Forum: Wirtschaft
Währungssystem in der Krise: Daran wird der Euro zerbrechen
DPA

Meine Erkenntnis des Jahres: Der Euro ist gar keine Währungsunion. Er ähnelt vielmehr dem Goldstandard - und der ist auseinander geflogen. Ich sage dem Euro dasselbe voraus.

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ixfueru 26.12.2015, 12:51
210. Das ist

"starker Tobak". Ich glaube nicht an den Euro, obwohl ich von ihm nicht überzeugt bin und sogar mein Einkommen in Euro beziehe. Allerdings bin ich weit davon entfernt. AfD oder Pegida "alles auf Anhieb zu glauben". Der Euro wird durch verschiedene Maßnahmen "am Leben gehalten". Diese Maßnahmen werden früher oder später nicht mehr "greifen", da es von Pleite keine Steigerung mehr gibt - fragen Sie mal einen Insolvenzverwalter. Und verschiedene Staaten in der Eurozone waren schon vor Eintritt in den Euro Pleite. U.a. die relativ hohen Zinsen, die etwas mit dem Risiko für damalige Staatsanleihen zu tun haben, sind ein Beweis dafür. Wenn die Leistung nicht mit der Ausgabenpolitik kongruent ist, ist früher oder später ein Ende der Fahnenstange in Sicht.

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Jérôme1F 26.12.2015, 13:20
211. Vorübergehend

Zitat von curiosus_
"kann ein Land mit zwar eigener aber frei konvertierbaren Währung, eben nicht auf- oder abwerten"? Was hat die Schweiz denn gemacht, als Sie den Wechselkurs des Franken bei 1,2 Franken je € gegen eine weitere Aufwertung gedeckelt hat? Nichts anderes als in den Markt in Ihrem Sinne eingegriffen. Hätte Sie noch mehr Franken gedruckt und dafür €s gekauft hätte der Franken ggü. dem € abgewertet. Und durch das Beenden der €-Stützungskäufe hat der Franken aufgewertet. Aber "ein Land mit zwar eigener aber frei konvertierbaren Währung, (kann) eben nicht auf- oder abwerten"? Was soll denn das?
konnte die Schweiz den Mindestkurs durch massive Euro-Käufe halten, da haben Sie recht. Aber die Schweizer Zentralbank konnte diese Käufe nicht dauerhaft durchhalten. Deshalb wurde der Mindestkurs aufgegeben. Nur mit gleichzeitigen Kapitalverkehrskontrollen, siehe China, kann man eine Währung dauerhaft durch Stützungskäufe fixieren.

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wauz 26.12.2015, 13:24
212. Das ist eine Nebelgranate

Wenn man über den Euro spricht, und ihm gar ein Ende prophezeien will, sollte man doch zumindest von einer Analyse der Probleme ausgehen. Da kann aber Herr Nünchau nicht liefern. Statt dessen hält er sich an einem Spruch eines Ministers fest. Nun, Minister sind Teil der Bürokratie, ihre Kompetenz ist die Administration. Auch ein Finanzminister muss nicht notwendigerweise ein Fachmann für Volkswirtschaft sein. Der Herr Schäuble hat schon öfters bewiesen, dass er es nicht ist. Genau so wenig, wie einer die politischen Einpeitscher des Euro, Dr. Kohl, es war.
Man könnte daran eine Analyse der Friktion zwischen Volkswirtschaft und Politik anknüpfen, aber auch das macht Herr Münchau nicht. Er manscht alles munter durcheinander.
Um es kurz zu machen: das wesentliche Problem des Euro ist die Überkapitalisierung. Die Staatsverschuldung ist nur ein Teilproblem davon. Und dann gibt es in Europa noch ein realwirtschaftliches Problem der unfairen Wirtschaftsbeziehungen. Das ändert sich aber mit der Währung nicht. Auch das Problem der Überkapitalisierung löst man nicht durch das Ausscheiden einzelner Wirtschaftszonen vulgo Staaten.
Abgesehen davon: das Ausscheiden einzelner Länder aus dem Euroraum ist nicht wirklich vorgesehen, sondern nur eine Floskel. Auch Finanzminister Schäuble hat so etwa nie ernst gemeint. das waren nur Sprüche für die Öffentlichkeit, die die wahren Drohungen, die hinter verschlossenen Türen gefallen sind, für die Öffentlichkeit zu verschleiern.
Um es klar zu machen: die griechische Regierung wäre auf ein Ausscheiden aus dem Euro vorbereitet gewesen. Aber nicht auf einen Staatsstreich durch das Militär.
Herr Münchau liefert hier wieder die Ablenkung, wedelt mit einem Seidentuch, das er aus dem Ärmel og, während die Assistentin hinter seinem Rücken das Kaninchen verschwinden lässt. Sowas nennt man dann Magie...

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wauz 26.12.2015, 13:32
213. Zweitausendundfünfzehn

Zitat von localpatriot
(...) Der Euro war der Traum vom Weg zur politischen Einheit Europas wie seinerzeit anno 1870 die Reichsmark der Weg zur Wiedervereinigung der deutschen Staaten war. Aber Herr Kohl und seine Ratgeber haben was vergessen: Der Schritt vom Goldstandard Taler oder Batzen zur Reichsmark war ein relativ kleiner Schritt. Eine britische Guinea, ein Louis D'or und ein preussischser Gold Friedrich hatten zu der Zeit mehr oder weniger denselben Wert. (...)
Wenn Sie also einmal analysieren wollen, dann tun Sie es doch! Dann werden Sie feststellen, dass man die "Währungen" von heute mit denen von damals in Form und Funktion kaum mehr vergleichen kann. Sie reden von Goldmünzen? Hallo, noch da? Heutzutage ist alles Kapital, und fast alles Geld nur in Buchform vorhanden. Die Austauschbarkeit der Goldmünzen war übrigens damals schon fiktional, weil der Goldstandard an sich schon Fiktion war.

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curiosus_ 26.12.2015, 13:36
214. Das ...

Zitat von Patrik74
Es ist erstaunlich, wie beharrlich sich einige weigern zu verstehen, dass Target2-Salden keine Forderungen im eigentlichen Sinne sind. Es sind SALDEN, und die Tatsache dass "unser" Saldo positiv bedeutet, dass MEHR Euros nach "Deutschland" geflossen sind als umgekehrt. Wir haben also nichts zu verlieren, wir haben schon gewonnen!
... ist logischer Blödsinn. Wenn die Bundesbank an die EZB eine offene Forderung von z.B. 550 Mrd. € hat, dann sind die 550 Mrd. € eben noch nicht "nach "Deutschland" geflossen". Was denn sonst? Oder fliesen die ein zweites Mal wenn die Forderung getilgt wird?

Aber mit grundlegender Logik scheinen Sie es nicht so zu haben, s. z.B. hier.

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Patrik74 26.12.2015, 13:45
215. Wer im Glashaus sitzt

Zitat von kuschl
Einfach nur mal die geschlossenen Verträge einhalten, dann würde es der Währungsunion schon besser gehen. Die,Griechen hätten längst rausgeschmissen gehört, dann hätte man sich viel internen Streit erspart. So eiert man seit Jahren zum Erhalt der guten Planstellen in Brüssel herum! Zwei Alkoholiker an der Spitze europäischer Institutionen werden das Problem nicht lösen.
Ihnen ist schon klar, dass Deutschland das erste Land war, das die geschlossenen Verträge nicht eingehalten hat (und zwar mehrere Jahre in Folge), oder?

Siehe: http://www.rp-online.de/politik/eichel-abschied-von-zentralem-ziel-und-ruecktrittsdrohung-aid-1.2286907

"2006 ist nicht mehr zu schaffen", sagte der SPD-Politiker dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Er gestand zudem ein, auch dieses Jahr weit mehr neue Kredite aufnehmen zu müssen als die geplanten 18,9 Milliarden Euro. Deutschland verfehlt wie schon 2002 das wichtigste Euro-Stabilitätskriterium: Das Staatsdefizit wird laut Eichel über den erlaubten drei Prozent liegen.
...
In der Koalition wird dafür plädiert, das Ziel eines ausgeglichenen Haushalts auf 2009 oder 2010 zu verschieben. Eichel wollte sich nicht festlegen."

Vielleicht wäre es für alle beteiligten tatsächlich besser gewesen, man hätte Deutschland "rausgeschmissen".

Aber wo sie schon so für Vertragstreue sind, ist ihnen hoffentlich auch klar, dass der Vertrag einen "Rausschmiss" explizit NICHT vorsieht, oder?

Siehe:

"„Rechtlich“, sagt Thomas Straubhaar, Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), „ist das im Vertrag von Maastricht nicht vorgesehen. Ein Land kann nicht einfach aus dem Euro-Verbund austreten oder ausgeschlossen werden.“ Auch Stefan Homburg, Professor für öffentliche Finanzen an der Uni Hannover, sagt: „Ein Rauswurf wäre rechtswidrig und ein aggressiver Akt.“ Formal ist die Rechtslage eindeutig. Im Vertrag von Maastricht sind Wege und Kriterien für die Aufnahme eines Landes in den Euro-Raum festgehalten. Es findet sich aber kein Wort darüber, wie ein Staat wieder ausscheiden kann."

Vielleicht erst informieren und dann schreiben.

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monsineur 26.12.2015, 13:48
216. Exportweltmeister - Blender Begriff

Zu DM Zeiten ging es uns auch nicht schlechter (ich sag auch nicht besser)
Durch das ganze Finanzsystem ist nur schwer durchzublicken. Ich hatte VWL und BWL im Studium. Beschäftige mich beruflich zwar nicht damit aber trotz meines Basiswissen durchblicke ich das ganze nicht. Wie geht es dann der große Maßen an Leuten die niemals wirtschaftliche Bildung hatten.
Ich denke aber mal es ist so: Wir arbeiten hart und produzieren Waren die wir Leuten verkaufen die sich von uns Geld Leihen um sich die Produkte leisten zu können. Das geliehene Geld werden wir niemals zurückbekommen. Soll so viel heißen - wir könnten auch viel weniger arbeiten um gesamtwirtschaftlich das gleiche Geld zu verdienen. Natürlich wäre dann der Umsatz nicht so hoch und es würde weniger nach oben fließen. Das ganze hat noch ganz viel mehr Implikationen über die man ein paar Doktorarbeiten füllen könnte. Wir befeuern durch unsere Arbeitskraft ein System das uns immer mehr Geld aus den Taschen zieht um die Schulden der anderen zu finanzieren bei einer gleichzeitigen hohen Forderung an Leistungs- und Zeiteinsatz an den einzelnen Arbeitnehmer der uns nicht viel Zeit für anderes lässt. Exportweltmeister bedeutet überhaupt nichts und bringt der Bevölkerung in Deutschland auch überhaupt nichts. Recherchiert es einfach nach wie die Geldströme laufen und wie die Konsequenzen sind. Jeder der es wissen will kann es wissen.

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a320cdr 26.12.2015, 13:50
217. Münchhausen ohne Ahnung

Der Goldstandard war kein Wechselkurs sondern der der Währung hinterlegte Wert schlechthin.
Er brach nicht unter der Inflation Anfang des 20. Jhdts. zusammen. Er wurde abgeschafft, weil er der ungehemmt Giralgeldschöpfung im Wege stand.

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wauz 26.12.2015, 13:53
218. das target2-System

Zitat von curiosus_
... ist logischer Blödsinn. Wenn die Bundesbank an die EZB eine offene Forderung von z.B. 550 Mrd. € hat, dann sind die 550 Mrd. € eben noch nicht "nach "Deutschland" geflossen". Was denn sonst? Oder fliesen die ein zweites Mal wenn die Forderung getilgt wird? Aber mit grundlegender Logik scheinen Sie es nicht so zu haben, s. z.B. hier.
ist logischer Blödsinn!
Das Target2-System geht davon aus, dass alle Teilnehmerländer sich gegenseitig Güter im gleichen "Wert", sprich: Preis, liefern. Täglich. Für bestimmte Länder ist eine Ausgleichsfrist eingeräumt. Die jeweilige Zentralbank haftet gegenüber der Notenbank für diesen Ausgleich. Wenn also z.B. Griechenland innerhalb eines bestimmten Zeitraumes mehr Waren importiert, als exportiert, und damit mehr Geld aus Griechenland abfließt, als hereinkommt, muss die Staatsbank den Differenzbetrag bei der EZB ausgleichen, bzw Zinsen bezahlen. Würde Griechenland mehr Güter exportieren, als importieren, z.B. nach Portugal, träfe es dann die portugiesische Zentralbank. Aber es gibt keine Positivzinsen. Die griechische Staatsbank hätte davon keinen Gewinn.

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rico76 26.12.2015, 13:57
219. @180. ottokar heizer

Deutschland mit Italien zu vergleichen, ist schon sehr abenteuerlich. Ein Land, was in Nord und Süd geteilt ist, kontrolliert von verschiedenen Mafiafamilien, deren Macht und Einfluss bis in höchste Kreise reicht. Behörden sind korrupt, nichts läuft ohne Schmiergeld, bis hin zur Justiz und Polizeigewalt. Italien ist kein gutes Beispiel, das Gegenteil deutscher Tugenden. Berlusconi vereint in seiner Person alles was Italien landläufig beschreibt. Die einzigen Dinge, die ich mit Italien verbinde sind die schönen Frauen, Mode, gutes Essen, toller Wein, die Toskana und der Motorsport.
Ich weiß auch nicht, was Italien mit dieser Diskussion zu tun haben soll. Italien war ein Politikum, um den Euro einzuführen. Aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten hätten sie den Euro nicht bekommen dürfen, genauso wenig wie Griechenland. Die Euroeinführung hat Italien an den Rand des Ruins gebracht. Vergleiche mit Deutschland zu ziehen ist daher absurd.

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