Forum: Wirtschaft
Warnstreiks bei der Bahn - überzieht die Lokführergewerkschaft?

Zugausfälle, Wartezeiten an den Bahnhöfen - und das bei eisigen Temperaturen. Die Streikmaßnahmen der Lokführer haben bereits für Turbulenzen gesorgt. Überzieht die Lokführergewerkschaft ihren Kampf?

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Habenichts 05.03.2011, 16:47
240. Sie verstehen nichts!!! aber auch nichts!!

Zitat von 5mark
Das können sie bestimmt auch belegen. Das eine ist ein Dauerschuldverhältnis und das andere auch. Verträge handelt man vor Vertragsschluss aus nicht danach. Hat ihnen in der Schule keiner beigebracht wie man Argumentiert. Wenn ich eine regelmäßige Anpassung des Arbeitsentgeltes an die Preissteigerung will, hat jeder Arbeitnehmer die Chance das vor Vertragsschluss zu vereinbaren. Wenn der Vertragsgegner meine Forderung nicht akzeptiert, dann sollte man den Vertrag nicht abschließen. Aber dann kommt immer die Mär vom übermächtigen Arbeitgeber. Komisch zum streiken können sich die Arbeitnehmer zusammenrotten. Bei Vertragsverhandlungen im außervertragsmäßigen Zustand können sie das nicht? Sollen alle gewerkschaftsorganisiert kündigen und dann mit einheitlichen Forderung an den Arbeitgeber herantreten. Wenn man kein Personal hat um die Arbeit zu erledigen muss man als Arbeitgeber welches einstellen. Wenn dann andere eingestellt werden, weil die diese Forderung nicht als Bedingung aufstellen. Tja Pech. Ich kann mich ja als Kaufmann auch grundsätzlich nicht beschweren wenn die Kunden bei einem anderen kaufen der bessere Konditionen bietet.
Doch, ich habe in der Schule gelernt, wie man argumeniert!
Aber was soll man zu ihrem geistigen Gemenge sprich Gullasch für Argumente bringen?
Weiterhin fehlt ihnen die Substanz über diese Problematik!
Schom mal was vom GG gehört, wo das Streikrecht garantiert ist?
Und nur so nebenbei! Deutschland ist bis jetzt mit diesem Streikrecht und damit verbundenen Arbeitsrecht sehr gut gefahren gegenüber anderen Ländern gefahren!

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masch 05.03.2011, 17:01
241. Mit Verlaub...

Zitat von Ozmaker
Hier nochmal meine Fragen von Gestern, vielleicht könnte sie mir ja jemand beantworten: Ich habe 3 Fragen: 1.Warum wechseln Lokführer, die unzufrieden mit ihrer Bezahlung sind, nicht den Arbeitgeber? Ich arbeite in einem gewerkschaftslosem Beruf und kenne es nicht anders. 2. Warum verweigert die GDL momentan grundsätzlich Verhandlungen? Im Moment bekommt man das Gefühl, dass die GDL genau dann "verhandeln" will, wenn das Angebot 1 zu 1 mit den Forderungen überein stimmt. Nur kann man dann noch von verhandeln sprechen oder ist es nicht eher Erpressung? ;-) 3. Warum kann man in dieser Tarifrunde anstatt 4 Forderungen, nicht erst einmal nur 1,2 oder 3 versuchen zu erreichen? Ich finde die gleichzeitige Forderung eines Flächentarifvertrages, einer Lohnerhöhung beim Marktführer, einer Berufsunfähigkeitsabsicherung sowie einer Jobgarantie bei Bertreiberwechsel in der Summe vermessen. Jeder dieser Punkte für sich ist nachvollziehbar und in gewissem Maße berechtigt, aber alles auf einmal zu verlangen und nicht bereit zu sein, Abstriche zu machen, lässt die GDL gierig und realitätsfern erscheinen. Grundsätzlich ist übrigens zu sagen, dass die Außendarstellung der GDL, insbesondere ihres Vorsitzenden, äußerst mangelhaft ist. Ich versuche momentan trotz der Einschränkungen, die mit den Streiks verbunden sind, Solidarität mit den Lokführern zu empfinden; es fällt mir mit jedem reißerischen Text auf schwerer...
...ich kann nichts Schlimmes bei der GDL Homepage erkennen. Sehen Sie es einfach solidarisch und positiv. Gierig waren Manager die der Welt eine Krise verursacht haben und die Welt an den Rand einer Katastrophe brachten. Die Lokführer sind nicht gierig und schon gar nicht vermessen.

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schattenwolf08 05.03.2011, 17:18
242. doch

Zitat von masch
...ich kann nichts Schlimmes bei der GDL Homepage erkennen. Sehen Sie es einfach solidarisch und positiv. Gierig waren Manager die der Welt eine Krise verursacht haben und die Welt an den Rand einer Katastrophe brachten. Die Lokführer sind nicht gierig und schon gar nicht vermessen.
sind sie. Jetzt alles auf die gierigen Manager zu schieben, ist eine beliebte Ausrede geworden.

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Robert Rostock 05.03.2011, 17:43
243.

Zitat von masch
...ich kann nichts Schlimmes bei der GDL Homepage erkennen. Sehen Sie es einfach solidarisch und positiv. Gierig waren Manager die der Welt eine Krise verursacht haben und die Welt an den Rand einer Katastrophe brachten. Die Lokführer sind nicht gierig und schon gar nicht vermessen.
War mir klar, dass Sie auf die vom Foristen gestellten Fragen natürlich keine Antwort geben.

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eikfier 05.03.2011, 18:28
244. ...was wäre, wenn...

Zitat von Habenichts
Doch, ich habe in der Schule gelernt, wie man argumeniert! Aber was soll man zu ihrem geistigen Gemenge sprich Gullasch für Argumente bringen? Weiterhin fehlt ihnen die Substanz über diese Problematik! Schom mal was vom GG gehört, wo das Streikrecht garantiert ist? Und nur so nebenbei! Deutschland ist bis jetzt mit diesem Streikrecht und damit verbundenen Arbeitsrecht sehr gut gefahren gegenüber anderen Ländern gefahren!
...daß von unseren Vorfahren, insbesondere in den 20er Jahren nach dem Ersten Weltkrieg, mühsam erkämpfte Streikrecht, hat mit den heutigen Mode gewordenen macht- und geldgeilen Erpressungsstreiks kaum noch etwas zu tun, finde ich, so daß ich tatsächlich für die Streiks der Lokführer, Ärzte,Piloten und Fluglotsen nur mehr Verachtung empfinde, die vernünftigen Landsleute oder maßvoll Streikenden, bleiben dabei doch nur auf der Strecke, aber Vorsicht, dumm sind die auch nicht, die denken sich ihr Teil und das könnte dann für manche dieser maßlosen und wirklich überziehenden Cleverlis einen Resozialisierungseffekt der besonderen Art erbringen, wie im Märchen vom Fischer un sine Fru, als die nämlich maßlos überzogen hatten:
"Geh nur hin, sagte der Butje-Zauberfisch, ihr sitz all wedder in Eurem Stinke-Jammerhäuschen!", man könnte auch sagen:
der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht und HartzIV angesagt ist - und dann werden DIE wirklich unsere Solidarität wieder brauchen, um überhaupt noch existieren zu können, vorher erwarten ich von diesen Assozialen keine Einsicht in staatsnotwendige Selbstbeschränkungen, was wäre, wenn wir uns alle so egoistisch und rücksichtslos verhielten....?
Damals riskierten die Leute noch was, lesen Sie ruhig mal wieder das ergreifende und gut geschriebene Buch von Hans Fallada "Kleiner Mann, was nun!"

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trafowärter 05.03.2011, 18:56
245.

Zitat von hman2
Natürlich ist das fair. Es muss aber auch fair sein, dass Firmen in denen einfach weniger Geld verdient wird auch andere Gehälter gezahlt werden als beim Ex-Monopolisten.
Sie meinen also für Firmen, deren Geschäftsmodel einzig darauf beruht, billiger als die Konkurrenz zu sein, und die nur deswegen überhaupt etwas zu fahren haben, weil sie den Anbieter, der jetzt diese Leistung erbringt, bei Ausschreibungen unterbieten?

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trafowärter 05.03.2011, 19:17
246.

Zitat von Kirschelein
Na dann sollten Sie vielleicht mal Ihren Kopf aus dem Fenster Ihres geheizten Führerstandes halten!

Die streikenden TF verschanzen sich doch nicht auf ihren Lok's, die stehen offen am Bahnsteig und erklären ihre berechtigten Forderungen ausführlich den potentiellen Fahrgästen.

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Kirschelein 05.03.2011, 19:32
247.

Zitat von Robert Rostock
Ich fürchte, die GDL ist derzeit noch weiter entfernt davon, einen Erfolg (im Sinne von Erfüllung ihrer Forderungen) zu feiern. Wahrscheinlich sogar weiter als vor dem Streik. Eine Einigung mit den Privatbahnen auf einen Flächentarifvertrag kann sie meiner Meinung nach vergessen.
Das glaube ich auch. Denn die GDL wird bei der Verhandlungen mit den einzelnen Unternehmen erst recht nicht ihre Forderungen erreichen. Zumindest sind damit erst einmal die langfristigen Streiks vom Tisch. Ohne Verhandlungspartner gibt es auch keinen, den man bestreiken könnte. Wir sind also wieder in der Stunde null angekommen.

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Kirschelein 05.03.2011, 19:40
248.

Zitat von 5mark
Ich will sie jetzt nicht mit dem Urschleim langweilen. Aber: In einem Vertrag versprechen sich die Vertragsparteien grundsätzlich gegenseitig bestimmte Leistungen. Bei ArbeitsVERTRÄGEN für Lokführer ist es auf das einfachste runtergebrochen: Der Lokführer fährt nach Anweisung des Bahnunternehmens eine Lok und bekommt dafür Betrag X. Wer Verträge nicht erfüllt macht sich schadenersatzpflichtig. Auf unbestimmte Zeit geschlossene Dauerschuldverhältnisse enden in der Regel durch Kündigung. Nur beim Arbeitsvertrag wird ständig auf das gröbste davon abgewichen (wenn man in einer Gewerkschaft ist). Da heißt es dann wir haben zwar einen Vertrag ausgehandelt und du, Arbeitgeber, erfüllst zwar deine Leistung, aber wir sagen jetzt einfach mal das interessiert uns nicht und wir wollen trotz bestehendem Vertrag neu verhandeln und zwar - OHNE RISIKO (was den bestand meines Arbeitsverhältnisses angeht). Jetzt stellen sie sich mal vor, das würde im Bereich der Miete genauso funktionieren. Dann würde der Mieter sagen können: Ich will den Mietvertrag gern zu meinen Gunsten ändern also verhandeln wir trotz bestehendem Mietvertrag nochmal neu und als Druckmittel verweigere ich bis zu einer Einigung meine Leistung, räume die Wohnung und ziehe zu meine Bruder. Das Mietverhältnis bleibt aber bestehen und nachdem wir uns geeinigt haben oder ich den Streik beende kann ich sofort wieder einziehen (und wehe die Wohnung ist anderweitig vermietet, und ich kann da nicht sofort rein, dann verlange ich Schadenersatz) Klingt irgendwie eigenartig, oder? Wer verhandeln will kann das tun. Wer seine Leistung in einem laufenden Vertrag verweigern will, soll sich in einen Zustand versetzen in dem er das rechtmäßig tun, darf. Nach Vertragsbeendigung. Und jetzt wird es interessant. Wie viele Arbeitnehmer wären tatsächlich bereit, um Druck auf die Arbeitgeberseite aufzubauen, flashmobartig den Arbeitsvertrag kündigen?
Wohl keiner. ;) Es geht ja schon allein damit los, dass ich mich frage, wieso streiken eigentlich nur / vorrangig die Lokführer, die gerade arbeiten. Warum stehen nicht auch andere Mitglieder da, die gerade keinen Dienst haben? Wenn ich doch möchte, dass meine Sicherheit, meine Arbeitsbedingungen, und und und verbessert werden und meine Lohnschaufel vergößert werden sollte, dann stehe ich doch auch außerhalb meiner Dienstzeiten da und zeige meinen Willen persönlich. Klar, bringt kein gesondertes Geld und man müsste seine Freizeit opfern, aber wenn ich als Mitglied etwas einfordere, sollte sich dafür auch jeder engagieren.

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trafowärter 05.03.2011, 19:41
249.

Zitat von Robert Rostock
Aber nochmal ernsthaft: Meinen Sie, dass die GDL durch die vergangenen Warnstreiks ihrem Hauptziel, dem Flächentarifvertrag, näher gekommen ist? Ich befürchte nämlich, dass dem nicht so ist. Siehe die gestrigen Reaktionen der Privatbahnen.
Ich befürchte mal, dass die Situation noch weiter eskalieren wird, allen beteiligten sitzt der 1.Mai - wenn der Arbeitsmarkt praktisch offen ist -im Nacken, die Privaten werden versuchen das bis dahin auszusitzen und die GDL weiss, dass sich danach ein Flächentarifvertrag erledigt haben dürfte.

Interessant wird sein, ob die TF, die bei den Privaten jetzt nicht streiken, praktisch als Belohnung bleiben dürfen, oder trotzdem gegen billigere ausgetauscht werden. Da könnte sich dann die Frage stellen, ob es im Nachhinein nicht vielleicht doch cleverer gewesen wäre, wenn die jetzt auch streiken würden.

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