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Wegen Brexit: Europäische Arzneimittelbehörde EMA schließt Büros in London
DPA

Die Nationalflaggen wurden eingeholt, die Büros geräumt: Die Arzneimittelbehörde EMA hat wegen des Brexits seine Büros in London geschlossen. Jetzt geht es nach Amsterdam.

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kumi-ori 26.01.2019, 16:37
1. Warum äußern sich...

...Wirtschaftsvertretr kritisch über den Wegzug der EMA? Das englische Volk hat entschieden und die EMA als europäische Behörde hat gar keine andere Möglichkeit. Die Stadt Bielefeld kann auch nicht ihre Berufsfeuerwehr in Münster stationieren. Außerdem wird das Vereinigte Königreich nicht umhin kommen, jetzt eine eigene Arzneimittelzulassungsbehörde aufzubauen, und da können alle die hochqualifizierten Arbeitsplätze wieder geschaffen werden.

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Das dazu 26.01.2019, 16:42
2. Ja so what?

Das ist doch eine völlig natürliche Folge des EU-Ausstiegs.
Eine EU-Behörde kann doch nicht in einem Drittland beheimatet sein.
Wer sich da aufregt oder wundert, dem ist nicht mehr zu helfen.

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pr8kerl 26.01.2019, 16:42
3. Den verbohrten Brexiteers ist das egal...

...und auch den einfachen Leuten auf dem Land, die sich abgehängt fühlen, wirds gleichgültig sein, ob alle EU-Behörden aus Großbritannien gehen. Hauptsache man muss sich nicht mehr von Brüssel gängeln lassen, denken sie. Wenn dann in einiger Zeit die Arbeitslosigkeit steigt und Importprodukte aus der EU teurer sind, werden die Dumpfbacken die Schuld nicht bei sich selbst sondern bei den anderen suchen.

Aber die Deutschen sollten hübsch die Klappe halten. Sie haben sich von einfachen Parolen noch viel schlimmer verführen lassen.

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LauraD 26.01.2019, 16:54
4. Den britischen Einfluß

auf die Arzneikontrolle kann ich schwer beurteilen- den britischen Einfluß auf europäische Entscheidungsfindungen schon eher - wir leben in bösen Tagen. Wir werden uns die Briten noch ebenso zurückwünschen wie eine Angela Merkel, bei allen Schwächen. Und die Briten werden sich eine stabilisierende EU zurückwünschen. Vielleicht noch nicht, wenn die erste Schiffsladung Südfrüchte in Southampton oder Liverpool verdorben ist, weil der Zoll überlastet war. Aber spätestens, wenn die ersten Konflikte mit französischen oder norwegischen Fischern eskalieren. Oder mit internationalen Ölbohrgesellschaften und deren Seitwärtsbohrungen... Vom kaum zu kontrollierendem Drogenhandel u.ä. ganz zu schweigen, man erinnere sich nur an die Verhältnisse im irischen Dublin der 80er und 90er Jahre... Ohne Vernetzung ist man heute hilflos, selbst ein so relativ mächtiges Land wie Großbritannien. Etwas bleibt aber: Liebe Nationalisten, Populisten, AfD- / Front Nationale- u.ä. Wähler: Das ist das, was Ihr anstrebt. Mit Trump und seinem "America Great" will ich gar nicht erst anfangen - aber daß Russland Parteien wie die genannten kaum verhohlen fördert und finanziert, von technischen Angriffen, wie auch aus China ganz zu schweigen, hat ja seine (destabilisierenden) Gründe. Die zahlreichen Troll-Kommentare auch und gerade hier auf SPON sprechen ebenfalls eine deutliche Sprache. Wie gesagt: Mit Eurem "Hauptsache anders, egal wie": So sieht es aus. Sad days, no doubt.

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k70-ingo 26.01.2019, 17:12
5. Es wird gleich wieder kommen,

das Gequake, daß niemand diese überflüssigen überbezahlten Eurokraten braucht, die nur die Mieten hochtreiben.

Die Anti-EU-Trollfraktion übersieht dabei absichtsvoll die durchaus zahlreichen Menschen, die der Wegzug der angeblich nutzlosen EU-ler schmerzt, gar in Existenznöte treibt.
Diejenigen, die den Eurokraten die Hemden gebügelt, die Kinder gehütet, die Zähne gerichtet, die Pakete geliefert, das Mittagessen zubereitet und das Feierabendbier gezapft haben.
Diese Leute ziehen nämlich nicht mit um.

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Watschn 26.01.2019, 17:15
6. Na ja, sicherlich bedauerlich aber überschaubar zu 'Handeln'....

Sicher sind die 900 EU-Stellen zu bedauern, aber dem Bericht nach wird niemand entlassen, alle gehen mit der Behoerde nach Amsterdam. Somit ist die Angelegenheit überschaubar, Amsterdam ist von London alles in allem ca. 2 Flugstunden entfernt, was Wochenendaufenthalte in London ohne Probleme bedeutet.
Und vermutl. ist der überwiegende Teil der Bediensteten eh aus der ganzen EU, die Briten werden wohl nur einen geringen Teil ausmachen.

Problematischer wäre ein grosser Abbau in der Finanzwelt der Londoner City. Aber da sieht es gar nicht so schlecht aus. Es werden wohl einige Hundert Stellen wegfallen, jedoch wird dies mit neuen Ansiedlungen von spezifischen Geschäftsmodellen (Hedgefonds, Schattenbanken, Vulturefonds, Trusts, Devisenspezialisierung usw.) welche in der EU entweder nicht zugelassen o. verpönt sind, kompensiert...oder gar mehr als
kompensiert. Sowieso wenn UK eine drastische Unternehmensteuersenkung - terminiert auf einen harten Brexit, in Kraft setzen wird.

Und selbst ein evtl. harter Brexit könnte vielleicht UK am Anfang (1/2- 1 Jahr bis zur Einfindung) 2-4% Wirtschaftswachstum kosten, aber das sind Hypothesen, da die starken EU-Exportländer nach UK (D, B, NL, LUX, DK, SWE, PL, F, I) Fein grosses Interesse haben, eine einigermasse erträgliche Wirtschaftsbasis mit UK aufrechterhalten zu können.

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murimar 26.01.2019, 17:15
7. Die einfachen Leute

Zitat von pr8kerl
...und auch den einfachen Leuten auf dem Land, die sich abgehängt fühlen, wirds gleichgültig sein, ob alle EU-Behörden aus Großbritannien gehen. Hauptsache man muss sich nicht mehr von Brüssel gängeln lassen, denken sie. Wenn dann in einiger Zeit die Arbeitslosigkeit steigt und Importprodukte aus der EU teurer sind, werden die Dumpfbacken die Schuld nicht bei sich selbst sondern bei den anderen suchen. Aber die Deutschen sollten hübsch die Klappe halten. Sie haben sich von einfachen Parolen noch viel schlimmer verführen lassen.
Ich gebe ihnen in den meisten Punkten recht. Aber nein, den einfachen Leuten wird das nicht egal sein, denn das wird sie unmittelbar treffen - das wir kein Jahr dauern fürchte ich. Die verbohrten Brexiteers der gehobenen Schicht, die, wie ich vermute, aus dem Grund so für den Austritt aus der EU trommeln um sich in Zukunft nicht in die Geldgeschäfte schauen lassen zu müssen, sind ohnehin global beweglich. Schön, dass nicht nur die ständigen Trollkommentare zu lesen sind, sondern ab und an auch, wie jetzt hier, Stimmen der Vernunft. Im Übrigen ist das genannte Beispiel der EMA nur eines von vielen. Firmen verlagern schon seit Wochen ihren Gerichtsstandort aus London weg in die EU (z.B. AMEX).

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k70-ingo 26.01.2019, 17:20
8.

Zitat von kumi-ori
...Wirtschaftsvertretr kritisch über den Wegzug der EMA? Das englische Volk hat entschieden und die EMA als europäische Behörde hat gar keine andere Möglichkeit. Die Stadt Bielefeld kann auch nicht ihre Berufsfeuerwehr in Münster stationieren. Außerdem wird das Vereinigte Königreich nicht umhin kommen, jetzt eine eigene Arzneimittelzulassungsbehörde aufzubauen, und da können alle die hochqualifizierten Arbeitsplätze wieder geschaffen werden.
und wo sollen die hochqualifizierten Arbritskräfte hergenommen werden?

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thor.z1367 26.01.2019, 17:31
9. Die Briten sind keine Europäer

Wer sich so benimmt muss jetzt mit den Konzequenzen tragen. Natürlich hatte England nur wirtschaftliche Zusammenarbeit und Markeinfluss im Kopf. England war nie mit den Herzen dabei und so wird es immer bleiben.Deshalb ist es gut das sie rausgehen. Und das keine europäischen Behörden und Firmenzentralen in England bleiben können ist normal. Aber das hätten die Engländer vorher überlegen sollen und nicht den Schwachköpfen überlassen sollen.

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