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Wettbewerb: Peking stoppt Großallianz in der Container-Schifffahrt
REUTERS

Chinas Handelsministerium hat eine Allianz der drei größten Container-Reedereien unterbunden. Die absehbare Dominanz im Markt bedrohe den Wettbewerb, so die Begründung. Von dem Votum könnte die deutsche Reederei Hapag-Lloyd profitieren.

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taglöhner 18.06.2014, 09:30
1. Info

Ich verstehe nicht ganz, wie das chinesische Handelsministerium die Fusion ausländischer Firmen verhindern kann.

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Jens.Daniel 18.06.2014, 09:42
2. Eine Sache würde mich doch interessieren...

Warum kann das chinesische Handelsministerium die Allianz eines dänischen, schweizerischen und eines französischen Unternehmens verhindern? Ist das Kartellrecht in diesem Bereich dermaßen internationalisiert? Das wäre doch mal eine Information, die man für den Laien ruhig hätte einbauen können...

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peeckst 18.06.2014, 10:12
3. In die falsche Richtung gedacht

Die Chinesen denken, dass dies ihre eigenen Reedereien stärken wird - das Gegenteil wird aber leider der Fall sein.
Containerreedereien verlieren seit Jahren Geld, von Preisabsprachen kann man folglich nicht ausgehen - wer würde den,
wenn er schon Preisabsprachen machte am Ende noch so herbe Verluste einfahren?
Schlechtes wirtschaften und falsche
strategische Entscheidungen und stetes spontanes Nachgeben in einem hierdurch volatilen Markt haben bei den meisten
Container Reedereien dazu geführt, dass Verluste eingefahren werden.
Allianzen sind für viele Container Reedereien derzeit die einzige Möglichkeit Kosten zu senken, von Gewinngenerierung
ganz zu schweigen, das liegt derzeit weit darunter. Hapag Lloyd z.B. mit 96Mio Verlust in 2013.
Derzeit fährt jede Container Reederei in unterschiedlichen Konsortien/Allianzen (wie auch immer Sie das nennen mögen)
um Synergien zu erzielen und Kosten im operativen Bereich zu minimieren. Das gilt auch für Cosco und China Shipping,
diese bilden hier keine Ausnahme.
Darüber hinaus wird seit geraumer Zeit in diesem Markt spekuliert, ob China Shipping und Cosco nicht selber fusionieren würden.
Ich denke, diese Chance haben sich die Chinesen mit dieser Entscheidung gerade selber verwehrt. Die an P3 beteiligten
Reedereien sind allesamt europäisch und werder die EU-Wettbewerbshüter noch die Amerikanischen Kollegen konnten in dieser
rein operationellen Kooperation keine Verstösse gegen Wettbewerbsrecht finden, in der Folge würden die Europäer einer Fusion der
chinesischen Staatsreedereien wiederum nicht zustimmen.
P3 sollte am Ende ein Weiterentwicklung der weltweit bestehenden JOC (Joint Operation Center) Systeme der verschiedenen
Allianzen bzw. Kooperationen darstellen und deren Unzulänglichkeiten und Ineffizienzen vermeiden, es wäre wegweisend für diese
Branche in dieser Art gewesen. Von kommerzieller Seite hat P3 keinerlei Kooperationen vorgesehen und genau das wäre auch nicht
Gesetzeskonform gewesen - aber wahrscheinlich denken die Chinesen nach dem Motto:"Nur was ich selber mach und tu, trau ich auch jedem Anderen zu ! "

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Heumar 18.06.2014, 10:18
4. Wunderbar

China rettet die Marktwirtschaft, indem es Monopolbildungen und wirtschaftliche Macht unterbinden. In China gilt noch das Primat der Politik und der Bevölkerung.

Das betrachtete schon Adam Smith als essentiell für den Erhalt der Marktwirtschaft. Die westlichen Staaten in der Abhängigkeit der politischen Parteien von wirtschaftlichen Interessengruppen "vergaßen" es durchzusetzen. Mit den Folgen der permanenten Krisen und dem Verlust der wirtschaftlichen Dynamik in den westlichen Systemen.

So wurden die westlichen Regierungssysteme zu Sklaven der Wirtschaftsverbände. Beispiel SPD, die um 2000 die Interessen der deutschen Arbeitgeberverbände auf Lohndumping über Einwanderung, Abschaffung des Sozialstaates der paritätischen Finanzierung und Ersatz mit Hartz-4 mit allgemeiner Bürgerbelastung durchsetze. Selbst an die alten Menschen ging die SPD mit ihrer neuen Rentenformel: niedrigere Löhne = niedrigere Renten" ran.

In China hingegen haben sich seit 1995 die Gehälter der Arbeiter und Angestellten um 300 % erhöht - bei Inflationsraten, die bis zur Jahrtausendwende sogar sanken und seit 2004 bis 2006 noch unter 4 % geblieben sind. (Quelle http://www.globaldefence.net/kulture...=1&limitstart=). Davon erfährt man natürlich in diesem "Nachrichtenmagazin" nie etwas. In einem Land, wo die individuellen Löhne sinken und junge Menschen kostenlos wie Sklaven arbeiten müssen. Ohne dass sie Nahrung und Unterkunft bekommen. Nur Peitsche.

Ein chinesischer Ingenieur verdient heute auf Kaufkraft berechnet ca. 60.000 Euro netto! Das sind die, die man als Touristen in Heidelberg sieht. Das Sozialprodukt Chinas zu realen Preisen hat das NSP der USA bereits übertroffen! Hier in Deutschland wird uns durch die Medien gewaltig was vorgelogen. Wie zu Zeiten der DDR oder der Reichskulturkammer.

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Fabius Maximus 18.06.2014, 10:28
5.

Zitat von Heumar
China rettet die Marktwirtschaft, indem es Monopolbildungen und wirtschaftliche Macht unterbinden. In China gilt noch das Primat der Politik und der Bevölkerung. Das betrachtete schon Adam Smith als essentiell für den Erhalt der Marktwirtschaft. Die westlichen Staaten in der Abhängigkeit der politischen ......
Erstaunlich das ein solcher Kommentar tatsächlich veröffentlicht wurde.
Nun ja, man kann ihn ja wieder löschen lassen.

Sie haben vollkommen korrekt, der Westen hat längst abgewirtschaftet, China macht alles richtig, hat aber selber auch noch grössere Probleme zu lösen (Umweltverschmutzung, soziales Gleichgewicht etc.) - weiss das aber auch, und wird diese Probleme mittel-langfristig in den Griff bekommen.

Man darf sehr wohl mit Chinesen über Probleme in China sprechen - aber eben auf Augenhöhe, und nicht bloss nur mit dem Zeigfinger "ihr macht alles falsch", so wie dies unsere unfähigen Politiker meinten zu können..

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gultimore 18.06.2014, 10:30
6.

Zitat von taglöhner
Ich verstehe nicht ganz, wie das chinesische Handelsministerium die Fusion ausländischer Firmen verhindern kann.
Verhindern kann es diese Bestimmt nicht. Aber es kann bestimmt hohe Auflagen oder gar Verbote aussprechen, wenn diese Allianz in China Waren umschlagen will. Und das hat bestimmt nicht unerheblichen gewicht.

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fessi1 18.06.2014, 10:47
7. klingt beim WSJ aber ganz anders...

Zitat von peeckst
Von kommerzieller Seite hat P3 keinerlei Kooperationen vorgesehen und genau das wäre auch nicht Gesetzeskonform gewesen..."
Zitat: "Die drei Reedereien können laut Jensen möglicherweise noch einige der geplanten Sparmaßnahmen umsetzen, etwa indem sie sich Schifsrouten teilten. Aber "das Problem ist, dass sie ihren Betrieb individuell führen müssen, während sie als gemeinsamer Betrieb wesentlich effizienter gewesen wären", sagte Jensen.*"

Sie wollten nicht nur enger Zusammenarbeiten, sondern den Betrieb zusammenführen. Meiner Meinung nach ist das die kommerzielle Seite.

*Lars Jensen, Chef der Analysefirma SeaIntel Maritime Analysis in Kopenhagen
WSJ - Wall Street Journal Deutschland

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muckelbär 18.06.2014, 11:53
8. Bitte recherchieren Sie doch ein wenig mehr...

Sehr geehrter Fessi1,
P3 wäre keine Kommerzielle Allianz gewesen und das könnte es gemäß der Wettbewerbsregularien auch gar nicht sein.
P3 war als eine Kooperation in der Art geplant, dass das Shipplanning und Steering in einer eigenständigen Firma getätigt worden wäre, d.h. diese eingenständige Firma - an der die Partner Maersk/MSC &CMA CGM beteiligt gewesen wären - würde die Schiffe koordinieren und verwalten. Die Schiffe werden an diese Firma sozusagen 'zur optimierten Steuerung entliehen' und Kosten ( NICHT Gewinne ) entsprechend geteilt.
Kommerziellen Verbindungen wären nicht gegeben, aber das hat jeder der es nicht hinterfragt hat erstmal angenommen.

Das JOC bzw. VesselSharing ist in abgewandelten Form derzeit Gang und Gäbe, nur, dass dieses Steering dezentral beim jeweiligen Reeder liegt und erhebliche Reibungsverluste bleiben, welche auch am Ende zu gänzlichn Abstrusen (und natürlich von der Öffentlichkeit als falsch eingestuften) Kapazitätserhöhungen führt, denn diese Dinge dürfen Reeder nicht abstimmen.
Alles reden über Überkapazitäten, aber die derzeitigen Mittel verbieten jeglichen Abstimmung um diese zu Verhindern. Hier beisst sich die Katze in den eigenen Schwanz, das nenne man dann auch Teufelskreis.

Diese unkoordinierte Kapzitätserhöhung wird jetzt weitergehen (P3 wäre ein möglicher Schritt gewesen diese mit 40% Marktanteil erheblich zu reduzieren)
Aber am Ende wird jetzt jmd auf der Strecke bleiben und ich persönlich tippe auf 1xKoreanischer Reeder und 1xChinesischer Reeder, sowie weiter Fusionen a la Hapag und CSAV, solange sie nur "klein genug" sind/bleiben.

Der 'Betrieb' hätte niemals zusammengeführt werden können, dafür sind dies 3 Firmen viel zu gross, da stellen sie sich etwas falsches unter dem Wort ' Containerreederei' vor.
Ich wiederhole gerne nochmals: fast alle Containerreedereien kooperieren irgendwo auf der Welt miteinander, es geht heutzutage gar nicht mehr ohne - keiner kann mehr alleine überleben ! P3 wäre nur eine konsequente Weiterentwicklung des JoC bzw. Vesselsharing Systems gewesen, welches in der G6, der CYKH-E Allianz ohne Einschränkungen (aber mit erheblichen Reibungsverlusten und weitehin unkontrollierten Kapazitätserhöhungen) gelebt und auch von den Chinesen akzeptiert wird.

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StefanXX 18.06.2014, 11:55
9. Schwarz-Weiß-Malerei.

Zitat von Heumar
China rettet die Marktwirtschaft, indem es Monopolbildungen und wirtschaftliche Macht unterbinden. In China gilt noch das Primat der Politik und der Bevölkerung. Das.....
Was sie schreiben ist doch völlig in der Realität vorbei. Spiegel und auch fast allen anderen seriösen Medien ist zu hauf zu entnehmen, dass China eine aufstrebende Wirtschaftsmacht ist, jährliche BIP-Wachstumraten von teilweise über 10% hat und dass es immer mehr Menschen dort immer besser geht. Ich weiß ja nicht wo sie sich "informieren", aber unseren Medien vorzuwerfen das würde verschwiegen zeugt meiner Meinung nach schon von einer gewissen Weltfremde oder ideologoschen Verblendung. Fakt ist aber auch dass von einem niedrigen Niveau aus kommend hohe Steigerungsraten viel einfacher zu erzielen sind und dass in China trotzdem auch noch vieles im Argen liegt. Und das wird eben auch geschrieben. Wie fast überall im Leben gibts nicht nur schwarz und weiß oder gut und böse. Aber es gibt leider viel zu viele Menschen die diese Schwarz-Weiß-Malerei betreiben und bei denen z.B. China entweder "gut" oder "böse" ist. Genauso wie mit dem Amis und Russen oder wie mit unserem eigenen Land übrigens. Ich würde mir oftmals ein bisschen mehr Differenzierung wünschen.

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