Forum: Wirtschaft
Wegen Ehec-Warnung: Spanischer Gurkenproduzent verklagt Hamburg

Weil sein Name im Zusammenhang mit der Ehec-Epidemie genannt wurde, verklagt ein spanischer Gemüseproduzent jetzt die Stadt Hamburg auf Schadensersatz. Die Gesundheitsbehörde der Stadt hatte wegen des Ehec-Erregers im Frühjahr vor dem Verzehr spanischer Gurken gewarnt.

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anders_denker 22.12.2011, 09:53
1. Menschenleben müssen VOR wirtschaftlichem Interesse stehen!

Zitat von sysop
Weil sein Name im Zusammenhang mit der Ehec-Epidemie genannt wurde, verklagt ein spanischer Gemüseproduzent jetzt die Stadt Hamburg auf Schadensersatz. Die Gesundheitsbehörde der Stadt hatte wegen des Ehec-Erregers im Frühjahr vor dem Verzehr spanischer Gurken gewarnt.
Man hat gewarnt, als Keime gefunden wurden. Das sich diese nach langwiriger DNA Untersuchung als andere (aber trotzdem EHEC) als die verursachenden entpuppten ist zweitrangig. Und? Hätte im anderen Fall die Firma die Opfer und Hinterbliebenden entschädigt? Und wie... Gefühle kann man nicht "bezahlen".
Sorry - ein gewisses Unternehmerisches Risiko muss man eben eingehen, sich ggf. versichern.
Als Bürger muss ich aber auch erwarten, das Behörden schon beim kleinsten Verdacht meine Gesundheit und die meiner Mitmenschen schützen. Dies kann nur gelingen, wenn dadurch keine Konsequenzen drohen. Dem darf sich auch ein Gericht nicht verschießen - jedes Urteil zugunsten des Profits wäre nicht im Namen des Volkes, sondern in dessen Gesicht gespuckt!

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Drake_De 22.12.2011, 10:34
2.

Zitat von anders_denker
Als Bürger muss ich aber auch erwarten, das Behörden schon beim kleinsten Verdacht meine Gesundheit und die meiner Mitmenschen schützen.
Nun ja,
beim kleinsten Verdacht wohl kaum, aber bei BEGRÜNDETEM Verdacht.

Und das lag hier wohl vor. Es muss halt eine Risikoabschätzung gemacht werden.
Und das Risiko in Bezug auf Leben und Gesundheit der Verbraucher war hier so groß, dass jede Stunde / Tag Verzögerung weitere Todesfälle angehäuft hat.

Aber mE ist es gut dass das vor einem Gericht geklärt wird, auch um für Behörden und Firmen Entscheidungshilfen zu geben.

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fatherted98 22.12.2011, 10:48
3. Wieder mal typisch...

Zitat von sysop
Weil sein Name im Zusammenhang mit der Ehec-Epidemie genannt wurde, verklagt ein spanischer Gemüseproduzent jetzt die Stadt Hamburg auf Schadensersatz. Die Gesundheitsbehörde der Stadt hatte wegen des Ehec-Erregers im Frühjahr vor dem Verzehr spanischer Gurken gewarnt.
....bei Gesundheitswarnungen werden Klagen erhoben. Wird aber mal ein Keim oder ein verunreinigtes Produkt in den Markt gebracht und es entsteht Schaden wird nur mit den Schulter gezuckt...frei nach dem Motto: Hättet es ja nicht essen müssen.

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Gebetsmühle 22.12.2011, 10:54
4. warnung war berechtigt

Zitat von fatherted98
....bei Gesundheitswarnungen werden Klagen erhoben. Wird aber mal ein Keim oder ein verunreinigtes Produkt in den Markt gebracht und es entsteht Schaden wird nur mit den Schulter gezuckt...frei nach dem Motto: Hättet es ja nicht essen müssen.
so ist es. der entscheidende satz lautet:

"Bei verschiedenen Laboruntersuchungen während der Ehec-Epidemie
waren Erreger auf spanischen Gurken gefunden worden."

damit war eindeutig handlungsbedarf gegeben, weil es bereits todesfälle gab, darunter auch kinder. die hätten halt ihre gurken in spanien nicht mit kacke düngen sollen, dann wär auch kein ehec drauf. dass es scih nicht um den gefährlichen kolikeim handelte, war eigentlich nur glück.

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freidimensional 22.12.2011, 11:10
5. Die späte Rache der Gurke.

Zitat von sysop
Weil sein Name im Zusammenhang mit der Ehec-Epidemie genannt wurde, verklagt ein spanischer Gemüseproduzent jetzt die Stadt Hamburg auf Schadensersatz. Die Gesundheitsbehörde der Stadt hatte wegen des Ehec-Erregers im Frühjahr vor dem Verzehr spanischer Gurken gewarnt.
Scheint ein nachtragendes Geschöpf zu sein, dieses Gewächs...

Aber vielleicht hat sich auch einfach weltweit herumgesprochen, dass man in Deutschland die besten Chancen hat, mit Schuldzuweisungen an irgendwelche "Versager" in Behörden und Ämtern und entsprechend nachfolgender Klage mit Hilfe erfahrener deutscher Anwälte Kohle zu machen.
Ich hielt diese Vermutung "Gurke, Tomate u. Co" damals auch schon für ziemlich abwegig, aber getroffen hat diese Fehleinschätzung natürlich auch viele deutsche Gemüseproduzenten, auch im Bio-Bereich.
Wenn die alle klagen wollten, was dann?
Aber:
Es hatten schon öfter Leute Erfolg, die mit noch lächerlicheren Ansinnen gegen die deutschen Systeme daher- und durchgekommen sind.

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anders_denker 22.12.2011, 11:39
6. Lebensmittelwarnung.de

Zitat von fatherted98
....bei Gesundheitswarnungen werden Klagen erhoben. Wird aber mal ein Keim oder ein verunreinigtes Produkt in den Markt gebracht und es entsteht Schaden wird nur mit den Schulter gezuckt...frei nach dem Motto: Hättet es ja nicht essen müssen.
Unter Lebensmittelwarnung.de-Aktuelle Warnungen

findet man alle aktuellen Warnungen. Sicher - kein Hersteller wird sonderlich stolz darauf sein. Es ist aber unter den seriösen Herstellern auch üblich das man vorsorglich ganze Chargen vernichtet und sogar selber warnt.

Ach ja - Keime bringt wohl keiner auf den Markt, zumindest konnte ich bisher nirgends welche einzeln kaufen.

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Lei Ming 22.12.2011, 11:48
7. Hamburger Pflanzenamt

Zitat von sysop
Weil sein Name im Zusammenhang mit der Ehec-Epidemie genannt wurde, verklagt ein spanischer Gemüseproduzent jetzt die Stadt Hamburg auf Schadensersatz. Die Gesundheitsbehörde der Stadt hatte wegen des Ehec-Erregers im Frühjahr vor dem Verzehr spanischer Gurken gewarnt.
Mit der Begündung, dass 20% aller Container die aus China kommen mit Gift belastet sind wurde auch ein von uns nach Deutschland geschickter Container einer Stichprobenkontrolle unterzogen. Das dann im Auftrag der Hafenverwaltung erstellte Gutachten eines Hamburger Labors ergab, dass alle überprüften Element weit unterhalb der zulässigen Grenzwerte lagen. Kosten des Gutachtens: 452,00 Euro. Nur ein Schelm wird dabei denken, dass die Hafenverwaltung, das Planzenamt und das Labor brüderlich zusammenarbeiten und teilen.

Qinhuangdao Hongding Light Industry Machinery & Technology Co., LTD.
Harald Nehm

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Flari 22.12.2011, 11:57
8. Und wieso?

Zitat von freidimensional
Ich hielt diese Vermutung "Gurke, Tomate u. Co" damals auch schon für ziemlich abwegig, aber getroffen hat diese Fehleinschätzung natürlich auch viele deutsche Gemüseproduzenten, auch im Bio-Bereich.
Weil es von den Behörden vermutet wurde und das dann ja auf keinen Fall richtig sein kann?

Auf den Gurken wurden EHEC-Erreger gefunden!
Und die Vermehrung so eines neuen Typs in einem spanischen Wasserspeicher wäre genauso wahrscheinlich, wie in einer Sprossenzuchtanlage.

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jopket 22.12.2011, 13:19
9.

Zitat von anders_denker
[...] Als Bürger muss ich aber auch erwarten, das Behörden schon beim kleinsten Verdacht meine Gesundheit und die meiner Mitmenschen schützen. Dies kann nur gelingen, wenn dadurch keine Konsequenzen drohen. Dem darf sich auch ein Gericht nicht verschießen - jedes Urteil zugunsten des Profits wäre nicht im Namen des Volkes, sondern in dessen Gesicht gespuckt!
Der Staat wird Sie vor allem Unheil schützen. Schaf!
Wenn Sie des Mordes beschuldigt würden, und es stellte sich heraus, dass Sie unschuldig sind, dann würde der Staat Ihnen Ihre entgangenen Gewinne aus Arbeit etc. erstatten, die Sie während der U-Haft nicht erzielen konnten. Wieso also nicht diesem Bauern? Es wäre nur gerecht.

btw: Sie sollten Ihren Nickname ändern. Sie sind nämlich kein Anders_Denker, sondern ein idealer Denker, wie er vom Staat gewollt ist.
@SPON-Artikel: Wurde dieser spanische Bauer nicht explizit von den Hamburger Behörden verdächtigt? (Jedenfalls erinnere ich mich nebelhaft an eine explizite Nennung in den Medien.) Falls dies so ist, dann hat er sogar gute Aussichten auf Erfolg.

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