Forum: Wirtschaft
Welt ohne Grenzen: Der Unsinn der Nationen
Adam Tabori

Griechenland wählt - aber hat das Land wirklich eine Wahl? Überall auf der Welt tun Nationalstaaten so, als ob sie ihre Geschicke selbst bestimmen könnten. Eine Illusion.

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libebknofne 20.09.2015, 07:44
1. Eine Welt ohne Grenzen...

... ist eine Welt, in der sich weltweit diejenigen mit dem stärksten Sendungsbewusstsein kulturell durchsetzen werden; diejenigen, die gezielt ihre eigene Ideologie exportieren.

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Newspeak 20.09.2015, 07:49
2. ...

Nationen sind noch viel schlimmer, als nur ihre Grenzen und Bürokratien. Angeblich legitimieren sich Nationen dadurch, daß sie Freiheit und Leben ihrer Bürger schützen. Im 20. Jahrhundert aber mussten Millionen Menschen die Erfahrung machen, daß sie genau dies nicht taten, sondern im staatlichen Auftrag Freiheit und Leben ihrer Bürger bedrohten. Wahrscheinlich sind im 20. Jahrhundert deutlich mehr als 100 Millionen Menschen durch Nationalstaaten ermordet worden, über 50 Millionen schon allein durch den Zweiten Weltkrieg, dann das Massaker an den Armeniern, Ruanda, der Balkankrieg, die Kulturrevolution, Stalins Säuberungen und der Hungermord an den Ukrainern, Japans Besetzung der Mandschurei, ungezählte Bürgerkriege in Afrika und davor der Kolonialismus, die Militärdiktaturen in Lateinamerika, die Liste ist endlos. Es ist die Ausnahme und nicht die Regel, daß Nationen Freiheit und Leben ihrer Bürger schützen!

Aber immer noch steht in jedem Lehrbuch der Gesellschaftskunde der Schwachsinn vom Gesellschaftsvertrag usw.

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palme 20.09.2015, 07:50
3.

Überall in Europa tun Wähler so, als ob sie in einer Demokratie leben. Eine Illusion.

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jeze 20.09.2015, 07:56
4. Kritischer betrachten!

Wenn man kritisch hinterfragt, kann man auch zu dem Schluss kommen, dass früher versucht wurde die Grenzen der Nationalstaaten mit Bomben und Kriegen abzubauen, was heute nicht mehr notwendig ist, weil das Finanzsystem das viel besser erledigt.

Das Problem des Artikels ist aber, dass der Autor dieses System als gottgegeben hinnimmt, quasi als Naturgesetz sieht und dem ist eben nicht so.

Solange Menschen unterschiedliche Sprachen sprechen, unterschiedliche Kulturen haben und unterschiedlich leben wollen - welchen Sinn macht es denn zu versuchen dies global zu verwalten? Genau DAS führt zu Konflikten.

Toleranz bedeutet, dass ich den anderen machen lasse, was er will und nicht, dass ich mitmachen muss. Bei einem gemeinsamen Finanzsystem ist derlei Toleranz aber nicht mehr möglich (siehe Griechenland) und das schürt Konflikte.

Die Verengung des Lebens auf Bruttosozialprodukt und Wirtschaftswachstum ist das wahre Übel unserer Zeit und da hat der Autor noch einen weiten Weg vor sich, dies etwas kritischer zu betrachten.

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bruderlaurentius 20.09.2015, 08:00
5. Komplexität im 21. Jhd

Mittlerweile haben wir eine Komplexität im 21. Jhd. erreicht, die kein Mensch mehr versteht. Das ist wie beim Wetter. Es gibt tausende Faktoren, die Einfluss auf das Gesamtsystem ErdeMensch haben. Theoretisch müsste man alles im Kontext betrachten, doch wer vermag das noch. Fakt ist, wir sind zu viele Menschen auf diesem Planeten, die am Ende im Wettbewerb zueinander stehen.

Kleines Gedankenexperiment: Würde ich 100 Jahre alt werden und in jeder Sekunde meines Lebens einen Menschen kennenlernen, würde mein Leben nicht ausreichen um alle heutigen Menschen kennenzulernen. Und jeder von diesen benötigt Lebensmittel, ein Dach übern Kopf und genügend Platz. Das Tragische ist, der Mensch steht als komplexer Säuger relativ weit oben in der Nahrungskette und benötigt dementsprechend viel Ressourcen. Wenn es so weitergeht, werden in Zukunft noch ganz andere Menschenmassen über die Kontinente ziehen. Und wenn es nichts mehr zu Essen gibt, hört die Willkommenskultur schnell auf.

Die Menschen spüren intuitiv, dass über die kapitalistisch geprägte Globalisierung ein dunkles Gewitter aufzieht. Deshalb suchen sie Unterschlupf und Stabilität, die sie letztendlich nur in ihren Wurzeln und in ihrer eigenen Kultur wiederfinden.

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Doc B Vienna 20.09.2015, 08:00
6. Ich gebe ihm nur teilweise recht.

Eine globalisierte Wirtschaft - insbesonders Finanzwirtschaft - ohne globale Regulierung ist anfällig und kann Krisen entwickeln.
Aber einen Weltstaat wird's wohl auch nie geben.
Also was ist dann die Alternative? Föderale Großstaaten vorzuschlagen hilft ein bißchen weiter, dann stehen wir wieder dort - nämlich in der Problematik eines großstaatlichen "Nationalismus".
Der Autor serviert einen einfachen Lösungsansatz. Weniger Klein-, mehr Großstaaten.
In der Wirtschaft zeigt sich aber immer mehr, daß Großkonzerne niemanden bereichern außer institutionelle Investoren. Klein- und Mittelbetriebe bringen Wohlstand und ökonomische Flexibilität.
Vielleicht gilt das für Staaten auch? Nur so ein Gedanke...

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KnutHB 20.09.2015, 08:05
7. Sehr gut dargestellt!

Wir sollten aber gerade in Deutschland daran denken wie oft wir (die Csu lässt grüssen) gerne über provinzielle Belange dumm herum reden.

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peeka(neu) 20.09.2015, 08:05
8. Na endlich

Ich schreibe mir in der Hinsicht ja schon länger die Finger wund, auch wenn ich es hinsichtlich Katalonien etwas anders sehe.
Und auch Nordkorea kann nicht ausschließlich national agieren, man denke an Tschernobyl:
Da fliegt in einer Volkswirtschaft ein Atomkraftwer in die Luft, verursacht Schäden in anderen Volkswirtschaften und durch die Langzeitwirkung beeinträchtigt es sogar Volkswirtschaften, die es zu dem Zeitpunkt noch gar nicht gab.

In Europa brauchen wir endlich europäische Parteien.
Wer europäisch-sozialdemokratisch wählen will, dem sollte sich eine SPE anbieten. In der heutigen Form finden die national organisierten Parteien erst im EU-Parlament zusammen, und die Abgeordneten fühlen sich wieder ausschließlich national verpflichtet.

Es muss sich aber vor allem in der Wirtschaftswissenschaft etwas tun:

Denn diese Entwicklung bedeutet auch das Ende der volkswirtschaftlichen Theorie als solches, nicht nur ihrer ideologischen Schulen.

Was in Ihrer Betrachtung auch noch fehlt, ist die neue Macht international agierender Konzerne. Wir haben es gerade erst bei der Unterwürfigkeit von Heiko Maaß gegenüber facebook beobachten können, wie wenig nationale Gesetze Anwendung finden, im Freihandel wird es stärker werden.

Was meiner Ansicht nach aber als Alternative zur bisher zu großen Nation stehen könnte, wären Regionen, die natürlich nicht autark agieren können, aber eher zur Identitätsbildung beitragen dürften.
Hier wäre auch die Idee unterschiedlichen Regionalwährungen eine gute Möglichkeit, Binnenwirtschaft für regionale Waren und Dienstleistungen anzukurbeln.

Das alles ist ein weites Feld, das eine neue sozialwissenschaftliche Betrachtung erfordert.

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WestlicheNation 20.09.2015, 08:07
9. Globalisten

Die Globalisten wollen uns von ihrem Unsinn überzeugen. Nationen haben immer existiert und sie werden ewig existieren. Zu RECHT.

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