Forum: Wirtschaft
Wahldesaster: Die Selbstzerstörung der SPD
Kay Nietfeld/ dpa

Die SPD unterschätzt, welch dramatischen Bruch es mit ihrer Wählerschaft in der Zeit von Rot-Grün gegeben hat. Nie zuvor und nie mehr danach wurde die eigene Klientel so dramatisch abgehängt wie damals.

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syracusa 31.05.2019, 12:31
20. Treffer, versenkt

Ja, genau so schildere ich die Ursache für den Niedergang der SPD schon seit Jahren. Als Mitglied der Grünen argumentiere ich auch dort schon seit Jahren, das von der SPD brach liegen gelassene Feld selbst zu bestellen und das eigene soziale Profil deutlich zu schärfen.

Das kann heute nicht mehr darin bestehen, so wie mit der absurden Nahles-Grundrente eine gar nicht mehr existierende Klientel bedienen zu wollen. Die Niedriglöhner kommen zu ihren Lebzeiten gar nicht mehr auf die geforderten 35 Lebensjahre, und die bestehenden Ungerechtigkeiten wie die Enteignung der Renteneinzahlungen der Niedriglöhner werden dadurch noch verschärft. Nein, die Politik muss soziale Gerechtigkeit kombinieren mit mehr Freiheit für alle. Ich bin ein Gegner des bedingungslosen Grundeinkommens, aber die zahlreichen Anhänger müsste man doch auch mit einem klaren Schritt hin zu einer steuerfinanzierten (!) Grundsicherung gewinnen können.

Prekäre Lebensverhältnisse durchziehen heute fast alle Schichten, und das wird sich durch weitere Digitalisierung und Globalisierung auch weiter verschärfen, wenn nicht einige Grundparadigma grundsätzlich anders eingestellt werden. Von dieser SPD ist so ein Schritt nicht zu erwarten. Ohne auch nur entfernt die Positionen der FDP zu teilen, halte ich eine Regierungsbeteiligung von Grünen und FDP für sinnvoll, weil die Antagonismen zwischen den Schichten, für die die beiden Parteien stehen, gelöst werden müssen, und weil der notwendige gesellschaftliche Diskurs durch eine Koalition dieser beiden am besten forciert werden kann.

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Depressiver Depp 31.05.2019, 12:31
21. Einmal Schröder - immer Schröder...

Wer jetzt die SPD wählt, wählt nichts anderes als 1998. Hinsichtlich seines Grundrenten-Vorschlags muss sich Herr Heil von der FDP anhören, dass damit nichts gegen Altersarmut getan sei. Und da hat die FDP einfach mal recht. Wer nicht mindestens 35 Jahre geknufft hat soll nichts bekommen. Ob die Bezieher es dringend brauchen - egal. Da ist immer noch der herzlose Verein mit seiner Verachtung der Armen am Werk. Sie wollen keine linke Politik.

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Bundestrainer 31.05.2019, 12:31
22. Gaga-Kommentar

Einer der üblichen unreflektierten Gaga-Kommentare, der die Schuld für die Misere der heutigen SPD dem damaligen Kanzler Schröder und seiner rot-grünen Koalition zuordnet - was für ein Unsinn. Die damalige Koalition hatte ihre Wähler hinter sich. Und der Kommentator blendet ebenfalls aus, dass die damaligen Reformen den Grundstein für die atemberaubende wirtschaftliche Entwicklung der Bundesrepublik während der Merkel-Jahre gelegt hat - deren Politik war also keineswegs erratisch. Die Misere der heutigen SPD ist vielmehr eine Misere der Gegenwart. Das einizige, was der SPD helfen kann, ist eine Rückbesinnung in ihrer Politik auf die eigentlich sozialdemokratische Zielgruppe: Arbeiter, Handwerker, Beamten und Angestellte mit kleinem und mittlerem Einkommen und die entsprechenden Rentner/Pensionäre dieser Gruppen. Alle anderen sollte die SPD der Parteienkonkurrenz überlassen. Und glaubwürdiges Spitzenpersonal könnte auch nicht schaden. Menschen, die die Lebenswirklichkeit dieser Zielgruppen aus eigener Erfahrung kennen und zumindest eine abgeschlossene Berufsausbildung bzw. ein abgeschlossenes Studium haben und vielleicht sogar ein paar Jahre einer Arbeit außerhalb des Parteien- und Politikbetriebes nachgegangen sind.

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100034.47 31.05.2019, 12:32
23. Mir werden die Sozen nicht fehlen

Aber die Analyse ist falsch. Die Agenda war richtig, das sieht man selbst an der (einzigen) Grafik, die die zum Teil sehr eindimensionalen Argumente in dem Artikel belegen soll, am Anstieg der Kurve von 2005 bis 2010.

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Hein Lampe 31.05.2019, 12:32
24. Kein Profil

Für was steht denn heute noch die SPD? Die SPD unterscheidet sich doch nicht in ihren Wahlprogrammen und Handlungen von den anderen Parteien. Die CDU hat einfach alle sozialen Themen in ihr Programm mit aufgenommen und die SPD machte nichts dagegen. Dazu kommt, dass die Wähler zunehmend sauer auf die "Volksparteien" sind, die gar nicht mehr das Volk vertreten. Alle paar Jahre gibts ein paar Plakate, tolle "Buzzwords", als "Soziale Gerechtigkeit, mehr Lohn, geringere Steuern, mehr Umwelt...bla,bla,bla. Passieren tut nichts und die SPD bricht in ebenso rasanter Geschwindigkeit ihre Wahlversprechen, wie die CDU/CSU. Man kann sagen, die SPD hat ihre gesellschaftliche Schuldigkeit getan, die CDU wird folgen. Da Frau Nahles nicht weiß, dass man in ein Mikrofon auch leise sprechen kann und nicht herumbrüllen muss, wie auf dem Hamburger Fischmarkt und so tut, als ob wir kurz vor einem Weberaufstand stehen, werden sich mehr und mehr Wähler genervt abwenden. Nur heiße Luft. Nein, liebe Politiker, macht doch mal realistische Versprechen und haltet die. Laßt den Wähler nicht allein mit dem Gefühl, dass die ganze Politik von Lobbyisten und Wirtschaftsbossen gesteuert wird. Der Wähler versteht einfach nicht, warum der Berliner Flughafen nicht fertig wird, warum alle Großprojekte in Deutschland scheitern, warum auf deutschen Autobahnbaustellen nie jemand zu sehen ist. Hier könnte die SPD mal einen Gegenentwurf zur CDU sein und - ganz wichtig - liebe SPD, gebt kein Geld aus, dass ihr nicht habt. Dafür sind die roten Regierungen bekannt und gefürchtet.

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hannesmann 31.05.2019, 12:32
25.

Statt der sogenannten Respektrente sollte man Rentenerhöhungen nicht mehr prozentual sondern in festen Beträgen für Alle festlegen. Der Zinseszinseffekt führt doch zu einem weiteren öffnen der Einkommensschere obwohl alle Rentner mit den Einkommenserhöhungen die Basis für die Rentenanpassung sind nichts mehr zu tun haben.

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Jörg-Detlef 31.05.2019, 12:33
26. Umverteilung nach oben ist der naturgegebene Normalfall.

Die "Umverteilung von unten nach oben" ist eigentlich, will heißen im mathematischen Sinne, eine Art Normalverteilung. Unternehmen nämlich welche Autoritäten auch immer nichts gegen den Normalverlauf von Prozessen, hier den Ablauf von Geschehnissen auf dem wirtschaftlichen Sektor, so führt dies naturgegeben zur Massierung des zu Verteilenden auf der schon im Vorteil befindlichen Seite zu Lasten der anderen Teilnehmer am Geschehen. Dass in fast allen zivilisierten Ländern Steuern progressiv erhoben werden, zeigt dass das Problem erkannt ist. Jedoch genügt dies, auch in Verbindung mit sozialen Maßnahmen aller Art, offensichtlich nicht um gegenzusteuern. Ein Vorgang, der für die Evolution von Vorteil war und ist, die Natur zu dem gemacht hat, was wir genießen, schadet uns Menschen dann und nur dann, wenn wir wollen, dass wir nicht nur ein Teil der Natur sind, die keine Moral und Gerechtigkeit kennt. Von der SPD sollte man erwarten dürfen, dass sie denjenigen, die in diesem Prozess die Unterlegenen sind, entschiedener zur Seite steht.

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einerkeiner 31.05.2019, 12:33
27. Die gleichen kleinen Leute?

Soweit ich weiß sind die "kleinen Leute", die relativ immer weniger verdienen, nicht dieselben. Wenn durch EU-Einwanderung (und neuerdings Flüchtlinge) niedrigstqualifizierte Einwanderer in der Statistik unten hinzukommen, dann ist es logisch, dass sich die Einkommen weiter spreizen. Seriös wäre es gewesen, mal zu zeigen, wie sich die Einkommen für "die gleichen" kleinen Leute entwickelt haben, die schon zum Anfang der Statistik im Land waren. Aber dann wäre das Ergebnis vermutlich völlig anders, und die komplette Interpretation für die Katz.

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khwherrsching 31.05.2019, 12:34
28. Die SPD

hat nicht nur mit der Vergangenheit zu kämpfen, sondern vorrangig auch mit der Gegenwart. Die ständigen Sozialversprechen verschrecken selbst weite Schichten ehemaliger SPD-Wähler. Allein das Thema Grundrente, bei dem Herr Heil mit fragwürdigen Versprechen meinte, Stimmen zu gewinnen, wird ein Schuss nach hinten. Jeder der rechnen kann, erkennt, dass dieses Konstrukt so nie kommen wird. Die SPD schafft sich ab.

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siri_paibun 31.05.2019, 12:34
29. die Grafik zeigt.....

...die untersten und die obersten 10% der Bevölkerung. Ich hab mal kurz nachgerechnet, da bleiben noch 80% über. Wie erging es denne denen mit den Reformen der Sozn? 80% ist eine ziemliche Menge. Wenn es denen durch eine notwendige Reform etwas besser ging, hat der Schröder doch alles richtig gemacht, und die darauffolgenden CDU Jahre wurder der Kurs beibehalten. Wir haben 90% Zufriedene und 10%, denen nicht mehr der Hintern gepudert wird und die mit 5 Kindern ohne Schulbldung in Dauerarbeitslosigkeit ein Haus kaufen können. Wer bis hierher gelesen hat und mich jetzt hasst: ich meine das nicht so. Und das hier große Ungerechtigkeiten bei der Verteilung der erwitschafteten Güter stattfinden, und dass meist zum Schaden der Umwelt, ist ein Skandal. Aber ich hab auch die letzten Jahre gut gelebt in Deutschland. Meine Eltern auch. Meine Nachbarn auch. Deutschland ist Reiseweltmeister. Wir haben Frieden. Das ist auch was wert. KEine Partei macht immer alles richtig. Aber wenn man die Auswirkung einer Maßnahme beurteilt, muss man schon ein paar mehr Linien auf ein Papier malen, und nicht nur 10% oben, 10% unten.

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