Forum: Wirtschaft
Wegwerfgesellschaft: Anteil der Einwegflaschen steigt weiter
Sebastian Kahnert/ zb/ DPA

Getränke in Mehrwegflaschen wären ein gutes Mittel gegen die deutschen Müllberge - wenn die Kundschaft sie denn kaufen würden. Vom angestrebten Ziel entfernen sich die Deutschen immer weiter. Bis auf eine Ausnahme.

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alterknacker54 19.09.2019, 13:19
230. Wie heißt es so schön:

Es wr nicht alles schlecht in der DDR. Wahrlich, aber mit Umweltschutz und Ökologie hatten sie es nicht so. Dass es in der DDR ein durchorganisiertes und gut funktionierendes Pfandsystem für fast alles gab (mit ganz wenigen Standartbehältern, von der Gurke bis zu Schnaps und Bier gab es alles in Glasgebinden - bei den Konserven mit Schraubdeckel, ist in unsrer vereinigten Wegwerfgesellschaft geflissentlich in Vergessenheit geraten.
Dieses allumfassende sozialistische Pfandsystem war zwar der rohstoffarmen Mangelwirtschaft geschuldet, hatte aber als Resultat genau den Effekt, den wir anstreben, weil wir z.Zt. in unserem eigenen Müll ersticken. Der Kapitalismus kann es nämlich auch nicht!
Könnten wir nicht von beiden Systemen die "Guddies" nehmen?

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markus_wienken 19.09.2019, 13:42
231.

Zitat von misterknowitall2
wenn man ihn vor die Wahl stellt, wird er die bequemere (billigere)Wahl treffen. Und ja, vielen ist es nicht wichtig. Man bekommt sogar den Eindruck, dass vielen Menschen bei dem Thema stur (und damit dumm) werden. Das ist beim Klimawandel auch nicht anders. Irgendwie gibt es Menschen, die glauben, wenn Sie das Problem ignorieren oder einfach abstreiten, hätten sie kein Problem. Nein. Warum wird nicht einfach nur Mehrweg angeboten? Und das in Standardflaschen! Weg mit Einweg. Fertig.
Schön, dass Sie mir zustimmen, dass es am Kunden (und seiner Bequemlichkeit und Desinteresse) liegt und nicht am Handel und Sie damit automatisch Ihr vorheriges Post revidiert haben.
Ihre Frage haben Sie sich doch bereits selbst beantwortet: Es wird nicht nur Mehrweg angeboten, weil der Kunde es so haben will.
Ist doch ganz einfach.

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rrv.vogt 19.09.2019, 13:54
232. Bitte um Aufklärung

Zitat von Schartin Mulz
Es waren Mehrwegflaschen aus Kunststoff. Natürlich gibt es Mehrwegflaschen aus Kunststoff. Könnte man wissen.
Welche Getränke werden derzeit in Deutschland noch in Mehrwege- Pfandflaschen aus Kunststoff vermarktet?
In Frankreich gab es vor Jahren preiswerten aber durchaus trinkbaren Tafelweil in kubischen 3 l - Kunststoffbehältern (vermutlich aus PP ) zu kaufen.

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Patrizier 19.09.2019, 14:06
233.

Zitat von Drschlaumeierxy
... führte 2003 den Dosenpfand ein, so dass die Leute "mit ruhigem Gewissen" Einwegflaschen aus Plastik (statt aus Glas) kauften, weil das "ja dann auch alles ordentlich recycelt wird"??? (was es ja natürlich nicht wird!) Stimmt: Es waren die Grünen selbst! Einwegverpackungen gehören abgeschafft oder stattdessen eine echte ABGABE extra zum Dosenpfand! Einfach nochmal 25 Cent auf jede Einwegverpackung als Steuer drauflegen!
Das Einwegpfand wurde zwar unter Trittin eingeführt, aber das Gesetz, das die Einführung bei Unterschreiten einer bestimmten Mehrwegquote vorsah, stammte noch aus Kohls Zeiten. Ich würde auch behaupten, dass die meisten Menschen schon wussten, dass die Läden die Flaschen nur einsammeln und dem Gelben Sack zuführen. Der Unterschied ist bis heute lediglich, dass man 25 Cent mehr hinlegt und die bei Rückgabe wiederbekommt, damit weniger Plastikflaschen und Dosen im Restmüll landen oder einfach irgendwo in die Büsche geworfen werden. Wer also vorher seine Einwegpackungen in den Gelben Sack gegeben hat, der hat heute nur die Rennerei zusätzlich. Aber praktisch war natürlich im Kontext der Agenda-Politik, dass damit der "Job" des Flaschensammlers einen Boom bekommen hat. So konnte man Leistungen kürzen und sich damit beruhigen, dass das "faule Gesocks" jetzt Flaschen sammelt und damit auch noch etwas Sinnvolles zu tun hat.
Bei Ihrer Forderung bin ich jedoch dabei.

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Patrizier 19.09.2019, 14:08
234.

Zitat von peter_rot
Es gibt inzwischen Studien die belegen, dass die PET Einwegflasche umweltfreundlicher ist als die Mehrwegflaschen aus Glas und Kunststoff. Durch den hohen Pfand kommt es zu einem Rücklauft von nahezu 100 %. Das PET wird recyclet und für neue Einwegflaschen oder für Flaschen im Bereich Haushaltsreiniger verwendet. Der Energieaufwand ist deutlich geringer bei Glasflaschen. Man sollte lediglich die Pfandpflicht auf alle Getränke in PET Flaschen ausweiten, also auch auf Säfte etc. Gegenwärtig sieht man die Probleme des Glasmehrwegsystems besonders bei Bierflaschen und Kästen.
War nicht vor gar nicht allzu langer Zeit noch zu lesen, dass nur ein Bruchteil unserer gesammelten Wertstoffe tatsächlich recyclet werden und viel davon exportiert und dann im Ausland verbrannt wurde oder auf Deponien lagert und ins Meer gelangt?

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willib1955 19.09.2019, 15:24
235.

Zitat von rrv.vogt
Welche Getränke werden derzeit in Deutschland noch in Mehrwege- Pfandflaschen aus Kunststoff vermarktet?
Mineralwasser z.B..

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spiegelleser987 19.09.2019, 22:37
236.

Zitat von alterknacker54
Es wr nicht alles schlecht in der DDR. Wahrlich, aber mit Umweltschutz und Ökologie hatten sie es nicht so. Dass es in der DDR ein durchorganisiertes und gut funktionierendes Pfandsystem für fast alles gab (mit ganz wenigen Standartbehältern, von der Gurke bis zu Schnaps und Bier gab es alles in Glasgebinden - bei den Konserven mit Schraubdeckel, ist in unsrer vereinigten Wegwerfgesellschaft geflissentlich in Vergessenheit geraten. Dieses allumfassende sozialistische Pfandsystem war zwar der rohstoffarmen Mangelwirtschaft geschuldet, hatte aber als Resultat genau den Effekt, den wir anstreben, weil wir z.Zt. in unserem eigenen Müll ersticken. Der Kapitalismus kann es nämlich auch nicht! Könnten wir nicht von beiden Systemen die "Guddies" nehmen?
Da gab es auch etwas anderes. Der Abstand zu den Läden zur Entgegennahme von Müll, wie z.B. auch Papier, alte Bekleidung, pfandfreie Glasflaschen usw., war festgelegt, um den Aufwand nicht zu übertreiben. Heute sind die Recyclinghöfe extrem weit weg. Da hilft kein Fahrrad sondern nur ein Auto. Aber darüber denkt hier in Berlin niemand nach.

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spiegelleser987 19.09.2019, 22:43
237.

Jetzt habe ich noch etwas erlebt.

Vor einigen Jahren haben hier viele Märkte die Plastikbeutel abgeschafft. Die habe ich immer über mehrere Jahre benutzt. Papierbeutel gingen immer sofort kaputt. Deshalb habe ich dann Stoffbeutel gekauft, obwohl die bei Regen immer nass waren. Weil die nun auch über ein Jahr alt sind, haben wir die heute in die Waschmaschine gesteckt. Die sind jetzt ein Stück geschrumpft und recht hart. Alle haben extrem auch harte Falten. Was ist denn das für Zeug? Sollen wir die harten Platten, auch Stoffbeutel genannt, jetzt wegwerfen?

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jaydeeblue 21.09.2019, 22:10
238. Verbote braucht es gar nicht

Zitat von weltverbesserer75
Es wäre so einfach, in diesem Bereich gegenzusteuern: ein Verbot von Einwegflaschen. Die Bundesregierung hat eine mehr als komfortable Mehrheit im Parlament, dazu würden die Grünen (hoffe ich) zustimmen. Das Problem wäre innerhalb kürzester Zeit komplett gelöst. Wenn man denn wirklich an Umweltschutz interessiert wäre...
Verbote braucht es gar nicht. Es würde vollkommen ausreichen, wenn der Pfan einfach deutlich erhöht werden würde. 1 eher 2 Euro je Flasche und fertig!
Letzten Endes tragen wir Verbraucher die Schuld, aber speziell die Discounter tragen ihren Teil dazu bei, weil es teils ja gar kein Mehrweg gibt.
Was macht also der "kleine Mann"? Er nimmt was er kriegt!

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