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Weltkriegsstollen unter Kindergarten: Nazi-Bunker lässt Kleinstadt verzweifeln
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Im saarländischen Nalbach bedroht ein brüchiger Nazi-Bunker einen Kindergarten. Der kleine Ort prozessiert deshalb gegen die Bundesrepublik. Für die Gemeinde geht es um viel Geld.

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cobaea 31.12.2018, 19:46
110.

Zitat von Sophiedo
Es ist ein Schutzbunker für die Bevölkerung. Man bezeichnet die U-Bahn in London auch nicht als Nazi-Shelter, weil sie wegen der Luftangriffe der Reichsluftwaffe als Schutzräume dienten.
Die Londoner U-Bahn wurde auch nicht als Luftschutzbunker gegen die Nazi-Angriffe gebaut, auch nicht von den Nazis und nicht wegen der Nazis, sondern als U-Bahn. Das gilt auch für die Berliner U-Bahn oder die Budapester.
Luftschutzbunker zum Schutz der Bevölkerung wurden dagegen ausdrücklich zum Schutz vor den direkten Auswirkungen des Krieges gebaut, den die Nazis angezettelt hatten. Und zwar nur zu diesem Grund und in dieser Zeit und zum überwiegenden Teil von Bauhandwerkern der Nazis (ja, hinterher war niemand je Nazi gewesen...). Deshalb kann man ruhig Luftschutzbunker als Nazi-Bauten bezeichnen.
Weshalb übrigens, regen sich hier denn manche Leute derart über diese Bezeichnung auf? Werden die Bunker dadurch in ihrer Ehre verletzt, weil sie immer gegen die Nazis waren - echte Untergrundkämpfer?

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vish 31.12.2018, 20:21
111.

"Wie soll eine Verjährung für etwas greifen, von dem ich nichts weiß?"

Willkommen in der Welt der normalen Bürger, Herr Bürgermeister. Wo es die Behörden, ganz besonders auch die kommunalen, einen Dreck interessiert, ob man von irgendetwas gewusst hat.

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Munku 31.12.2018, 20:47
112. Einfach

Sachen gibts. Aber bloss den Rechtsweg bis zum letzten Winkel ausschöpfen, weil das der Anwalt halt so sagt das das geht (natürlich empfiehlt er es so, schliesslich verdient er am Prozess, nicht am Ausgang).

Soll die Gemeinde statt aussichtslosen Gutachtern (selbst das Gericht gibt schon eine geringe Erfolgschance... das ist eine Warnung!) doch den Kindergarten an anderer Stelle wiedererrichten. Vor allem wenn man sich die Sanierung dafür sparen kann.

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claus7447 31.12.2018, 21:13
113.

Zitat von adal_
Der Rechtsstaat ist voller "Erbsenzahler", die sich an die für ihren jeweiligen Bereich geltenden Rechtsvorschriften halten. Ergeben sich daraus rechtliche Konflikte, entscheidet bei uns weder das gesunde Volksempfinden, noch der Mufti, sondern ein Gericht. Und das ist auch gut so.
Mea culpa... Es ist ja nur unser Geld. Es lebe das Beamten und Richtertum. Das habe ich als pragmatiker eh nie verstanden. Und es soll sich niemand über steuerverschwendung mehr beklagen.

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redebrecht 31.12.2018, 21:19
114. Abzocke oder Blödheit

Den Bunker kann man in diesem Abschnitt einfach verfüllen, ohne lange Gutachten und sonstige Untersuchungen machen zu lassen. Offensichtlich haben aber einige Leute die große Chance genutzt aus der Existenz des Bunkers einen Gewinn zu machen. Für ein paar tausend Euro lässt sich das erledigen. Aber wahrscheinlich wird schon die Ausschreibung durch einen "Experten" teurer als eine Handwerkerkolonne die eine Woche arbeitet.

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otto_lustig 31.12.2018, 21:29
115. Sorry, aber bereits mehrere Jahre vor dem

Beginn des 2. Weltkrieges gab es ein Luftschutzprogramm. Mann kann sich vorstellen, dass die Blockwarte die Durchführung überwachten! Glaubt denn wirklich jemand, dass die Bewohner des Ortes dem freiwillig gebaut haben oder bauen liessen? Das geschah auf Druck von oben. Und wer hat da regiert? Insofern finde ich die Bezeiuchnung Nazi-Bunker korrekt.

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vwl_marlene 31.12.2018, 22:33
116.

Zitat von Braveheart Jr.
... daß die Gemeinde, in der gefühlt jeder über das Bunkersystem Bescheid weiß, von der Kirche das Grundstück gekauft hat. Und das, obwohl eine Karte von 1977 die Existenz (wenn auch nicht die Ausdehnung) dokumentiert.
Die Karte zeigt Bunker unter der alten Grundschule, heute Rathaus. Der Kindergarten ist rechts oben in der Karte, keine Stollen in der direkten Naehe auf der Karte. Das Nachbargrundstueck noerdlich zum Kindergarten wurde lange als Gaertnerei bzw. als Ablageplatz fuer Krams von der Gaertnerei genutzt. Das kleine Nachbargr7ndstueck oestlich ist eingezaeunt und wird meines Wissens nicht benutzt, das ist am Berg und grenzt an eine Treppe, die vom Kindergarten in die Etzelbachstrasse fuehrt.
Da auch ohne den Stollen unter dem Kindergarten reichlich Bunkerraum fuer den Ortskern vorhanden war, haette man nicht damit rechnen muessen, dass da noch mehr als die bekannten Bunker sind.

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luwigal 31.12.2018, 22:35
117. So einfach ist es nicht ...

Zitat von herbert
Frau Merkel helfen Sie doch mal der Gemeinde, indem sie buerokratische Monster und Zustaendigkeiten mit wegraeumen. Wenn in einem Wohngebiet eine zehn Zentner Bombe gefunden wird, dann muss die Beseitigung nicht der Grundbesitzer zahlen, sondern der Staat, egal wer zustaendig ist. Da ist auch nichts verjaehrt! Der zustaendige Bundestagsabgeordneter dieser Gemeinde soll doch mal eine Anfrage im Bundestag starten zur Diskussion. Damit der Fall mal Gewicht bekommt !
denn der Bund fühlt sich nur dann zuständig, wenn es sich um eine deutsche Bombe handelt. Für die Kosten der Entschärfung und Beseitung von nicht "reichseigenen" Bomben, bspw. Fliegerbomben der Amerikaner, der Russen, der Briten, kommt der Grundstückbesitzer auf. Die jeweilige Kommune und das Bundesland in dem sich das Grundstück befindet, versuchen dabei dem Grundstückbesitzer hinsichtlich der entstandenen Kosten zu helfen. Das ist kein Muss, der Grundstückbesitzer könnte "danach" auch aufgrund der entstandenen Kosten pleite sein.
Beispiel: Sprengung von Blindgängern Wer zahlt für Schäden?
Link: https://www.tagesspiegel.de/berlin/sprengung-von-blindgaengern-wer-zahlt-fuer-schaeden/9159058.html

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vwl_marlene 31.12.2018, 22:36
118.

Zitat von zorngibel
Schaut man sich (als Laie) die Karte auf dem Foto an ("orange" sind wohl die Stollenbereiche, von denen man nichts wusste?), fragt man sich allerdings schon: hat beim Bau des Kindergartens wirklich keiner in Erwägung gezogen, dass der Stollen hier drunter weiter verläuft??
Die eingetragenen stollen waren alle bekannt, die prangenen liegen unter der alten Grundschule. Der Kindergarten ist das L-foermige Gebaeude oben rechts auf der Karte.

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vwl_marlene 31.12.2018, 22:52
119.

Zitat von mitch72
dass niemand im Ort von dem Bunker gewusst haben will. Sind ja noch keine 100 Jahre, sodass es wohl sogar noch Zeitzeugen geben sollte, zumindest im Archiv des Ortes sollten Infos vorhanden sein.
Der gesamte Litermont ist ein Loecherkaese. Da gab es nicht nur Bunker, um Menschen zu schuetzen, sondern auch, um Munition zu lagern. Man kann auf der Karte gut sehen, dass von der Hauptstrasse des Ortes (Hubertusstrasse), reichlich Stollen ab in den Berg gehen und dass es auch ohne den Stollen unter dem nach dem Krieg gebauten Kindergarten genuegend Schutzraeume fuer die Bewohner gegeben hat. Von daher kann es tatsaechlich sein, dass es sich um einen wenig bekannten Bunker handelt, der vielleicht als solches Lager dienen sollte.

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