Forum: Wirtschaft
Weihnachtsmarkt-Tombola: Arbeitsvermittler verlost Langzeitarbeitslose
Jobcenter Mayen-Koblenz

Ein privater Bildungsträger in Rheinland-Pfalz verlost auf einem Weihnachtsmarkt Dienstleistungen älterer Langzeitarbeitsloser an Firmen. Gewerkschafter sind entsetzt. Es sei doch alles gut gemeint gewesen, sagt das Unternehmen.

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zynik 20.01.2013, 13:25
50.

Zitat von abryx
Solange die beteiligten Langzeitarbeitslosen der Aktion zugestimmt haben, ist an der ganzen Sache nichts verwerfliches festzustellen.
Genau diese Geisteshaltung ist das Problem und macht ein derartiges System erst möglich.

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james-100 20.01.2013, 13:25
51.

Zitat von la1974
grundsaetzlich muss man sich ja inzwischen bald schaemen arbeitgeber zu sein, also erstmal ein dickes sorry dafür, dass ich es wage etwas zu dieser thematik zu sagen. die moralkeule, die hier geschwungen wird ,ist sicherlich sehr toll, relativiert sich allerdings zeitnah, wenn nachher auch nur einer bei amazon, beim örtlichen pizzaservice oder sich bei der tankstelle etwas holt, da sitzen die wirklichen niedrigloehner. warum das so ist, bleibt jedem selbst überlassen. aber es liegt sicher nicht nur am boesen AG. ich finde das eine gute idee, so lernt man auch solche Leute kennen, denen man aufgrund verschiedener umstände sonst keine Chance geben.
Wieviele unbezahlte Praktikas darf es denn sein?

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Hörbört 20.01.2013, 13:27
52. Unqualifiziert

Wenn es der private Bildungsträger noch nicht einmal schafft, unentgeltliche Dienstleistungen an den "Mann" (die Unternehmen) zu bringen und daher auf solche Wahnsinnsideen verfällt, ist die Zusammenarbeit seitens des Jobcenters unverzüglich zu beenden. --- Noch eine Anmerkung zum glücklichen Webdesigner: wenn es den Bedarf bei dem Unternehmen gab, hat dieses kostenlose Angebot dazu geführt, einen bestehenden Arbeitsplatz bei einem "echten" Anbieter zu gefährden. Dies gilt auch für alle anderen Formen der staatlich organisierten Billigarbeit (z.B. 1-Euro-Jobs).

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Hafenschiff 20.01.2013, 13:29
53.

Zitat von spon-1236724621813
Warum HartzIV nach, sagen wir mal 3 Jahren, nicht ausläuft versteh ich nicht. Das würde mal etwas Bewegung reinbringen.
Verstehen Sie nicht. Ist nicht verwunderlich. Wenn diejenigen dann aktiv werden und zu Hundertausenden oder zu Millionen sich aus Ihrem Haus holen, was sie brauchen, weil es nunmal keine Arbeit für sie gibt, bei der sie was verdienen können, ist es Ihnen auch wieder nicht recht, oder? Das Problem unserer Wirtschaft ist es ja nicht, dass es keine Arbeit gäbe. Es gibt genug Arbeit. Nur Sie und viele andere wollen denjenigen, der diese Arbeit machen soll, nicht dafür bezahlen, sondern der soll das gefälligst kostenlos machen oder für 3,50€ die Stunde, auch wenn er sich dafür nicht mal 'ne Wohnung geschweige denn irgendwas anderes leisten kann.

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zynik 20.01.2013, 13:36
54.

Zitat von gustavsche
Alle Beteiligten waren damit einverstanden und es sind erwachsene Menschen. Eine Arbeit ist eine Arbeit ist eine Arbeit. Müll rausbringen ist auch eine Arbeit und kann genauso ausgelost werden. Die Soziologen bringen viel Unsinn hervor, aber sie haben in einer Angelegenheit recht: Die langjährige Abwesenheit einer Arbeitsstelle führt zur Verlotterung. Selbst eine schlecht bezahlte Arbeit wäre für diese Menschen ein Segen, sofern sie dadurch zu festen Arbeitszeiten und einem geordneten Alltag kommen.
Und der nächste Bitte. Durch die Blume: Die Langzeitarbeitslosen sind "verlottert", haben angeblich "freiwillig" zugestimmt und somit eine derartige Erniedrigung verdient.

Ich finde es milde gesagt eine unglaubliche Frecheit Langzeitarbeitslosen pauschal eine "Verlotterung" zu unterstellen. Was genau soll das heissen?

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Hafenschiff 20.01.2013, 13:39
55.

Zitat von pömpel
Aber die Arbeitslose bekommen ja trotzdem Geld dafür, nämlich ihr Arbeitslosengeld, auch das ist nicht umsonst und man muss auch für Arbeitslosengeld etwas tun.
Dagegen wäre ja im Grunde nichts einzuwenden, wenn die Arbeitslosen auch für denjenigen arbeiten würden, von dem sie das Arbeitslosengeld bekommen, also für Sie und mich und alle anderen Steuerzahler, sprich in Form von öffentlicher Arbeit. Das ist aber nicht der Fall. Die meisten arbeiten nämlich kostenlos in Form von Praktika, so genannten Eingliederungsmaßnahmen usw. für irgendwelche Privatunternehmen, die aus dieser kostenlosen Arbeit, die mit Hilfe des Arbeitslosengelds vom Steuerzahler finanziert wird, beträchtliche Gewinne erzielen.

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Worldwatch 20.01.2013, 13:41
56. Gewerkschaft entsetzt

Sicher, da machen Langzeitarbeitslose ausdruecklich freiwillig mit, erhoffen sich Lebens- wie Jobverbesserungen, und die Gewerkschaft echauviert sich.

Das der Kanzlerkandidat der gewerkschaftsnahen SPD fuer zwei Stunden Redenhalten 25.000,-Eurp erhaelt, und den nicht selten qualifizierten Langzeitarbeitslosen damit zeigt, Schwaetzen mit und fuer "Vit.B" ist ungleich mehr wert als gekonntes, erfahrenes Schaffen, stoert sie nicht.

Auch die moderne Sklaverei des "cloud-jobbing" ("Wolkenkuckucksheim-Arbeitvermittlung") scheint auf Gewerkschaften toll zu wirken. Denn man hoert nichts von diesen zum Thema. Keine Empoerung gegen diese Form des echten Verstosses gegen die Menschenwuerde. "Cloud-jobbing" will ueberhaupt nichts mit Menschen zu tun haben, nur Arbeit erledigt sehen.

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mafischer 20.01.2013, 13:42
57. Gewerkschaftsbund kontraproduktiv

Ich verstehe es nicht: Da bekommen Arbeitslose, die dieser Aktion freiwillig zugestimmt haben einen Job und dann beschwert sich der Gewerkschaftsbund darüber? Schonmal darüber nachgedacht, dass es sowieso völlig sinnfrei ist, einer Gewerkschaft anzugehören, wenn man arbeitslos ist?
Wo ist denn nun das Problem bei der Aktion hier? Ich jedenfalls erkenne keins, und hätte sofort mitgemacht.
ich finde die Aktion super und möchte den Initiatoren sagen: Bitte nicht abbringen lassen und sich nicht irritieren lassen von den ganzen Gewohnheitstieren, bei denen immer alles nach "Schema F" verlaufen muss.

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TexMexium 20.01.2013, 13:43
58. Wo bleibt Ihr Angebot ??

Zitat von spon-1236724621813
Jaja, die armen armen Langzeitarbeitslose. Wer jahrelang ohne Eigeninitative der Allgemeinheit auf der Tasch liegt gesteht ein, dass er keine Würde hat. Hier nun die Aktion als würdelos zu bezeichnen, ist eine gewagte These. Nunja, ich habe keine Lust die Herrschaften HartzIV jahrelang durchzufüttern. Warum HartzIV nach, sagen wir mal 3 Jahren, nicht ausläuft versteh ich nicht. Das würde mal etwas Bewegung reinbringen.
3 Millionen Arbeitssuchende bei 800000 freien Jobs.

Sicher kann man IHREN Job und auch viele andere auf 3-4 Arbeitssuchende verteilen; Ihr Arbeitgeber spart dann auch noch so Einiges an Sozialabgaben ...

Und SIE dürfen sich dann gehaltsmässig nach unten orientieren ...
Qualifikation zählt heutzutage nichts mehr - Hauptsache billig.

Können SIE billig ?
Wollen SIE billig ??



Prost.

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Sotho 20.01.2013, 13:47
59. Blödsinn

Zitat von Petra Raab
Einen Menschen gegen seinen Willen zur Arbeit zu zwingen ist Sklaverei. Die Hartz IV Behörden versklaven so jährlich mehrere Millionen Menschen in Deutschland. Wer nicht für 3 Euro die Stunde arbeiten oder eine Sinnlosmaßnahme besuchen will, der wird sanktioniert.
Die Aktion des Unternehmens halte ich auch für menschenverachtend. Ich glaube auch, dass es bei der Vermittlung von Arbeitslosen grenzen geben muss. Niemand sollte dazu gezwungen werden für einen Hungerlohn arbeiten zu müssen. Anbieten ja, zwingen nein. Das mit Sklaverei gleichzusetzen ist aber Blödsinn. Ohne Hartz4 hätten die Menschen gar nichts. Das ist keine Sklaverei, sondern ein "Geschenk" der arbeitenden Bevölkerung an die, die ausschlafen können. Das ist keine Schuldzuweisung. Hartz4 ist kein Lohn. Das Ziel ist immer die Menschen in Arbeit zu bringen. Das hat mit Sklaverei nichts zu tun. Ausbeutung ist es, wenn man für einen Hungerlohn arbeiten muss. Aber auch wenn man für notorische faule Schmarotzer arbeiten und Zahlen muss. Sicher die Mehrheit ist an ihrer Arbeitslosigkeit schuldlos und will arbeiten. Verstehen kann ich auch, wenn man nicht bereit ist jede Arbeit anzunehmen. Ihre Ansichten sind aber eine Frechheit.

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