Forum: Wirtschaft
Wegwerfgesellschaft: Anteil der Einwegflaschen steigt weiter
Sebastian Kahnert/ zb/ DPA

Getränke in Mehrwegflaschen wären ein gutes Mittel gegen die deutschen Müllberge - wenn die Kundschaft sie denn kaufen würden. Vom angestrebten Ziel entfernen sich die Deutschen immer weiter. Bis auf eine Ausnahme.

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Stäffelesrutscher 19.09.2019, 00:44
220.

Zitat von teddy-berlin
In diesem Zusammenhang frage ich mich auch, warum WEINFLASCHEN ausschließlich Einweggebinde sind. Umweltfreundlicher wären Mehrwegflaschen in jedem Fall. Aber ich weiss - die Lobby!!!! Dagegen kommen unsere Politiker nicht an.
Zumindest in Baden und in Württemberg sind 1-Liter-Weinflaschen Mehrwegflaschen. 6 Cent Pfand.

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kfr_berlin 19.09.2019, 10:12
221. Die Geldgier des Handels oder der Produzenten ist mitschuldig

Denjenigen Verbrauchern, die nicht nur ans eigene Geld denken, kann man mehr Geld abnehmen. Dem entsprechend ist Mehrweg-Coke knapp viermal so teuer wie Einweg-Cola. Beim Bier ist den Verbrauchern die Marke wichtiger als billig. Deshalb gibt es Einweg zwar bei Geiz-ist-Geil-Läden wie Aldi, Netto und Lidl, aber die Verbraucher nehmen lieber das Marken-Mehrweg im Getränkehandel. Die Gier der Handelsketten des Handels hat auch zur Folge, dass Hersteller für billiges Bier in Mehrwegflaschen kaum Abnehmer finden, weil diese lieber teures Bier anbieten. Wenn die Politik das, wovon Politiker reden, tatsächlich umsetzen, d.h. die Umwelt schützen wollten, würden sie Einwegflaschen (und andere Plastikverpackungen) besteuern. Aber nur von Umwelt reden ist für Politik und Wirtschaft schöner.

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rambazamba1968 19.09.2019, 11:00
222.

Zitat von willib1955
Penny und Netto haben Flaschenbier.
das stimmt. Ich war nicht präzise genug. LIDL und ALDI sind die Platzhirsche und verweigern sich aus Profitgier umweltfreundliche Maßnahmen zu treffen.

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jamfm 19.09.2019, 11:01
223.

Zitat von b1964
PET-Flaschen haben grundsätzliche gesundheitliche und hygienische Nachteile. Die Weichmacher können von den Getränken herausgelöst werden (insbesondere bei säurehaltigen Getränken inkl. Kohlensäure). Während z.B. Mineralwasser in der Mehrwegflasche des deutschen Brunnen bei fachgerechter Lagerung (kühl und dunkel) quasi unbegrenzt haltbar ist, ist es in PET-Flaschen grds. auf 6 Monate begrenzt. Das Thema Mehrweg ist komplex. Hier muss man in die Zeit der Kohlregierung (Umweltminister Töpfer) zurückgehen. Das Marketing verlangte für jedes Produkt individuelle und optisch "hochwertige" Verpackungen. Dann kann ich das gleiche Wasser/Bier für den deutlich höheren Preis verkaufen. Nachteil war, dass dann die Rücklaufsysteme derart divers wurden, dass die Rücklaufquoten sanken. Mehrweg landete schlicht im Müll. Da war die Einwegverpackung "günstiger". Zudem wurde die billigere PET-Flasche beworben, weil sie leichter ist (und auf die Transportkästen zugunsten der Folie verzichtet). Das "Leichter"-Argument zog natürlich beim Verbraucher. Austrinken und ab in den Müll. Die Verpackungsverordnung von Töpfer (auf Wunsch der Industrie zur Vermeidung von Ordungsreglen geschaffen) ging von versprochenen Quoten aus, die sofort unterschritten wurden. Töpfer ließ einmal mit erniedrigten Quoten nachbessern. Der neue Umweltminister Tritin hingegen, ließ sich bei erneutem Unterschreiten nicht darauf ein, so dass das "Dosenpfand" als gesetzliche Folge der Töpfer-Regelung in Kraft trat. Die Industrie juckt das alles gar nicht. Marketing rules the world. Ich gehörde zu den Exoten, die sich mit dem Produkt und der Gesundheit beschäftigen. Deshalb (!) kaufe ich noch immer die Getränke in Glasflaschen und als Mehrweg. Die meisten Menschen sind einfach nur bequem. Würden wir die Mehrwegsysteme wie in den 80er Jahren mit weitgehend Einheitsflaschen gestalten, wäre das ökologisch weit günstiger. Dazu müssten aber die Marketing-Leute erst mal entlassen werden!
Wenn Sie schon so großspurig auftreten, dann bitte aber mit richtigen Inhalten! PET enthält nun definitiv keine Weichmacher!! Ich würde behaupten, dass PET der am umfangreichsten untersuchte und kontrollierte Kunststoff für Verpackungen ist.
Aber was richtig ist, ist dass PET, insbesondere die leichten Flaschen, keine so guten barriereeigenschaften für Gase hat wie schwere, dicke Glasflaschen und deswegen CO2-haltige Erfrischungsgetränke nicht ganz so lange haltbar sind.

Aber so viel Halbwissen wie in diesen ganzen Kommentaren ist schwer erträglich.

Wie hoch ist denn der kummulierte Umwelteffekt zwischen den einzelnen Verpackungsmöglichkeiten für ganz Deutschland? Das wäre doch die richtige Frage.

Der Unterschied ist marginal und hängt davon ab, mit welchen Annahmen kalkuliert wird - deswegen gibt es Studien, die jeweils eine Verpackungsart bevorzugen. Es gibt tatsächlich Themen, die viel mehr bringen, z.B. im Verpackungbereich die Nachhaltigkeit des gelben Sacks! Wie viel wird recycelt und wo geht das hin?

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alterknacker54 19.09.2019, 11:26
224. Und das ist auch noch

Zitat von KaraBenFasel
Norma auch - in der gewöhnlichen 0,5l-Pfandflasche.
lecker - weil ganz offensichtlich von der Bitburger Brauerei...
In einem Einheitskasten mit Einheitsflaschen - geht doch! Danke Norma!

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misterknowitall2 19.09.2019, 12:07
225. Doch!

Zitat von chillervonnatur
Und ich wage zu bezweifeln, dass die Leute "aus Faulheit" schlechteres Bier, aus schlechterer und bei der Rückgabe umständlicher Verpackung kaufen.
Genau das! Früher wurden jede Menge Dosen gekauft, gerade weil man sie einfach wegwerfen konnte, weil sie leichter waren und insgesamt unkomplizierter, ich denke an Glas und Scherben.

Und mal ehrlich, für viele ist der Geschmack des Bieres nur vorgeschoben und man bildet sich ein, es schmeckt aus dem Glas besser. Da muss die Qualität ja höher sein. Kopfschütteln. Ist sie eben nicht.

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misterknowitall2 19.09.2019, 12:12
226. Kundschaft?

Die Kundschaft kauft das, was angeboten wird. Ich bin es ziemlich leid, dass man alle Verantwortung einfach beim Kunden ablädt. Nein, natürlich setzen die Getränkehersteller liebend gerne Einwegflaschen ein, weil es sie weniger Geld kosten. So banal, so einfach.

Gäbe es nur Mehrweg, würde der Mensch Mehrweg kaufen, denn eigentlich will er ja den Inhalt. Dass mal zu der Logik mit der Kundschaft....

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misterknowitall2 19.09.2019, 12:17
227. Entschuldigung...

Zitat von sucher533
Warum werden hier die Begriffe "Einweg" und "wegwerfen " als Synonym gehandelt? Einweg wird durch Pfand oder Gelben Sack auch in den Kreislauf zurückgegeben.
aber das ist ziemlich naiv gedacht. Nur ein ganz geringer Anteil der hochwertigsten Plastiken wird recycelt. Bisher haben wir den Rest nach China verkauft, aber die wollen unseren Müll nicht mehr. Vietman und Korea sind kurzzeitig eingesprungen und seitdem findet sich unser Müll auch in den Flüssen und Meeren Vietnams.

Oft ist der Kunststoff völlig ungeeignet um Wiederverwertet zu werden und dann gibt es für das, was man nützen könnte auch zu viel Plaste am Markt. Dafür bekommt man kaum was, lohnt sich also nicht.

Ergo, alles Plastik landet bestenfalls im Müll und in der Verbrennung, der Rest in der Natur.

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markus_wienken 19.09.2019, 12:35
228.

Zitat von misterknowitall2
Die Kundschaft kauft das, was angeboten wird. Ich bin es ziemlich leid, dass man alle Verantwortung einfach beim Kunden ablädt. Nein, natürlich setzen die Getränkehersteller liebend gerne Einwegflaschen ein, weil es sie weniger Geld kosten. So banal, so einfach. Gäbe es nur Mehrweg, würde der Mensch Mehrweg kaufen, denn eigentlich will er ja den Inhalt. Dass mal zu der Logik mit der Kundschaft....
Es wird seitens des Handels beides angeboten: Mehrweg und Einweg.
Vielleicht nicht immer alles in einem Geschäft aber die Auswahl ist durchaus vorhanden.
Wenn die Verbraucher dennoch (viel) Einweg kaufen scheint ihnen das Thema nicht sonderlich wichtig zu sein.

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misterknowitall2 19.09.2019, 12:46
229. Der schwierige Kunde...

Zitat von markus_wienken
Es wird seitens des Handels beides angeboten: Mehrweg und Einweg. Vielleicht nicht immer alles in einem Geschäft aber die Auswahl ist durchaus vorhanden. Wenn die Verbraucher dennoch (viel) Einweg kaufen scheint ihnen das Thema nicht sonderlich wichtig zu sein.
wenn man ihn vor die Wahl stellt, wird er die bequemere (billigere)Wahl treffen. Und ja, vielen ist es nicht wichtig. Man bekommt sogar den Eindruck, dass vielen Menschen bei dem Thema stur (und damit dumm) werden. Das ist beim Klimawandel auch nicht anders. Irgendwie gibt es Menschen, die glauben, wenn Sie das Problem ignorieren oder einfach abstreiten, hätten sie kein Problem.

Nein. Warum wird nicht einfach nur Mehrweg angeboten? Und das in Standardflaschen! Weg mit Einweg. Fertig.

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