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Wettbewerbsfähigkeit der Länder: Mit Deutschland geht es weiter bergab
DPA

Deutschland ist einer Studie zufolge im Vergleich der wettbewerbsfähigsten Länder weiter zurückgefallen. Besser sieht es für die USA aus.

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n.wemhoener 24.05.2018, 16:51
30.

Mit Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit geht es weiter bergab - gleichzeitig sind wir 2017 wieder Exportweltmeister geworden mit enormen Exportüberschüssen.
Vielleicht hilft mal einer der anwesenden Experten, diesen Widerspruch zu erklären.

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behemoth 24.05.2018, 17:01
31. Die Beamten

Zitat von Benjowi
Eine wesentliche Ursache ist die überbordende Bürokratie-auch im Steuerbereich- und der vollkommen rationalisierungsunwillige Öffentliche Dienst mit seiner verquasten und verfilzten Beamtenstruktur. Was die Bürokratie angeht, wird mit der unsägliuchen DSGVO gerade noch ein Riesenfass zusätzlich geöffnet. Überzogene Brandschutzverordnungen und vorgeblicher Klimaschutz tun ein Übriges. Und unsere ach so quirlige Beamtenschaft sträubt sich mit Händen und Füßen anstatt Gittermappen und Fax moderne digitale Methoden, die auch funktionieren anzunehmen oder gar selbst vorzustellen. Ganz abgesehen, dass das mit den Kommunikationsstrukturen eines Entwicklungslandes ohnehin eher schwierig werden würde. "Geht nicht" und "Darf nicht" sind die geflügelten Redewendungen dieses Landes geworden!
haben Recht und Gesetz zu vollziehen, und das wird in Berlin bzw. mehr und mehr in Brüssel gemacht, also von den 87-%-Blockparteien. Also bashen Sie lieber Abgeordnete, wie den Grünen, der im EU-Nicht-Parlament maßgeblich diese unsägliche DSGVO erarbeitet hat, die Finanzminister und BT-Abgeordneten, die diesen unerträglichen Steuerwirrwarr hierzulande seit Dezennien immer wieder verschlimmbessern, die lobbygesteuerten Brandschutzvorschriften, EnEV, und was es als vergleichbare Ungetüme geschriebenen Lobbyismus alles sonst noch so gibt. Glauben Sie mir, auch die Beamten selbst (nicht die besonders hochbezahlten "politischen Beamten" in den Ministerien oder die, die es beim nächsten Regierungswechsel werden wollen und auch nicht die allerhöchstalimentierten EU-Beamten, die sich Verordnungen auch als Sicherungsmaßnahme der eigenen Luxus- und Schlemmerexistenz ausdenken) ächzen unter diesem Gesetzesmoloch, es sei denn, sie nutzen das von Politikern verursachte Chaos aus oder kollaborieren im Sinne der linksgrünen Ideologie des "moralisch Guten" mit open-border-Politikern, wie im Falle des BAMF Bremen.

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Aberlour A ' Bunadh 24.05.2018, 17:03
32. Wie soll man da bitte konkurieren?

Zitat von quark2@mailinator.com
Immer größerer Anteil der Ausgaben sind nicht-produktiv und die Produzenten werden mit immer mehr Regeln und Gesetzen, Auflagen und Kontrollen belastet, die sie dann indirekt über ihre Steuern noch bezahlen dürfen. Kein Wunder, wenn das alles immer weniger leistungsfähig ist. Schon allein der Trend, allen einzureden Work-Life-Balance und 35h Arbeit die Woche wären so toll. Wie soll man da bitte konkurieren ?
Die Schweiz wurde nicht trotz sondern wegen ihrer relativ hohen Löhne in der Vergangenheit mehrfach ungekrönter "Wettbewerbsfähigkeitsweltmeister". Ich hoffe, Sie verstehen den Zusammenhang. Auch wenn es sich um einen relativ sinnloses, weil willkürliches Konzept des Ländervergleichs handelt, das zudem auch auf subjektiven Befragungen von Managern beruht, deren Ziel gar nicht die "Wettbewerbsfähigkeit" ist, sondern eine Rendite zu erwirtschaften, die die Aktionäre zufriedenstellt. Mit dem Begriff "Wettbewerbsfähigkeit" wurde in Talk-Shows schon so mancher ökonomische Unfug gerechtfertigt. Auch sinnbefreite Überschriften von SPON-Artikeln gehören dazu.

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Europa! 24.05.2018, 17:17
33.

Zitat von n.wemhoener
Mit Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit geht es weiter bergab - gleichzeitig sind wir 2017 wieder Exportweltmeister geworden mit enormen Exportüberschüssen. Vielleicht hilft mal einer der anwesenden Experten, diesen Widerspruch zu erklären.
Ich glaube die Stichworte sind:

1. Dank der Niedrigzinsen haben wir einen unterbewerteten Euro (das kommt uns noch teuer zu stehen) und für den Export günstige Wechselkurse.
2. Ein wachsender Niedriglohnsektor (jetzt schon ein Problem und für die Renten dann später noch mehr) schafft niedrige Exportpreisen.
3. Unsere "Exportschlager" von VW und anderen sind veraltet und mit betrügerischen Mitteln als "umweltfreundlich" verkauft worden.
4. Statt Klimaschutz und Energiewende wird in sogar noch erhöhtem Maße schmutziger Kohlestrom produziert (und überflüssigerweise sogar exportiert).
5. Exporte (besonders auch im Bereich der Landwirtschaft) werden zu Lasten der Steuerzahler direkt oder mit staatlicher Kreditabsicherung subventioniert.
6. Die Waffenexporte nehmen zu, statt ab.

Mit einem Wort: Die "Exporterfolge" sind Pyrrhus-Siege zu Lasten künftiger Generationen.

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Aberlour A ' Bunadh 24.05.2018, 18:19
34. Der Exportweltmeister in der zweiten Liga?

Zitat von n.wemhoener
Mit Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit geht es weiter bergab - gleichzeitig sind wir 2017 wieder Exportweltmeister geworden mit enormen Exportüberschüssen. Vielleicht hilft mal einer der anwesenden Experten, diesen Widerspruch zu erklären.
Die Sache mit der "Exportweltmeisterschaft" ist Ausdruck REALER Wettbewerbsprozesse, wie sie z.B. die Wettbewerbspolitik des "funktionsfähigen Wettbewerbs" fordert, um eine "optimale Wettbewerbsintensität" zu erzwingen, in dem ein "schöpferischer Wettbewerb" innovative Produkte erzeugt, die offensichtlich im Ausland geschätzt werden. In dessem Sinne kann "Wettbewerbsfähigkeit" dann als analytisches Konzept der relativen Leistungsfähigkeit verstanden werden, die sich an bestimmten Parametern misst: Dazu können etwa die Produktivität, die Anzahl der Patente, der Hochtechnologieexport oder der Export allgemein gehören. Um "Exportweltmeister" zu werden, ist allerdings "Wettbewerbsfähigkeit sicherlich eine notwendige Bedingung. Insofern haben Sie hier eine schönen Widerspruch aufgedeckt, den Sie an den Schreiber des SPON-Artikels weiterleiten sollten. Allerdings - und hier liegt die Crux - liegt dem Begriff der "Wettbewerbsfähigkeit" immer auch eine starke normative Komponente zugrunde, weil es sich der Natur der Sache nach um eine Begrifflichkeit handelt, die immer auch nur eine Welt des POTENTIELLEN Wettbewerb (relativer Leistungsfähigkeit) beschreibt, die sich realiter gar nicht empirisch messen lässt. Insofern haben wir es bei der "Wettbewerbsfähigkeit" mit einem normativen Konzept zu tun, das sich für Politiker bestens eignet, weil man in Talk-Shows endlos labern kann. Und sinnlose Ländervergleiche aufstellen, die Widersprüche schon beim bloßen Hinsehen generieren.

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Marlo 25.05.2018, 01:57
35.

Wer wundert sich noch? Vor allem das geschlossene und wenig durchlässige Berufssytem ist meiner Meinung nach mit dafür verantwortlich. Talente werden oftmals abgeschreckt duch zu viele Hürden und Zulassungen. Skills werden kaum anerkannt. Zudem kommen die Fehlplanungen der Regierung was fast Internet betrifft. Kaum FTTH und schlechte Mobilfunk Qualität sorgen für wenig Qualität und verhindern viele Innovationen. Zudem kommt die fehlende Finanzierung von Startups durch Investoren und eine nicht vorhandene Kultur des Scheiterns. All das ist in den USA besser geregelt und Deutschland muss sehr aufpassen

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