Forum: Wirtschaft
Währungsunion: Wir bekämpfen die falsche Krise

Standard & Poor's hat Recht. Ich rede nicht von der*Benotung Frankreichs, sondern von ihrer Begründung. Europa leidet nicht an zu hohen Haushaltsdefiziten, sondern an den krassen Unterschieden in der*Leistungsfähigkeit der einzelnen Staaten.

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spügel 18.01.2012, 18:39
90. Lösungsvorschlag:

Zitat von sysop
Europa leidet nicht an zu hohen Haushaltsdefiziten, sondern an den krassen Unterschieden in der*Leistungsfähigkeit der einzelnen Staaten.
Einfach den Euro abschaffen, und die Länder wieder für sich wirtschaften lassen.

Ich denke, den U.S.A. würde es lange nicht so viel Armut geben, wenn die Regionen wirtschaftlich auf sich gestellt wären. Bei uns kommt die Armut ja auch schon an - einige von uns leben bald selbstverständlich in Zelten am Straßenrand ...

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garfield 18.01.2012, 18:40
91.

Zitat von sysop
Standard & Poor's hat Recht. Ich rede nicht von der*Benotung Frankreichs, sondern von ihrer Begründung. Europa leidet nicht an zu hohen Haushaltsdefiziten, sondern an den krassen Unterschieden in der*Leistungsfähigkeit der einzelnen Staaten.
Schade, Her Münchau, dass Sie meinen Seufzer der Erleichterung nicht hören können.
Endlich mal jemand, der nicht dumpf auf "faule Griechen/Spanier/Italiener" stammtischmäßig einprügelt und die Bankenkrise in eine "Staatsschuldenkrise" umdeutet.
Natürlich ist dies alles nichts Neues.

Euro-Krise: Deutschland bringt Europa aus dem Gleichgewicht - International - Politik - Handelsblatt

Wie verkommen sind unsere Medien?*|*NachDenkSeiten – Die kritische Website

Aber in den "Leitmedien" findet man die Logik eher selten, dass es schon rein mathematisch nicht funktionieren kann, wenn in einheitlichen (Währungs-)Systemen alle sparen bzw. Überschüsse anhäufen (wollen).
Wenn "alle so fleißig wie die Deutschen" wären, sollten wir uns auf dem Mars nach Abnehmern umschauen.

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porky1 18.01.2012, 18:41
92. eigentlich

Zitat von RioTokio
Ist Münchau womöglich Engländer, dann würde sein Standpunkt Sinn machen. Die engl. Banken bekommen Ihre Länderkredite durch Deutschland gesichert (Eurobonds) und die englische Wirtschaft (u.a. ) kann mehr exportieren.....
muessten Sie fragen, ob er Franzose ist, denn die franzoesischen Banken sind es (von der CoBa ganz zu schweigen), die mit Anleihen an die Suedeuropaeischen Staaten Probleme haben.

Warum Sie jetzt so auf "englische" (Sie meinen aber bestimmt britische) Banken heiss sind, ist mir in diesem Zusammenhang ueberhaupt nicht klar!

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ofelas 18.01.2012, 18:41
93. Jeder liefert jedem einen Griechischen Salat

Zitat von anderton
Solange niemand die Debatte über die Wettbewerbsfähigkeit bzw. die Exportüberschüsse der Einen und Defizite der Anderen auf die Tagesordnung setzt wird sich das Problem weiter verschärfen!
Das machen wir doch indem wir Ueberschuesse in Form von Geldern in diese Laender umleiten, so war es von Frankreich und Italien bei der Enstehung des Euros auch gedacht. Es wussten viele das Deutschland nicht weniger "wettbewerbsfaehig" werden wuerde.

Es geht auch anders, wir bauen diese Ueberschuesse ab in dem wir den Arbeitnehmnern mehr zahlen, nur diese werden kaum dafuer mehr Griechischen Feta oder, Spagetti oder Lamborginis kaufen.

Eine weitere Alternative, Deutschland wir einfach weniger Wettbewerbsfaehig und macht dann weniger Ueberschuesse weil andere dann was-weis-ich Liefern. Und wenn wir dann alle auf das Niveau von Portugal oder Spanien sind, steht China, Brasilien, Korea oder andere einfach still und warten 50 Jahre bis wir alle gemeinsam wieder das Spitzenniveau erreicht haben, um die Gelder zu erwirtschaften die gerne von allen Politikern in Europas ausgegeben werden.

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Der Pragmatist 18.01.2012, 18:42
94. Leichte Aenderung

Zitat von dunnhaupt
Man löst Europas Ungleichgewicht nicht, indem man den ärmeren Eurostaaten den Futternapf weg nimmt.
Man löst Europas Ungleichgewicht nicht, indem man den ärmeren Eurostaaten andauernd den Futternapf auffuellt und niemals kontrolliert, was ueberhaupt mit dem freien Futter geschiet.

Pragmatist

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Der Pragmatist 18.01.2012, 18:46
95. Welche ist besser?

Zitat von davidhupperich
Die eigentliche Krise beenden wir, in dem wir das weltweit herrschende Geld- und Zinssystem in Frage stellen. Ich hab mich daher in unserer Gegend mit einer Bürgerbewegung zusammengeschlossen. Wir kämpfen für eine neue Wirtschafts- und eine neue Gesellschaftsordnung. Wie diese aussehen soll, fragen Sie sich einfach mal selber. Oder fragen Sie Leute in ihrem Umfeld. Wie könnte eine solche Gesellschafft aussehen? Es gibt weltweit Bewegungen die gegen die Diktatur der Finanzindustrie aufbegehren. Sollte in ihrer Stadt keine Bewegung existieren, dann gründen Sie eine. Oder kontaktieren Sie mich. Ich helfe gerne.
Lieber die Diktatur der Finanzindustrie als die Diktatur der Diktatoren, wie in der Vergangenheit erlebt.

Pragmatist

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mrdude 18.01.2012, 18:46
96. Das mag ja alles

Zitat von sysop
Standard & Poor's hat Recht. Ich rede nicht von der*Benotung Frankreichs, sondern von ihrer Begründung. Europa leidet nicht an zu hohen Haushaltsdefiziten, sondern an den krassen Unterschieden in der*Leistungsfähigkeit der einzelnen Staaten.
stimmen, aber mir stellt sich immer noch die Frage warum Standard & Poor`s weder die USA, Großbritanien oder Japan so in die Zange nimmt. Wenn mir einer erzählt dass die jemals ihre Auslandsschulden in den Griff bekommen...da lach mir den Ast ab!

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Zereus 18.01.2012, 18:49
97. ...

Zitat von brunowsky
Wenn wir das nicht tun, dann zahlen wir m Ende für die Schulden der anderen. Dass sich Inflationsraten durchaus steuern lassen, zeigt ja schon allein die Aufgabe: Bundesbank und EZB haben ja als Hauptziel die Steuerung der Inflationsrate. Wir leben derzeit auf Kosten der Nachbarländer, das muss man ganz klar sehen: Wir profitieren mit Niedrigstzinsen und können unser Altschulden bequem umschulden. Die EZB musste inzwischen über 400 Mrd. an deutschen Forderungen gegen Importeure des Euroraums finanzieren. Wenn wir unsere Inflationsraten maßvoll erhöhen, entschuldet das den deutschen Staat und entlastet die Außenbilanz. Andererseits können niedrige Inflationsraten in den PIIGS ohne Straßenaufstände zu neuem Wachstum führen
Inflation lässt sich in gewisser Weise schon steuern, aber nicht derart genau, dass man in Deutschland 3,0% erreicht, in Spanien 1,5% und in Griechenland 0,5%. Das geht nicht, alleine schon wegen des Einheitszinssatzes für die Eurozone. Man kann über Zinssätze und Geldmengenkontrolle gewisse Rahmenbedingungen setzen, was die Märkte daraus dann machen ist aber unklar.

Was man aber immer machen kann, ist einer Deflation über die Druckerpresse vorzubeugen. Bernanke heißt ja "Hubschrauber-Ben", weil er im Deflationsfall Dollars aus Hubschraubern abwerfen will..

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Der Pragmatist 18.01.2012, 18:49
98. Falsche Richtung

Zitat von kellitom
ist der exorbitant hohe Leistungsbilanzüberschuß, denn er wurde durch sinkende Reallöhne hierzulande erreicht. Gebot Nr. 1 muß es jetzt sein, die Löhne in Deutschland kräftig zu erhöhen, um die Binnennachfrage zu stärken. Langfristiges Ziel muss es sein, eine ausgeglichene Leistungsbilanz zu erreichen. Es kann nicht sein, dass Deutschland seine falschen Rezepte allen Eurostaaten aufzwingt.
Wenn man die Löhne in Deutschland kräftig erhöht, um die Binnennachfrage zu stärken, dann kaufen die Leute eben mehr Fernseher aus China oder Autos aus Korea. Dann werden deutsche Produkte auf dem Weltmarkt teurer und es wird weniger verkauft.

Pragmatist

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annadomini 18.01.2012, 18:50
99. Gemeinschäftswährung - Irre am Ruder

aus den DMN:

Die Ratingagentur Egan Jones sieht ein erhöhtes Risiko in Europa auch für Deutschland und hat daher die Bewertung deutscher Staatsanleihen von AA auf AA- reduziert.

Nach Einschätzung der Agentur ist Deutschland immer noch die beste Volkswirtschaft in Europa. Jedoch könnte die Last der Euro-Rettung für Deutschland trotz eines Exportüberschusses und einer guten Handelsbilanz bald zum Problem werden. Wegen der Euro-Krise erwartet Egan Jones eine höhere Arbeitslosigkeit und ein Ansteigen der Inflation in Deutschland. Die höhere Arbeitslosigkeit werde durch die erwarteten, weiteren Sparmaßnahmen in der Euro-Zone steigen. Die Inflation werde durch die erwartete Abwertung des Euro durch das vermehrte Gelddrucken der EZB steigen.

In seiner Beurteilung der wirtschaftlichen Lage sieht Egan Jones die größten Gefahren für die deutsche Volkswirtschaft in der Euro-Krise. Zwar wird die Defizit und vor allem die 83% Schuldenquote als zu hoch für ein gesundes Industrieland angesehen. Aber wirklich entscheidend für das Downgrade sind die Verpflichtungen und die zu erwartetenden Verluste aus der Euro-Krise. Vor allem die Garantien für den EFSF und die Einzahlungen in den ESM sieht die Agentur als Gefahr für die Volkswirtschaft.

Egan Jones gehört zwar nicht zu den bekanntesten Agenturen, gilt aber wegen ihrer Unabhängigkeit als eine der besten. Die Agentur wird nur von institutionellen Investoren finanziert – ist also unabhängig von den Großbanken und Finanzeinrichtungen. Egan Jones waren die einzigen, die MF Global schon vergleichsweise lange vor dem Crash mit schlechten Noten versehen hatten. Die Stars der Branche wie Standard & Poor’s und Fitch gaben MF Global noch wenige Tage vor dem Zusammenbruch Bestnoten.

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