Forum: Wirtschaft
Werben für den Ingenieursberuf: Zwischen Prothesen und Biomüll

Eine Industrieausstellung ist Männersache? Nicht am Mädchentag auf der Hannover Messe. In Zeiten des Fachkräftemangels werden die Schülerinnen von den Ausstellern hofiert, als wären sie die Großkunden von morgen.

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pelikan10 27.04.2012, 18:53
1.

Fast jedesmal wenn ich hier von Fachkräftemangel lese läuft es auf Ingenieurmangel hinaus.
Es sollte aber nicht vergessen werden, das es auch wieder hochqualifizierte Menschen braucht um die Sachen, welche sich die Ingenieure ausdenken auch herzustellen.
Diese Fachkräfte programmieren und bedienen zum Teil Maschinen deren Komplexität sich vor einer Generation sich noch niemand hätte träumen lassen. Und auch an diesen Facharbeitern mangelt es bereits und wird es in Zukunft noch viel mehr mangeln und so währe es nur logisch sich auch darum zu kümmern und entsprechend zu agieren.

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smartphone 27.04.2012, 19:01
2.

Der FKM ist ein seit 20 Jahren gehyptes Märchen.

Was verdient denn ein Ing , vergleichsweise lausig , zudem ist man ab 35 schon Alteisen

Was die Wirtschaft will ist billiges Absagevieh um die Löhne zu drücken ..Scheinbar reichrt der massive Überschuß an Jungs net mehr .

Man kann die Jugend nur warnen sich mit MINT das leben nachhaltig zu verpfuschen !

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pedro999 27.04.2012, 19:07
3.

Leider ist es nicht mehr empfehlenswert Dipl. Ing oder Dipl.Inform. zu studieren:
-Einstiegsgehälter in den letzten 15 Jahren nur um 10% gestiegen
-Outsourcing an externe Dienstleister/Ausland
-Mit 50 Jahren kann man schnell abgeschoben werden
-Lieber Lehramt studieren: Wenn man Lehrer wird hat man ein deutlich höheres Einstiegsgehalt (statt ca. 1700 Netto mehr als 2500 Euro Netto!!). Das muss der Dipl. Ing. erst mal mit 1500 Euro Bruttogehaltsteigerung reinholen.

-Oder Mediziner werden. Wird immer gesucht, kann nicht outgesourced werden. Deutlich mehr Geld als Ings.

Die Arbeitgeber haben nur Angst, dass die höhere Gehälter zahlen sollen, deshalb wird immer von Ingenieurmangel geschwafelt.

Ings haben keine Lobbygruppen und streiken macht auch keinen Sinn. Man ist nur der Depp, der die Arbeit macht.

Gruss
Pedro

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hartholz365 27.04.2012, 19:10
4. Und schon wieder Fachkräftemangel

Zitat von pelikan10
Diese Fachkräfte programmieren und bedienen zum Teil Maschinen deren Komplexität sich vor einer Generation sich noch niemand hätte träumen lassen. Und auch an diesen Facharbeitern mangelt es bereits und wird es in Zukunft noch viel mehr mangeln und so währe es nur logisch sich auch darum zu kümmern und entsprechend zu agieren.
Und wieder das Märchen Fachkräftemangel. Würde echter mangel herrschen würden die Löhne nicht stagnieren sondern kräftig steigen und zwar real.

Wer kein Personal findet ist zu faul auszubilden, einzulernen oder entsprechend zu bezahlen.

Stattdessen wird geajmmert und nach der Politik geschrieben (Blue/Green whatever card).

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No_Name 27.04.2012, 19:11
5.

Gerade heute wurde ein Gesetz verabschiedet, das die Anwerbung nicht-europäischer "Fachkräfte" für 35k€ p.a. erlaubt. Danke. das ist 5k€ - 10k€ unter den üblischen Einstiegsgehältern für Ingenieure. Die ganze Fachkräftelüge dient nur einem Zweck: Möglichts viele "Fachkräfte" generieren und dann die Löhne kräftig drücken. Wir haben genug Fachkräfte, wir haben in Europa genug Potential. Nur gute Leute versuchen halt (noch?), Ihre Haut ordentlich zu verkaufen. Und genau dieses möchte man unterminieren.

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Neurovore 27.04.2012, 19:33
6.

Zitat von No_Name
Gerade heute wurde ein Gesetz verabschiedet, das die Anwerbung nicht-europäischer "Fachkräfte" für 35k€ p.a. erlaubt...[]...Die ganze Fachkräftelüge dient nur einem Zweck: Möglichts viele "Fachkräfte" generieren und dann die Löhne kräftig drücken...
Exakt! Man erinnere sich an die vergangenen Jahre...

2005: "Fachkräftemangel" in der IT-Branche --> "Green card", Mindesteinkommen 86.000 €/a

2008: "Fachkräftemangel" in der IT-Branche & Maschinenbau --> Zugang für Akademiker aus Osteuropa und Studenten aus Drittstaaten mit deutschem Abschluss, Mindesteinkommen jetzt nur noch 64.000 €/a

2012: "Fachkräftemangel" im Ingenieurs-/Technikerbereich --> "Blue card", Öffnung für Ingenieure aus Indien, China oder Südamerika, Mindesteinkommen 35.000 €/a.

2014 (prognostiziert): "Fachkräftemangel" bei Technikern/Handwerkern --> Zugang für Arbeiter aus Nordafrika, Mindesteinkommen 12.000 €/a.

2017 (prognostiziert): "Fachkräftemangel" bei Kindermädchen, Gärtnern, Chauffeuren und anderem Personal --> Zugang für Menschen > 16 Jahre aus aller Welt, Mindesteinkommen 200 €/a.

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friedrich1954 27.04.2012, 19:39
7. Frauenquote gefordert

Die Bundesregierung möge doch bitte für den Ing.-Beruf ein Gesetz verabschieden, mit den eine 40%-ige Frauenquote vorgeschrieben wird.
Zu harte Welt?
Ergebnisse nicht diskutierbar, weil alles nachprüfbar?
Zu wenig Verdienst,zu harte Ausbildung?
Dann lösen wir den ständigen Personalmangel leider nicht?
Die Lohndrückerei der Wirtschaft muß beendet werden.

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ron_ben_david 27.04.2012, 20:07
8. Beleg?

Zitat von No_Name
Gerade heute wurde ein Gesetz verabschiedet, das die Anwerbung nicht-europäischer "Fachkräfte" für 35k€ p.a. erlaubt. Danke. das ist 5k€ - 10k€ unter den üblischen Einstiegsgehältern für Ingenieure. Die ganze Fachkräftelüge dient nur einem Zweck: Möglichts viele "Fachkräfte" generieren und dann die Löhne kräftig drücken. Wir haben genug Fachkräfte, wir haben in Europa genug Potential. Nur gute Leute versuchen halt (noch?), Ihre Haut ordentlich zu verkaufen. Und genau dieses möchte man unterminieren.
Haben Sie einen Beleg, eine Quelle dafür?

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clancy688 27.04.2012, 20:47
9. Frauenquote

Zitat von friedrich1954
Die Bundesregierung möge doch bitte für den Ing.-Beruf ein Gesetz verabschieden, mit den eine 40%-ige Frauenquote vorgeschrieben wird.
In meinem Studiengang (Elektrotechnik) beträgt die Frauenquote auch keine 40%. Eher 4%. Die offizielle Statistik meiner Hochschule behauptet: Von 1994 bis 2008 lag die Frauenquote in E-Technik bei 1-3%. Ab dann ging's hoch, 4%, 9% und 7% in 2009, 2010, 2011.
Da sind allerdings die Erstsemester drin, von denen erfahrungsgemäß immer recht viele auf dem Weg in's Dritte Semester verloren gehen...

Wo sollen denn die 40% Frauen herkommen, wenn schon so gut wie keine Frau E-Technik studiert? Zauberei?


(Fun Fact am Rande: Wirtschaftsingenieurwesen hat spaßigerweise immerhin 20% Frauenquote. Woran das jetzt wohl liegen mag...)

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