Forum: Wirtschaft
VW und Toyota gegen Google und Apple: Zögerlich eingelenkt
DPA

Volkswagen und Toyota haben lange gezaudert, nun kaufen sie sich bei Online-Fahrvermittlern ein. Google und Apple zwingen sie zum Handeln - und werden zur gefährlichen Konkurrenz der Autokonzerne.

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dominik_augsburg 26.05.2016, 05:28
20.

Tradtitionelle Autohersteller muessen schnellstens lernen, dass die Zeit fuer ein neuses Geschaeftsmodell gekommen ist. Fuer die meisten Menschen macht es finanziell keinen Sinn, ein oder gar zwei Autos zu besitzten. Auch wenn ich taeglich mit dem Auto zur Arbeit pendele, steht mein Auto 80-90% der Zeit ungenutzt herum.
Daher sehe ich autonomes Fahren lediglich als ein meogliches Komfort-Feature, das in naher Zukunft in vielen Autos Standard sein koennte. Vielmehr geht es darum, "ganzheitliche Mobilitaetsloesungen" zu entwickeln. Firmen werden hierfuer die folgenden Fragen beantworten muessen:
- Wie komme ich zur Arbeit und zurueck?
- Womit verichte ich meine Einkaufsfahrten und andere Erledigungen?
- Welche Art von Mobilitaet ermoeglicht es mir meine Freizeitaktivitaeten zu verfolgen?

Ein Auto zu besizten, scheint nicht mehr die alleinige Loesung zu sein. Vielleicht werden wir in einem autonomen, elektrischen Auto zur Arbeit pendeln, welches als Service angeboten werden wird. Vielleicht nutzen wir Car-Sharing Angebote, wenn zusaetzlicher Mobilitaetsbedarf besteht. Und vielleicht werden wir auch weiterhin ein Cabrio in der Garage stehen haben, einfach nur weil es schoen ist eines zu besizten.

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bernd.stromberg 26.05.2016, 06:47
21.

Zitat von ray8
300 Mio € zahlt VW, um hier mal dabei zu sein. Für einen Fahrvermittler, der in ganzen 60 Städten aktiv ist. (...) Es sind Marketing-Gags und Geld-Vernichtungs-Maschinen. Hinzu kommt, daß in Deutschland ca 80% der Menschen ländlich wohnen - kein Bedarf!
300 Mio. sind selbst für VW in der aktuellen Situation eher Peanuts und in Anbetracht des Gesamtetat eine geringe Summe, die man immerhin bei Verlusten abschreiben kann. Auch wenn ich selbst auch denke, dass dieser Uber-Konkurrent sich kaum durchsetzen wird.


Bei Ihrer Recherche zur Landbevölkerung haben Sie sich wohl verlesen - tatsächlich sind es umgekehrt seit Jahrzehnten bereits über >70% Stadtbevölkerung in Deutschland. Ich helfe Ihnen da gerne mit einer offiziellen Quelle:
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/152879/umfrage/in-staedten-lebende-bevoelkerung-in-deutschland-und-weltweit/

Achja, und selbst wenn man kleinere Städte ausklammert - allein Berlin + München + Hamburg kommen zusammen schon auf etwa 7 Mio. Einwohner.
Wenn man jetzt noch Stuttgart, Frankfurt, Leipzig, Dresden, Köln etc. dazuzählt, kommt man auf weit über 10 Mio. Natürlich ist das ein Markt - gerade dort hapert es an der typischen Käuferschicht für Autos und immer weniger Menschen besitzen eins.
Gleichzeitig weiß ich zumindest aus Hamburg, dass Car2Go, DriveNow und Co. genutzt werden wie verrückt.

Die Autoindustrie muss sich etwas ausdenken, um die fehlende Käuferschicht in diesen Generationen und Schichten der besagten Großstädte mitzunehmen.

Und selbst wenn es, wie Sie schreiben, ein Marketing-Gag wäre, muss das keine Geldvernichtungsmaschine sein.

Mal so als Vergleich: VW hat allein ein Marketingbudget weltweit von über 3 Milliarden US-Dollar.
Siehe: http://www.statista.com/statistics/286537/volkswagen-advertising-spending-worldwide/

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gigi76 26.05.2016, 07:10
22. unvermeidbar

Konzerne wie VW oder Toyoto werden zerfallen. Es droht die Transformation zum Foxcon der Autoproduktion. Schon jetzt ist ein eigenes Auto in einer Stadt vollkommen substituierbar.

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akkarin 26.05.2016, 07:38
23. Eigentliches Thema

Ich mache es mal etwas plakativ, wenn ich sage, wir sind einfach zu selbstgefällig geworden, denn erst 2014 wurde (SPON 15.11.2014) wurde die Mitteilung publiziert, daß die einzige deutsche Batterizellenfabrik geschlossen wird. Und diese Erfahrung mache ich in anderen Industrien auch. Nur so nebenbei: ich fuhr gerne Auto, und heute muß ich Auto fahren.
Oder anders ausgedrückt:die Rahmenbedingungen für den Verkehr haben sich in den letzten Jahrzehnten gewaltig verändert, vor allem auch durch die Ausrichtung auf Auto bzw. LKW. Schön sichtbar an den riesigen Hallen allen entlang der Autobahnen.
Für mich persönlich ist die ganze Diskussion Vernetztes Auto oder Elektroauto nichts anderes als der Ausdruck einer festgefahrenen Struktur, welche keine zukunftsorientierten Lösungen mehr erarbeitet.
Denn es bleiben weiterhin Autos mehr oder weniger alter Art, und ein vollständiges System selbstfahrender Autos wird zwar noch dauern, wird aber die heutige Automobilindustrie sehr verändern, denn dann wird das Geld mit Steuerung des Verkehr und dem Transport verdient, und nicht mit den Autos selber.
Wobei es noch lange nicht ausgemacht ist, daß diese Systeme flächendeckend auch zum Einsatz kommen. Und dann haben wir Abgrenzungen mehr.
Daher fehlen mir in der ganzen Diskussion andere Themen, hier zwei davon:
In den Städten kann von entspanntem Autoverkehr vor allem morgens und nachmittags schon lange keine Rede mehr sein. (Schönes Beispiel Stuttgart). Würden Unternehmen etwas ausserhalb von Zentren gute Verkehrsanbindungen für Mitarbeiter haben, dann würde sich so manche Landflucht umkehren. Sichtbar an den Ergebnissen der KVV Karlsruhe.
- Innerhalb von Produktionen werden die Waren nach allerneuesten Methoden und mit allerneuesten Werkzeugen bewegt, um dann via „handgesteuertem“ LKW zum Zielort gebracht zu werden, wo nicht selten wieder modernste Mittel eingesetzt werden. Und gleichzeitig werden noch (was zu betonen ist) vorhandene Gleisanschlüsse entfernt, obwohl schienengebundene Abfertigung deutlich einfacher und billiger sein kann, nicht zuletzt, weil die Waggons direkter in die Werke gefahren werden können, und weniger Fläche benötigt wird.
Die deutsche Industrie könnte mit unseren Möglichkeiten Gesamt-Mobilitätssysteme entwickeln, die nur auf den ersten Blick alt aussehen, in Wirklichkeit aber für Grossstädte weltweit Lösungen anbieten würde, die unsere Industrie für lange Zeit auslasten würde.
Allerdings muß das auch gewollt sein. Da bin ich aber sehr skeptisch, siehe Umgang mit den Softwaremanupulationen der Abgassteuerungen.
Genug gejammert, ich für mich habe den Kauf eines neuen Autos bis auf weiteres hintenan gestellt, benutze Bahn, Mietwagen und Taxi, und investiere das übriggebliebene Geld in andere Technologien

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mi_schueler 26.05.2016, 07:59
24. IT im Auto

Die heutige IT im Auto zeugt vom gestrigen Denken der Autobauer. Rückfahrkameras die erst dann aktiv sind, wenn ich nach dem Start des Autos bereits ausgeparkt habe, weil sie so lange zum Start brauchen. Unterirdische Benutzerführungen, die sich selbst bei Autotypen vom selben Autohersteller unterscheiden. Selbst simpelste Navigationssysteme nur gegen happigen Aufpreis und dann schlechter als wenn ich mir für 100 € ein mobiles Navi an der Strassenecke kaufe. Die Softwareergonieabteilungen scheinen bei 200.000 Mann Unternehmen praktisch nicht existent. Wie wollen solche Konzerne, die nicht mal einfachste Software benutzerfreundlich gestalten können, den "schnellen" Unternehmen wie Google oder Apple langfristig Konkurrenz machen?
Da ruhen sich die Autobauer lieber auf den Geldsäcken aus, die sie mit ihren veralteten Schleudern in China NOCH verdienen.

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silverhair 26.05.2016, 08:00
25. Na vielleich eher die falsche Sicht auf sich selber..

Die ganze IT wird total überschätzt? Na ja, 1990 war IBM noch überzeugt das eine Handvoll von Grosscomputern für die ganze Welt ausreichen würde, inzwischen gibts kein Unternehmen mehr was ohne diese Mrd von Computer Systemen auskommt.
Und die Industrielle Arbeit ? Mhh, das sind inzwischen auch nur noch Maschinen und Computer .. der Mensch ist grad mal Hilfsarbeiter und wird in den nächsten 20 Jahren seinem Ablöser da zuschauen, weil dieser einfach der geeignetere sein wird!

Ich wäre mehr als vorsichtig mit diesem "total überschätzt" .. eher wird der Mensch inzwischen total überschätzt in seiner Notwendigkeit in der modernen Welt .. was sich klar inzwischen in der weltweit immer weiter zunehmenden Arbeitslosigkeit äussert!

Es geht wohl eher nicht darum ob sie morgen einparken können , eher darum, ob Sie morgen überhaupt noch Einnahmen haben, um ihre Garage und Haus aufrecht erhalten zu können!

Stellen sie sich einfach vor . keiner braucht mehr IHR Geld, und keiner mehr IHRE Anwesenheit .. dann wirds eng mit dem Parken ..

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schlauchschelle 26.05.2016, 09:08
26. Differenzierung

Dass autonomes Fahren in der mittelfristigen Zukunft eine große Rolle spielen wird, ist unbestritten. Gerade in überfüllten Ballungsräumen wird autonomes Fahren kommen, gepaart mit autonomer Warenlieferung. Denn in den Metropolen der Zukunft wird kein Platz für größere Läden und privat-PKW sein. Auf dem platten Land siehr es dagegen anders aus. Wer in einem 300 Seelen-Dorf lebt wird auch in 20 Jahren noch den eigenen PKW besitzen. Auch wird es immer Menschen geben, denen der Besitz und das Selbstfahren eines PKW viel Freiheit und Individualismus bedeutet, auch wenn der PKW als Statussymbol viel verloren hat, die Jugend hat u.a. Smartphones, Bikes und Kleidung hierfür. Ich denke, es wird sich ein Mittelweg aus autonomen Fahren und individueller Fahrerei ergeben, je nach Situation. Wir sollten gelassen an diese Themen herangehen und nicht krampfhaft auf der Gier nach Umsatz und Rendite allen möglichen Trends nachrennen, welche sich dann als Sackgasse entpuppen :) Btw: Wenn ich mir ein autonomes Taxi bestelle und mich dieses ohne mein Wollen während der Fahrt an irgendwelchen Shops vorbei bringt, welche evtl für mich interessant sind, statt einfach nur ans Ziel zu gelangen, ist die Fahrt schneller zu Ende als dem Anbieter lieb ist. Ich wähle selbst aus, wohin ich will und brauche niemanden, der für mich entscheidet, was gut für mich sein könnte. Diese gesteuerte Werbung im Inet nervt mich da schon völlig :/

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marcaurel1957 26.05.2016, 09:10
27.

Zitat von talercolor
Jeder halbwegs aufmerksame Tech-Leser konnte schon vor Jahren voraussagen, dass autonome fahrende Autos, CarSharing und ganzheitliche Mobilitätslösungen die Zukunft sind. Warum nur nicht die grandios bezahlten Manager der Autokonzerne? Es fehlen .....
Ich glaube, dass die "alten Säcke" in den Vorstandsetagen sehr genau wissen, was zu tun ist.

In jedem Fall ist es Unfug, auf jeden Hype, der -vielleicht - in einigen Dekaden ein Geschäftsfeld darstellt aufzuspringen.

Man kann ja gern etwas forschen, aber gegenwärtig wird das Geld mit ganz normalen Autos verdient.....das Geld verbrennen ist hingegen Teslas Aufgabe!

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marcaurel1957 26.05.2016, 09:14
28.

Zitat von krl133
Da muss ich Ihnen leider beipflichten! Siehe Siemens Handysparte, siehe Transrapid, siehe siehe, durch Seilschaften nach oben gekommene geleckte Manager, die zwar was in der Birne haben, aber etwas eklatantes fehlt. Nämlich ein Mangel an Gier und Kreativität und Visionen im Sinne völlig neuer Wege. Für mich dürften nur Manager eingestellt oder aufgezogen werden, die selbst ein StartUp erfolgreich großgezogen haben. Damit diese wissen, wie wichtig alle Positionen im Unternehmen sind. Es ist bezeichnend, dass ein Samwerbruder eine Dissertation über exact diese StartUpKultur geschrieben hat und exact dieses hier anwendet. Innovative Unternehmen finden hier sei#ltens Geld. Das ist Hauptproblem, man will unbedingt gleich prosperieren, statt einfach mal zu riskieren Geld in den Sand zu setzen. Aber bei den vermeintlichen sicheren Wegen, gibt es eben auch Unwägbarkeiten aber weitaus weniger Chancen. Deutschland ist ein einziges Monokulturland geworden. Außer Autos nichts!
Haben Sie schon mal etwas vom Maschinenbau gehört? Kein Land der Welt baut mehr und bessere Einheiten als Deutschland.....in allen Bereichen....was ist mit der Chemie?

Insgesamt istdieses Land sehr gut aufgestellt und bietet Weltmarktführer in allen Bereichen.....

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kradist 26.05.2016, 09:33
29. Gab es schonmal

In den 60er und 70er Jahren, wurden die westlichen Autobauer von den Japanern überrascht, die moderne Fertigungsmethoden und hohe Qualität bei niedrigem Preis anboten.

Viele englische und deutsche Marken wurden verkauft, oder gingen Pleite, besonders Motorradhersteller.

Man sollte dem Kunden deutlich machen, dass die selbstfahrenden Autos, auch wenn diese günstiger sind, reine Datenschleudern werden und sich das irgendwann für den Nutzer als Problem darstellt.

Die Technik wird auch in Deutschland entwickelt. Das autonome Fahren ist auch eine Frage der Sensoren, nicht nur der Software. Wenn man nun weiter am E-PKW und deren Akkus forscht, könnte Deutschland in ein paar Jahren gut dastehen.

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