Forum: Wirtschaft
Wettbewerb und Wohlstand: Hatte Marx doch recht?
Dado Ruvic/REUTERS

Linke Ideen, auch der radikaleren Sorte, sind in vielen westlichen Ländern wieder populär - bis hin zur Verstaatlichung von Teilen der Wirtschaft. Es gibt bessere Antworten auf aktuelle Probleme.

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im_ernst_56 16.04.2019, 13:13
220. Schwedisches Model

Zitat von durch blick
Zitat: Wie müsste denn der wahre Sozialismus ökonomisch aussehen? Zitat Ende. Dazu gibt es doch funtionierende Modelle, siehe Schweden. Es geht um gerechteres Verteilen von wirtschaftlichen Zugewinnen, gerechte Beteiligung ( gleiche %tuale Abgaben) an Infrastrukturkosten, etc. Vernünftige Politik zugunsten aller eben. Kein Mensch muß Privat 100 Billionen $ besitzen, mit denen er nichts mehr anfangen kann, so etwas ist Zeichen für absolutes Versagen von Leitlinien. Fangen wir also an ohne Ideologien Vernunft walten zu lassen, was nicht bedeutet privates Vermögen zu verteufeln oder gar abzuschaffen, aber auch nicht Multimilliarden für nichts und wieder nichts zu horten. Es heist Geldkreislauf, man denke mal über die Bedeutung nach. Habe die Ehre DB
Wenn Sie den sehr ausgeprägten Sozialstaat in Schweden für Sozialismus halten, bin ich beruhigt. Nur, was hat der mit Marx und Engels zu tun? Und ist Ihnen mal aufgefallen, wie sich schwedische Großunternehmen wie Ikea und H&M außerhalb Schwedens verhalten?

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Aberlour A ' Bunadh 16.04.2019, 13:31
221. Wie müsste denn der wahre Sozialismus ökonomisch aussehen?

Zitat von im_ernst_56
Da wird Ihnen fast jeder Wirtschaftshistoriker widersprechen. Das System des real existierenden Sozialismus hat ja nicht nur in der DDR nicht funktioniert, sondern auch in Polen, Rumänien, der Tschechoslowakei, Bulgarien, Ungarn (dort später etwas marktwirtschaftlich abgemildert) usw. nicht. Und es wird immer noch - ebenfalls ökonomisch erfolglos - auf Kuba praktiziert. Man kann wirklich nicht ernsthaft behaupten, dass das, was Sie fälschlicherweise als Staatskapitalismus bezeichnen, überall deshalb nicht funktioniert hat, weil überall die selbsternannten Chefs unfähig waren und die Chinesen einfach die klügeren Köpfe haben. Wer das sagt, hat offenbar den Unterschied zwischen dem Wirtschaftssystem des RGW und dem, was in China passiert, nicht verstanden und vermutlich wenig Ahnung von Ökonomie. Der Unterschied ist: Marktwirtschaft, Preise die nicht vom Staat willkürlich festgesetzt, sondern durch Angebot und Nachfrage gebildet werden und die Möglichkeit - wenn auch staatlich stark reglementiert - Eigentum auch an Produktionsmitteln zu haben und Gewinne erwirtschaften zu dürfen. Die Chinesen haben erkannt, dass der Eigennutz, nicht der Altruismus Triebfeder jeder wirtschaftlichen Entwicklung ist. Fazit: Es war kein Staatskapitalismus in der DDR, sondern durchaus der Versuch, die Ideen von Marx und Lenin umzusetzen. Und sollte Sie das nicht überzeugen: Wie müsste denn der wahre Sozialismus ökonomisch aussehen?
Wie müsste denn der wahre - FUNKTIONIERENDE - Sozialismus ökonomisch aussehen?
Der Witz ist ja gerade, das man zur Beantwortung dieser Frage bei Marx und Engels NICHTS VERWERTBARES FINDET. Ich würde daher bei Beantwortung dieser Frage eher bei Alec Nove nachlesen. Und nicht bei den beiden führenden "Theoretikern des Sozialismus". Das waren sie nämlich gerade nicht.

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n.wemhoener 16.04.2019, 17:14
222.

Der wahre Sozialismus ist nichts anderes als ein zu Ende gedachter Liberalismus - im Sinne der "Freiburger Thesen" der FDP.

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durch blick 16.04.2019, 18:09
223. @im_ernst_56 #220

Genau weil sie, IKEA etc., es überall dürfen nur in Schweden nicht. Konzerne halten sich immer an die Gesetzeslage im jeweiligen Land, dafür werden ganze Kompanien von Wirtschaftsanwälten beschäftigt. Dies beweißt, staatliche Leitplanken sind sinnvoll und umsetzbar, Danke für ihren Zielführenden Einwand.
Habe die Ehre DB
PS: Ideologien sind mir schnuppe, was funktionell für alle Beteiligten sinnvoll ist und die Lebensgrundlagen nicht vernichtet muß getan werden. Dies sind wir unseren Nachkommen schuldig.

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Joachim Petrick 16.04.2019, 21:03
224. Sprengt ESM Ausgleichsmechanismus im Krisenfall Marx Kapital Theorie?

Ein interessanter Innerer Dialog über Geschehen in G 7 Staaten plus X, der den Außen Dialog ausspart, angesichts von gegenwärtig weltweit 230 Millionen Arbeitsmigranten, dazu unterbeschäftigt 70 Millionen Geflüchteten inner- , außerhalb ihrer Heimatländer (UNHCR Bericht 2018), aufgrund von Krisen, Kriegen, failed States, straflos ethnisch begründeter Vermögensentzug, Verfolgung, Vertreibung ohne Sitz noch Stimme in der UNO Vollversammlung, ihre Versetzung in vorherigen Vermögensstand zu betreiben.
"Lediglich in Agrarstaaten mit Entwicklungsrückstand konnten sich später mit Lenin, Mao und Co. Revolutionen durchsetzen"? Das widerspricht vorherig beschrieben Marxens Revolutionskonzept, weil es in Russland, China, Kuba um industrielle Aufholjagd mit 1 zu 1 administrativen Instrumenten der im 1. und 2. Weltkrieg massenmörderisch erprobten Kommandowirtschaftsstrukturen ging, gleich auf welcher Seite der Front.

Was Marx nicht voraussehen konnte, zu seiner Zeit als er Das Kapital schrieb 1867, gab es, wenn überhaupt nur stehende Heere, nicht an den Grenzen, sondern rund um die Hofgesellschaft der Hauptstädte für Glanz, Gloria Paraden, pompöse Aufmärsche, so dass im Wege von zwei Weltkriegen 1914- 1945, manifestiert durch Kalten Krieg ab 1948 in den USA, Ost- , Westeuropa, Kanada, Australien, UdSSR, Volksrepublik China unter Inkaufnahme anschwellender Staatsverschuldung, Verschuldung von Privathaushalten, sinkender Kaufkraft, administrativ militärisch-industrielle Komplexe gibt, unterlegt mit zivil- militärischer Nutzung der Atomenergie als weltweit überdimensioniert fremdfinanzierten Gefahren Energie Projekten, ein Zerrbild von Wachstum zu generieren, das nichts außer kaum zu bewältigende Entsorgungs Risiken Richtung Ewigkeitslasten produziert.

Was Karl Marx, Friedrich Engels fremd sein musste, was staatlich gelenkter Kapitalismus über Zentralbank Geldmengenausweitung aber für exclusive Zirkel, systemrelevante Banken, Versicherungen Globalplayer "too big to fail" für sich längst realisiert hat, Ausgleichsmechanismen zu Lasten der Steuerzahler finanzpolitisch zu implementieren, siehe Europäischer Stabilisierungsmechanismus (ESM), sollte das nicht endlich in die Lehren allgemeiner Volkswirtschaft einfließen zum gesamtgesellschaftlichen Anspruch und Gemeingut werden, z. B. für Milionen überschuldete Privathaushalte, Unternehmen, Abwicklung ganzer Branchen wie Braunkohle, Atom Ausstieg, Diesel Auto Produzenten und Zulieferer?

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heinz k 17.04.2019, 07:20
225. Fragen ,nicht Antworten

Das haben etliche Foristen nicht verstanden .
Die Loesung eines Problems liegt nicht in den Antworten , die kommen erst zum Schluss .
Erst fragen , was laeuft falsch und warum - erst dann ueber Loesungen nachdenken.
Marx hat eine tolle Analyse geliefert ( vielleicht erst mal lesen und dann schreiben ? ) , die Antwort ist weder Lenin noch Mao , die muessen wir schon selbst finden.
Was verlangt ihr von einem Mann der schon ca 150 Jahre tot ist ?

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großwolke 17.04.2019, 13:00
226. Nicht, solange der Sozialismus massenhaft tötet

Zitat von matijas
Und wieviele kapitalistische Diktaturen gehörten und gehören zum "Normalfall"? Mörderische, totalitäre, zu denen "wir" aber gute Beziehungen pflegen? Wieviele sozialistische Ansätze gab es denn, die den Namen im Marxschen Sinne wirklich verdienten? Welchen Spielraum hatten diese Ansätze überhaupt? Wollte jemand ernsthaft deren Fehler reflektieren und durch RFeformen einen Sozialismus drausmachen oder galt einfach nur "weg damit, der Kapitalismus ist überlegen"? Dem Sozialismus gesteht man keinen historischen Lernprozess zu - aber dem Kapitalismus soll man immer noch glauben, dass er morgen oder übermorgen oder sonstwann die soziale Frage löst ...
Das Problem mit dem "sozialistischen Lernprozess" ist zweierlei: zum ersten bedeutet die Möglichkeit, wieder in ein menschenverachtendes, totalitäres Regime abzugleiten in meinen Augen, dass man den Versuch vielleicht von vornherein bleibenlassen sollte. Zum zweiten ignoriert die Idee des Sozialismus komplett, was Menschen eigentlich sind und wie sie "funktionieren". Ein System, das Spitzenleistungen nicht angemessen honoriert, wird diese auf Dauer zuverlässig vermissen. Und da man den Sozialismus leider nicht in einer Blase implementieren kann und auch nicht auf einen Schlag weltweit, wird Misswirtschaft und Mangel an Konkurrenzfähigkeit immer die Folge dieses Konstruktionsfehlers sein.

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Peter Bernhard 17.04.2019, 20:53
227. "you cannot exploit a country forever"

"you cannot exploit a country forever" könnte in vielleicht typisch deutschem English in London mal der Marx gesagt haben - es war aber Obama, mein' ich. Das passt überraschend gut in das hier Berichtete: dass Ganzlinks schick sei - da denke ich an Helikoptergeld oder freies Grundgehalt. Interessant bei mir auch Götz Werner, der formulierte: "mein Gehalt ermöglicht mir, meinen Beruf auszuüben", vielleicht analog ein Helikoptergeld der Gießkanne das Leben als solches gerade noch h'aushaltend, einem. So meine ich, mein Aufmerken bei flüchtiger Revision des Themas "Bilanzen" - jetzt ist ja gerade sogenannte -Saison wohl - wie es denn sein könne, dass so eine Aktiengesellschaft einen "Gewinn macht". Das ist heute Dreh-und Angelpunkt: da denke ich an Abschreibungen, die zu Bilanzen auch gehören, und hierhin gehört wohl die "Susistenz": selbst wenn ich ganz bewusst ein "Wachstum" setzte - sind dazu die Monopole denn gezwungen? Das könnte - und nicht der Preis vielleicht - der Punkt Monopol zulässig oder ungoogle sein. Denn: eine Subsistenz bedeutet, dass Abschreibungen durch Neuerrichtungen ersetzt werden: "Wir bauen Notre Dame wieder auf" - als Monopolist Louis X (neues Album von "Madonna"(?)) bin ich dazu doch nicht gezwungen. Ich kann aber Spenden annehmen - so dass ich nicht gezwungen bin, in meiner Macht, trotz dieser, etwa Stände einzuberufen, dass sie mir eine Eisenbahnlinie nach Königsburg gestatten - nämlich durch Aufnehmen eines Kredits: das mag Ausgangspunkt von Demokratie als Parlamentarismus in Deutschland überhaupt gewesen sein. Mir geht's in Verwunderung darum, dass "alle im 19. Jahrhundert" wohl davon ausgingen, dass es Wachstum nicht gibt, mal vereinfacht gesagt: ein Gewinn in einer Bilanz gehe nur auf Kosten eines Ausgebeuteten auf der anderen Seite von horizontalen Balken. Somit mein Gedanke heute: die Geldschöpfung ist der Schlüssel zum Gewinn. Bei Obama ja jede Menge etwa, das Speien von Notre Dame - das ist noch vor der Installation der Bank - interessant, dass Monopol oder nicht wie hier dargestellt so sekundär ist: es scheint allerdings "Wachstum" so - erneut verblüfft - pauschal nicht kräftig: es müsse sich schon um eine Ausdehnung von Produktion, nicht Konsum handeln. Und es könnte The Constant die stabile Währung sein: so wie eine Monopolbank diese womöglich tatsächlich nur als solche ermöglichen kann, so ein einziger Monopolist analog, der Produktionsausweitungen nämlich auch "just does": was bleibt ihm anderes übrig: Absprachen helfen nicht wie bei Opec und als Neuer ist er nicht in alte Gilden gezwungen. Guter Artikel gut in der Zeit. Danke.

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