Forum: Wirtschaft
Warnstreiks bei der Bahn - überzieht die Lokführergewerkschaft?

Zugausfälle, Wartezeiten an den Bahnhöfen - und das bei eisigen Temperaturen. Die Streikmaßnahmen der Lokführer haben bereits für Turbulenzen gesorgt. Überzieht die Lokführergewerkschaft ihren Kampf?

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masch 05.03.2011, 13:54
230. Unsinn...

Zitat von 5mark
Ich will sie jetzt nicht mit dem Urschleim langweilen. Aber: In einem Vertrag versprechen sich die Vertragsparteien grundsätzlich gegenseitig bestimmte Leistungen. Bei ArbeitsVERTRÄGEN für Lokführer ist es auf das einfachste runtergebrochen: Der Lokführer fährt nach Anweisung des Bahnunternehmens eine Lok und bekommt dafür Betrag X. Wer Verträge nicht erfüllt macht sich schadenersatzpflichtig. Auf unbestimmte Zeit geschlossene Dauerschuldverhältnisse enden in der Regel durch Kündigung. Nur beim Arbeitsvertrag wird ständig auf das gröbste davon abgewichen (wenn man in einer Gewerkschaft ist). Da heißt es dann wir haben zwar einen Vertrag ausgehandelt und du, Arbeitgeber, erfüllst zwar deine Leistung, aber wir sagen jetzt einfach mal das interessiert uns nicht und wir wollen trotz bestehendem Vertrag neu verhandeln und zwar - OHNE RISIKO (was den bestand meines Arbeitsverhältnisses angeht). Jetzt stellen sie sich mal vor, das würde im Bereich der Miete genauso funktionieren. Dann würde der Mieter sagen können: Ich will den Mietvertrag gern zu meinen Gunsten ändern also verhandeln wir trotz bestehendem Mietvertrag nochmal neu und als Druckmittel verweigere ich bis zu einer Einigung meine Leistung, räume die Wohnung und ziehe zu meine Bruder. Das Mietverhältnis bleibt aber bestehen und nachdem wir uns geeinigt haben oder ich den Streik beende kann ich sofort wieder einziehen (und wehe die Wohnung ist anderweitig vermietet, und ich kann da nicht sofort rein, dann verlange ich Schadenersatz) Klingt irgendwie eigenartig, oder? Wer verhandeln will kann das tun. Wer seine Leistung in einem laufenden Vertrag verweigern will, soll sich in einen Zustand versetzen in dem er das rechtmäßig tun, darf. Nach Vertragsbeendigung. Und jetzt wird es interessant. Wie viele Arbeitnehmer wären tatsächlich bereit, um Druck auf die Arbeitgeberseite aufzubauen, flashmobartig den Arbeitsvertrag kündigen?
...ist der Vergleich zwischen einem Mietvertrag und einem Arbeitsvertrag. Streiks sind rechtmäßig und stellen die einzige Waffengleichheit zwischen übermächtige Arbeitgeber und einzelne Arbeitnehmer her. Alles andere ist/wäre kollektives oder individuelles Betteln.

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murrle01 05.03.2011, 14:00
231.

Zitat von Rooster Cogburn
Die GDL sollte als terroristische Vereinigung eingestuft werden, da sie den Steuerzahler und zahlenden Fahrgast willkürlich aus niedrigen Beweggründen zur Geisel nimmt. Lokfüher sollten endlich durch alte PCs ersetzt werden. Jede digitalisierte Märklinbahn demonstriert, wie das geht. GPS und Blutdedektoren an der Lokfront erledigen den Rest. Betreffs des Streiks: die Lokführer einfach durch ausländische Kontraktoren vorerst ersetzen, bis die Computersysteme laufen.
Eine Frage: Von Technik verstehen sie NULL? Oder was rauchen Sie? Allein eine Modellbahn mit der Realität zu vergleichen, disqualifiziert Sie komplett!

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murrle01 05.03.2011, 14:06
232.

Zitat von Robert Rostock
Ziel eines Streiks ist es also, auf Seite 1 der Blödzeitung zu kommen. Seltsam. .
Beim letzten Streik haben es Mehdorn und Konsorten erreicht mit absoluten Unwahrheiten und Lügen auf die Titelseiten zu gelangen. Zum Teil mit ganzseitigen bezahlten Anzeigen. Also mal der, dann der!

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Robert Rostock 05.03.2011, 14:06
233.

Zitat von masch
...im Zweifelsfall auch legitimiert, wenn die tarfvertragsführende Gewerkschaft dieses mit den Mitgliedern beschließen würde!
Möglicherweise ist das legitimiert.
Aber meinen Sie ernsthaft, das wäre zielführend? Man könnte dadurch seine Forderungen durchsetzen?

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masch 05.03.2011, 14:15
234. Klar...

Zitat von Robert Rostock
Möglicherweise ist das legitimiert. Aber meinen Sie ernsthaft, das wäre zielführend? Man könnte dadurch seine Forderungen durchsetzen?
...wäre es eine Möglichkeit, zumindest zu versuchen, einen einheitlichen Telekommunikationslohn durchzusetzen. Die Frage ist letztlich, sind die betroffenen Menschen bereit diesen Weg mitzugehen.

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Robert Rostock 05.03.2011, 14:17
235.

Zitat von murrle01
Beim letzten Streik haben es Mehdorn und Konsorten erreicht mit absoluten Unwahrheiten und Lügen auf die Titelseiten zu gelangen. Zum Teil mit ganzseitigen bezahlten Anzeigen. Also mal der, dann der!
Dass zur Zeit die GDL mit absoluten Unwahrheiten und Lügen auf die Titelseiten gelangt, haben jetzt aber Sie gesagt!
Das würde ich mir nie trauen ;-)

Aber nochmal ernsthaft: Meinen Sie, dass die GDL durch die vergangenen Warnstreiks ihrem Hauptziel, dem Flächentarifvertrag, näher gekommen ist? Ich befürchte nämlich, dass dem nicht so ist. Siehe die gestrigen Reaktionen der Privatbahnen.

Und ja, Sie haben richtig gelesen: Ich befürchte das. Weil ich nämlich die Forderung nach dem Flächentarifvertrag für absolut richtig halte.

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Robert Rostock 05.03.2011, 14:21
236.

Zitat von ostseestern
Ich habe den ganzen Tag das Schmierentheater der Medien beobachten dürfen. Der Spiegel tippt wieder mal nur ab: Ganz ein Guttenberg, möchte man da sagen. Momentan sitze ich in "Wolke7" des RE4363 von Rostock nach Berlin Hbf. Weder dieser Zug, noch die Züge davor fielen aus bzw. fahren verspätet. Auch habe ich noch keinen erbosten Fahrgast antreffen können.
Hab diesen Beitrag leider erst jetzt gefunden.

Sie meinen also, die ganzen Meldungen über einen gestrigen Warnstreik der GDL wären gefälscht? Ein Schmierentheater der Medien?
Lügt dann auch die GDL, die sich auf ihrer Homepage rühmt, dass bundesweit 75% der Züge ausgefallen oder massiv verspätet sind, in Fünfneuland sogar 90% ?

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Ozmaker 05.03.2011, 14:34
237.

Hier nochmal meine Fragen von Gestern, vielleicht könnte sie mir ja jemand beantworten:

Ich habe 3 Fragen:
1.Warum wechseln Lokführer, die unzufrieden mit ihrer Bezahlung sind, nicht den Arbeitgeber? Ich arbeite in einem gewerkschaftslosem Beruf und kenne es nicht anders.
2. Warum verweigert die GDL momentan grundsätzlich Verhandlungen? Im Moment bekommt man das Gefühl, dass die GDL genau dann "verhandeln" will, wenn das Angebot 1 zu 1 mit den Forderungen überein stimmt. Nur kann man dann noch von verhandeln sprechen oder ist es nicht eher Erpressung? ;-)

3. Warum kann man in dieser Tarifrunde anstatt 4 Forderungen, nicht erst einmal nur 1,2 oder 3 versuchen zu erreichen? Ich finde die gleichzeitige Forderung eines Flächentarifvertrages, einer Lohnerhöhung beim Marktführer, einer Berufsunfähigkeitsabsicherung sowie einer Jobgarantie bei Bertreiberwechsel in der Summe vermessen. Jeder dieser Punkte für sich ist nachvollziehbar und in gewissem Maße berechtigt, aber alles auf einmal zu verlangen und nicht bereit zu sein, Abstriche zu machen, lässt die GDL gierig und realitätsfern erscheinen.

Grundsätzlich ist übrigens zu sagen, dass die Außendarstellung der GDL, insbesondere ihres Vorsitzenden, äußerst mangelhaft ist. Ich versuche momentan trotz der Einschränkungen, die mit den Streiks verbunden sind, Solidarität mit den Lokführern zu empfinden; es fällt mir mit jedem reißerischen Text auf www.GDL.de schwerer...

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5mark 05.03.2011, 14:37
238. Ist-Eben-So-Argumentation

Zitat von masch
Unsinn ist der Vergleich zwischen einem Mietvertrag und einem Arbeitsvertrag.
Das können sie bestimmt auch belegen. Das eine ist ein Dauerschuldverhältnis und das andere auch. Verträge handelt man vor Vertragsschluss aus nicht danach.

Hat ihnen in der Schule keiner beigebracht wie man Argumentiert.

Wenn ich eine regelmäßige Anpassung des Arbeitsentgeltes an die Preissteigerung will, hat jeder Arbeitnehmer die Chance das vor Vertragsschluss zu vereinbaren. Wenn der Vertragsgegner meine Forderung nicht akzeptiert, dann sollte man den Vertrag nicht abschließen.

Aber dann kommt immer die Mär vom übermächtigen Arbeitgeber. Komisch zum streiken können sich die Arbeitnehmer zusammenrotten. Bei Vertragsverhandlungen im außervertragsmäßigen Zustand können sie das nicht? Sollen alle gewerkschaftsorganisiert kündigen und dann mit einheitlichen Forderung an den Arbeitgeber herantreten. Wenn man kein Personal hat um die Arbeit zu erledigen muss man als Arbeitgeber welches einstellen. Wenn dann andere eingestellt werden, weil die diese Forderung nicht als Bedingung aufstellen. Tja Pech. Ich kann mich ja als Kaufmann auch grundsätzlich nicht beschweren wenn die Kunden bei einem anderen kaufen der bessere Konditionen bietet.

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masch 05.03.2011, 16:15
239. Wo Sie...

Zitat von 5mark
Das können sie bestimmt auch belegen. Das eine ist ein Dauerschuldverhältnis und das andere auch. Verträge handelt man vor Vertragsschluss aus nicht danach. Hat ihnen in der Schule keiner beigebracht wie man Argumentiert. Wenn ich eine regelmäßige Anpassung des Arbeitsentgeltes an die Preissteigerung will, hat jeder Arbeitnehmer die Chance das vor Vertragsschluss zu vereinbaren. Wenn der Vertragsgegner meine Forderung nicht akzeptiert, dann sollte man den Vertrag nicht abschließen. Aber dann kommt immer die Mär vom übermächtigen Arbeitgeber. Komisch zum streiken können sich die Arbeitnehmer zusammenrotten. Bei Vertragsverhandlungen im außervertragsmäßigen Zustand können sie das nicht? Sollen alle gewerkschaftsorganisiert kündigen und dann mit einheitlichen Forderung an den Arbeitgeber herantreten. Wenn man kein Personal hat um die Arbeit zu erledigen muss man als Arbeitgeber welches einstellen. Wenn dann andere eingestellt werden, weil die diese Forderung nicht als Bedingung aufstellen. Tja Pech. Ich kann mich ja als Kaufmann auch grundsätzlich nicht beschweren wenn die Kunden bei einem anderen kaufen der bessere Konditionen bietet.
...sozialisiert worden sind entzieht sich meiner Kenntnis. Aber argumentieren habe ich in meinem sozialen Umfeld Familie, Bekannte inklusive Schule gelernt. An Ihrer Sprache "zusammenrotten" erkennt man unschwer, dass Sie sich nicht von sachlichen Argumenten leiten lassen. Sie polemisieren einseitig und erkennen die Realität nicht an. Möglicherweise haben Sie in der Schule beim Fach Geschichte regelmäßig geschlafen. Arbeitsverträge werden im Übrigen in Deutschland -rechtmäßig- von Arbeitgebern einseitig verschlechtert (§613 a BGB), indem Betriebe oder Betriebsteile abgespalten und in ein schlechter tarifierten oder nicht tarifierten Betrieb überführt werden. Das sollten Sie sich mal realistisch vor Augen führen. Schließlich sollten Sie dann den Mut der streikenden Menschen anerkennen. Übrigens sind dafür die Deutschen im Osten 1989 auf die Straße gegangen. Ist schon ein paar Jahre her, man sollte es sich aber immer wieder mal vor augen halten.

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