Forum: Wirtschaft
Wegbrechende Einnahmen: Ölpreis-Verfall würgt Russlands Wirtschaft ab
REUTERS

Der Absturz des Ölpreises kostet Russland Milliarden und gefährdet die ambitionierten Pläne des Kreml. Moskauer Hardliner vermuten gar eine gezielte "Spezialoperation" der Amerikaner, um Russland zu schwächen.

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Hermes75 29.11.2014, 17:03
130.

Zitat von wollerm
Ihnen ist schon klar, dass Russland gigantisch Rücklagen hat, während wir, also Europa und die USA faktisch völlig pleite sind und nur von imaginären Geld leben?
Pleite ist man wenn man die Forderungen seiner Gläubiger nicht mehr bedienen kann. Russland war das letzte Mal in den 1990er Jahren pleite, die Bundesrepublik Deutschland und die USA noch nie!
Deutschland und die USA haben keinerlei Probleme selbst zu niedrigsten Zinsen Staatsanleihen auszugeben.
Russland schafft das nur mit vergleichsweise hohen Zinsen.
Offensichtlich haben all die internatioialen Großinvestoren keine Ahnung von dem was sie tun.
Vielleicht sollten die öfter mal das SPON Forum lesen?

Ich mache Ihnen einen Vorschlag: Wenn Sie so von Russlands finazieller Gesundheit überzeugt sind, gehen Sie doch mal zu ihrer Bank und bitten Sie diese ihr Privatvermögen in russichen Staatsanleihen anzulegen und berichten Sie uns wie es gelaufen ist ;-)

http://www.finanzen.net/anleihen/Russland-Anleihen

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ulrich-lr. 29.11.2014, 17:35
131. Vertrauen

Zitat von taglöhner
Ich denke in der Tat, dass die "Verwaltung" der nach dem Krieg vorgefundenen Güter und Infrastruktur durch die Russen und ihre Handlanger nicht nur für die Ostdeutschen ein wenig unglücklich verlaufen sind :)), während sich BRD-Besucher aus dem Westen (Östler durften ja daheim nicht weg, warum eigentlich) bereits in den Sechzigern fassungslos fragten, wer eigentlich den Krieg gewonnen hat... Und ihre Vorstellung von den Handlungsmöglichkeiten amerikanischer Präsidenten orientiert sich zu sehr an Ost-Standards, um ernst genommen zu werden. Das wirkt hierzulande lächerlich.
Ja, im Osten war ja nach 45 etwas weniger zu verwalten als angenommen, - nicht zuletzt dank der kommandoartigen "Abtransporte" von Ausrüstungen, Gold, Experten, Unterlagen etc. durch unsere amerikanischen Freunde.
Kleiner Vertragsbruch durch die Guten, weil die wussten, was richtig war.
Da darf man auch schon mal einen Verbündeten, der gerade ca. 30 Mio. Kriegstote zu beklagen hatte, übers Ohr hauen und etwas Gold beiseite schaffen.

Ja, und heute sind wir mit den USA verbündet.
Fest verbündet. Und das Gold ist schon dort. Oh, Mann.

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elikey01 29.11.2014, 17:39
132. @freespreech, #4

Zitat von freespeech1
Immer weniger Bürger in Deutschland glauben, dass die Sanktionspolitik der EU sinnvoll ist, zumal auch die Wirtschaft der EU darunter sehr leidet. Jetzt wird also die Botschaft verbreitet, die Sanktionen würden Russland zum Zusammenbruch bringen. Durchhalteparolen der Saktionisten. Warten wir mal ab, wann Putin die Rückgabe der Krim anbietet.
Das dürfte kaum ernsthaft in Erwägung gezogen werden.

Man sollte sich auch nicht täuschen, dass nach PUTIN etwas (für den Westen) "Besseres" nachfolgte, wenn er aufgrund der wirtschaftl. Situation von den Oligarchen und der unterstützten Opposition gestürzt, das Land in größere Unruhen versetzt würde.

Dass PUTIN die anfangs seiner Reg.Zeit in Angriff genommene (dringend erforderlichen) Reformen abbrach, um seinen Staats-HH im Wesentlichen von den Rohstoff-Ressourcen abhängig zu machen, rächt sich nun bitter, würde jeder anderen Nation ähnlich ergehen.

Warum PUTIN so handelte, würde ich allzu gerne wissen, scheint er mir doch klug genug, um die Fehlerhaftigkeit solchen Handelns zu wissen.

M.M.n. ist er auch nicht ernsthaft an einer russ. Angliederung der Ostukraine interessiert, denn die dort. Anlagen sind ebenso veraltet und teilweise marode wie die in Russland.

Immerhin: Der Westen/die EU dürfte h.E. einmal mehr darauf vertrauen können, dass Gazprom (bzw. PUTIN) nicht den Gashahn zudreht (vorausgesetzt, es entwickeln sich keine schwere Unruhen im Land a'la Nah-/Mittelost), denn ohne Lieferung keine €uros.
Außerdem könnte dies auch den US-Bestrebungen nach Vertrieb von Fracking-Produkten in Ri. EU förderlich sein, was wiederum kaum im Interesse PUTINs liegen dürfte.

Letztlich könnten gegenseitige wirtschaftl. Abhängigkeiten mehr zu deeskalierenden Kooperationen am Verhandlungstisch zwingen als Drohgebärden und NATO-Szenarien einschl. verbaler westl. Demütigungen.

Nah-/Mittelost, eigentlich die gesamte westl. Welt (nicht zul. wg. ihres Energiehungers) braucht Russland am Verhandlungstisch angesichts der großen Konflikte einschl. IS-Terror.

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maikalex 29.11.2014, 20:12
133. Exportweltmeister

Der Ölpreis ist ein Weltmarktpreis, er gilt also für alle Ölförderländer.

Russland fördert etwa 10% des Weltölverbrauchs, 90% wird von anderen Ländern gefördert. Wenn also Russland ein paar Milliarden verliert durch die gesunkenen Weltmarktpreise, dann verlieren die übrigen Förderländer das Zehnfache, darunter auch die USA.

Wieso wird dann der Einfluss des Ölpreises nur auf die russische Wirtschaft kommuniziert? Wieso kommt niemand auf die Idee, dass verminderte Einnahmen der vielen Ölförderländer direkt auf die Exporte des Exportweltmeisters durchschlagen können? Es ist noch nicht ausgemacht, ob die Exporteinbußen des Exportweltmeisters nicht ein Vielfaches von dem betragen, was in Russland zu Buche schlägt. Also bitte kein Triumphgeheul!

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x+n 29.11.2014, 20:54
134.

Zitat von Hermes75
Ich mache Ihnen einen Vorschlag: Wenn Sie so von Russlands finazieller Gesundheit überzeugt sind, gehen Sie doch mal zu ihrer Bank und bitten Sie diese ihr Privatvermögen in russichen Staatsanleihen anzulegen und berichten Sie uns wie es gelaufen ist
Bisher ausgezeichnet. Hohe Rendite ohne Risiko. Empfehlenswert.

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Immanuel_Goldstein 29.11.2014, 21:22
135.

Zitat von x+n
Bisher ausgezeichnet. Hohe Rendite ohne Risiko. Empfehlenswert.
Ja ja, hohe Rendite ohne Risiko... in Russland... prima.

Nur vollkommene Vollidioten bringen in diesen Zeiten auch nur einen Cent noch nach Russland, aber ja, die Rendite ist hoch. Bald wird man das Rubelchen in Milliarden und Billionen auszahlen... der Preis für einen Apfel.

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x+n 30.11.2014, 23:18
136. ...

Zitat von Immanuel_Goldstein
Ja ja, hohe Rendite ohne Risiko... in Russland... prima. Nur vollkommene Vollidioten bringen in diesen Zeiten auch nur einen Cent noch nach Russland, aber ja, die Rendite ist hoch. Bald wird man das Rubelchen in Milliarden und Billionen auszahlen... der Preis für einen Apfel.
Sie können mich Vollidiot nennen, da stehe ich drüber. Derweil freue ich mich über Renditen in Euro die noch höher sind als die über das eeg. Und das ganze mit Einlagensicherung :).
Eher ein Vollidiot, wer da nicht zugreift.

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aurichter 30.11.2014, 07:37
137. @ vezin

"Fallende Ölpreise bedrohen ( man beachte das Wort => bedrohen ) auch die USA". Ja komisch nicht. Stellen Sie sich mal vor die USA nimmt die Gelder und dabei soll es sich mit Anteilen sprich Zwangsabgaben um sehr beachtliche Summen handeln seit, na sagen wir mal der Übersicht halber, seit 1990 und werfen diese Summen in einen großen Topf. Mit diesen Dollars, die in diesen Jahren für die Rüstungsindustrie aufgewendet wurden werden nun die Fördergesellschaften, wohlgemerkt mit wenigen Ausnahmen explizit US Amerikanische Oelfördergesellschaften in ihren Bemühungen zum Fracking Öl und Gas sowie der Förderung von Schieferoel aus kanadischen Bemühungen unterstützt. In Deutschland wurden diese künstlichen Arbeitsplatzerhaltungsmaßnahmen für Stein- und Braunkohle Subventionen genannt genannt und angeprangert wie Teufelswerk. Der große Vorteil lag in der sozialen Komponente, den die Gelder wurden somit u.U. der Rüstung entzogen. Wenn nun die Demokraten wie auch die Republikaner schlau wären, dann würden sie sich auf ihr Gloryland besinnen und nur noch soviel Dollars für Rüstung ausgeben wie zur unmittelbaren Verteidigung des Landes notwendig wären und sich um andere Regionen als selbst ernannter Weltpolizist verabschieden. Diesen Status haben sie sich im Kampf um das schwarze Gold hart erarbeitet, ist jedoch mit steigender Fracking Fördermengen seit ca 2009 nicht mehr von nöten, da der Abhängigkeitsmodus in Eigenleistung umgekehrt wurde und die Nahost Ölfelder nur noch die zweite oder sogar dritte Geige spielen. Die nun ersparten Rüstungsbillionen könnten somit als heimische Fracking-Subventionen den Förderpreis investiert werden, so das der heimische Ölpreis über Jahre eventuell für alle Zeit mit den Saudi Preisen konkurrieren kann. Wann geben bspw die Norweger für Militär aus im Jahr? Gut die Förderkosten sind nicht mit den zum Fracking zu vergleichen, wobei ich nicht die geringste Ahnung habe was dort umgerechnet der Förderpreis pro Barrel ist und ich den Kostenfaktor minus 25 bis 30 % zu den offiziellen Summen ansetzen würde. Da die Förderkosten mit steigendem Knowhow und parallel verbesserter Technik auch absinken wird, hätten die Nordamerikaner bei gleichzeitiger Anpassung durch alternativer Energie einen immensen Handlungsspielraum. Die OPEC würde sich angesichts dieser Konstellation u.U. die Zähne ausbeissen und die Staaten mit dem unmittelbaren Nachbarn Kanada als Mitlieferrant des flüssigen Goldes könnten Krisenherde eben Krisenherde sein lassen. Somit würden sie den USA Feinden sogar noch einen großen Schritt entgegen kommen, diese hätten Gründe weniger sich mit dem Feindbild USA zu beschäftigen. Und so ganz nebenbei könnten sich die Unternehmen im Land, also auch die Rüstungsfirmen, auf die Forschung und Entwicklung stürzen und geniale Innovationen zur Energiegewinnung für die Menschheit entwickeln und anbieten. Man muss es nur wollen und entsprechend "Verantwortung" über die UNO abgeben. !! Aber ich denke dies wäre nicht im Sinne der Hardliner in dem Land über diesen Schatten können die alten Betonköpfe nicht springen.

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Hermes75 30.11.2014, 11:25
138.

Zitat von x+n
Sie können mich Vollidiot nennen, da stehe ich drüber. Derweil freue ich mich über Renditen in Euro die noch höher sind als die über das eeg. Und das ganze mit Einlagensicherung :). Eher ein Vollidiot, wer da nicht zugreift.
Bis vor ein paar Jahren hielt es auch ganz viele Leute für eine schlaue Idee in Anleihen von Griechenland zu insvestieren (wegen der hohen Zinsen und dem geringen Risiko natürlich). Na dann viel Erfolg...

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fluxus08 04.12.2014, 10:03
139. Erst denken, dann schreiben!

Zitat von ediart
Durchaus vorstellbar, dass die USA da den Hebel ansetzen über einen Dialog mit ihren Verbündeten den Saudis. Dem Iran geht es dabei auch nicht besonders gut so zu sagen indirekte Sanktionen vor allem sich wieder Machtpolitisch neu auf zu stellen. In diesen Zusammenhang ist ein Freihandelsabkommen mit den USA unbedingt abzulehnen, weil dieses den imperialen Interessen der USA entgegenkommen wird.
Wenn man nur ein paar Sekunden darüber nachdenkt, inwieweit das alles eine Verschwörung der USA ist, die Saudi Arabien anstiften, doch den Ölpreis herunter zu setzen, muss man zu der Erkenntnis gelangen, das dass absoluter Quatsch ist!

Bei einem Ölpreis von unter 70 Dollar das Barrel, wird die Fracking-Industrie der USA, sowie Canada schneller implodieren, als Sie gucken können, weil sich diese Art der teuren Förderung nicht mehr rechnet.

Aber auch hier stellt man immer wieder fest, dass einige Leser nur darauf warten, ihre kruden Verschwörungstheorien unter das Volk zu bringen, statt vorher nachzudenken.

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