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"Werbelüge des Jahres": Alete bekommt Goldenen Windbeutel
Foodwatch

Sie werden als Säuglingsnahrung verkauft, bestehen aber zu einem Viertel aus Zucker: "Kinderkekse" von Alete erhalten den "Goldenen Windbeutel" 2017. Organisator Foodwatch spricht von Marketing am Rande der Körperverletzung.

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jotha58 28.11.2017, 07:41
1. unglaublich

Zucker der nette Füllstoff. Überall und in nahezu jedem Lebensmittel steckt Zucker drin.
Alete hat den goldenen Windbeutel völlig zu Recht bekommen.
Allerdings möchte ich auch den Eltern etwas mehr Sorgfaltspflicht auferlegen. Es kann nicht so schwer sein, die Zutatenliste zu lessen. Im Zweifel im Regal liegen lassen. Das omnipresente smartphone könnte hier endlich mal gute Dienste leisten und wenn ich als Verbraucher nicht erkennen kann, um welche Zutaten es sich handelt, dann schnelle ein Foto schießen und daheim nach suchen.
Also der Hersteller umwirbt mich und ich bin nicht gezwungen jeden "Dreck" zu kaufen.

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fatherted98 28.11.2017, 07:48
2. tja...

....sicherlich kein gutes Marketing....Alete wird das Produkt aber nicht vom Markt nehmen....nächste Woche erinnert sich keiner mehr an diesen Artikel. Und die Eltern können schließlich lesen....was an Zucker und Co. in den Keksen drin ist, steht auf er Verpackung...ebenfalls die Kcal.
Ein bisschen Eigenverantwortung sollte man den Menschen schon zutrauen.

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Plasmabruzzler 28.11.2017, 07:51
3.

Der Fall macht deutlich: "Wir brauchen dringend bessere gesetzliche Vorgaben für Babylebensmittel."
Hier wird das Pferd von hinten aufgezäumt. Die Eltern stehen in erster Linie in der Verantwortung, was sie mit ihren Kindern machen und wie sie sie ernähren. Wer seinem Nachwuchs unreflektiert solche Nahrung anbietet und nicht einmal die Muße hat, die Zutatenliste kurz anzuschauen, dem kann man auch mit passenden Gesetzen nicht weiterhelfen. Die Zutatenliste steht ja nicht in Klingonisch auf der Packung, sondern auf Deutsch. "Zucker" sollte jedem sofort ins Auge springen und dann kann man sich überlegen, was man damit anfangen soll. Im Übrigen kann man Kese bzw. Plätzchen einfach selbst herstellen und dann weiß man, was drin ist. Ein bisschen Teig rühren, ausrollen, ausstechen und dann in den Backofen ist nun wirklich keine Raketenwissenschaft und ab einem gewissen Alter macht es auch den Kleinen Spaß beim Mithelfen.

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mazzeltov 28.11.2017, 08:16
4.

Zitat von Plasmabruzzler
[...] Die Zutatenliste steht ja nicht in Klingonisch auf der Packung, sondern auf Deutsch. [...]
Ebenfalls nicht in Klingonisch, sondern in Deutsch, dafür aber deutlich größer als die üblicherweise kleingedruckte Zutatenliste, steht auf der Verpackung auch: "Kinderkeks" und "ab 8. Monat".

Aber selbstverständlich ist es einfacher, von Eltern zu fordern, sie möchten doch bitte die Ernährungsempfehlungen der WHO im Kopf haben und vor dem Kauf jeden Produktes mit den Mengenangaben der Zutatenliste gegenchecken (vorausgesetzt, sie haben eine Brille zur Hand...), als sich einfach darauf zu verständigen, beim Großgedruckten der Packung auf bewusste Irreführung zu verzichten.

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hoppelkaktus 28.11.2017, 08:23
5. @Plasmabruzzler, Beitrag 3

Die Zutatenliste steht nicht auf klingonisch auf der Packung, weil Klingonen so ein süßes Zeug sowieso nicht kaufen würden. Klingonen mögen keinen Zucker. Das ist nicht die richtige Nahrung für wahre Krieger.

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stagedoor 28.11.2017, 08:28
6. Was ist denn nun wichtiger?

Der Umsatz von Alete oder die Kindergesundheit? Eben. Wie man da abends ruhig einschlafen soll wenn man so wirbt, ist mir schleierhaft, oder noch in den Spiegel schauen will. Aber vielleicht wurden die Spiegel auch abgehängt und gesundheitsfördernde Schlafmittel eingenommen. Dann funktioniert's wieder.

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alter_stubentiger 28.11.2017, 08:30
7. Kinderkekse Windbeutel?

Leute die keine Ahnung haben sollten nicht über Backwerk schreiben. Jede Hausfrau macht Kekse mit 25% Zucker. Ein guter 1:1:2 Mürbteig eben. Und die Kekse der Hausfrau essen auch Kinder. Wo ist also dass Problem?

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twan 28.11.2017, 08:34
8.

Zitat von mazzeltov
Ebenfalls nicht in Klingonisch, sondern in Deutsch, dafür aber deutlich größer als die üblicherweise kleingedruckte Zutatenliste, steht auf der Verpackung auch: "Kinderkeks" und "ab 8. Monat". Aber selbstverständlich ist es einfacher, von Eltern zu fordern, sie möchten doch bitte die Ernährungsempfehlungen der WHO im Kopf haben und vor dem Kauf jeden Produktes mit den Mengenangaben der Zutatenliste gegenchecken (vorausgesetzt, sie haben eine Brille zur Hand...), als sich einfach darauf zu verständigen, beim Großgedruckten der Packung auf bewusste Irreführung zu verzichten.
Zudem muss man die ganzen Reinkarnationen auch erst einmal kennen:
Saccharose
Dextrose
Raffinose
Glukose
Fruktosesirup oder Fruktose-Glukose-Sirup
Glukosesirup, Glukose-Fructose-Sirup oder Stärkesirup
Karamellsirup
Laktose
Maltose oder Malzextrakt
Maltodextrin, Dextrin oder Weizendextrin
Süßmolkenpulver
Gerstenmalz/Gerstenmalzextrakt

Das sind auch nicht alle, mir fällt spontan noch Maissirup (hier vlt unter Stärkesirup untergeordnet) ein.

Da muss einfach besser gekennzeichnet werden. Und das "babygerecht" auf den Alete Zuckerstangen geht gar nicht.

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b20a9 28.11.2017, 08:35
9. Angebot und Nachfrage

Das ist der einzige Grund, warum es diese Kekse gibt. Und zwar nicht nur von Alete, sondern von jeder X-beliebigen Drogerie-Eigenmarke auch. Anstatt noch mehr Gesetze und Regelungen sollte man lieber endlich mehr in Bildung und Aufklärung investieren. Hebammen könnten beispielsweise eine Babynahrung informieren und dies über die Kassen abrechnen. Ach ja, der Berufszweig stirbt ja mangels überhöhter Versicherungsprämien aus.

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