Forum: Wirtschaft
Wahldesaster: Die Selbstzerstörung der SPD
Kay Nietfeld/ dpa

Die SPD unterschätzt, welch dramatischen Bruch es mit ihrer Wählerschaft in der Zeit von Rot-Grün gegeben hat. Nie zuvor und nie mehr danach wurde die eigene Klientel so dramatisch abgehängt wie damals.

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NichtdeinErnst 31.05.2019, 12:22
10. Kurzes Gedächtnis...

Die Analyse von Herrn Fricke trifft zweifellos zu, aber was ist neu daran? Und war es nicht gerade auch der SPIEGEL, der in Schröder-Fischer-Zeiten das ganze Geblöke der New Economy und der ganzen neoliberalen Agenda brav mitgemacht hat, weil das damals angeblich genau so 'alternativlos' war wie das, was uns die Kanzlerin heute erzählt? Und genau deswegen halftern sowohl SPD als auch CDU gnadenlos ab. Sie haben keine Ideen für die Zukunft und können einfach ums Verrecken nicht zugeben, dass sie mit ihrer Politik den meisten Menschen in diesem Land geschadet haben und zudem einfach auch nicht immer alles lösen können. Sollten da eines Tages mal Selbstkritik und Ehrlichkeit einziehen, wären sie womöglich sogar wieder wählbar.

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glaubenstrichter 31.05.2019, 12:25
11. Die Tiefe des Kellers ist noch nicht erreicht!

Seit der Elefantenrunde wo Herr Schröder die Wahlniederlage gestehen musste, geht es mit der SPD in die Tiefe des Kellers. Es war der Neuanfang mit den falschen Führungskapazitäten. Von Martin Schulz Über Jetzige Spitze Fra Nahes. Man kann nicht über Deutschland und Europa Reden, aber das - Wie der Umsetzung - der ach so brennenden Sachthemen für Deutschland, Europa und den wichtigen Globalen Zusammenhängen sprachlos zu sein. Dem Wahlbürger ist die Ernsthaftigkeit dieser Alteingesessnen Bürgerparteien SPD CDU CSU nicht sichtbar geworden. Flasche Leer ist sichtbar, dass die Tiefe des Tales noch nicht erreicht worden ist.

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spon_7302413 31.05.2019, 12:26
12. Herzlichen Glückwunsch, Herr Fricke!

Ein wirklicher Hoffnungsschimmer tut sich da auf, dass nun auch bei SPON, nach einigen Jahren, was sag ich, eineinhalb Jahrzehnten tiefer Nachdenklichkeit und Analyse, nun über mögliche Ursachen des Vertrauesnverlustes der Menschen in die SPD, die Groschen zu fallen scheinen. G R O ß A R T I G ! Wer, wenn nicht ein Kolumnist bei SPON, hätte da auch schon darauf kommen können...? Jetzt wird alles wieder gut... ;-)

Aber gehen Sie nun auch den entscheidenden Schritt? Werden Sie zukünftig bei SPON damit aufhören, den Leuten die für dumm verkaufende Statistikkosmetik Monat für Monat freudestrahlend und in Fettungen der REKORDSTÄNDE bei den (noch gezählten) Arbeitslosen ins Fell zu reiben, um ihnen damit zu verdeutlichen, dass sie doch eigentlich nur selbst Schuld sein können, wenn nichts bei Ihnen ankommt? Arbeitslos oder Niedriglöhner BEI DEM REKORDSTAND!? Das muss doch im Umkehrschluss etwas bei den Menschen nicht stimmen, wenn händeringend Fachkräfte gesucht werden, der Mark leer gefegt und kaum noch jemand arbeitslos ist. Der Mark hat es doch gerichtet, oder? Also sind alle, die nicht hinterher gekommen sind, faule Säcke und Taugenichtse.

Ist das nicht die matraartige Botschaft, die zwischen den Zeilen von den Leitmedien implizit seit Jahren verbreitet wurde? Sie machen es sich vllt. etwas zu leicht, wenn Sie jetzt mit dem Finger auf die Agenda-Verbrigger zeigen und aussen vor lasen, wer das mediale Orchester an den entscheidenden Stellen unterstützt hat. Immerhin, Sie scheinen ja zumindest den Faden schon einmal aufgenommen zu haben. Jetzt wird es sich zeigen, bis wo hin Sie den auch aufzurollen gewillt sind. Time will tell. Halali!

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yvowald@freenet.de 31.05.2019, 12:27
13. Auschluß der "Totengräber" aus der SPD

Zitat von Deeds447
Dennoch beschwört Schröder bis heute seine "neue Mitte", deren Konzeptpapier jetzt auch in UK so kolossal mit sehr sanften Sozialkürzungen posthum aber die Konservativen ausbluten lässt. Er ist weiterhin unbeirrt der Meinung, dass die SPD verliert, weil sie "grüner als die Grünen und linker als die Linke" sein möchte. Das Symptom der sozialdemokratischen Selbstzerstörung trägt immer noch den Alt-Kanzler als Logo vor sich her.
Zustimmung.
So lange es die SPD nicht schafft, ihre "Tötengräber" (Schröder, Clement, Schily, Müntefering und andere) aus der Partei auszuschließen, so lange wird das Siechtum der SPD andauern. Erst wenn die SPD mit neuen Partei- und Wahlprogrammen punkten kann (etwa die Vorstellungen des Juso-Vorsitzenden Kevin Kühnert durchsetzt), wird sie sich erholen. 'Aber erst dann....

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Mainemaynung 31.05.2019, 12:27
14. Tja, schon mal was von Globalisierung gehört?

Bis etwa zum Mittelalter war es sinnvoll, die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes ohne internationalen Kontext anzusehen. Steitdem taugt dieser Ansatz nur noch für reißerische Kolumnen. Nur Herr Fricke glaubt noch, dass mit den Mitteln der nationalen Sozial- und Steuerpolitik ein seelig-geeintes wirtschaftlich gleiches Deutschland zu errichten ist, abgekoppelt vom bösen Weltmarkt. Könnte es nicht viel eher so sein, dass die Sozialdemokratie sich selber überlebt hat, weil sich überall in Europa das sozialdemokratische Wirtschafts- und Sozialmodell durchgesetzt hat und soviel staatliche Umverteilung erfolgt wie noch nie? Ist es nicht vielleicht so, dass in den letzten Jahrzehnten die ärmsten 10 % der Gesellschaft nie zur eigentlichen Klientel der Sozialdemokratie gehört haben, sondern die Mittelschicht/untere Mittelschicht (Angestellte/Facharbeiter). Diese Klientel hat überall in Europa bekommen, was sie wollte: Eine ineffiziente ausufernde staatliche Sozialbürokratie und Steuersysteme, die völlig undurchdringlich sind vor lauter divergierenden Zielen und Anreizen. Dabei wird kein Angehöriger der Mittelschicht reicher, aber es wurden Millionen Stellen in der Staatsbürokratie geschaffen - überwiegend traditionell Wähler der Sozialdemokratie.

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meinung2013 31.05.2019, 12:27
15. die Liste der "sozialen" Untaten gegen die eigene

Wählerschaft ist lange und sie begann bereits vor Schröder. Lange hats gedauert, bis die SPD Wähler das linke tasche / rechte Tasche Spiel der SPD erkannten. Nur die SPD hats immer noch nicht verstanden.
Ich hätte mir gewünscht, die SPD wäre auf die Oppositionsbank und nicht in die GroKo. So hätte diese partei eien Chance auf Regeneration gehabt. Wollten die Parteibosse und Delegierten halt nicht.
In jedem Niedergang steckt auch ein Neuanfang, muss ja nicht die SPD sein.

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AxelSchudak 31.05.2019, 12:28
16. Statistiken...

Statistiken und ihre Auswertung sind eine Kunst der Politik, häufig durch Perspektivwechsel und weglassen.
Leider sind Statistien auch alles, was wir an harten Daten haben. Insofern sollte man sich IMMER die Begründung UND die Daten ansehen. Eine einfache Korrelation aus Kausalität zu verkaufen, ist bestenfalls vereinfachend und gelegentlich schäbig und irreführend.

Beim Arbeitsmarkt reden wir immer von langfristigen Wechselwirkungen. Greifen tun die schröderschen Reformen erst ab 2003, insofern ist er eher für die Entwicklung von 2003 bis 2015 verantwortlich als für die Zeit davor. Zudem gab es etwa von 1997 bis 2005 einen sehr hohen Sockel an Arbeitslosikeit, der erst in der Folge - auch als Konsequenz aus den Agenda 2010-Reformen, gesunken ist.

Ja, Schröder hat viele Wähler mit seiner Poitik verprellt. Die sind bei den Linken oder Nichtwählern, und kommen vermutlich auch nicht zurück. Anstatt aber auf die Notwendigkeit und Erfolge dieser Politik zu verweisen, versuchen viele in der SPD die Vergangenheit umzudeuten oder als Fehler zu beschreiben, was dann aber eher die noch verbliebenen Wähler verscheucht als die alten zurückzugewinnen.

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Daxobert 31.05.2019, 12:29
17. Dreister Betrug

Nicht zu vergessen der dreiste Betrug an über sechs Millionen Betriebsrentnern, die seit 2004 doppelte Krankenkassen-Beiträge bezahlen dürfen. und die SPD weigert sich bis heute, diesen Betrug zu korrigieren. Da darf sie sich nicht wundern... schließlich werden die Betroffenen jeden Monat beim Blick auf ihren Kontoauszug daran erinnert, was die SPD unter Gerechtigkeit versteht.

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Emderfriese 31.05.2019, 12:29
18. Wasserträger

Zitat von promoexxl
Was Schröder damals gemacht hat war wichtig und richtig, Punkt. Das Problem ist, dass in den Folgejahren, als es wirtschaftlich dann wieder bergauf ging, versäumt wurde Änderungen und Anpassungen vorzunehmen. Seit Schröder sitzt die CDU am Ruder. Vielleicht beschwert man sich mal bei denen? Stattdessen wird seit 15 Jahren auf die SPD eingedroschen, die damals dafür gesorgt hat, dass Leute wieder in Lohn und Brot kamen und die Staatskasse deutlich weniger belastet wurde. Ohne die Agenda würde es vielen Leuten heute noch schlechter gehen. Vielleicht guckt man mal in die Zukunft und versucht gegenzusteuern? Stattdessen wird über die Vergangenheit gejammert und aus Trotz gar nicht mehr gewählt, oder Leute die enwteder nichts daran ändern können, weil sie keine Mehrheiten bekommen oder Leute, die überhaupt kein Interesse daran haben die Verhältnisse wieder zu ändern. Selber schuld?
"...Seit Schröder sitzt die CDU am Ruder. Vielleicht beschwert man sich mal bei denen? …"

Es gab mehrfach Möglichkeiten eine andere, sozialpolitisch freundlichere Koalition einzugehen - oder auch die Opposition zu wählen. Doch die SPD hat genau da weiter- (ich betone: weiter-)gemacht, wo Schröder aufhören durfte. Jetzt nur mit Frau Merkel. Und die hat nun wirklich kein Interesse an Erfolgen der SPD...
Nein, es ist und bleibt die große Schuld der Schröder-SPD samt Nachfolgern, Wasserträger der Reichen zu sein. Bis heute. Mal sehen, wie es weiter geht...

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_gimli_ 31.05.2019, 12:31
19.

Ohne Schröder wäre Deutschland bei Arbeitslosigkeit und Staatsverschuldung heute auf dem Niveau von Frankreich. Die Agenda war richtig und wichtig. Das heutige Problem der SPD ist vielmehr, dass es an der Führungsspitze nur Schrott gibt (Nahles, Stegner, usw.), Kühnert eher Ideen der Linken vertritt und die Jugend mit Inhalten der Arbeiterklasse von vor 20 Jahren nichts mehr anfangen kann und sich den Grünen zuwendet. Der alten SPD stirbt die Wählerschaft weg.

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