Forum: Wirtschaft
Währungskrise in der Türkei: Deutsche Konzerne fürchten den Lira-Absturz
Daimler

Deutsche Unternehmen mit Niederlassungen und Produktionsstätten in der Türkei beunruhigt die wirtschaftliche Situation vor Ort. Besonders diese zehn Konzerne haben Grund zur Sorge - ein Überblick.

Seite 7 von 7
Liberalitärer 15.08.2018, 21:23
60. Bilanzierung

Zitat von mont_ventoux
... So what??
Das stimmt zwar weitgehend, aber das wird natürlich alles am Firmensitz in Euro konsolidiert. Und bei dem Wechselkurs sieht das dann nicht so gut aus, obwohl das operativ wenig ändert oder sogar positiv ist.

Andererseits sind das eben nicht nur Herr Trump oder Herr Erdogan.

Wenn sich türkische Unternehmen und Banken im Ausland verschulden, dann hat das Gründe oder warum sollte man sich dort zu türkischen Zinsen verschulden, wenn das Geld aus FFM praktisch umsonst zu haben ist?

Da kann weder Herr Erdogan noch die türkische Zentralbank eingreifen, das könnte nur Herr Draghi. Und mit einer Zinserhöhung in der Türkei würde der so genannte Spread sich nur ausweiten und Carry Trades noch stärker zunehmen. Da Herr Erdogan - vielleicht ungewollt - womöglich Recht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
paul.fischer 15.08.2018, 21:23
61. kein Problem im Gegenteil - die Produktion wird billiger

deutsche Unternehmen die in der Türkei produzieren sparen Geld und haben künftig besser motivierte Mitarbeiter.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ATLien 15.08.2018, 21:30
62. Currency Hedging

Beim Grossprojekt von Siemens dürfte es kein Problem geben, da bei solchen Projekten standardmäßig Hedging gegen Wechselkursschwankungen betrieben wird.

Bei den meissten anderen Fällen (Daimler, MAN, Bosch ...) für den Export produziert, d.h. Es überwiegen die Vorteile einer schwachen Lira. Bei der Allianz dürften Verbindlichkeiten in Lira anfallen. Wer leiden dürfte sind Konsumgüterherateller, die türkische Konsumenten erreichen wollen.

Hauptsache Panik gemacht...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
handundfuß 15.08.2018, 22:01
63. Das brüderliche Verhältnis

...zwischen Qatar und Türkei begann nicht seit der Unterstützung der Türkei zum Zeitpunkt des Embargo sondern dieses besteht schon seit der Zeit des Osmanischen Reichs, bitte Geschichte besser lesen. Somit ist diese Aktion nicht als Gegenleistung auf die türkische Unterstützung zu sehen. Während andere Araber mit Hilfe von englischen Agenten wie der Lawrence von Arabien dem Niedergang des Osmanischen Reichs beigetragen haben, stand Qatar damals schon auf der Seite der damaligen Türken, also ist dieses Freundschaftsverhältnis „leider“ aus Sicht vieler Westlichen sehr fundiert und wird nie aufhören, Analog auch Pakistan, das selbe Verhältnis

Beitrag melden Antworten / Zitieren
nic 15.08.2018, 22:19
64.

Zitat von mweldag
Weiter die Wirtschaftskrise gutheissen damit der Erdogan weg ist wie man es sich seit gefühlten 10 Jahren wünscht oder doch der Schmusekurs mit dem Diktator der die europäische Wirtschaft nicht gefährden soll und mit irgendwas unterstützen (werden Kredite oder Subentionen sein)? Weiss da einer Rat? Ich komme grad nicht mit bei dem Tempo.
Die europäische Wirtschaft ist nicht gefährdet.

Zitat
"Die Unternehmen, die in erster Linie für den türkischen Markt produzieren, müssen Umsatzeinbrüche befürchten (...) Werden die Produkte hingegen außerhalb der Türkei verkauft, in Länder, in denen mit Euro oder Dollar bezahlt wird, dann kann sich der Wechselkurs auch durchaus positiv auf die Umsätze auswirken..."

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Fantastic 16.08.2018, 10:06
65.

Zitat von recepcik
Bei Merkel und Macron hat er schon abgeklopft. Die Türkei ist kein EU Staat und hat auch einige Länder in der EU angefeindet und sollte keine Unterstützung von Europa bekommen.
Eine europäische Unterstützung für die Turkey ist wohl ausgeschlossen. Es gibt ja noch mehr Länder in der EU, als nur Deutschland und Frankreich.
Es kämen also nur bilaterale Hilfen in Frage. Nach all den Anfeindungen erscheint mir das unangemessen.
Andererseits wäre es (wenn man seinen ganzen Ärger herunterschluckt) eine gute Gelegenheit, die Beziehung zur Türkey zu normalisieren. Ob das wirklich wirken würde? Möglicherweise würde eine solche Entscheidung innenpolitisch in D und F die Radikalen stärken und die Beziehung (welche?) zu den USA belasten.
Zur Zeit möchte ich nicht in der Haut von Merkel stecken.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sb411 16.08.2018, 20:43
66. Das hängt von ihrem moralischen Kompass ab

Zitat von mweldag
Weiter die Wirtschaftskrise gutheissen damit der Erdogan weg ist wie man es sich seit gefühlten 10 Jahren wünscht oder doch der Schmusekurs mit dem Diktator der die europäische Wirtschaft nicht gefährden soll und mit irgendwas unterstützen (werden Kredite oder Subentionen sein)? Weiss da einer Rat? Ich komme grad nicht mit bei dem Tempo.
Geht Ihnen industrieller Gewinn über alles, sind Sie bereit, dafür auch mit dem Teufel ins Bett zu steigen, dann stehen Sie auf der Seite derer, die einen Schmusekurs gegenüber Erdogan befürworten. Da sind sie in guter Gesellschaft, z. B. mit unserem Bundespräsidenten. Haben Sie aber ein Problem damit, im Interesse des Mammons einem Politiker die Hand zu schütteln, bei dem Geiselnahme prägendes Stilmittel der Außenpolitik ist, mit ihm trotz Kriegsverbrechen, Korruption und wilden Drohungen gemeinsam gute Miene zum bösen Spiel zu machen, sollten Sie die Wirtschaftskrise der Türkei als Chance sehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 7 von 7