Forum: Wirtschaft
Wahldesaster: Die Selbstzerstörung der SPD
Kay Nietfeld/ dpa

Die SPD unterschätzt, welch dramatischen Bruch es mit ihrer Wählerschaft in der Zeit von Rot-Grün gegeben hat. Nie zuvor und nie mehr danach wurde die eigene Klientel so dramatisch abgehängt wie damals.

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Juro vom Koselbruch 31.05.2019, 15:44
260. Nun ja, ...

Zitat von Echolog
es ist ja aktuell "cool" gegen die SPD zu sein. Parteien wie die Grünen profitieren davon. Inhaltliche Dinge spielen da oft eine untergeordnete Rolle. Das gilt auch für andere Parteien. Ich glaube, die SPD könnte Freibier für alle versprechen, würde aktuell alles egal sein und nichts bringen. Allerdings sollten andere Parteien nicht glauben, sie könnten nicht auch in die SPD Situation kommen. Bleibt für mich nur die Frage, wieviel % der Meinungsmacher selber sich eine Meinung gebildet haben und wieviel % nur Meinungen ungeprüft übernehmen. Ich bin übrigens kein SPD Anhänger.
... ich fand es immerhin von 1974 bis Februar 2018 cool, Mitglied der SPD zu sein.

Inzwischen fühle ich mich nach meinem Austrit aus der SPD immer wieder bestätigt.

Es trat und trifft vieles ein, was von der Steinmeier-Koalition zu erwarten war. Es war nun mal Steinmeier, der meinte, als Bundespräsident die SPD in die erneute GroKo zu drängen. Und die SPD hat brav mitgemacht. Aber es wundert einen nichts mehr. Es war schon Steinmeier, der die Armenien-Resolution des Bundestages 2016 madig machte. Das muss man sich mal vorstellen: da will jemand ausgerechnet auch als damaliger SPD-Außenminister keine Resolution gegen begangenen Völkermord ...

Und dann die nun immer wieder und vermehrt auftauchenden Grauhaarigen. Das sind jene, die allen Vorsorgemaßnahmempfehlungen folgend vor vielen Jahren aus eignen Mitteln eine Direktversicherung fürs Alter abgeschlossen hatten. Sie kommen heute in die Jahre und merken, wie sie von der SPD und den Grünen 2004 verscheißert worden sind. Ihnen fehlen heute individiuell mehrere Tausend Euro.

Da hilft es auch nicht, auf Frau Merkel und Frau Göhring-Eckhardt zu schimpfen, die auch heute nicht den Betroffenen helfen wollen. Angeleiert hat das die SPD! Und genau die macht das Ding auch heute nicht zum Thema.

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ohlmannforpresident 31.05.2019, 15:45
261. Solange sowohl die SPD

als auch die CDU (siehe Erklärungsversuche nach dem Wahldesaster) immer noch meinen, ihre schlechte Politik NUR nicht gut genug erklärt zu haben, wird sich am Abwärtstrend nichts ändern. Wie wäre es denn, zur Abwechslung gute Politik für die Mehrheit dieses Landes zu machen, die letztlich mit ihren Steuern und Abgaben (noch) alles bezahlt? Demokratie bedeutet u.a., Minderheiten zu schützen und nicht zu unterdrücken. Sie bedeutet aber nicht, NUR noch Politik für Minderheiten zu machen. Daneben wäre es auch einmal schön, von Menschen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung und wirklicher Berufserfahrung regiert zu werden, wie das früher eigentlich schon einmal üblich war. Oder warum soll sich der arbeitende und steuerzahlende Bürger von den Herren Ziemiak oder Kühnert und den Damen Göring-Eckardt oder Roth, um nur wenige Beispiele zu nennen, die noch nie irgendein Brettchen, geschweige denn ein dickes, gebohrt haben, die Welt erklären lassen? Darin liegt die Wurzel allen Übels...

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wolle0601 31.05.2019, 15:45
262. Hang.on Nr 248

Volle Zustimmung. Ich würde der Liste noch die Anbiederei bei den Grünen hinzufügen. Die SPD hat in der Tat die Mitte verloren und wird sie mit ihren Kevins, Ralfs und Andreas auch nicht wiederfinden.

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jdirker 31.05.2019, 15:46
263. Bei den Malochern ...

einfach mal nachfrgen. Da wird man hören, dass die Flüchtlingspolitik der SPD nicht beliebt ist. Die, die wenig haben verstehen nicht, dass die, die warum auch immer hier her kommen, teilweise besser gestellt werden.
Versetzt euch in die Lage dessen, der morgens um 6:00 Uhr auf dem Weg zur Arbeit die Bild-Zeitung aufschlägt und von dem glücklichen Syrer mit drei Frauen und 13 Kindern liest, die über drei Wohnungen verteilt leben.
Nach Fragen SPD? Usw. und sofort!

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hefe21 31.05.2019, 15:46
264. Ausführliche Ausführungen - aber doch nicht vom muellerthomas

Zitat von muellerthomas
An Ihren Ausführungen ist so ziemlich alles falsch, was falsch sein kann.
Und an Ihren Ausführungen ist wie gewöhnlich nichts ausführendes. Aber Sie kommen mit diesen hingeworfenen Kurzbeiträgen trotzdem auf einen erstaunlichen Forenzähler. Ich konnte an den Ausführungen des angesprochenen Foristen Watschn ganz wenig "falsches" entdecken. Insbesondere die Depression Anfang der Nullerjahre nach dem Ausschlafen des Milleniumsrausches und dem Abfluss deutscher Spareinlagen infolge der gleich anschliessenden Euroeuphorie hat er mit sicherer Hand herausgearbeitet.

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ex_Kamikaze 31.05.2019, 15:47
265. Leider haben in der Folge

dieser verfehlten Politik des Ruckes in die "Mitte" sich viele aus der Mittelschicht mit der Oberschicht solidarisiert. Wenn heute also die SPD große Vermögen oder die Internetkonzerne besteuern will dann berichten die Konservative Presse und alle Fernsehsender über "Steuererhöhung" und Mittelschicht und untere Mittelschicht schütteln den Kopf - obwohl es sie gar nicht betrifft und sie selbst immer weiter abrutschen. Diese Schichten werden die SPD nie wieder wählen - was aber auch daran liegt das weite Teile ihre Interessen gar nicht mehr exakt formulieren können.

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n.wemhoener 31.05.2019, 15:47
266.

Zitat von loreley123
hat in dieser Zeit auch die Kapitalertragssteuer abgeschafft, das hat nicht mal Kohl sich getraut. All diese Schandtaten haben die Sozen nicht allein verübt, sondern zusammen mit den Grünen. Die Prügel aber kriegen die Sozen allein, während die Grünen boomen.
Man kann rot/grün ja manches vorwerfen, aber das Steuergeschenk der Abgeltungssteuer gehört nicht dazu.
Diese wurde 2009 eingeführt unter der Regie von Frau Merkel.

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AxelSchudak 31.05.2019, 15:48
267.

Zitat von observerlbg
...ist, oder nur gefühlt von den ehemaligen Wählern? Die Mehrheit der abgewanderten Wähler sehen in Gerhard Schröder den Zerstörer der sPD. Da liegt es nahe für die aktuelle sPD-Führung, sich von ihm zu distanzieren. Aber nein, man hält zu ihm auf Gedeih und Verderb.
Mir erscheint eher das Problem, dass man mit der Abkehr von Schröder genau die Wähler vertreibt, die die SPD noch hat (oder eher hatte. 2010 oder 2012 war die schrödersche Politik ja schon in vollem Wirken, trotzdem erhielt die SPD ~35%.

Das ständige rumnörgeln an der eigenen Vergangenheit seitdem hat die SPD nicht wirklich weitergebracht.

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syracusa 31.05.2019, 15:48
268.

Zitat von loreley123
hat in dieser Zeit auch die Kapitalertragssteuer abgeschafft, das hat nicht mal Kohl sich getraut. All diese Schandtaten haben die Sozen nicht allein verübt, sondern zusammen mit den Grünen. Die Prügel aber kriegen die Sozen allein, während die Grünen boomen.
Also mal ehrlich: die Hartz-Agenda, die Steuersenkungen für Reiche, die Öffnung des Arbeitsmarkts für billigste Leiharbeiter, die oft nahe am Sklavenstatus vegetieren, die Privatisierungen uswusf. waren allesamt *ausschließlich* Konzepte der SPD. Die Grünen haben keines der einschlägigen Ressorts besetzt, und mussten diesen Sozialabbau mittragen, wenn sie nicht die Koalition platzen lassen wollten, was wiederum den Atomausstieg verhindert hätte.

Den Grünen jetzt für die Misere der SPD die (Mit)Schuld zu geben, entspricht nicht der Faktenlage. Die Grünen waren damals und sind heute sozialer als die SPD.

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BurgRitter 31.05.2019, 15:48
269. Arg neben den Realitäten, oder?

Schröder & Co. hatte bei nahezu 5 Mill. Arbeitslosen keine Alternative. Meine Immobilienwerte haben sich seit etwa 2010 mehr als verdoppelt, bei Aktien haben sich die Werte fast verdreifacht. Nicht nur ich, kann mich mit viel heißer Luft erfolgreich rechnen. Bin ich aber nicht, Dragi & Co. haben es erledigt/verbockt. Der SPD fehlt es an Personal, der CDU, ohne Frau Merkel, ebenso, die Grünen haben gleich Sympathieträger und ( noch ) die richtige Welle. Es wird doch unbestritten sein, dass die SPD mit Baerbock & Habeck besser abschneiden würde, als mit Frau Nahles und Herrn Schulz!???

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