Forum: Wirtschaft
Wettbewerbsbericht: Deutschland ist Innovationsweltmeister
DPA

Die Deutschen jammern über Groko, Reformstau und eine mangelhafte digitale Infrastruktur. Doch das Weltwirtschaftsforum hält das Land für wettbewerbsfähiger als alle anderen in Europa. Besonders eine Note überrascht.

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hru 17.10.2018, 10:56
50.

Zitat von varphi
Bei relevanten Innovation (IT, E-Mobilität)? Wie es mit der Verbreitung von Innovation aus? Einen teuren Protoypen der wie den BMW i3 kann jeder vorstellen. Hier stehen wie aber schlechter da als zb Japan. Bei den wesentlichen, sichtbaren Innovationen sehe ich uns nämlich nicht vorne. Vielleicht sehr stark eher vom Mittelstand getrieben.
So schlecht wie man es immer malt ist es auch nicht. Aber wenn die letzten 10 Jahre etwas gelehrt haben ist es, dass man auch mit weniger populären Themen gut funktionieren kann. Es ist ja nicht zu erwarten, dass Elektromobilität für 100 Länder auf der Welt DASS Erfolgsmodell werden, dass werden eine gute Handvoll unter sich ausmachen. Und der Rest liefert halt Werkzeugmaschinen, Autos (die ja auch nicht nur aus einer Batterie bestehen) und was man sonst so braucht.
Die gleiche Diskussion gab es vor 20 Jahren auch schon und was ist dann passiert? 13 Jahre Aufschwung in Deutschland.

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aliof 17.10.2018, 11:12
51. Schlage vor, im Spiegel ein Rundschreiben

.. zu dieser in Wirtschaftskreisen hinlänglich bekannten Tatsache zu verbreiten.
Denke da vor Allem an die Kolumnistin S. Berg innerbetrieblich auf den Sachstand zu bringen, die am 13. 10. 2018 meinte :
.. Der Westen wird von einer Welle geflutet. Wenn die über Europa geschwappt ist, bleiben schreiende Männer zurück, die weiter gegen alles und jeden hetzen. Ein erstaunlicher Hang zur Selbstvernichtung.

Übrigens sorgen Wissenschaftler in Deutschland (sind viele Männer drunter) genauso emsig dafür, daß Deutschland auch morgen noch brummt.
Ich denke, daß diese Männer und Frauen auch unseren Respekt genießen sollten.

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rockwater 17.10.2018, 11:23
52. Sehr innovativ...

besonders bei der Ausweitung des Niedriglohnsektors, des Lobbyunwesens und der Steuervermeidung.

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garno 17.10.2018, 11:28
53. Wettbewerbsfähigkeit auf wessen Kosten

Die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken bedeutet für den Staat Bedingungen zu schafffen, dass sich das global agierende Kapital angezogen fühlt. Das hatte z.B. Schröder mit seiner Agenda 2010 geschaffen. Seitdem ist daran nichts Wesentliches geändert worden.
Das bedeutet aber auch, dass die Wohlfühlbedingungen für das Kapital nicht mit den Wohlfühlbedingungen der Bevölkerungsmehrheit übereinstimmen muss, wie man allenthalben am Aufkommen des Populismus bemerken kann.

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hru 17.10.2018, 11:29
54.

Zitat von aliof
.. zu dieser in Wirtschaftskreisen hinlänglich bekannten Tatsache zu verbreiten. Denke da vor Allem an die Kolumnistin S. Berg innerbetrieblich auf den Sachstand zu bringen, die am 13. 10. 2018 meinte : .. Der Westen wird von einer Welle geflutet. Wenn die.....
Ohne jetzt den Artikel von Frau Berg gelesen zu haben weiß ich nicht genau, worin der Widerspruch besteht? Das es objektiv im Schnitt ganz gut läuft heißt ja erstens nicht, dass das im Einzelfall auch so ist und tut zweitens auch nicht zwangsläufig etwas an der Wahrnehmung. Die Angst vor Einwanderung ist ja in Deutschland auch da am größten wo sie am wenigsten passiert.

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mrotz 17.10.2018, 11:30
55.

Zitat von bstendig
Innovation mit dem Diesel-Motor verknüpfen. Gratuliere, Sie sind glaube ich der erste in den Kommentaren zum Artikel. 1. Die Dieselmotoren der deutschen Hersteller sind hochgradig innovativ. Kein anderer hat es geschafft, solche effizienten Motoren herzustellen. Vom PKW bis zum LKW bis ......
Die Zahl der Patente hat nichts mit Innovation zu tun.

D ist gut etwas bestehendes zu optimieren. Das gibt dann auch Patente. Aber das hat mit Innovation überhaupt nichts zu tun.
Für innovation gibt es hier keinen fruchtbaren Boden.
Das fängt schon mit den absurd hohen Regularien für Labore an. F90 Sicherheitsschrank für einen Liter Spiritus... Deppenstadl.

Auch Silizium-PV ist keine Innovation aus. PV ist aus den 50ern (USA!!!). Am Prinzip hat sich nicht viel geändert.
Organische PV kommt nicht aus D (auch USA).
Es gibt eine Innovation, die die BASF finanziert hat: Quice.
Mit diesem Material lassen sich Kühlschränke rein mit Magneten bauen. Es braucht weder ein spezielles Kältemittel, noch einen Kompressor. Der Aufbau wird simpler, hält länger und wird voraussichtlich weniger Strom benötigen.
Aber: Erforscht habens die Holländer. Die BASF hats nur bezahlt und wirds herstellen.
Die Holländer sind innovativ.
D ist dies überhaupt nicht.

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Aberlour A ' Bunadh 17.10.2018, 11:33
56. "die Wahrheit liegt nur auf'm Platz"!

Warum misst man eigentlich "NUR" die "Wettbewerbsfähigkeit" (und welche neoliberale Brille hat man dabei auf) und nicht den tatsächlichen Wettbewerb selbst. Denn "Wettbewerbsfähigkeit" ist ja an sich ein heikles Konzept und die Umdeutung von "richtigem" Wettbewerb zur neoliberalen Wohlfühlkategorie "Wettbewerbsfähigkeit" spricht Bände. Für Walter Eucken war noch klar, dass der (richtige) Wettbewerb "gesichert werden musste" und wo nicht vorhanden, ordnungspolitisch hergestellt werden müsse. Leitbild: die vollständige Konkurrenz. Das ist natürlich unangenehm. Ausweg: wir erfinden eine neue Kategorie des Potentiellen. Eben die "Wettbewerbsfähigkeit".
Beim Fußball heißt es dagegen ja immer: "die Wahrheit liegt nur auf'm Platz". Mit der "Wettbewerbsfähigkeit" verhält es sich dagegen wie mit einem Marathonläufer, der jeden Tag trainiert, auf seine Laktatwerte verweist und dann sagt: "seht her, wie wettbewerbsfähig ich bin, da muss ich ja am Wettbewerb selbst gar nicht mehr teilnehmen." Und warum gibt es offensichtlich in vielen "wettbewerbsfähigen" Ländern dennoch so viele Unzufriedene. Weil Geld allein nicht glücklich macht? Weil die Kategorien zur Ermittlung des Potentiellen nichts mit dem wahren Leben vieler Menschen zu tun haben? Deswegen andere Kriterien Gegenstand der Untersuchung sein müssten? Z.B. Bedürfnisse und Wohlbefinden?

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KingTut 17.10.2018, 11:38
57. Keine Überraschung

Die Feststellungen des Weltwirtschaftsforums sind insofern keine Überraschung, indem man sich unsere Wirtschaftskraft (als einziges Europäisches Land auf Augenhöhe mit China!), unsere Exporterfolge (da überragende Produkte), den allgemeinen Wohlstand (Reiseweltmeister u.v.m.) und die Rekord-Steuererinnahmen (weniger Staatsverschudlung) wieder. Dass es dennoch in manchen Bereichen in unserem Land Handlungsbedarf gibt, ist kein Widerspruch zu dieser positiven Nachricht.
Jetzt muss alles getan werden, dass wir dieses Niveau halten. Es muss vor allem verhindert werden, dass Industrien wegen Fachkräftemangel wirtschaftlich und technologisch ins Hintertreffen geraten. Eine vernünftige Einwandungspolitik, die den Zuzug von qualifizierten und integrationsbereiten Arbeitskräften aus aller Welt fördert, ist dringend von Nöten. Vergangene Regierungen haben dieses Problem über Jahrzehnte verschleppt. Wir haben noch alle Optionen in der Hand. Machen wir davon Gebrauch.

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GoaSkin 17.10.2018, 11:43
58. die Deutschen jammern, weil es zum guten Ton gehört

Die meisten Leute jammern doch nur, um sich den Jammerlappen um sich herum anzupassen. So haben manche Leute ein großes Problem mit Flüchtlingen, obwohl sie Flüchtlinge nur aus dem Fernsehen kennen und sind der Meinung "Merkel muss weg", weil dies der allgemeine Tenor ist. Und mit dem steigenden Konsum sozialer Medien hören die Leute immer mehr auf, frei zu denken. Die eigene Meinung wird nur noch darauf ausgelegt, den Nerv der Anderen zu treffen und sich damit möglichst beliebt zu machen.

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Freedom of Seech 17.10.2018, 12:11
59.

Zitat von KingTut
Die Feststellungen des Weltwirtschaftsforums sind insofern keine Überraschung, indem man sich unsere Wirtschaftskraft (als einziges Europäisches Land auf Augenhöhe mit China!), unsere Exporterfolge (da überragende Produkte), den allgemeinen Wohlstand (Reiseweltmeister u.v.m.) und die Rekord-Steuererinnahmen (weniger Staatsverschudlung) wieder. Dass es dennoch in manchen Bereichen in unserem Land Handlungsbedarf .....
stimme zu. Man sollte noch ergänzen: Abbau von Technologiefeindlichkeit und hysterischen Reaktionen bei angeblichen Umweltschäden durch Technologie (Stichworte: z.B. NO2, Glyphosat). Insbesondere die Medien sollten hier in Zukunft verantwortlicher handeln und sich besser informieren. Eine NGO als Informationsquelle ist nicht ausreichend - diese Leute sind qua Job Description einseitig und meist auch ideologisch und damit Lobbyisten. Auch gibt es genügend Wissenschaftler die sich vor einen wissenschaftlichen Karren spannen lassen, die Fakten verdrehen (die erfundene NO2 Gesundheitsschädigung ist so eine hochgepuschte Fake News und durch Fakten nicht gedeckt). Wer sich als Medienvertreter wirklich schlau macht und sich nicht als verlängertes Sprachrohr von Politik Aktivisten versteht, sollte es eigentlich hinkriegen wenn mal wieder jemand öffentlich einen Schmarrn erzählt und en passant den deutschen Technologie- und Wirtschaftstandort ohne Not zum Teil massiv schädigt.

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