Forum: Wirtschaft
VW soll Porsche übernehmen - eine gute Lösung?

Der Machtkampf scheint entschieden: Volkswagen soll mit knapp 50 Prozent bei Porsche einsteigen. Ein gutes Signal für die deutsche Autoindustrie?

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neutrale_position 20.07.2009, 19:48
400.

Lieber Herr Akuram,

das mit der Gewinnbeteiligung der Mitarbeiter stimmt so nicht wie Sie es dargestellt haben.
Sehen Sie sich bitte mal die Gewinnbeteiligung an, welche die Audi AG an Ihre beschäftigten ausschüttet, momentan ungefähr genauso hoch wie bei Porsche, übrigens Audi ist auch eine VW-Tochter und macht eigenständige Entwicklung (mit logischen Synergien) mit ca 7000 Beschäftigten allein in der technischen Entwicklung. Dasselbe wird mit Porsche geschehen, also braucht man sich um die Marke keine Sorge machen. Kein Mensch schreibt ja auch dass Ferrari ein Fiat sei, obwohl Konzerntochter.

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**Kiki** 20.07.2009, 19:57
401.

Zitat von sysop
Der Machtkampf scheint entschieden: Volkswagen soll mit knapp 50 Prozent bei Porsche einsteigen. Ein gutes Signal für die deutsche Autoindustrie?
Drei Tage später ist auf einmal alles wieder offen, wie es scheint. http://www.welt.de/wirtschaft/articl...vom-Tisch.html

Irgendwie erinnert mich das an die Opel-Übernahme durch Magna, die angeblich auch schon sicher gewesen sei, und auf einmal saßen sie dann doch wieder am Verhandlungstisch, und das Theater ging von vorne los.

Der Spiegel Online ist in letzter Zeit bemerkenswert oft vorschnell, aber in dem komplizierten Fall VW/Porsche habe ich außerdem den Eindruck, daß sämtliche Meldungen, die durch nichts belegt sind außer dem Hinweis "nach Spiegel-Inormationen" vielleicht das, was sie beschreiben, erst bewirken sollten. Einen Schubs in die richtige Richtung geben sozusagen.

So ein bißchen habe ich aber außerdem den Verdacht, daß die Gegenseite jetzt die "Welt" zur Verbreitung der Gegenpropaganda engagiert hat. Dort heißt es jetzt:

Zitat von
Als sicher gilt, dass Porsche-Chef Wendelin Wiedeking am Donnerstag auf Druck von VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch seinen Sitz im Präsidium des Kontrollgremiums der Wolfsburger verlieren wird. In den vergangenen Tagen waren mehrfach Gerüchte in Umlauf gebracht worden, wonach Wiedeking in Kürze ganz abgesetzt wird.
Schalten Sie also auch morgen wieder ein bei Spiegel-Online, die letzte Folge dieser Seifenoper scheint noch in weiter Ferne zu liegen.

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cwnue 20.07.2009, 20:00
402. VW oder Pleite

...wenn sie nicht zu VW wollen - lasst sie Konkurs anmelden!

Danach wird vieles billiger!

cwnue

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lynx2 20.07.2009, 20:03
403. Duddy der 'Experte'

Zitat von idealist100
Die Marke Porsche wird deutlichen Schaden nehmen", sagt etwa Autofachmann Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen. Genauso wie die Marke Bentley, Bugatti, Lambogh., AUDI. Was die alles Wissen, die Hochschulfritzen, noch nie eine Auto gebaut aber Spezialisten. Die Lieferanten von Bauteilen und -gruppen sind identisch. Nur das bei Porsche mehr Fehler drinstecken, da keine automatisierte Fertigung.
Er kann nicht in Szenarien denken.

Es gibt nämlich mehr Beispiele einer erfolgreichen Markenintegration (RR z.B. der BMW-Motoren hat, Bentley mit einer bei VW gestanzten Karosse und einem VW-Audi-Motor, was keinen dieser Fahrer kratzt, u. natürlich Audi selbst)
als einer fehlgeschlagenen (SAAB, Volvo).

Porsche hat so einen Mythos und ist so eine Ikone, daß ich mit nciht vorstellen kann, daß es ihm so geht wie SAAB bei GM)

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MTCicero 20.07.2009, 20:13
404.

Zitat von Karkur
Sehr geehrter Herr MTCicero! Der Aktienwert von VW ist rein spekulativ begründet und weiterhin dadurch in die Höhe getrieben, indem maximal 5 bis 10% der Aktien aus Streubesitz am Markt frei handelbar sind. Ob der Emir von Katar zu diesen Preisen kauft, steht in den Sternen! Was die Piéchs und Porsches mit dem Verschiebebahnhof ihrer Aktien tun, hat mit deren Bewertung jedoch nichts mit deren realem Wert zu tun. Die Gewinne, die VW in den beiden Rekordjahren gemacht hat, hat Toyota 2007/2008 in je einem Jahr erzielt!
Der Wert eines Unternehmens wird nicht durch den Wert der Aktien determiniert, sondern von seiner Fähigkeit, künftig Gewinne zu erwirtschaften. Der Aktienkurs schwankt, wenn nicht wie in diesem Fall die von Ihnen genannten Sonderfaktoren vorliegen, um diesen fundamentalen Wert.

Richtig ist, dass VW in den vergangenen Jahrzehnten eher magere Gewinne erwirtschaftet hat, jedoch im Gegenzug den Betriebsrat mit einem der abwechslungsreichsten Unterhaltungs- und Reiseprogramme der dt. Wirtschaft beglückte.

Dank der Mehrmarkenstrategie, der erfolgreichen Entwicklung von Audi und zahlreicher Kostensenkungsprogramme (von Lopez bis last but not least von Wolfgang Bernhard) hat sich allerdings gerade in den letzten Jahren die Situation verbessert.

Toyota ist natürlich für VW die Benchmark schlechthin, sowohl hinsichtlich der Profitabilität, aber auch der Qualität. Wenn Sie VW anstatt mit dem Klassenprimus Toyota mit den amerikanischen oder übrigen europäischen Autobauern vergleichen würden, dann stünde es nicht mehr so schlecht da.

Weder der Emir noch die Porscheeigentümer würden so massiv in ein Unternehmen wie VW einsteigen, wenn sie sich davon keine günstige Entwicklung versprächen.

In einem der früheren Beiträge habe ich ja bereits dargelegt, dass der Emir vermutlich zu den Basispreisen von Porsches VW-Calloptionen einsteigt, die im Bereich 100-120 Euro je Aktie angesiedelt werden dürften und verlangt bzw. gibt je nach Preis und seiner Zahlungsbereitschaft eine Kompensation in Form eines Abschlags oder Zuschlags an den Eigentümer Porsche. Aus heutiger Sicht dürfte angesichts der Absatzkrise der faire Wert bei 70-100 Euro je Aktie liegen. Man müsste schon mehr über die diesjährige und die prognostizierte Entwicklung wissen, um Genaueres zu sagen. Der Emir darf aber bestimmt mal in die Bücher reinspitzen, um sich ein besseres Bild zu machen.

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aurel 1 20.07.2009, 20:29
405. Weisheiten vom selbsternannten Autopapst

Wieder einmal hat es Herr Dudenhöfer in die großen Medien unserer Republik geschafft. Ob Partikelfilter, Abwrackprämie oder Porsche-Übernahme, Herr Dudenhöfer scheint dort überall zum gern zitiertem Experten zu gehören.
Zwar stimmt es durchaus, dass der VW Konzern aufgrund seiner schieren Größe einen signifikanten Einfluss auf die bisherigen Abläufe bei Porsche hat. Aber gleichzeitig den Untergang der markenspezifischen Eigenschaften zu prophezeien halte ich doch für sehr apokalyptisch und zeugt von nur mäßiger fachlicher Tiefe in diesem Bereich.
Die Integration von Marken mit hohen Markenbindungseigenschaften hat bei Bentley und Lamborghini absolut erfolgreich funktioniert. Schon heute ist die Zusammenarbeit zwischen Porsche und VW deutlich größer als nur in der SUV Sparte. Fakt ist doch, dass der Kunde ein ehrliches, technisch ausgereiftes Produkt erwirbt, dessen Eigenschaften der Marke entsprechen. Ich denke, dass der VW Konzern über die ausreichende Erfahrung und Kompetenz verfügt, um der Marke Porsche die notwendige Souveränität zu gewähren den Mythos Porsche weiterhin zu erhalten.

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Mocs 20.07.2009, 20:30
406. Prädestiniert

Dann gibt es vielleicht endlich mal eine Anhängerkupplung für den 911er - dieses Fahrzeug ist leistungs- und bremsenmäßig geradezu prädestiniert dazu einen Hänger zu ziehen.

Aber Porsche hat die Kupplung nicht im Portfolio.

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Reimund Berger 20.07.2009, 20:30
407.

Zitat von **Kiki**
Schalten Sie also auch morgen wieder ein bei Spiegel-Online, die letzte Folge dieser Seifenoper scheint noch in weiter Ferne zu liegen.
"Seifenoper" passt wirklich sehr gut, nicht nur zu den geplatzten Porsche-Träumen! Dieser PUSTEFIX-KAPITALISMUS mit seinen zuerst bunt schillernden, dann hässlich schlierenden und schließlich traurig platzenden Seifenblasen ist schon faszinierend. Auch wenn man am Ende wie begossene Pudel dasteht und sich die Augen reibt. Hauptsache, es hat auch Spaß gemacht!

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Schelm-77 20.07.2009, 20:31
408.

Zitat von Akuram
Wer der Meinung ist, dass man SEAT oder gar Skoda mit Deutschlands Premium-Marke Nr.1 vergleichen kann, der sollte besser zu diesem Thema gar nichts sagen. Das zeugt nämlich von wenig Durchblick und Weitsicht. ... Nur, dass man dort irgendwo in der riesigen Kette von Firmenverflechtungen den roten Faden verloren hat und dadurch einen Gewinn einfährt, der geradezu lächerlich ist, verglichen mit Porsche. Das wirtschaftlich und Mitarbeitertechnisch bessere Modell ist daher offensichtlich Porsche und aus diesem Grunde braucht Herr Wulff mit seiner Goldenen Gans... ähh... Ausnahmeregelung VW-Gesetz auch gar nicht glauben, man müsse Visionären wie Wiedeking so dermaßen an den Karren fahren. Denn diser Mann hat offensichtlich auch gewisse Dinge nicht verstanden, weil ihm der Durchblick und die Weitsicht fehlt.
Audi versteht sich auch als Premium Marke und fährt sehr gut mit den Bodengruppen der Volumenmodelle aus dem VW Konzern.
Bei Porsche wird es damit auch keinerlei Probleme geben, die Fahrwerksabstimmung wird die Porsche typischen Qualitäten besitzen.
Diese Strategie wird sich ositiv auf den Gewinn auswirken weil die Fahrzeuge sehr viel günstiger produziert werden können.
Herr Piech hat schließlich in einem etwas länger zurückliegenden Interview einmal folgendes gesagt:

"...nirgendwo steht geschrieben, dass man billig produzierte Autos nicht teuer verkaufen darf..."

Es scheint den meisten Porsche Fans und Fahrern hier im Forum weniger um die die Fahreigenschaften zu gehen.
Das Schreckgespenst ein Auto aus dem VW Konzern zu steuern und ein eventueller Imageverluste bereiten vielen schlaflose Nächte.

Häufig können ein paar Stunden bei einem guter Psychologe rasche Linderung bringen oder der Erwerb eines noch selteneren Aston Martin.

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R Panning 20.07.2009, 20:32
409.

Zitat von **Kiki**
Drei Tage später ist auf einmal alles wieder offen, wie es scheint. Schalten Sie also auch morgen wieder ein bei Spiegel-Online, die letzte Folge dieser Seifenoper scheint noch in weiter Ferne zu liegen.
Kein schlechter Gedanke. Die Übernahmeschlachten und das "verzweifelte" Ringen einiger prominenter Unternehmen in der "größten Wirtschaftskriese ever" als Spiele für das Volk.

Ich habe mich ohnehin gefragt, wie bescheuert die Eigner einiger dieser Unternehmen sein müssen. Ganz besonders bei Porsche VW ist mir nicht klar, wie es zu so einem Murks kommen konnte. Was machen die da? 2-3 Leute denen ein großteil des Ladens gehört, welche dann beim Golf gewettet haben, daß sie einander gegenseitig übernehmen können?

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