Forum: Wirtschaft
Wegen Bauboom: 66 Tage Warten auf den Handwerker
DPA

Das Handwerk profitiert vom Bauboom, hat aber zu wenige Auszubildende. Die Gehälter steigen, Kunden aber müssen immer länger warten.

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thequickeningishappening 19.08.2016, 07:16
1. Meines Wissens gibt es

Millionen gut ausgebildete, arbeitslose Handwerker in der EU (Spanien, Portugal, Griechenland etc).

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schwallofix5000 19.08.2016, 07:16
2. haha

sehr gute entwicklung, sollen die jungen nur alle studieren. dann geht der BWLer irgendwann mal für 8,50 die stunde arbeiten. der handwerker dann für 35,50 das fänd ich super. alles nur eine sache von angebot und nachfrage haha :)

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udo l 19.08.2016, 07:26
3. @schwallofix5000

im Grunde stimme ich Ihnen völlig zu. In diesem Fall wird es wohl ein Boom von überschaubarer Dauer zu sein, denn sobalt die Zinsen wieder steigen, dürfte sich das Ganze wieder normalisieren.

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jhea 19.08.2016, 07:27
4. Buhuhuhuhu

wir haben jahrelang nur Löhne gezahlt von denen kein Azubi leben konnte und jetzt weinen wir weil keiner mehr Azubi bei uns sein will.

Jetzt müssen wir die Löhne erhöhen.
*sob sob*

Willkommen in der Realität.

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fatherted98 19.08.2016, 07:31
5. Jahrzehnte...

...verließ sich das Handwerk darauf das Nachwuchs schon kommen wird. Arbeitsbedingungn mißerarbel, Löhne Mißerabel und Arbeitsklima meist nicht gut. Dann verlegte man sich darauf Aufträge als Meisterbetrieb anzunehmen und diese dann an rumänische (und andere ) Subs weiterzureichen, die ihre Leute (Scheinselbstständige) für 5,-- die Stunde arbeiten lassen...die Differenz teilte man sich dann mit den dortigen Chefs...die Qualität der Arbeit war entsprechend.
Nun geht das nicht mehr so einfach...Kontrollen nehmen zu, Gesetze werden verschärft...Azubis hat man keine mehr (oh Wunder...der Geburtenrückgang war dem Handwerk ja nicht bekannt), dafür volle Auftragsbücher....nur...wenn ich Aufträge nicht zeitnah abarbeiten kann gehen diese mir auf Dauer verloren....auch das Handwerk ist auf zufriedene Kunden angewiesen...eine weitgehend selbstgemachte Entwicklung.

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Plasmabruzzler 19.08.2016, 07:33
6. Das Handwerk

Nein, nicht das Handwerk profitiert vom Bauboom, sondern nur einzelne Berufe im Handwerk. Ein Zweiradmechatroniker oder Bäcker haben nichts von gebauten Häusern.
Wenn zu wenig Menschen einen Handwerksberuf ergreifen möchte, liegt dies teilweise aber auch an hohen Anforderungen. Als man früher noch Kfz-Schlosser mit einem Hauptschulabschluss werden konnte, ist heute schon ein guter Berufsoberschulabschluss (oder gleichwertig) vonnöten. Auch als Installateur ist man heute nicht mehr allein handwerklich geprägt, sondern muss auch Kenntnisse in Sachen Solarenergie und Elektrotechnik erlernen. Die Ansprüche an Handwerksberufe sind ganz offensichtlich gestiegen. Und die jungen Leute sind ja nicht blöd: als Fliesenleger kann man kaum bis zum 60. Lebensjahr arbeiten - geschweige denn bis zum 67. bzw. 69. Lebensjahr (wie es für die kommenden Rentengenerationen in Planung ist). Auch bei der Partnersuche (vor allem für Männer) kommt ein akademischer Abschluss besser an. Letzteres belegen auch einige Studien, die u. a. beim sog. Familienministerium zu finden sind.

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schwallofix5000 19.08.2016, 07:43
7. @udo l

wenn der boom wegfällt und sich die auftragslage normalisiert, hat das natürlich einen preissenkenden effekt. falls aber die junge generation weiterhin nur "sesseljobs" machen will, wird das handwerk trotzdem teurer.

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soldev 19.08.2016, 08:01
8. Handwerk hat goldenen Boden

...aber nicht jedes. Und die, die jetzt boomen sind nicht gerade dafür bekannt gut zu bezahlen. Dazu kommt, dass mit zunehmenden Alter so einige Jobs auch nicht mehr bis zur Rente machbar sind. Da überlegt man es sich dreimal, ob man so eine Lehre anfängt.

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ch@rybdis 19.08.2016, 08:09
9. Selbstgemachtes Problem der Wirtschaft und Politik ...

über Jahre hinweg wurde durch die Politik suggeriert, dass man international nur dann mit seinem Bildungswesen gut dastünde, wenn möglichst viele Schulabgänger eine Universitätszulassung in der Tasche haben. Hierfür wurde - zumindest subjektiv gefühlt - das Leistungsniveau für ein Abitur angepasst. Das führte dazu, dass mittlerweile fast 50% eines Geburtsjahrgangs das Abitur bekommen, dieses in seiner Bedeutung mehr und mehr nachlässt und Schulabschlüsse darunter nichts mehr wert sind. Meine Elterngeneration (GebJg 41 u. 51) sind noch mit einem "Volksschulabschluss" mehr als erfolgreich durch ihr Berufsleben gegangen. Was hingegen ist heute in 2016 denn noch ein Realschulabschluss oder gar "nur" ein Hauptschulabschluss wert?? Und die Arbeitgeber ziehen da mit. Vor noch 25 Jahren konnte man mit einer Mittleren Reife z.B. eine Bänker-Lehre machen. Heute braucht es dazu Abitur. Und das liegt bestimmt nicht daran, dass das Bankenwesen komplizierter geworden ist.
Im Gegenteil: mit einem Abitur ist man m.E. - und ich spreche als Akademiker - auf eine klassische Berufsausbildung gar nicht vorbereitet. Das schaffen Schulformen mit Abschluss "Mittlere Reife" deutlich besser. Ein Abitur soll doch zunächst auf ein Studium vorbereiten - und nicht auf Handwerk.

Schade darum, dass unsere Schulabschlüsse mehr und mehr verkommen ....

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