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Währungsunion: Deutschland zahlt - oder das System explodiert
DPA

Die Euroländer sind abhängiger voneinander, als bei Einführung der Währungsunion zugegeben wurde. Wollen wir sie erhalten, wird Deutschland dafür aufkommen müssen.

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joblack 27.11.2015, 14:31
60. Obskure Begründungen

"Deutschland hatte enorme Vorteile von der Währungsunion. Ohne sie wäre der deutsche Wechselkurs deutlich höher und die Warenausfuhren geringer."
Das heisst ja nichts anderes als das der Nettolohn der Arbeitnehmer wesentlich kleiner ist.
Ausserdem war Deutschland auch vor der Währungsunion Exportweltmeister. Und durch die aufwertende D-Mark haben wir uns was einfallen lassen. Dieser Druck ist jetzt weg.

Im übrigen sind die ganzen dreistelligen Milliarden als "Kredithilfe", die eigentlich Geschenke sind, nicht mit einberechnet. Wenn man das betrachtet zahlen wir wahrscheinlich sogar drauf.

Es reicht! Der Euro muss weg.

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haarer.15 27.11.2015, 14:32
61. Das System kippt

Herr Münchau, diese Einschätzung ist sehr nachvollziehbar, die Entwicklung besorgniserregend. In einigen EU-Ländern wird gerade noch so der Deckel auf dem Dampfkessel gehalten. Es ist kurz vorm Überkochen. Die europäische Gemeinschaft, so brüchig sie jetzt schon ist, kann in dieser Weise nicht mehr lange Bestand haben.

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schwaebischehausfrau 27.11.2015, 14:32
62. @muellerthomas: Anders rum...

Zitat von muellerthomas
Die deutsche Leistungsbilanz wies vor 2003/04 nie solch exorbitante Überschüsse auf wie seitdem. Bis zum Ausbruch der Krise wurden die Überschüsse vorwiegend gegenüber der Eurozone erzielt. Mit der tiefen Rezession sank in den Krisenländern natürlich die Konsumnachfrage und damit auch die Importe. Ohne Euro hätte die deutsche Währung längst massiv aufgewertet und solche Überschüsse verhindert. Das kann man natürlich als Argument gegen den Euro verwenden, aber so zu tun als sei die Qualität deutscher Produkte ab ca. 2001 massiv gestiegen, geht dann doch an der Realität vorbei.
Anders rum wird ein Schuh draus: Zum einen war Deutschland auch schon zu DM-Zeiten "Export-Weltmeister" und insofern wird das Märchen von "Deutschland als Haupt-Profiteur" des Euro durch mantra-haftes Wiederholen a la Münchau auch nicht wahrer. Natürlich ist die Qualität der deutschen Produkte nicht sprunghaft gestiegen mit der Euro-Einführung - der Euro legt halt nur gnadenlos die Defizite und Rückstände mancher Volkswirtschaften offen, weil diese Länder nicht mehr wie vorher jahrzehntelang ihre Defizite, mangelnde Wettbewerbsfähigktei und Reform-Versäumnisse durch Abwertungen ihrer Weichwährungen kaschieren können. Es bestand bei Einführung des Euro bei allen Teilnehmer-Staaten Konsens darüber, dass der Euro eine starke Währung sein sollte. Wenn jetzt einige Länder merken, dass diese Währung zu stark für ihre schwache Wirtschaft ist, dann müssen sie eben austreten. Und Draghi am besten gleich mitnehmen, der unter dem Vorwand einer "Deflations-Bekämpfung" nichts anderes betreibt als Staatsfinanzierung zu betreiben für Italien & Co. Die Geschichte zeigt, dass starke Länder starke Währungen haben und schwache Länder Weichwährungen. Wettbewerbsfähige und reformfähige Länder meistern auch Aufwertungen - das hat Deutschland unter dem DM jahrzehntelang bewiesen.

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askl 27.11.2015, 14:33
63. Und an allem ist Deutschland schuld!

Das von Hr. Münchau beschriebene Finanzmodell ist in vielen Bereichen statisch und somit ungeeignet. So wie sein zitierter Energieerhaltungssatz für das gesamte Universum gilt, so gilt sein Modell nur für gesamte Weltwirtschaft ohne eine zeitliche dynamische Komponente.
Gibt es für Hr. Münchau irgendein Problem auf der Welt, an dem nicht Deutschland (die USA oder der IWF) schuld ist? Dass es einfach schlecht geführte Staaten / Gesellschaften gibt, kommt im Weltbild von Hr. Münschau nicht vor!

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qoderrat 27.11.2015, 14:34
64.

Wenn Hr. Münchau Recht hat, bin ich wirklich gespannt wie diese Politik als Zahlmeister der EU so verpackt werden kann, dass diese Kröte vom Wähler geschluckt wird. Ich halte das nicht für unmöglich, aber einfach wird das ganz sicher auch nicht.

Ob es das Risiko wert ist, einen weiteren Schwenk nach rechts aussen zu riskieren, die Flüchtlingskrise trägt ihren Teil sowieso bei und ist noch für lange Zeit nicht im Griff, das scheint mir zunehmend fraglich.

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jufo 27.11.2015, 14:39
65. nix wie weg

Wir bekommen keine politische Union. Ohne diese gibt es aber keine stabile Währungsunion. Der Euro wird die enteignen die in Euro sparen, die Schuldner werden die Gewinner sein. Das entspricht nicht meinem Gerechtigkeitsempfinden.

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cogito 27.11.2015, 14:40
66. Keinen Cent

Ich für meinen Teil, bin nicht bereit auch nur noch einen Cent zu bezahlen für eine EU oder einen Euro. Beides ist nichts wert. Das zeigt sich schon seit geraumer Zeit und war nie so klar wie heute.

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Ökofred 27.11.2015, 14:40
67. Das ist hilfreich!

Zitat von jozu2
Selbst wenn das richtig wäre, Herr Münchau, macht das kaum einen Unterschied. Es knallt auch, wenn Deutschland zahlt. Nur wenn wir vorher großzügig den Geldhahn öffnen, verkommt Deutschland vorm Knall noch mehr und die anderen bereichern sich daran. Selbst wenn das richtig wäre, Herr Münchau, einfach knallen lassen. Lieber das Ende mit Schrecken.
Ihr Beitrag erinnert doch sehr an diese online Werbung in SPON, die man hier ja schon seit Jahren sieht. "NÄchstes Jahr knallt der EURO" Interessanterweise hält der Euro sich aber schon seit Jahren gut in der Krise - seit 2008 - und damit länger als ohne Krise. (v. 2002 bis 2008) Ich weiß nicht, wo Sie sehen, dass D verkommt, ich sehe das nicht (und ich lebe nicht mal in BW oder Bay..) Aber jeder macht die welt, wie Sie sich gefällt...

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darkmattenergy 27.11.2015, 14:44
68. Implodieren wird das System - nicht explodieren

Mangels Masse und Dank der durch die erschreckend mangelhafte Wirtschaftsleistung vieler EURO-Mitgliedsstaaten nicht ansatzweise gedeckten Schulden.

Nur noch als nicht-EURO-Mitglied bleibt Deutschland die Chance, nicht unrettbar in den absehbaren Untergang des ausschließlich für Schönwetterbelastungen konzipierten und inzwischen zur Transferwährung geschredderten EURO hereingezogen zu werden.

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Ökofred 27.11.2015, 14:45
69. Ganz sicher..

Zitat von bausa
von Deutschland wären am sinnvollsten. Wir sind zu stark, die anderen Länder zu schwach. Wer heute noc hsein GEld zur Bank trägt oder für die Zukunft spart ist selber schuld. Weniger Arbeiten, Leben geniessen solange bis Arbeit wieder lohnt. Bei möglichen Volksabstimmungen würde Frau Merkel und Co dumm aus der Wäsche schauen. Niemand der Bevölkerung will noch den Euro, Flüchtlinge die nach Scharia urteilen oder sonstige EU Zwänge.
..das würde das Stärke Problem D´lands sofort lösen, richtig! Der neue DM würde nach oben schiessen und wie würden nix mehr im Ausland verkaufen - dann müssten wir dei ganzen VWs und BMWs selber fahren!
Was aber wieder "Flüchtlinge" damit zu tun haben wird sicher Ihr Geheimnis bleiben.

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