Forum: Wirtschaft
Wahldesaster: Die Selbstzerstörung der SPD
Kay Nietfeld/ dpa

Die SPD unterschätzt, welch dramatischen Bruch es mit ihrer Wählerschaft in der Zeit von Rot-Grün gegeben hat. Nie zuvor und nie mehr danach wurde die eigene Klientel so dramatisch abgehängt wie damals.

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Cyberfeld 31.05.2019, 12:56
60.

Grundsätzlich sehe ich schon das die SPD versucht zurückzukehren zu ihren alten Wurzeln als Arbeiterpartei aber mir ist das noch zu zögerlich. Aber wie schon geschrieben ihm Artikel man hat wirklich einen massiven Bruch mit der eignen Wählerschaft begangen(Und viele Verliesen die SPD damals) Schröder hat ihm Prinzip all das Gemacht für was die Wähler ihn nicht gewählt hatten b.z.w das Gegenteil.

Man kann sicher irgendwo argumentieren ob Reformen notwendig waren aber da gingen einigen Dinge selbst als er wecke war schief.

1.) Seine "Getreuen" bleiben ihn Spitzenpostionen auch nachdem Schröder wecke war und glorifizierten ihn und seine Politik was einen Neustart unmöglich machte ihn der SPD und die Wähler zusätzlich befremdete . Wobei ich annehme das das auch mit gekränkten Eitelkeiten zu tun hatte das viele ehemalige Mitglieder zur Linken oder anderen Parteien gewandert sind

2.) Soziale Leistungen kurz zur Seite seine Politik/Agenda 2010 war nicht so toll wie man immer tut . Richtig ist es hat der Exportindustrie stark geholfen was aber viele nur erlebt haben Persönlich ist wie die Binnennachfrage einbrach und Schrumpfte und zwar Jährlich bis zur Bankenkrise und trotz dem Investitionsprogramm das man hatte.

Das wurde von der Politik und den Medien stark ignoriert hatte aber sozusagen eine zweiten Erdrutsch ausgelöst in der Wählerschaft.

Nachwort :
Was mich damals schon aufregte bei der Agenda 2010 ist wie viele mühen den Leuten ausgelegt wird um ihm besten Fall mittelfristig Erfolg zu haben um dann langfristig eh in Probleme zu stolpern .

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s.l.bln 31.05.2019, 12:57
61. Was Sie hören können/wollen oder nicht...

Zitat von promoexxl
Was Schröder damals gemacht hat war wichtig und richtig, Punkt. Das Problem ist, dass in den Folgejahren, als es wirtschaftlich dann wieder bergauf ging, versäumt wurde Änderungen und Anpassungen vorzunehmen. Seit Schröder sitzt die CDU am Ruder. Vielleicht beschwert man sich mal bei denen? Stattdessen wird seit 15 Jahren auf die SPD eingedroschen, die damals dafür gesorgt hat, dass Leute wieder in Lohn und Brot kamen und die Staatskasse deutlich weniger belastet wurde. Ohne die Agenda würde es vielen Leuten heute noch schlechter gehen. Vielleicht guckt man mal in die Zukunft und versucht gegenzusteuern? Stattdessen wird über die Vergangenheit gejammert und aus Trotz gar nicht mehr gewählt, oder Leute die enwteder nichts daran ändern können, weil sie keine Mehrheiten bekommen oder Leute, die überhaupt kein Interesse daran haben die Verhältnisse wieder zu ändern. Selber schuld?
...ist unerheblich, sogar für Ihr eigenes Schicksal, denn Sie leben in einem Land, dem von Schröder eine wichtige soziologische Komponente genommen wurde und das Resultat dieser Zeit müssen auch Sie ausbaden.

Man kann darüber streiten, welche der "Reformen" volkswirtschaftlich sinnvoll waren. Entscheidend ist, daß speziell die SPD die Deregulierung der Börsen, das Öffnen der Tore für die Leiharbeit und einiges mehr in dieser Richtung nicht hätte umsetzen dürfen. Das hatte man, wenn überhaupt im Sinne des sozialen Friedens schwarz-gelb überlassen oder verhindern sollen, so bizarr das klingt.
Der SPD kam traditionell die Rolle des Beschützers des "kleinen Mannes" zu, der zu verhindern hatte, daß die Konservativen Arbeitnehrmer-Mieter und Verbraucherrechte, nicht allzu sehr abbauen.
Mit dem Rechtsruck waren Union und FDP im Grunde überflüssig geworden, dafür ging links davon ein wichtiges regulierendes Element verloren.
Daß die SPD damals die Hälfte ihrer Mitglieder unwiederbringlich verloren hat, war folgerichtig. Daß sie anschließend so lange in der großen Koalition verbracht haben, zeigt, wie ähnlich SPD und Union sich geworden sind.
Blöderweise wissen die ehemaligen Wähler der SPD nun nicht mehr, wen sie wählen sollen und laufen teilweise den Rattenfängern der AFD in die Arme oder wählen gar nicht mehr, weil Sie sich mit der Linken nicht identifizieren können und die Grünen unter rot-grün mit dem Sozialabbau noch viel weiter gegangen wären.
Das mag Ihnen nicht gefallen, aber wer sich die Entwicklung z.B. auf dem Wohnungsmarkt mal ansieht, und sich fragt, welche Entscheidungen dazu führen, daß wichtigste Grundbedürfnisse nicht mehr gestillt werden können, der kann nur feststellen, daß Union und SPD gemeinsam keine Politik für die Mehrzahl der Bürger machen.
Warum sollten diese sie also noch wählen?

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fesdu2804 31.05.2019, 12:59
62. Nein, es ist viel einfacher

Nein, der Grund für den Niedergang der SPD ist viel einfacher:
Sie ist schlichtweg nicht konkurrenzfähig.
Die Sozialstaatsträumer finden sich in der Linkspartei aufgehoben.
DIe Sozialstaatsrealisten finden sich in der CDU oder FDP aufgehoben.
Die Sozialstaatsnationalisten a la Guido Reil haben nunmehr ihre Heimat in der AfD.
Die Sozialstaats-Ökos wählen die Grünen.
Die SPD hat nichts, was man ein Alleinstellungsmerkmal nennen könnte. Sie ist daher für die Wähler obsolet.

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Paul Ka 31.05.2019, 12:59
63. SPD = Irrungen und Wirrungen

Irrungen und Wirrungen= SPD !!! Am Beispiel des Klimaschutzes (ich kann's bald nicht mehr hören!) ist sehr schön abzulesen, was die Sozis alles falsch machen. Die werden doch nicht glauben, dass sie eine Stimme mehr bekommen, wenn sie den teils hanebüchenen Forderungen der Grünen noch einen draufsetzen. Kein SPD-Wähler wird jubeln, wenn Kraftwerke abgeschaltet werden und dadruch Arbeitsplätze gefährdet werden. Kein Sozi wird jubeln, wenn demnächst Strom und Sprit teurer werden, weil es CO2 einzusparen gilt. Und kein Sozi wird jubeln, wenn demnächst vielleicht die Flugpreise steigen, wenn er in Urlaub fliegen will. Von Sozialdemokraten erwartet man vielmehr, dass sie sich hinstellen und betonen, dass Arbeitsplätze mindestens so wichtig sind wie Klimaschutz und dieser insbesondere nicht zu Lasten der sogenannten kleinen Leute gehen darf. Vor allem dürfen sich nicht die gut Betuchten freikaufen können. Denn diesen ist egal, ob der Spritz einen Euro mehr kostet, die Strompreise steigen und die Flugreisen teurer werden. Genau hier ist der Punkt, wo sozialdemokratische Politik ansetzen muss. Ansonsten sehe ich schwarz für die Sozis !! Und noch etwas für die Klima-Romantiker bei der SPD und den Grünen: Das, was wir hierzulande in den kommenden 20/30 Jahren mühsam an CO2 einsparen, das blasen vermutlich allein die Amis innerhalb von zwei Jahren in die Luft.... Also bitte mal schön auf dem Teppich bleiben, was die Klimapolitik betrifft. Auf diesem Feld können die Sozis keinen Blumentopf gewinnen !!!

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kodu 31.05.2019, 12:59
64. Sie widerlegen sich selbst

Zitat von Bundestrainer
Einer der üblichen unreflektierten Gaga-Kommentare, der die Schuld für die Misere der heutigen SPD dem damaligen Kanzler Schröder und seiner rot-grünen Koalition zuordnet - was für ein Unsinn. Die damalige Koalition hatte ihre Wähler hinter sich. Und der Kommentator blendet ebenfalls aus, dass die damaligen Reformen den Grundstein für die atemberaubende wirtschaftliche Entwicklung der Bundesrepublik während der Merkel-Jahre gelegt hat - deren Politik war also keineswegs erratisch. Die Misere der heutigen SPD ist vielmehr eine Misere der Gegenwart. Das einizige, was der SPD helfen kann, ist eine Rückbesinnung in ihrer Politik auf die eigentlich sozialdemokratische Zielgruppe: Arbeiter, Handwerker, Beamten und Angestellte mit kleinem und mittlerem Einkommen und die entsprechenden Rentner/Pensionäre dieser Gruppen. Alle anderen sollte die SPD der Parteienkonkurrenz überlassen. Und glaubwürdiges Spitzenpersonal könnte auch nicht schaden. Menschen, die die Lebenswirklichkeit dieser Zielgruppen aus eigener Erfahrung kennen und zumindest eine abgeschlossene Berufsausbildung bzw. ein abgeschlossenes Studium haben und vielleicht sogar ein paar Jahre einer Arbeit außerhalb des Parteien- und Politikbetriebes nachgegangen sind.
Denn die von Ihnen gefeierte volkswirtschaftliche Prosperität wurde auf Kosten genau DER Zielgruppe erkauft, die Sie - durch eine Rückbesinnung der SPD - jetzt wieder besser stellen wollen.
Warum? Weil diese unteren und mittleren Einkommen durch die Agenda 2010 massiv schlechter gestellt wurden.
Ihre Aussage über die Richtigkeit und Wichtigkeit des Schröderschen Umverteilunspolitik von unten nach oben, ist nur aus Sicht des oberen Drittels oder Viertels der Gesellschaft richtig. Aber die wählen nie SPD.

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BellSouth 31.05.2019, 13:00
65. Bullschitt

Was für ein Blödsinn! Es gibt dieses SPD-Klientel immer weniger! Die SPD hat insgesamt nicht kapiert, dass sich die komplette Arbeitswelt geändert hat und weiter ändern wird! Egal ob Dorf- oder Bundes-SPDler, sie sind und bleiben die ewig gestrigen! Was für ein blödsinniger Artikel! Auch die Medien übertreffen sich in Ihrer Abwesenheits-Arroganz und distanzieren sich immer mehr von der Realität! So kann niemand mithalten, geschweige etwas ändern!

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flying_dutchman 31.05.2019, 13:01
66. Die Führungsriege der SPD

Die Führung der heutigen SPD sind immer noch die Wasserträger von Schröder. Erst mit einer neuen Generation a la Kühnert mit der Haltung eines Kühnert könnte wieder überzeugen, wenn es denn überhaupt einen Sinn macht eine Partei zu retten. Man kann ja jederzeit eine neue gründen. Wie wäre es mit einer WSPD für wirklich soziale Partei Deutschlands?

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spon_7302413 31.05.2019, 13:02
67. Schröder war nicht konsequent, ganz recht.

Zitat von Bundestrainer
Einer der üblichen unreflektierten Gaga-Kommentare, der die Schuld für die Misere der heutigen SPD dem damaligen Kanzler Schröder und seiner rot-grünen Koalition zuordnet - was für ein Unsinn. Die damalige Koalition hatte ihre Wähler hinter sich. Und der Kommentator blendet ebenfalls aus, dass die damaligen Reformen den Grundstein für die atemberaubende wirtschaftliche Entwicklung der Bundesrepublik während der Merkel-Jahre gelegt hat ...
Sie haben völlig Recht, Merkel nassauert sich die Erfolge, die Schröder eingeleitet, was sag ich, erst möglich gemacht hat einfach und profitiert, ohne selbst den Güllegeruch des Verräters an der eigenen Klientel an sich haften zu haben. Chapeau, das war und ist clever.
Allerdings könnte man Schröder und Clement auch vorhalten, nicht konsequent genug gewesen zu sein, eben in typischer Sozi-Manier, halbherzig. Wie Sie ganz richtig bemerken, ist Deutschland durch die Konzipierung und Etablierung des Niedriglohnsektors und die Entrechtung der Leih-AN, bei gleichzeitigem Druck durch die drohende Verelendung bei Ungehorsam, in eine beispiellos gute Lage gekommen und konnte des Status als Exportweltmeister festigen und ausbauen. Wurde als Investitionsziel interessant auch für Hedfefonds, weil man die Betriebe nach der Übernahme risikofrei ausbeinen und die Reste dem Steuerzahler zur Entsorgung wieder hinwerfen konnte. Das Paradies war geschaffen. Für Investoren, die einen schnellen Euro machen wollten, versteht sich.
Aber die Zwischenlagerung der Arbeitsreserve im Niedriglohnbereich und Hartz IV wurde letztendlich nicht gründlich genug durchdacht. Die Bürokratie ist ausufernd und für jeden Euro Einsparungen durch Sanktionen müssen fast Drei Euronen aufgewendet werden, um dieses Defizit überhaupt realisieren zu können. Ökonomisch geht anders. Das man nicht gleich der Sche an der Wurzel bei gekommen ist, wird mir ewig ein Rätsel bleiben... Dabei liegt die Lösung doch auf der Hand. Mündelsklavenhaltung, gepflegte Wohn+Arbeits-Lager mit Grünflächen, Abrufbereitschaft und freier Transport zum Arbeitsplatz, je nachdem wo der Bedarf gerade anfällt. Gegen Kost, Logis und bei moderater Gesundheitsversorgung, angezuckert mit ein paar Euronen Handgeld. Also das, was die europäischen Freizügigkeit in Bezug auf Rümänishen Wanderarbeiterkolonnen in der Fleischverarbeitenden Indusrie hierzulande nur recht hplprig umsetzt, hätte man ja durchaus auch professionell planen und im großen Stil etablieren können. Das das nicht in Betracht gezogen wurde, ist mir im Nachhinein auch völlig unverständlich, denn das hätte die Verwaltungskosten minimiert und den Ertrag maximiert. Die Gesetze entsprechend zu ändern ist ja ein probates Mittel, die aktuelle Zweiklassenrechtsgestaltung hatte nur etwas abgewandelt formuliert werden müssen, und wir hätten viele der aktuellen Probleme nicht. Aber so sind sie nun einmal, die Sozis, von Wirtschaft und konsequenter Umsetzung stringenter Maßnahmenplanung verstehen nicht einmal ihre Besten wirklich viel... ;-)

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ronalds 31.05.2019, 13:05
68. Daumen hoch !

Ein gut verfasster Artikel, der es auf den Punkt bringt. Mehr davon !

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Thomasvon Bröckel 31.05.2019, 13:05
69. Blödsinn

Die Reformen der Schröder-Regierung waren richtig und jeder ernstzunehmende Wirtschaftswissenschaftler kann Ihnen vorrechnen, welche positiven Effekte diese entwickelt haben. Anfang 2005 hatten wir fast 5 Mio Arbeitslose, schon vergessen? Noch heute zehrt Frau Merkel von der Schröder-Dividende. Schröder war mutig, im richtigen Moment das Richtige zu tun. Das heutige Dilemma der SPD hat etwas damit zu tun, dass zum einen die "klassische" SPD-Klientel immer kleiner wird und zum anderen die Parteiführung jeglichen Bezug zur Realität verloren hat und überhaupt nicht mehr wahrnimmt, welche Themen die breite Mehrheit der Bevölkerung interessieren. Stattdessen macht man zunehmend Politik für Randgruppen und verteilt weiterhin Wahlgeschenke mit der Gießkanne. Finden Sie es etwa gerecht, dass ein Facharbeiter bereits ab 54.000 EUR Einkommen mit dem Spitzensteuersatz belastet wird?

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