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Währungsverfall der Lira: "Der Türkei könnte es wie Venezuela oder Simbabwe ergehen"
DPA

Nach Ansicht von Wirtschaftsexperte Alexander Kriwoluzky droht der Türkei wegen des Lira-Verfalls der Staatsbankrott. Er sieht nur eine Chance, wie das Land das Vertrauen der Märkte zurückgewinnen könnte.

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peter-11 13.08.2018, 18:07
1. voraussehbar

Ein kurzer, treffender und nüchterner Kommentar. Bin echt gespannt wie das weitergeht. Einfach gesundbeten geht nicht, denn als Importland werden die Lebenshaltungskosten durch den Kursverfall der türk. Lira immer höher. Das dürfte in der Folge größere Spannungen geben.

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allessuper 13.08.2018, 19:35
2. Klar auch,

dass die Finanzkonzerne so schnell nicht aufgeben. Das ist eine Art der Kriegsführung gegen die islamische Welt, die sich nicht mehr dem Petrodollar fügen möchte. Insofern ist Erdogans Ablehnung von Hilfskrediten aus dem Westen mehr als verständlich. So wurde ja auch schon Griechenland niedergeputzt. Man muss wahrlich kein Freund von Erdogan sein, um das zu verstehen, denn diese Strategie ist inzwischen so durchsichtig. Ja, man darf gespannt sein, ob er sich aus der Schlinge der Dealer herausziehen kann. "Aus ökonomischer Sicht wäre es am besten, wenn er zurücktritt. Ein neuer Präsident könnte die Unabhängigkeit der Zentralbank wiederherstellen. Diese könnte dann die Zinsen erhöhen, um die Inflation zu bekämpfen." Wie immer die einzig weiterführende Frage: cui bono. Ohne Zinsen geht ja in der Finanzwirtschaft nicht mehr viel..

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bluraypower 13.08.2018, 21:29
3. Kriwoluzky, absolut korrekte Aussagen...

... die sich mit den meisten anderen Experten im weltweiten Finanzsystem decken.
Allein die Zeitspanne des zu erwartenden Kollaps der Wirtschaft in der Türkei sind nicht ganz richtig oder spekulativ. Hier sei auch gesagt das eine genaue Analyse nicht möglich ist, ansonsten aber im Prinzip genau den marktüblichen Analysen entspricht.

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eckawol 13.08.2018, 22:18
4. Nicht nur wie Venezuela oder Simbabwe ,

man erinnere sich an den Staatsbankrott von Argentinien zu Beginn dieses Jahrhunderts ; darunter nicht nur der Währungsverfall, sondern auch die Nichterfüllung von Anleiheschulden, was dann die Kapitalmarktfähigkeit dieses Landes über eine Dekade hinweg ausschloss. In der Krise wurde dann von Präsident Kirchner die Unterstützung des IWF lange abgelehnt....; das Ausland war für die Misere verantwortlich.

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4711_please 13.08.2018, 22:28
5. Das soll noch Jahre so weitergehen?

So ein Staatsbankrott ist doch ab einem gewissen Punkt kein schleichender Prozess mehr. Ich denke, das wird viel schneller gehen. Wenn ich das richtig einschätze, ist die Kreditklemme schon da: keiner leiht der Türkei mehr Geld. Insofern steckt Erdogan schon im Schlamassel. Ich glaube nicht, dass die Russen oder Chinesen der Türkei helfen werden. Die Russen achten sehr darauf, dass da was zurück kommt. Die haben keine Hunderte Milliarden in der Portokasse, um die Türkei an sich zu binden, vor allem wissen die auch, dass der Irre sich nicht binden lässt. War doch erst letztes Jahr, dass die russisch-türkischen Spannungen am sieden waren. Iran hat ganz andere Probleme und auch kein Geld übrig, zudem sind sie Schiiten und bekanntlich mit den Sunniten verfeindeten. Zudem müsste Erdogan bei den Kurden Zugeständnisse machen, sowohl mit den Russen, wie mit den Iraner. Der lässt doch alles wegen eines US-Pastors eskalieren, wo soll man da Zugeständnisse sehen. Venezuela hat ja zumindest noch Öl, die Türkei wird es noch in diesem Herbst sehr schlecht ergehen, mal sehen, ob die Repression die hungernde und siechende Bevölkerung zu unterdrücken vermag. Kann auch sein, dass das Militär wieder putschen wird - in einigen Monaten, nicht Jahren. Denn das türkische Militär erscheint mir unabhängiger als das venezolanische.

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Draw2001 13.08.2018, 22:36
6. Kein Rücktritt - aus meiner Sicht.....

Bisher war es so, dass alle Präsidenten, die bisher mit einer solchen Situation zu tun hatten , nicht zurückgetreten sind. Es scheint auf Menschen die mal solch eine Machtfülle erlebt haben, wie ein Drogenentzug zu wirken, wenn diese Maßnahme vorgeschlagen wird. Eher glaube ich, dass Herr Erdogan aufgrund fehlender psychischer Stärke, diesen Schritt ausschließen wird. Eine der kommenden Wahlen werden ihn jedoch einschränken. Solange müssen die Türken noch durchhalten.

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labuday 13.08.2018, 22:39
7. lesen und verstehen sind zweierlei - sie haben gelesen, aber..

Zitat von allessuper
dass die Finanzkonzerne so schnell nicht aufgeben. Das ist eine Art der Kriegsführung gegen die islamische Welt, die sich nicht mehr dem Petrodollar fügen möchte. Insofern ist Erdogans Ablehnung von Hilfskrediten aus dem Westen mehr als verständlich. So wurde ja auch schon Griechenland niedergeputzt. Man muss wahrlich kein Freund von Erdogan sein, um das zu verstehen, denn diese Strategie ist inzwischen so durchsichtig. Ja, man darf gespannt sein, ob er sich aus der Schlinge der Dealer herausziehen kann. "Aus ökonomischer Sicht wäre es am besten, wenn er zurücktritt. Ein neuer Präsident könnte die Unabhängigkeit der Zentralbank wiederherstellen. Diese könnte dann die Zinsen erhöhen, um die Inflation zu bekämpfen." Wie immer die einzig weiterführende Frage: cui bono. Ohne Zinsen geht ja in der Finanzwirtschaft nicht mehr viel..
Niemand hat Erdogan gwzwungen, die Unabhängigkeit der Zentralbank einzuschränken. Aber dieser Kasper meint in seinem Größenwahn, sich ALLES erlauben zu können - daß ohne seine Führereigenschaften nicht släuft.
Damit hat er die wichtigste Säule einer Volkswirtschaft massiv beschädigt - es kann kein Vertrauen von Anlegern geben, wenn dies passiert - wer legt denn sein Geld an in einemLand, in dem ALLES in einer Hand liegt - Gesetzgebung, Wirtschaft, Währungskontrolle, Politik - da leuchten die Anlegerlampen weltweit grellrot mit Sirenenton.
Erdogan hat nur einen Feind: Erdogan - nur der Dummbeutel kapierts nicht - im Hafen von Istanbul kann man eben nicht alles lernen. Es gab schon andere Führer auf dieser Welt, die in ihrem Größenwahn nicht nur ihr eigenes Land in Schutt und Asche gelegt haben - ich hoffe, Erdogan zerlegt nur die Türkei.

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jla.owl 13.08.2018, 22:48
8. Dumm gelaufen

Erdogan hat die Krise kommen sehen und daher die Wahlen vorverlegt, reiner machterhalt. Er wird Krieg in Syrien/Irak ausweiten, dazu braucht er die Rechtvertigung, dass der Niedergang der Lira ein Krieg des Westens gegen Muslime sei, und man nun die muslimische Welt, beginnend mit Syrien befreien müsse. Aus dem Landgewinn und den damit zu erobernden Ölquellen wird er sich aus der wirtschaftlichen Krise ziehen wollen... für ihn läuft alles nach Plan. Und, sorry, so verblendet wie hier seine Fans schreiben, gibt es bestimmt genug Dumme, die für ihn in den Krieg ziehen werden.

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fsteinha 13.08.2018, 22:48
9. @3

Gut das es noch den bösen Westen und den Petrodollar gibt, die immer währenden Schreckgespenster, wenn es mal mit sympatischen, autoritären Alternativregimen nicht so gut läuft. In keinem Fall ist die Ursache bei den bevorzugten Diktator zu suchen.
und natürlich ist cui Bono nicht zu vergessen, dieser zwingenste aller Beweise, aber auch nur, wenn die erwähnten Schreckgespenster begünstigt sind.
Das der Westen hier 145 Milliarden verlieren könnte scheint Sie in ihrer Stakato-Argumentation nicht zu scheren, auch das die Türken in dieser Lage nicht mehr schönes deutsches Kriegsgerät mehr kaufen können.

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