Forum: Wirtschaft
Weltkrise privat: Gemeinde-Fasching in Zuffenhausen

Es ist so traurig, was da passiert bei Porsche! Eine Ära geht zu Ende! Konzernchef Wendelin Wiedeking steht vor dem Aus (vielleicht)! Dabei war er so feinnervig, bescheiden, zurückhaltend und leise wie seine Autos.

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Be-objective_ 16.07.2009, 10:10
40. Circus Boldus Quackus

Zitat von yupii
Inhaltlich sicher korrekt aber so ein Schreibstil passt doch nicht zu einer seriösen Berichterstattung. Sollte der Artikel nicht lieber in die Satire-Rubrik. Bin doch etwas enttäuscht
Ach wieso ?
In diesem Fall ist die Reaktion angemessen ;-)
Porsche verhielt sich ja selber so wie der Circus- Dompteur.

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gmb437 16.07.2009, 10:11
41. Polemische Betrachtung, aber vielleicht nicht intelligent genug?

Es wurde hier die Zielgruppe der Focus- Leser erwaehnt,
wir wollen mal andere Blaetter aus dem Springer Verlag aussen vor lassen.
Ob man mit Wiedekings Vorgehen einverstanden ist, oder nicht, wo sollte dieser Kommentar eigentlich hinfuehren?
Dieser Sarkasmus um seiner selbst willen ohne Fahrtrichtung ist voellig unnoetig und eher fade.

Man quaelt sich durch den Artikel und hofft eine intelligente Aufloesung des Titels, der ja offensichtlich provozieren sollte und was passiert? Man wird ganz bitter enttaeuscht, weil ein beleidigter Schulbub schmollt!

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alfred_e_neumann 16.07.2009, 10:15
42. Nun ...

Es fing grandios an, wurde bedenklich und brach schlussendlich völlig in sich zusammen.

Der Artikel - versteht sich.

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jumpm 16.07.2009, 10:27
43. Und wie soll Porsche Autos mit weniger CO2 herstellen?

Zitat von peteconnect
Meine Meinung ist folgende: Weg mit den Zockern! [...], wenn auch kleinen Automarke meint sein Hauptgeschäft sei das Zocken und mit Bankgeschäften könne man eh viel mehr Geld als mit der dummen primitiven Technik, nämlich dem Autobau, also ganz solider Wertschöpfung verdienen, dann liegt er schief und gehört wegen Realitätserkennungsverlust weg.
Was mich sehr, sehr wundert, ist dass die Presse immer alles tut um die Porsche-Aktion "Wir kaufen VW" als kompletten Größenwahn darzustellen für den es absolut keine wirtschaftlichen Gründe gäbe. Mir fält jedoch recht schnell einer ein, welcher auch zeitlich nicht so abwegig ist:

Auch Prosche muss irgendwann die Klimaschutzvorgaben nach 93/116/EC erfüllen: 120g CO2/km bis 2012. Dieser Wert wird berechnet für den Hersteller insgesamt (Unternehmen), nicht je Marke. Deswegen darf Fiat hier die Werte von Ferrari, Maserati und Alfa Romeo mit denen der massenweise verkauften Kleinwagen in der Berechnung ausgleichen - die Vorgabe bevorzugt also ganz klar Hersteller von Kleinwagen (die haben gar keine oder zumindest kaum Probleme, die Vorgabe umzusetzen) oder Großkonzerne mit einer gesunden Mischung in der Produktpalette - ein Nischenhersteller wie Porsche, welcher sich alleine auf Sportwagen mit einer Emission von irgendwas zwischen 290g und 400g CO2/km wird niemals derartige Werte innerhalb von noch nun mehr 3 Jahren selbst erreichen können. Dazu müsste bei Beibeahltung der Motorentechnik deren Verbauch auf rund ein Drittel gesenkt werden - und zwar nicht die Spitzenleistung, sondern der Durchschnittsverbrauch. Und dies ginge einach nicht ohne dass man gleichzeitig das Gewicht der Karren und deren Fahrverhalten massivst verädert und damit Porsche seine Nische einfach aufgibt.

Die Alternativen:
1. Porsche nimmt empfindliche Strafzahlungen in Kauf und läuft Gefahr, entweder durch den dadurch erhöhten Preis (welcher anderen Sportwagen durch oben beschriebene Rechentricks wie bei Fiat nicht anfallen) nicht am Markt akzeptiert werden wird oder erhält womöglich bald nicht mal mehr Zulassungen für den Markt.
2. Porsche kauft einen Hersteller, welcher seinen Hauptabsatz mit deutlich kleineren Modellen macht, welche entweder schon heute oder in naher Zukunft nahe an die 120g CO2/km kommen. Nehmen wir an, es gäbe einen Hersteller, dessen Autos zwischen 100 und 110g rauspusten - dann müsste man diese im Verhältnis 30:1 bis 10:1 zu den Spritfessern von Porsche verkaufen, damit diese durch den Verrechnungstrick insgesamt die Klimaziele erreichen. Somit kommt für dieses Modell nur ein sehr großer Massenhersteller in Frage. (Ein VW Polo produziert aktuell bereits 109g/km http://www.spiegel.de/auto/fahrberic...624206,00.html, ein recht üppig ausgestatteter Golf 147 g/km was man in 3 Jahren vielleicht auf neutrale 120 g/km drücken könnte, u.a. auch mit Optionen wie beim Passat mit Erdgas http://www.spiegel.de/auto/fahrberic...606620,00.html)
3. Umgekehrtes Modell: Ein solcher Hersteller aus 2. kauft Porsche. Allerdings steht Porsche zum einen viel zu gut am Markt um für Aufkäufer ein Schnäppchen darzustellen, zum anderen würde man dann seine Eigenständigkeit verlieren und auch nicht die Produktpolitik des anderen Herstellers so optimieren können, dass die Klimaziele für Porsche ohne vergleichweise große Anstrengungen zu erreichen wären.

Ciao,
JumpM

PS: Aufgeteilt in mehr Postings, da zu lang.

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jumpm 16.07.2009, 10:29
44. Fortsetzung: CO2-Vorgabe und VW-Übernahme durch Porsche.

Porsche hatte z.B. durh den Cayenne / Touareg schon enge Beziehungen zu VW und auch mal recht gute Finanzreserven - und wäre alles nach Plan gelaufen, dann wäre VW heute Teil von Porsche und Alternative 2 würde voll eintreffen. Da aber wohl auch gerade die Politik (welche Porsche auf EU-Ebene derartige Probleme erst eingebrockt hat) nicht die Finger aus den Entscheidungen in VW lassen will (und dafür auch eine Klage vor dem EuGH wg. des unzureichend geänderten VW-Gesetzes 2007/2008 in Kauf nimmt, was wohl zu Strafzahlungen führen wird und somit nicht im Interesse des Konzerns VW oder der Volkswirtschaft Deutschland allgemein, denn die Kosten dafür werden wohl auf den Steuerzahler umgelegt werden), wurde dieser Plan nicht gerade von Regierung in Niedersachsen unterstützt.
Deswegen wurde nun Option 3 angesprochen. Denn was wäre die Alternative (gerade auch für die Politik)?
Soll Porsche die Klimaziele nicht erreichen und 2012 langsam oder schnell vom Markt verschwinden oder schon davor, weil keinerlei Kredite zum vollenden der Übernahme gefunden werden und deswegen in Insolvenz gehen? Dann werden aus der Insolvenzmasse plötzlich 49% VW-Beteiligungen den Markt fluten und dies sicherlich auch VW nicht unbeschadet lassen. Mehr noch: Selbst wenn sich ein Käufer dafür finden würde - würde der nicht vielleicht noch härter gegen die 20%-Sperrminorität durch das VW-Gesetz vorgehen as dies Porsche getan hat? Würde man sich nicht noch ganz andere Vorwürfe anhören müssen, wenn es sich bei diesem Eigentümer nicht um ein "kleines deutsches Familienunternehmen" sondern um einen ausländischen Investor handeln würde?

Ende Teil 2, Teil 3 folgt.

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andreas maccari 16.07.2009, 10:33
45. Wer soll zurücktreten ?

Ich habe gehört, bis zum Rücktritt von Ministerpräsident Wulff soll es sich nur noch um Stunden handeln ......
Wäre schön, ist aber leider unzutreffend, denn im Gegensazz zu Herrn Dr. Wiedeking ist er wie alle Miglieder des Andenpaktes fest mit seinem Amtssessel verschraubt !
Leider wieder mal ein Beispiel, daß für Politiker die eigene Macht ( zB VW Gesetz ) dem Wohl der Republik und seiner Bevölkerung vorgeht. Schade, leider hält sich auch Herr Wulff für einen Auserwählten und nicht für einen Gewählten....

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jumpm 16.07.2009, 10:34
46. Fortsetzung: CO2-Vorgabe und VW-Übernahme durch Porsche.

Teil3:
Bitte auch bedenken: Der Deal wurde noch deutlich vor der Wirtschaftskrise eingefädelt. Dummerweise (für Porsche) viel der Zeitpunkt für die Optionen mitten in eine Kreditklemme, in der man sich nur noch schlecht neues Kapital besorgen kann. Von "Porsche ist überschuldet" zu sprechen mit den 9 Milliarden ist auch etwas irreführend: Porsche hat diese Schulden ja nicht gemacht weil sie Geld verbrannt haben (wie es defacto die unprofitablen amerikanischen Autohersteller jahrelang getan haben), sondern um damit Werte zu Marktpreisen einzukaufen. Sprich: Für jeden Euro Fremdkapital (Passiva) steht in der Bilanz praktisch wieder ein Betrag auf der Aktivseite. Der Wert dieser mag sich von der Passivseite unterscheiden durch Über-/Unterbewertungen welche sich durch die Marktkapriolen (welche auch von Porsche ausgelöst wurden), jedoch werden derartige Unterschiede meist erst im Falle von Neubewertungen aufgedeckt (z.B. beim Realisieren von Verlusten durch Verkäufe oder eine Insolvenz). Ich als Laie würde also eher davon ausgehen, dass das Unternehmen nicht wie oft unterstellt (unter normalen Marktbedingungen) "in eine gefährliche Schieflage gekommen ist", sondern eher seine Bilanzsumme durch Einkäufe mittels Fremdkapital aufgebläht hat. Der reguläre Geschäftsbertieb (Autos verkaufen) ist zwar sicher von der Absatzkrise in der Automobilbranche erfasst, aber schwer vorstellbar dass Porsche hier so extrem in die Verlustzone wie andere Hersteller gerutscht sein könnte - Umsatz und Gewinn waren auch in den Jahren ohne Neubewertung des VW-Aktienpaketes (also alles ohne Geschäftsjahr 2006/2007) sehr solide oder Rendite gar weit über Branchenschnitt. Der Grund, weswegen der Deal für Porsche zum Problem wurde, war wohl einfach, dass der Kauf noch nicht abgeschlossen ist und es momentan nicht leicht frisches Geld auf den Kapitalmärkten gibt ... und man nicht einfach 49% von VW wieder auf den Markt werfen kann und hoffen, dafür einen guten Preis zu erhalten - denn wenn man den Finanzmarkt mit Angebot flutet, dürfte wohl der Preis bei angenommener gleichbleibender Nachfrage ziemlich einbrechen (und ohne Nachfrage verkauft man auch am Aktienmarkt nichts).

Natürlich, das nennt der Artikel ganz zurecht, sind die Personen bei Porsche und VW und der Charakterzüge nicht unerheblich bei dem Streit. Aber wieso sollte man deswegen vergessen, dass hier ein bisher gut am Markt stehender Sportwagenhersteller mit tausenden Arbeitsplätze kurz vor dem Ruin steht und dies vermutlich noch viel weitergehende Probleme für VW aufwerfen könnte, damit noch mehr Jobs kosten könnte und die ganze Branche und Aktienmärkte in Deutschland zu einem Zeitpunkt belasten könnte, wenn eigentlich gerade Hoffnung auf ein Ende der Krise aufkeimt.

Ich finde, hier ist Häme nicht wirklich angebracht.
So, jetzt ist genug.

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TranceData 16.07.2009, 10:41
47. ...

Wiedeking bescheiden? Da mag ich zustimmen bei 70 oder 80 Millionen Jahres-Almosen ;)

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TranceData 16.07.2009, 10:49
48. .

Zitat von tofinz
was für eine häme hier von citroen- und opel-fahrern über eine geschäftsleitung ausgeschüttet wird, die zu den erfolgreichsten der letzten 15 jahre gehört...

Hätten Sie mal z.B. einen Citroen CX besessen und gefahren, würden Sie vllt. weniger Abfälligkeit zwischen die Zeilen packen... für das Geld, welches mein CX verschlungen hat hätte ich locker Poersche fahren können.. aber so ein CX ist halt was anderes... ;)

Aber zu Porsche: Wiedeking hat wirklich einen Schatz (Porsche) aus dem Schlamassel gehoben wie es evtl. kein zweiter geschafft hätte.

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Mo2 16.07.2009, 10:56
49. Jetzt mal ganz im Ernst

Wenn man einige der verkniffenen Beiträge hier list, liegt der Schluss nahe: Porsche-Fans scheinen ihren Humor, so sie denn einen hatten, auf der Überholspur verloren zu haben (und dann ist ein Dacia drüber gefahren...)

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