Forum: Wirtschaft
Wegbrechende Einnahmen: Ölpreis-Verfall würgt Russlands Wirtschaft ab
REUTERS

Der Absturz des Ölpreises kostet Russland Milliarden und gefährdet die ambitionierten Pläne des Kreml. Moskauer Hardliner vermuten gar eine gezielte "Spezialoperation" der Amerikaner, um Russland zu schwächen.

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Claes Elfszoon 28.11.2014, 21:38
40. Da hat er aber ...

Zitat von rotella
"Beim Niedergang des Ölpreises handele es sich viel mehr um eine "Spezialoperation", um Russland zu schwächen." Das ist nun keineswegs aus der Luft geholt, im Gegenteil wurde genau das in amerikanischen Politik-Foren schon im April/Mai ausgiebig diskutiert, Russland über Ölpreis-Dumping in die Knie zu zwingen. Nur für Benjamin Bidder sind das "schrille Wortmeldungen" naja so einseitige Wertungen sind wir ja von ihm gewohnt.
... recht. Denn ein dauerhaft niedriger Ölpreis macht Fracking unrentabel und da verstehen die USA eher keinen Spaß. So wichtig ist Russland nun auch nicht mehr, dass die USA ihr Zukunftsprojekt "Unabhängigkeit von externen Ressourcen" selbst abschiessen.

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ray8 28.11.2014, 21:38
41. Sanktionen?!

Warum kommen hier denn schon wieder einige verschwörungsmäßig mit den Sanktionen? Die Amis kratzt es zwar nich sonderlich, aber begeistert sind sie von dem niedrigen Ölpreis nicht. Fracking ist relativ teuer. Die Saudis sind hier die Bestimmer! Sie produzieren sehr günstig, können geringere Einnahmen locker aussitzen, wollen den frackenden Amis eins auswischen und HASSEN den Iran, der umso mehr auf einen hohen Ölpreis angewiesen ist. Russland hat diplomatisch alles versucht, auf die Verhandlungen Einfluss zu nehmen, denn die Sanktionen sind Peanuts im Verhältnis zum fallenden Ölpreis. Aber Putin saß auch hier mal wieder am Nebentisch...

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deviet 28.11.2014, 21:43
42. Seit Monaten höre ich...

Seit Monaten höre ich: Die Sanktionen greifen, russische Banken haben kein Geld mehr, mit der russischen Wirtschaft geht es bergab, Russland rutscht in die Rezession usw.usw.

Vielleicht stimmt das ja alles. Vielleicht aber auch nicht. Nimmt man die Fakten, so scheint es der russischen Wirtschaft zwar schlecht zu gehen, aber Hungern muss keiner, wie zu Jelzins Zeiten. Deshalb begrabt jede Hoffnung, Putin könnte irgendwie zum Rücktritt gezwungen werden.

Viel wichtiger sollte für uns die Frage sein: Ist es für Russland möglich, seine Wirtschaft trotz der Sanktionen wieder auf Erfolgskurs zu bringen? Wenn ja, ist Westeuropa aus dem Markt raus.
Unsere DAX-Manager scheinen das ebenso zu sehen. In der vergangenen Woche hat der russischen Wirtschaftsminister in Stuttgart mit der Industrie gesprochen. Er war nicht von unserer Regierung eingeladen.

Ich kann gut verstehen, dass unsere Kanzlerin die Fassung verliert. Läuft sie doch in Gefahr, dass man sich an sie als Kanzlerin erinnert, welche die deutsche Wirtschaft nachhaltig geschädigt hat.

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helmut.alt 28.11.2014, 21:44
43.

Erdölproduzierende Länder haben sich in der Vergangenheit immer mehr von dieser Einnahmequelle abhängig gemacht. Steigende Bevölkerungszahlen und Prestigeprojekte kosten Geld. Daher bleibt oft nur der Ausweg durch Quantität Einnahmeverluste zu mildern (so wie bei uns die Milchbauern durch Überproduktion die Preise verfallen lassen).

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Websingularität 28.11.2014, 21:50
44. An Russlands Stelle ...

würde ich als zusätzliche Einnahmequelle fertige Kernwaffen verkaufen.
Dafür findet man immer Käufer.
Zum Schleuderpreis an Iran, Brasilien, Mexiko, Ägypten, Nigeria, ... jeder der Interesse hat.

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quark@mailinator.com 28.11.2014, 22:03
45. Seltsam

Zitat von KingTut
Ein ungetrübtes Verhältnis Russlands zu seinen Nachbarn würde die Sanktionen überflüssig machen und würde somit auch dazu beitragen, die negativen Auswirkungen des Ölpreisverfalls zu dämpfen. Wenn dies wirklich ein Coup der Amerikaner sein sollte, dann gäbe es in diesem Fall auch keinen Grund mehr, eine solche Strategie weiterzuverfolgen, denn nichts wünscht man sich sehnsüchtiger, als ein friedfertiges Russland, das nicht mehr als Bedrohung empfunden wird. Ob Putin diese Zusammenhänge auch so sieht, wage ich zu bezweifeln. Er wiegelt weiter ab, als ginge das alles spurlos an Russland vorüber, obwohl das genaue Gegenteil der Fall ist. Das wird nicht gut enden für Putin und mir graut schon davor, wer dann im Kreml den Ton angeben wird.
Komisch, ich wiederum "wünscht(e) man sich sehnsüchtiger, als ein friedfertiges (Ami)land, das nicht mehr als Bedrohung empfunden wird." Und wer hat denn nun im letzten Jahrhundert in aller Welt Soldaten in fremde Länder geschickt ? Wenn man da abzählt, kommt nicht Rußland als fieser Eroberer und Unterdrücker dabei raus. Vielmehr wurde es selbst zu großen Teilen besetzt - und zwar VOR 1941 ... danach natürlich auch nochmal ganz erheblich.

Ich fühle mich nicht von RU bedroht sondern davon, daß unser Land sich mit den USA verbündet, welche ich selbst als schlimmste Bedrohung für den Weltfrieden ansehe.

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claudio_im_osten 28.11.2014, 22:07
46. Ist doch gut...

...wenn auch Russland lernt, dass die Welt nicht so funktioniert, wie Putin sie sich zusammen reimt.
Dass wir selber preiswert tanken und Energiekosten sparen, weil die internationalen Kartelle nicht mehr so funktionieren wie früher, ist ein positiver Nebeneffekt.
Wenn unsere Volkswirtschaften sich dann hinsichtlich des Verbrauchs nicht regenerativer Energien weiter positiv entwickeln, wird auch das eine positive Auswirkung auf die Energiekosten haben.
Wenn diese Entwicklung dann noch die russische Kriegstreiberei zurück stutzt, weil der Rubel nicht mehr von alleine und vor allem nicht automatisch fließt, müssen die europäischen Völker weniger Angst vor dem russischen Imperialismus und vom Putinschen Handlungsprinzip eines "Rechts des Stärkeren" haben, das er gerade in der Ukarine zelebriert.
Gut - für Europa.

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quark@mailinator.com 28.11.2014, 22:08
47. Und ...

Zitat von C. Goldbeck
Alles nur eine Frage von Angebot und Nachfrage. Derzeit hat die Abhängigkeit von Russland offensichtlich deutlich abgenommen. Wie sähe es wohl aus, wenn noch zusätzlich den russischen Banken der Zugang zu den internationalen Geldströmen deutlich erschwert würde?
Wer sowas tut, ist aber auch Schuld an den Folgen. Das ist wie mit Hartz IV ... das Wort Sanktion hört sich gar nicht so schlimm an, aber wenn man von Hunger, Kälte und Stromausfall für Millionen spricht, dann ist es vielleicht nicht mehr so witzig, oder ? Und WAS erwartet man, daß RU dann tut ? Aufgeben und sich dem Westen unterwerfen ? Das kann man vergessen. Geht mal auf Youtube und schaut Euch die "We love Russia" clips an ... Es wäre absurd, Rußland an die Wand zu drücken und dann auf Frieden zu den eigenen Bedingungen zu hoffen. Die Leute dort haben etwas mehr Stolz im Leib ...

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singpat 28.11.2014, 22:11
48. Zu gefaehrlich

Zitat von ichsagemal
..es wird langsam Zeit nach dem Ausstieg langsam am der Börse wieder einzusteigen. Mehr als 0, xx % sind allemale drin. Schade nur, dass das für viele Deutsche auch Neuland ist. It's so easy...
erst wenn Putin weg oder die Krise beendet ist, sollte man wieder investieren.
Bis dahin wissen wir nicht, ob der russische Staat nicht noch Firmen enteignet / verstaatlicht.

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freiheitsk 28.11.2014, 22:12
49. Jammern auf hohem Niveau

Wenn ich die Staatshaushaltrechnungen der Russen lese, kann ich nur den Kopf schütteln. Selbst bei 60$ wäre der Ölpreis historisch gesehen immernoch sehr teuer. Die Russen sind einfach noch zu verwöhnt von den Mondpreisen anno 2008. Aber die werden sicher ganz schnell zurückkehren, wenn z.B. Juncker sein 315 Mrd. "Konjunkturprogramm" durchsetzt.
Mir scheint es als ob die Russen immernoch nicht das Prinzip der Marktwirtschaft verstanden haben. Putin hat zwar recht, wenn er sagt, dass in einer globalisierten Welt Sanktionen letztlich alle treffen, sieht dies aber nur unter dem Nachfrage-Aspekt; er glaubt, man werde schon genug andere Kunden anderswo finden. In einer Marktwirtschaft müssen sich aber Nachfrager UND Anbieter aufeinander zubewegen. Wenn Russland also Kunden gewinnen will, dann muss es sich auch mal beim Preis bewegen. Nur über den Preis bekommt man Marktanteile und wer die größten Anteile hat (z.Zt. eben die Saudis), der kann letztlich den Preis bestimmen.

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