Forum: Wirtschaft
Wachsende Konjunkturrisiken: Weidmann betont Hilflosigkeit bei Abschwung
DPA

Der Chef der Bundesbank hat die Regierung laut "Handelsblatt" vor einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage gewarnt. Europas Zentralbank könne im nächsten Abschwung kaum reagieren.

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Darwins Affe 15.07.2018, 18:14
20. Sonntagsmärchen

Zitat von Athlonpower
Wieder mal zum Erinnerrn, als "Gegenfinanzierung" zur Agenda 2010 wurden Reiche, Superreiche und Unternehmen von Rotz/Grün 2003 mit Steuer- und Abgabensenkungen in Höhe von ca. 70 Mrd Euro pro Jahr beschenkt, die Hälfte wurde dann von der Großen Koalition 2005 über die 3%ige Mwst.anhebung von den kleinen Leute wieder reingeholt, Umverteilung von Unten nach Oben in seiner reinsten Form und die Sozn wieder mittendrin, statt nur dabei. Nach heutigem Stand wären eswenigstens ca. 100 Mrd Euro, die der Staat, also auch die Kommunen mehr einnehmen würde, wenn man nur diese Steuer- und Abgabengeschenke aus 2003 wieder rückgängig machen würde, übrigens hat man ja auch vor 2003 in den Fußgängerzonen ganz selten Millionäre und Milliardäre mit dem Hut in der Hand stehen sehen:-) Ist mir nicht bekannt, daß ein Herr Maschmeyer, eine Frau Quandt, eine Frau von Klatten und andere dort mal gesehen wurden, geschweige denn an einer Tafel anstehend, aber die gab es ja damals so gut wie nirgends im Gut-und-Gerne-Land, die gibt es erst, seit dem es den Reichen so gut geht wie noch nie, zu Lasten des gemeinen Volkes und vor allem der Kleinverdiener, für die oft am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig ist, von der beginnenden Katastrophe der Altersarmut trotz jahrzehntelanger Renteneinzahlung gar nicht erst zu reden.
1) Wenn man deutsche Unternehmer maximal besteuert, ziehen die Firmen ins Ausland oder werden von amerikanischen bzw. chinesischen Heuschrecken geschluckt – die sie zerlegen.
2) Herr Weidmann ging`s übrigens nicht um deutsche Schulden, sondern um das finanzielle Gebaren der Club-Med-Staaten und der von ihnen dominierten EZB. Aber im Euro heisst`s halt: Mitgegangen, Mitgefangen.
3) Nebenbei: Vielleicht würde Deutschland eine ordentliche Rezession gar nicht so sehr schaden. Vielleicht würdet ihr dann die Interessen der Bevölkerung in den Vordergrund stellen, statt von Weltenrettung zu faseln.

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stefan.p1 15.07.2018, 18:23
21. Null-Zins Politik

Genau vor dieser Gefahr wird seit Einführung der Null-Zins-Politik Draghis gewarnt! Der nächste Schritt wird
dann wohl der sein , das wir Zinsen für unsere Sparguthaben auf der Bank zahlen müssen.
So schaft man sich Euro-Feinde.

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quark2@mailinator.com 15.07.2018, 18:30
22.

Also die EU ist, pro Kopf gesehen, eine der stärksten Wirtschaftszonen der Erde, zumindest, wenn man kleine Ausreißer wie etwa Singapur mal nicht mitrechnet. Wie kann es also sein, daß einerseits der private Besitz in Summe wesentlich höher ist als die Summe der Staatsschulden, andererseits aber Staaten und EZB am Rande des Angrunds entlang zu taumeln scheinen ? Und das bei leistungs- und konkurenzfähiger Wirtschaft, guter Infrastruktur, etc. ? Sorry, aber für mich bedeutet das, daß die Staaten der EU, über alle gerechnet, sich nicht genug Steuergelder nehmen. Dieses Aushungern der Staaten, bis sie sich nicht mehr genug Polizei, Lehrer, etc. leisten können und finanzielle Probleme bekommen, ist aus meiner Sicht ein Kardinalfehler.

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merkel123 15.07.2018, 18:32
23. Replik:

- Die EZB Bilanz zeigt nicht mehr als ein EU internes Leistungsungleichgewicht. Man könnte es mit dem Ungleichgewicht zwischen Bayern und Berlin vergleichen.

--Ja, das Geld fehlt dann in Bayern und die Waren sind in Berlin, finden auch nicht alle gut.
Auf EU-Ebene sind die Waren in GR, Buba zahlt den Lieferanten in D aus und bekommt eine Gutschrift bei der EZB = Forderung zu Lasten der EZB.


- Es ist nicht die EZB, die die Anleihen kauft und hält. Es sind die nationalen Zentralbanken, die das auf Anweisung der EZB getan haben. Das Risiko bleibt bei den nationalen Zentralbanken.

-- Macht die Sache aus Risikogesichtspunkten nicht besser.


- Das ist übrigens auch die Hauptursache der Schieflage in den Leistungsbilanzen. zB wenn die italienische Zentralbank italienische Anleihen von einer britischen Bank in Frankfurt kauft, dann geht das voll aufs Target2 Saldo Deutschlands. Neben der Kapitalflucht aus Griechenland zB, wo die Schwellköpfe vor dem griechischen Fiskus ihre Millionen in Sicherheit bringen, indem sie Immobilien in Berlin kaufen. Der Waren und Dienstleistungsverkehr spielt eine Rolle bei Target2 aber mit einigem Abstand.


-- Wage ich zu bezweifeln, Zitat Wikipedia:In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union wurden aus Deutschland im Jahr 2014 Waren im Wert von 657,3 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 599,9 Milliarden Euro von dort bezogen...
Das nur 20 Jahre lang, zB. ab 1998 gerechnet, dann haben Sie die Billion.

- Da ist nichts einzufordern. All das Geld ist längst überwiesen. Was bei einem Zerfall des Euro passieren würde, wäre eine Aufwertung der NeoMark, aber nur wenn man das allgemeine Chaos ausblendet, das dann folgen würde.

--Sorry, die Buba hat - aus dem o.a. Beispielsfall - ein Guthaben bei der EZB und die griech. Zentralbank ein Negativ-Saldo, welches nie ausgegelichen werden kann.
Mit einer aufgewerteten Mark wird die BRD gut leben koennen, die abgewerteten Neo-Liras, Drachmen, Pesetas, Francs machen die entsprechenden Laender wieder konkurrenzfaehig und helfen damit, die Ungleichgewichte abzubauen. Chaos sehe ich nicht, unverantwortlich waere, sich in eine solch alternativ- und damit ausweglose manoevriert zu haben.

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willibaldus 15.07.2018, 18:32
24.

Zitat von stefan.p1
Genau vor dieser Gefahr wird seit Einführung der Null-Zins-Politik Draghis gewarnt! Der nächste Schritt wird dann wohl der sein , das wir Zinsen für unsere Sparguthaben auf der Bank zahlen müssen. So schaft man sich Euro-Feinde.
Die EZB hat keine andere Wahl als die Null Zins Politik. Es ist ihre zentrale Aufgabe die Inflation bei ca 2% zu halten. Ohne dies und ohne die Anleihenkäufe wäre es zu einer desaströsen Deflation gekommen.
Ich sehe einen ersten Zinsschritt nicht vor Mitte 2019.

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willibaldus 15.07.2018, 18:35
25.

Zitat von Darwins Affe
1) Wenn man deutsche Unternehmer maximal besteuert, ziehen die Firmen ins Ausland oder werden von amerikanischen bzw. chinesischen Heuschrecken geschluckt – die sie zerlegen. 2) Herr Weidmann ging`s übrigens nicht um deutsche Schulden, sondern um das finanzielle Gebaren der Club-Med-Staaten und der von ihnen dominierten EZB. Aber im Euro heisst`s halt: Mitgegangen, Mitgefangen. 3) Nebenbei: Vielleicht würde Deutschland eine ordentliche Rezession gar nicht so sehr schaden. Vielleicht würdet ihr dann die Interessen der Bevölkerung in den Vordergrund stellen, statt von Weltenrettung zu faseln.
Punkt 1 würde ich unterschreiben.
Mit Weidmann hätten wir eine richtige Rezession bekommen. Ich danke Gott für den Draghi. Aus tiefstem Herzen.
Ich wette, wenn wir eine echte Rezession bekämen, würden Ihnen die Ergebnisse nicht gefallen.

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carahyba 15.07.2018, 18:51
26. Weidmann ...

Zitat von willibaldus
Er hat recht. Bei einer Krise hat die EZB keine Munition mehr und die EU Staaten müssen mehr ausgeben bzw Schulden machen. DAs letztere ist normale antizyklische Politik. Immerhin sinkt die Verschuldung der EU Staaten seit JAhren wieder, wenn auch weit von den Werten von 2007 entfernt. ...
Weidmann war immer der Meinung, dass die Fiskalpolitik nicht zur Lenkung der Ökonomie taugt, deshalb sich rauszuhalten hat. Die letzten Male als Fr. Merkel von der Fiskalpolitik gebraucht machte, Abwrackprämie und Verlängerung des Kurzarbeitergeldes, widersparch Weidmann laut und bekam"was aufs Maul".

Mich wundert diese Kehrtwende des Herrn Weidman, der antzyklische Politik, wegen Keynes, immer als verwerflich bezeichnete.
Weidmann war bis jetzt ein strammer Marktvertreter, der überzeugt war, dass Marktverwerfungen durch Marktmechanismen reguliert werden müssten.
Welch wundersame Bekehrung.

Die Konjunkturabkühlung war schon seit geraumer Zeit vorhersehbar, antizyklische Massnahmen hätten vor einem Jahr eingeleitet werden müssen.
Die Neoliberalen, zu denen ich Weidmann bisher gezählt habe, sahen eine Überhitzung der Wirtschaft.

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ohminus 15.07.2018, 18:53
27.

Zitat von micromiller
unsere Traumtänzer der GROKO trotten leider im Nebel im Kreise.
Weidmann (so heißt der Mann) ist ein Ideologe, bei dem von "Klarblick" keine Rede sein kann. Dass er gegen die EZB schießt, ist nichts neues. Das hat er schon immer getan, weil sie seine ordnungspolitischen Überzeugungen nicht teilt.

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Darwins Affe 15.07.2018, 19:13
28. Nicht so einfach

Zitat von quark2@mailinator.com
Also die EU ist, pro Kopf gesehen, eine der stärksten Wirtschaftszonen der Erde, zumindest, wenn man kleine Ausreißer wie etwa Singapur mal nicht mitrechnet. Wie kann es also sein, daß einerseits der private Besitz in Summe wesentlich höher ist als die Summe der Staatsschulden, andererseits aber Staaten und EZB am Rande des Angrunds entlang zu taumeln scheinen ? Und das bei leistungs- und konkurenzfähiger Wirtschaft, guter Infrastruktur, etc. ? Sorry, aber für mich bedeutet das, daß die Staaten der EU, über alle gerechnet, sich nicht genug Steuergelder nehmen. Dieses Aushungern der Staaten, bis sie sich nicht mehr genug Polizei, Lehrer, etc. leisten können und finanzielle Probleme bekommen, ist aus meiner Sicht ein Kardinalfehler.
1) Die Club-Med-Staaten (allen voran Griechenland und Italien) werden einen Teufel tun, ihre Bürger höher zu besteuern – sonst wären die jeweiligen Regierungen schnell weg vom Fenster. Von südländischer Steuerehrlichkeit ganz zu schweigen.
2) Nur die Deutschen lassen sich vom Staat --- für sehr mässige Leistungen --- gerne ausnehmen wie eine Weihnachtsgans. Höchste weltweite(!) Abgaben an den Staat haben euch (z.B. im Gegensatz zur Schweiz) keinen Mehrwert geschaffen.
3) Nebenbei: Die Staaten mit grösster wirtschaftlicher Freiheit haben den grössten Wohlstand ihrer Bürger.
4) Notabene: Die Vorstellung, ein allmächtiger Staat könne durch Enteignung seiner Bürger Probleme lösen, haben schon die ehemals sozialistischen Staaten in den Abgrund getrieben.

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giostamm11 15.07.2018, 19:22
29. Darwins Affe - 80%

aller Transaktionen werden in Italien besteuert und zwar hoch. In Deutschlands sinds knapp 88%. Italien hat ein funktionierendes Steuersystem und ist mit Griechenland nicht ansatzweise zu vergleichen. Lassen sie den despektierlichen Ausdruck Clubmed Staaten. Das ist tiefstes Niveau und sollte zensiert werden!

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