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Währungskrieg: Hedgefonds rüsten zum Angriff auf den Yuan
REUTERS

Chinas Wirtschaft steckt in der Krise, Spekulanten wittern ihre Chance: Große Hedgefonds beginnen offenbar damit, im großen Stil gegen den Yuan zu wetten. Doch die Volksrepublik wehrt sich.

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salkin 01.02.2016, 19:16
110.

Zitat von CommonSense2006
Nein, dumme Fragen gibt es nicht. Das ist ganz einfach, man nimmt einfach 1 Mrd $, sichert damit einen Kredit von 6,5 Mrd Renminbi bei einer chinesischen Bank ab, wechselt diese in 1 Mrd $ zurück und macht das Ganze ein paar mal und und wartet darauf, dass der Wechselkurs auf, sagen wir 10 Renminbi pro Dollar fällt, zahlt seinen Kredit zurück, hat noch 3,5 Mrd Renminbi über und wechselt die auch noch in 350 Mio $ um und das war's. Die chinesische Bank sagt bestimmt nicht nein, denn wer seinen Kredit mit US $ absichern kann, der ist ein geschätzter geschäftspartner und bringt ja auch Zinsen rein....
So einfach ist das nicht. Die chinesische Bank wird sicher mindestens 10% Sicherheit für die Kursrisiken fordern. Für das in Dollar als Sicherheit hinterlegte Geld bekommen Sie maximal 0,5% Zinsen. Für den Renminbikredit dürften aber ca. 6% Zinsen anfallen. Das Geschäft muss schon relativ schnell klappen. Die Zinsdifferenz müssen Sie bar nachschießen. Ein weiteres Risiko besteht darin, dass die chinesische Zentralbank derartige Kredite untersagt oder wesentlich höhere Eigenkapitaleinschüsse fordert. Dann kann das Geschäft sehr schnell kippen.

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crossy-hl 01.02.2016, 19:29
111.

Zitat von muellerthomas
China hält weniger als 7% der ausstehenden US-Staatsanleihen. Wenn China die nun auf einmal auf den markt wirft, entsteht ein nicht unerheblicher Wertverlust für China, der Yuan wertet kurzfristig auf - und das Problem der Überbewertung der eigenen Währung ist dann noch schlimmer. Weshalb sollte die Position des USD dadurch gefährdet sein?
Nur ein kleiner Teil der 7% wäre schon soviel Geld, dass die USA nur 2 Optionen hätte:

1. Geld zu drucken
2. Schuldverschreibungen für wertlos zu erklären.

In beiden Fällen würden 1. die Hedge-Fonds untergehen und zwar mit allen Folgeerscheinungen, Bankenpleiten etc. und
2. der Glaube an die Stabilität des Dollars wäre ernsthaft beschädigt, mit der Folge dass der Dollar seine führende Position verliert.

Beide Szenarien könnten im strategischen Interesse Chinas liegen, wer weiss das schon so genau.

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kalim.karemi 01.02.2016, 19:30
112. Was für ein Blödsinn

Der Wechselkurs des Yuan wird auf irgendeinem Parteitag beschlossen. Die bösen bösen Hedgefonds können höchstens auf eine Abwertung spekulieren und entsprechende hebelprodukte in den Markt werfen, über deren Kauf oder nicht Kauf der einzelne Anleger noch immer selber entscheidet. Hauptsache mal Schwachsinn in die Welt setzen, genug Deppen scheinen den ja dankbar anzunehmen.

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CommonSense2006 01.02.2016, 19:31
113.

Zitat von 53er
aus Anteilen an Fonds dieses Herrn Bass bestehen würde, müßte ich mir jetzt heftig Gedanken darüber machen ob mein Geld morgen noch soviel wert sein wird wie gestern. Wer praktisch alles auf eine Karte setzt, ist kein Fondsmanager sondern ein astreiner Zocker. Genauso gut könnte ich damit eine Runde Poker spielen. Manche werden vielleicht reich aber viele umso ärmer. Bei solchen Spekualtionsgeschäften kann man sich nie sicher sein, auch wenn man Bass heißt und einmal viel Glück hatte. Einmal Glück muss meistens reichen.
wer wird denn auch so schlau sein und seine Anlage ur in einem einzigen Fonds liegen lassen?
HedgeFonds sind ja bekannt dafür, dass sie agresssiv und mit hohem Risiko reingehen, da gehen die Investoren auch entsprechend mitum, also verteilen ihre ANlagen uaf verschiedene Fonds mit verschiedenen Strategien und Schwerpunkten.

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spmc-12355639674612 01.02.2016, 19:41
114. Bei einer Wette,

Zitat von muellerthomas
Was sollte daran gefährlich sein? China hält US-Staatsanleihen im Wert von 1,265 Bio. USD. Diese Höhe ist seit langem recht konstant. Insgesamt aber hat China von Sommer 2014 bis Ende 2015 700 Mrd. USD an Währungsreserven eingebüsst und dennoch hat der CNY abgewertet. Würde China nun in den kommenden Monaten diese 1,265 Bio. abbauen, würde das den CNY vermutlich etwas stabilisieren, aber mehr auch nicht. Der Abwertungsdruck bliebe zudem bestehen.
die über mehrere Bio Dollar laufen könnte, würde China, sobald es wirtschaftlich ernsthaft in Bedrängnis kommt, neben der wirtschaftlichen auch eine politische Karte ausspielen. Das IST gefährlich. Außerdem würde es wahrscheinlich einen kräftigen Warnschuss mit einem für die USA ungünstigen, weil von der chinesischen Führung sehr gut berechneten Timing geben, der ein größeres Börsenbeben verursachen kann. Wir sollten berücksichtigen, dass wir bei China über eine andere Größenordnung reden als bei ein paar kleinen kippelnden Volkswirtschaften der Eurozone.

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TS_Alien 01.02.2016, 19:43
115.

Wer wettet eigentlich gegen die Hedgefonds? Ohne Wettpartner würden diese gar keine Wetten mit Short-Positionen haben können.

Vermutlich laufen viele Wetten zwischen "befreundeten" Partnern, natürlich mit Ausgleichsgeschäften. Damit kann man ohne jeden Verlust Firmen und Länder unter Druck setzen. Und dann billig einsteigen oder sonst etwas machen.

Man sollte alle Wetten an den Börsen verbieten.

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fritzyoski 01.02.2016, 19:49
116. Kreditvergabe in China

Zitat von HaroWach
Banken vergeben Kredite, nicht die Politik. Selbst in China. Also ist ihre Frage sehr leicht zu beantworten: Das Geldmengenwachstum ist eine Folge des Wirtschaftswachstums. Aber als Einwandvorbehandlung: Ja, die Politik in China (und anderswo) beeinflusst natürlich auch das Geldmengenwachstum durch z.B. Leitzinsänderungen.
Offensichtlich wissen Sie sehr wenig ueber die Kreditvergabe in China.

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Sara Henna Duschwitz 01.02.2016, 20:01
117. Wer wettet denn dagegen?

Ich kann nur wetten, wenn jemand dagegen wettet. Im Fall von Währungswetten gegen den Yuan brauche ich jemanden, der auf den Erhalt oder gar die Steigerung des Marktwertes des Yuan setzt, bzw sich dagegen absichern will. Das machen Firmen, die chinesische Produkte kaufen wollen oder schon gekauft haben, und in Zukunft bezahlen müssen. Derzeit besteht für die aber kaum Anlass zu handeln. Und der chinesische Staat geht solche Wetten ein, um den eigenen Kurs künstlich hochzuhalten. Und da liegt das Problem. China will seine Importe günstig halten, und tut dies auf Kosten der eigenen Unternehmen, die unter dem zu hohen Kurs leiden. Das ermöglicht den Währungsspekulanten erst ihr Geschäft, und kann durch Überreaktionen Krisen am Weltmarkt hervorrufen, insbesondere bei einer Wirtschaft der Größe Chinas. Die Überreaktionen sollte man durch moderate Handelssteuern dämpfen (Tobin-Steuer), das Grundproblem bildet aber die Währungspolitik von China selbst.

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Wellness 01.02.2016, 20:04
118. Makulatur

Alleine die Medien Propheten die über 2,6% Wachstum im Inland und 7% in China prognostizierten können wir uns schenken.Man schaue sich nur die Schwellenländer die Russlandsanktionen und US Schwäche an.Ich glaube wir werden" unruhige Zeiten "entgegensehen.

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viktor koss 01.02.2016, 20:19
119. Die alle wichtigste Frage...

Zitat von hefe21
So wie bei kolportierten verschobenen Fußballspielen in Kleinligen fragt man sich auch hier: wer nimmt solche Wetten mit Rieseneinsätzen überhaupt entgegen, d. h. wer nimmt die Gegenposition ein. Und auf beiden Seiten gilt die Frage: wo stammt das Geld für die Einsätze her und womit will der Spieler mit der Gegenposition im Falle eines Falles seine Verpflichtungen erfüllen? Doch nicht etwa wieder mit "Versicherungen", die dann wegen Nichterfüllbarkeit auf die Allgemeinheit angeschrieben werden? Die Chinesen müssen einem aber auch nicht leid tun. Wer sich jahrelang von den Kapitalwegelagerern mit "Wachs doch du Sau"-Rufen animieren liess, der muss sich nicht wundern, wenn er nun erst recht als "Spekulationssau" durchs Kapitaldorf getrieben wird. Den Hyänen wird die Beute aber ohnehin früher oder später abgenommen werden, wenn es gilt, die gigantischen Solllöcher der Staaten, die diese Spiele absurderweise noch immer politisch und endfinanziell (ab)decken, mit Asphalt von der Habenseite auszuplanieren.
...und darum geht es die ganze Zeit, die Verluste müssen aus "hčheren Interessen" verallgemeinert werden, sonst funktioniert die Blasenbildung nicht.

Alle spielen in wesentlichem mit den nicht existenten Werten, oder mit den Werten deren Auszahlung in einer mehr oder weniger weiter Zukunft sie gefährden. Man hofft also erneut mit Übernahme der "Spielkosten" letztendlich durch die Steuerzahler.

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