Spitzenmanager Wendelin Wiedeking.
Nun will Hr. Piech Porsche dadurch retten, dass er Porsche im VW-Konzern aufnimmt. Jetzt wettert Hr. Hück gegen die Zusammenfassung. 11.000 Arbeitsplätze seien in Gefahr. Ein Porsche würde aus Polo-Teilen zusammengebaut. Eine Zusammenarbeit von Porsche und VW sei ein Ding der Unmöglichkeit. Die Frage ist, warum Hr. Hück die Einwände nicht hatte, solange Porsche VW übernehmen wollte.
Antwort: Hr. Hück war bisher der Vize-Aufsichtsratsvorsitzende bei Porsche, auf Augenhöhe mit Wolfgang Porsche. In Zukunft wird Hr. Hück ein relativ kleines Licht im Konzern sein. Das schmerzt natürlich.
Hr. Wiedeking könnte doch Chef bei Porsche bleiben. Da könnte sich Porsche, bzw. VW die Abfindung sparen. Vielleicht wird deswegen die Kündigung dementiert.

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stanis laus 20.07.2009, 18:41
397. Der Rücktritt

Zitat von frey41967
Das Spiel ist noch nicht gespielt! Der Drops noch nicht gelutscht. Ich denke der Spiegel ist nicht demontiert, doch solche Gerüchte sind schon etwas fahrlässig! Mich würde auch interessieren, wo jetzt die Meldung über Wiedekings Entlassung bleibt.
Es war eine Falschmeldung.

Wiedeking ist im Amt und das Spiel geht weiter. Der Redakteur, der die Falschmeldung lancierte, fährt jetzt einen funkelnagelneuen Audi. Als Langzeittestwagen (10 Jahre) mit allen Betriebskosten. Er trägt keine Porsche-Uhrvon Piech, wie es ein Kollege von ihm (ein Fußballfan) es wissen wollte.

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Akuram 20.07.2009, 19:02
398. Nichts verstanden....

Zitat von freyr963
"Um markige Worte ist Uwe Hück selten verlegen. In diesen Tagen aber poltert der Betriebsratschef des Sportwagenbauers Porsche besonders laut." Ich freue mich normalerweise nicht wenn jmd gefeuert wird aber hehe ich glaube da hat grad jmd seine job verloren! Ich gratuliere hiermit VW herzlichst, ich weis nicht ob Porsche als Teil von VW leiden wird, ich glaube eher nicht. SEAT musste nach der übernahme auch nicht leiden, geschweige denn Skode, beiden gehts besser als je zuvor. VW schluckt firmen beraut sie aber nicht ihres Names bzw. lässt sie als eigenständige Marken weiterleben, so wirds auch mit Porsche sein. Aber ich freue mich zu sehn wie die Lage sich binnen weniger Monate gewendet hat. Porsche wollte VW kaufen und hab sich dafür hoch verschuldet und nun schluckt VW Porsche, besser gehts nicht! ...
Wer der Meinung ist, dass man SEAT oder gar Skoda mit Deutschlands Premium-Marke Nr.1 vergleichen kann, der sollte besser zu diesem Thema gar nichts sagen. Das zeugt nämlich von wenig Durchblick und Weitsicht.

Es war wirtschaftlich gesehen eine weiße Entscheidung, als man bei Porsche vor etwa 3 Jahren zu dem Schluß kam, dass man sich mit VW iwrtschaftlich deutlich stäreken könnte, sofern man sich geschickt anstellt und die Aktienvorkaufsrechte zu den kalkulierten Risiken und Preisen erwerben kann. Wäre da nicht die Wirtschaftskrise, die Porsche nun wirklich nicht selbst verschuldet hat, dazwischen gekommen, hätte dieses Unternehmen auch reibungslos geklappt und man hätte einen einen eigenständigen VW-Konzern, der in ein Konglomerat Porsche eingebunden ist. Ein von der Marktwirtschaftsperspektive geradezu geniale Idee und Vorhaben.

Leider ging das durch die Finanzkrise nun deutlich in die Hose, da Porsche sich die gesicherten Aktien auf einen Schlag nicht mehr leisten kann.

Allerdings braucht doch keiner glauben, auch kein hämischer Niedersachse oder VW-Mitarbeiter, dass eine Intergrierung von Porsche in den VW-Konzern für beide Firmen von Vorteil ist. Im Gegenteil!
Als bestes Beispiel wäre hier nur mal die Gewinnausschüttung von VW und Porsche betrachtet.

Während bei Porsche die Mitarbeiter beteiligt sind, ist dies bei VW nicht der Fall.Ganz davon abgesehen, dass Porsche mit einem Bruchteil an Aufwand und KOsten eine deutlich höheren Gewinn einfährt als VW, trotz deren 9 Marken. Eigentlich dachte ich immer, macht man BUsiness, weil man Geld verdienen will. Bei VW, die sich ja gerne als Sozialdienstleister verstanden wissen wollen, ist das in keinster Weise anders. Nur, dass man dort irgendwo in der riesigen Kette von Firmenverflechtungen den roten Faden verloren hat und dadurch einen Gewinn einfährt, der geradezu lächerlich ist, verglichen mit Porsche.
Das wirtschaftlich und Mitarbeitertechnisch bessere Modell ist daher offensichtlich Porsche und aus diesem Grunde braucht Herr Wulff mit seiner Goldenen Gans... ähh... Ausnahmeregelung VW-Gesetz auch gar nicht glauben, man müsse Visionären wie Wiedeking so dermaßen an den Karren fahren. Denn diser Mann hat offensichtlich auch gewisse Dinge nicht verstanden, weil ihm der Durchblick und die Weitsicht fehlt.

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idealist100 20.07.2009, 19:05
399. Der Fachmann spricht

Die Marke Porsche wird deutlichen Schaden nehmen", sagt etwa Autofachmann Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen.

Genauso wie die Marke Bentley, Bugatti, Lambogh., AUDI. Was die alles Wissen, die Hochschulfritzen, noch nie eine Auto gebaut aber Spezialisten. Die Lieferanten von Bauteilen und -gruppen sind identisch. Nur das bei Porsche mehr Fehler drinstecken, da keine automatisierte Fertigung.

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