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Wachsendes Paketaufkommen: Lieferdiensten fehlen Tausende Zusteller
DPA

Kurz vor Weihnachten haben die Paketdienste besonders viel zu tun - und mit dem Paketaufkommen wachsen die Personalprobleme. In den kommenden Jahren könnten der Branche Tausende Zusteller fehlen.

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nunu-na 22.12.2016, 10:46
70.

Die Paketdienste jammern tatsächlich über _zuviel_ Arbeit? Mein Gott, wie tragisch...
Ich mag in Sachen Geldmanagment der Lieferdienste ein Laie sein, aber bei den stark wachsenden Zuwächsen in der Stückzahl, müssten doch auch bei "niedrigen" Preisen faire Löhne drin sein. Auch das Outsourcing von Festangestellten in schlechter bezahlte Pseudo-Sub-Unternehmer-Verträge hat der Branche nicht gerade ein Image als guter Arbeitgeber eingebracht. In einer Zeit, wo die Arbeitslosigkeit und somit die Dankbarkeit für einen Job gleichermaßen hoch waren, mag das funktioniert haben, aber wenn die Arbeitskraft knapp wird, rächt sich der schlechte Ruf.

Vielleicht lohnt auch mal der Gedanke, ob man an der Spitze zu viel Geld in den immer gierigen Schlund der Vorstände wirft, wo es doch bei der Basis immer knapper zu werden scheint?

Das Gejammer und die Überforderung der Zusteller, die zu immer schlechterem Niveau der Dienstleistung führt, nerven mich als Kunden einfach nur noch.

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cabeza_cuadrada 22.12.2016, 10:46
71. na da freut sich der Arbeitgeber

Zitat von haifasuper
Ich bestelle im Vergleich zu anderen eher wenig, aber ich kalkuliere immer + 5 Euro ein, diese sind für den Boten. Höhere Versandkosten wandern sicher kaum bis gar nicht in die Taschen der Boten. Der 5er in Bar schon.
Friseure kann man ja auch für n Appel und n Ei einstellen mit der Begründung es gäbe ja sehr viel Trinkgeld. Das führen wir jetzt auch für Paketboten ein, da können die Unternehmen zukünftig noch höhere Gewinne einfahren.


Manche begreifen es nie.....

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Niederbayer 22.12.2016, 10:50
72.

Zitat von joe_
Wenn jeder meint, er muss im Internet einkaufen, wird sich das nicht änden. Immer mehr Läden in den Städten machen dicht. Immer mehr Zustellfahrzeuge verstopfen die Städte. Immer mehr LKW machen die Autobahnen dicht. (Die meiste Were muss ja zurück transportiert werden, da sie dem Besteller nicht gefällt.) Schöne neue Welt...
Wenn die Läden in den Städten anfangen freundliches Personal zu haben, genau die Artikel vorrätig zu haben die ich möchte. Und zwar in Farbe und Größe die ich möchte und dazu noch eine Auswahl von so gut wie allen Herstellern in dem Bereich, dann werde ich eventuell wieder vorbeikommen.
Allerdings nur, wenn ich wie zu Hause kostenfrei Parken kann und alles was ich gekauft habe gegen Rückzahlung des Kaufpreises innerhalb von 14 Tagen wieder zurückgeben kann.

Solange das nicht passiert heißt mein Laden "Online Shopping auf der Couch".

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exil-berliner 22.12.2016, 10:53
73. Gehalt regelt die Nachfrage

Wenn Zusteller fehlen, hebt die Gehälter an!
Vom menschlichen und sozialen Kontakt und auch vom ständigen Mobil sein würde mir der Job als Zusteller sehr gefallen.
Aber man verdient nicht das gleiche wie in meinem ungeliebten "Fachjob".
Auf der anderen Seiten sind DHL etc. auch Grenzen bei den Gehältern gesetzt, da der Kunde letztendlich seinen Versender über den Preis auswählt.
Es ist ein Teufelskreis in der freien Marktwirtschaft wie immer zwischen Gehalt und Endverbraucherpreis vs. Unternehmensgewinnen.

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team_frusciante 22.12.2016, 10:54
74.

Zitat von cabeza_cuadrada
wenn EIN Fahrzeug viele Leute beliefert statt dass jeder mit seinem Auto in die Innenstadt fährt. Und auf die kleinen Läden in der Innenstadt kann ich gern verzichten. Gut dass die Zeit vorbei ist wo man sich mit einem kleinen Geschäft und viel zu hohen Preisen eine goldenen Nase "verdienen" konnte.
An diesen paar Zeilen ist so viel verkehrt, dass es ein Graus ist. Abgesehen von der Frage, ob man überallhin mit dem Auto fahren muss, oder ob man die Innenstädte nicht komfortabler, billiger und stressfreier mit dem zumindest dort gut ausgenauten Netz der öffentlichen Verkehrsmittel erreicht: Sind kleine Läden überteuert oder sind es eher die Versandriesen und Zustellfirmen, die mit Niedriglöhnen und Steuertricks alles, was kleiner ist als sie, verdrängt haben? Die kleinen Läden haben sich keine "goldene Nase" verdient, sondern normal und vernünftig gewirtschaftet. Aber damals brauchte man auch noch nicht die irrsinnigen Massen an Kleidung, die heute in Dutzenden Papiertüten aus den Läden, die die Errungenschaften der Globalisierung zelebrieren, heraustragen.

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exil-berliner 22.12.2016, 10:55
75.

Zitat von allessuper
Der Teil dieses Landes, dem es "gut geht" bestellt im Internet als gäbe es keinen Morgen mehr, konsumiert ohne Ende und erwartet eine schnelle Leistung wie ein Säugling das nicht auf die nächste Fütterung nicht warten kann. Es ist ekelhaft.
Habe selbst schon Zeiten erlebt, da waren 100, 200, oder 500€ für eine Bestellung kein Thema. Aber im Nachhinein hat es einen auch nicht glücklicher gemacht, als wenn sparsame Zeiten abrechen wo man nicht mal mehr 30€ für ein Produkt übrig hat.

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ottomerlin1 22.12.2016, 10:55
76. an FrankH

Es war in den Siebzigern und in den Achtzigern, von missmutigen Zustellern kann wohl nicht die Rede sein, denn die Trinkgelder (z.T. zusätzliches Monatsgehalt) der Zusteller wiesen ein anders Auftreten der Zusteller aus. Es kommt wahrscheinlich auf die Sichtweise eines jeden Einzelnen an. Schade um die Deutsche Bundespost

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thequickeningishappening 22.12.2016, 10:56
77. Bei uns wurde in der Mall eine mobile Ad Screen

aufgebaut. Die Stadtverwaltung fragt die Bürger nach Vorschlägen um das Ladensterben in der Innenstadt umzukehren! Aber der Amazon und Co sind ja billig, Gelle und die Lieferboten sowieso!

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sapiens-1 22.12.2016, 10:57
78. Es gab mal eine Zeit

da war Pakete zustellen eine richtig schöne Arbeit, die man auch Weihnachten gerne machte, auch wenn man schon damals 12 oder mehr Stunden im Weihnachtstrubel arbeiten mußte. Das war zu Zeiten der seeligen Bundespost, als diese noch ein sozialer Betrieb war und die Konkurrenz noch überschaubar.
Heute in Zeiten deregulierter Märkte mit Subunternehmer und Werkvertragsunwesen, indem nur schierer Profit zählt und Arbeitsqualität durch Exelkackerei ersetzt wird braucht sich niemand über Berichte wie diesen zu wundern. Ebenso über schlechte Zustellqualität. Man kann nicht für Hartz-Niveaubezahlung gute Arbeit erwarten. Zahlst Du Schrott bekommst Du Schrott, ganz einfach. Gute Arbeit kostet gutes Geld. Wenn die Kurierdienste ihre Bezahlung dementsprechend erhöhen und ihre Arbeitsbedingungen endlich auf ein humanes Niveau brächten könnten sie sich vor Bewerbungen nicht retten.
Aber das ist Menschenschindern wie Hermes und DPD, um nur die schlimmsten zu nennen nicht beizubringen. Ich wundere mich weshalb denen die Gewerbeaufsicht schon längst das "Handwerk" gelegt hat. Immer nur dies miesen Zustände beklagen reicht nicht, es muß auch mal was getan werden.
Leider scheint das niemanden zu interessieren und wir akzeptieren klaglos diese moderne Sklaverei solange wir vermeintlich davon profitieren.

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muunoy 22.12.2016, 10:57
79. Widerspruch

Zitat von bauklotzstauner
Ein hübsch asozialer Komentar. Glückwunsch! dazu zwei Bemerkungen: 1. hat sich die Bezahlung eines Menschen nicht an der "Qualifikation" zu orientieren, sondern daran, was ein Mensch in diesem Lande an Geld benötigt, um anständig leben zu können, und daran, ob der Job GEBRAUCHT wird oder nicht! Sie arbeiten im Büro, wetten? Sie schieben wahrschienlich hocheffizient die Maus übers Pad und vergleichen Zahlen. Wie qualifiziert! Die Wahrheit ist, daß SIE ohne all die "Unqualifizierten", die diese Gesellschaft am Laufen halten, und über die Sie so abfällig sprechen, wahrscheinlich nicht mal ein Dach über dem Kopf hätten. Also etwas mehr Respekt, bitte, ja?
Nein, und nochmals nein. Bei den ganzen Lohndiskussionen wird immer wieder vergessen, wie in einer freien Marktwirtschaft Löhne zustande kommen sollen. Die Bezahlung sollte sich immer nach dem Mehrwert richten, die eine Arbeit liefert. Sorry, nach diesem Prinzip wurde ich früher als Angestellter und jetzt als Selbständiger bezahlt. Es geht nicht darum, welche Qualifikationen man hat. Das ist nur im ÖD oder im Gesundheitswesen so, wo marktwirtschaftliche Gesetze nicht gelten. Auch wird man nicht so bezahlt, um davon anständig leben zu können. Beweis: Ich bekomme mehr.
Wenn nun eine Branche klagt, sie bekäme nicht genügend Arbeitskräfte und gleichzeitig wie hier im Forum schön zu sehen ist, sich viele Kunden über die Qualität der angebotenen Leistung beschweren, so gibt es offensichtlich schlecht geführte Anbieter im Markt, die eben auf kurz oder lang vom Markt verschwinden müssen. Offensichtlich gibt es ja Lieferdienste, welche die erforderliche Qualität liefern könne und ihre Mitarbeiter besser bezahlen. Und wie ich den Forumsbeiträgen hier entnehme, bin ich nicht der Einzige, der bereit ist, für Qualität bei der Lieferung (mein Mehrwert) auch mehr zu bezahlen. Ich gehe ja auch nicht zum billigsten Frisör, kaufe billige Schuhe oder nehme den billigsten Anbieter bei einer Ausschreibung (intelligente Einkäufer nehmen nie den billigsten).
Es gibt Branchen, wo Marktversagen zu beobachten ist, weil es die Kunden mit sich machen lassen. Das gilt in Deutschland z. B. für Bekleidung. Wir bekommen zu den höchsten Preisen die qualitativ schlechteste Ware. Ich bin in der glücklichen Lage, Klamotten meistens im Ausland (Asien oder USA) einkaufen zu können, wo ich bessere Qualität für niedrigere Preise erhalte. Und ich komme auch nicht mehr auf die Idee, Anzüge irgendwelcher Labels wie Boss oder Joop zu kaufen, nachdem ich damit auf die Schnauze gefallen bin. Ein paar Euro mehr für einen deutschen Schneider ersparen einem ungemein Geld in der Zukunft. Aber wie gesagt, diese Art des Marktversagens liegt am Kunden, die es in der Hand haben. Dies gilt auch für Lieferdienste.

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