Forum: Wirtschaft
Wettbewerbskraft: Europas Krisenstaaten werden stärker
REUTERS

Es ist ein Hoffnungsschimmer für Europa: Laut einem Zeitungsbericht nimmt die Wettbewerbskraft der Krisenländer deutlich zu. Die Löhne werden konkurrenzfähiger, die Defizite beim Handel schrumpfen. Die im Kampf gegen die Krise angestoßenen Reformen scheinen zu greifen.

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ichbinmalweg 30.08.2012, 09:37
100. Es ist schön,

Zitat von marcaurel1957
Tja, das ist natürlich einen ganz schlechte Nachricht für die hier versammelte Gilde der professionellen Weltuntergangsexperten... Sollte es tatsachlich möglich sein, daß nicht Armageddon, Not und Elend, das Ende aller Tage droht, Hunger und Krankheit, Pestilenz und Verdammnis droht, wie diese Herrschaften Tag und Nacht predigen? Sollte diese Krise etwa wie alle anderen vor ihr auch gekommen, etwas geblieben sein und sich nun langsam auf ihren Abscheid vorbereiten? Sollten die vielfältigen nationalen Maßnahmen der krisenländer etwa Wirkung zeigen? Sollte der notwendige Konsumverzicht in diesen Länder, die Senkung der Einkommen auf ein vernünftiges Niveau tatsächlich zu einem Bilanzausgleich führen? Solten die sinnvollen Maßnahmen der EZB, die Einführung des Fiskalpakts und des ESM tatsächlich die Märkte stabilisieren und weiteres Schuldenmachen verhindern? Liebe Berufgreiner und Untergangspropheten, nicht verzagen, noch gibt es Hoffnung, daß alles so schlecht bleibt wie es ist oder villeicht daß sich irgendeien Land erbarmt und endlich bankrott geht...... Es kann doch nicht sein, daß diese schöne Krise bald einer Besserung weicht, nein, ganz ausgeschlossen, daran laßt uns alle glauben.....
wenn Ihnen solche belanglosen Zahlen aus dem Bericht Freude machen. Das Problem ist doch, diese Zahlen sagen nichts aus.

Wenn die angeführten Zahlen aussagekräftig genug wären, dann müßte es ja Deutschland in letzter Konsequenz schlecht gehen. Tut es aber nicht. Das heißt doch, dass diese Zahlen bestenfalls ein Problem partiell beleuchten, aber eben nicht gesamtheitlich. Eine Arbeitslosigkeit (und deren Verlauf) und die damit einhergehenden Folgen bleiben berichtstechnisch unberührt. Die Zahlen sind quatitativ nicht zu bewerten (weder positiv noch negativ), denn es fehlt eine Zielgröße.

In diesem Zusammenhang fehlt auch eine Zeitrelation, die berücksichtigt, ob die Senkungen auch in der gewünschten Zeitspanne erfolgt sind (Milestone-Concept).

Alles in allem ist dieser Artikel nichts wert, unter der Prämisse ein Bild von den "Südländern" zu erhalten. Deswegen unterstelle ich in diesem Artikel Ahnungslosigkeit oder Intentionen.

Vielleicht ist das Problem halt auch ein bißchen komplexer und mit ein paar "tollen" Zahlen nicht einzufangen??? Könnte ja sein.

Aber ein Gutes hat der Artikel: Sie haben sich wenigstens gefreut. Nützt zwar nix, aber ich gönne es Ihnen .

Weiterhin einen schönen Tag, der sooo gut begonnen hat ;-)

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marcaurel1957 30.08.2012, 10:27
101.

Zitat von ichbinmalweg
wenn Ihnen solche belanglosen Zahlen aus dem Bericht Freude machen. Das Problem ist doch, diese Zahlen sagen nichts aus. Wenn die angeführten Zahlen aussagekräftig genug wären, dann müßte es ja Deutschland in letzter Konsequenz schlecht gehen. Tut es aber nicht. Das heißt doch, dass diese Zahlen bestenfalls ein Problem partiell beleuchten, aber eben nicht gesamtheitlich. Eine Arbeitslosigkeit (und deren Verlauf) und die damit einhergehenden Folgen bleiben berichtstechnisch unberührt. Die Zahlen sind quatitativ nicht zu bewerten (weder positiv noch negativ), denn es fehlt eine Zielgröße. In diesem Zusammenhang fehlt auch eine Zeitrelation, die berücksichtigt, ob die Senkungen auch in der gewünschten Zeitspanne erfolgt sind (Milestone-Concept). Alles in allem ist dieser Artikel nichts wert, unter der Prämisse ein Bild von den "Südländern" zu erhalten. Deswegen unterstelle ich in diesem Artikel Ahnungslosigkeit oder Intentionen. Vielleicht ist das Problem halt auch ein bißchen komplexer und mit ein paar "tollen" Zahlen nicht einzufangen??? Könnte ja sein. Aber ein Gutes hat der Artikel: Sie haben sich wenigstens gefreut. Nützt zwar nix, aber ich gönne es Ihnen . Weiterhin einen schönen Tag, der sooo gut begonnen hat ;-)



na ja, heute ist ein neuer tag, ob der auch so gut wird?

Was ich nicht verstehe ist, daß die meisten Menschen dazu neigen, jede ansatzweise nicht so gute Nachricht als Katastophe aufzufassen und das Elend bereits an der Tür klopfen hören.

Wenn dann Nachrichten kommen, die zumindest einen entfernt positiven Eindruck vermitteln, wird es a) ignoriert b) schlecht geredet c) für irrelvant gehalten oder d) als manipulation bezeichnet.

Warum kann man nicht die ganz natürliche Tatsache akzeptieren, die uns die Geschichte immer wiede lehrt:

Krisen entwickeln sich, werden plötzlich virulent, bleiben einige Zeit, schwächen sich ab und verschwinden wieder

Dieser normale Prozess läuft auch hier ab, in 2 Jahren wird niemand mehr von der Schuldenkrise reden, die Schulden werden auch dann noch da sein, aber deren Bedeutung wird durch die vielfältigen Maßnahmen zurückgegangen sein und man wird sich auch daran gewöhnt haben.

Im Ergebnis werden wir eine Fiskalunion haben, die Schuldenneuaufnahme im Rahmen hält, den ESM, der die Schwankungen der Staatsfinanzierungen am Kapitalmarkt ausgleicht und eine EZB, die von sich behaupten kann einen ganz herrvoragenden Job gemacht zu haben.

Es wird uns gut gehen, den meisten europäischen Ländern besser als heute und wir werden als Bürger der Europäischen Union mit dem Euo zahlen.

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uezegei 30.08.2012, 10:40
102.

Zitat von sk2212
Weil die Löhne jetzt zwangsläufig in den Südländern SINKEN müssen, wird das als Erfolg verbucht. Es wäre ein Erfolg, wenn endlich die Löhne (und damit die Inflation) in Deutschland steigen damit das geforderte Inflationsziel erreicht wird. Nur so können die Südländer wettbewerbsfähig werden. Wir Deutschen müssen weg vom Exportweltmeister und endlich wieder hin zu mehr Binnenmarkt.
Wir sind diesen Weg bereits vor Jahren gegangen, die anderen Länder waren nur nicht bereit, mit uns zu gehen. Ist das unsere Schuld?
Es wird nun nur nachgeholt, was längst hätte passieren müssen.
Und es zeigt sich wieder einmal sehr schön: je länger man das Unangenehme, aber letzlich doch Unvermeidbare aufschiebt, desto härter wird der Brocken.

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uezegei 30.08.2012, 10:50
103.

Zitat von kjartan75
Ich frage mich nur, wenn die Löhne sinken und sinken und die Preise steigen, wie später dann eigentlich mit der Rente gelebt werden kann? Im Prinzip wird damit die Ausgabenseite das Staates zukünftig extrem belastet sein...gerade in Deutschland.
Nun, es wird eben länger gearbeitet werden müssen.
Schauen Sie auf Dänemark, dort wird die Renteneintrittsaltersgrenze alle fünf Jahre angepasst nach der Lebenserwartung, also: nach oben.
Was ist daran falsch?

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marcaurel1957 30.08.2012, 11:01
104.

Zitat von wolly21
( ".
Mit Ihren Ausführungen zu 1) und 2) haben Sie recht, wobei ich Ihre Wortwahl „und hinterher wird nichts mehr so sein wie vorher“ für unnötig dramatisch halte.

Das meiste wird auch danach so sein wie vorher, Revolutionen wird es sicher nicht geben.

Hingegen treffen Ihre Ausführungen zu 3) nicht zu, der Euro ist sicher nicht unterbewertet, weil er in einer ganz anderen Situation existiert, als es die Neo DM tun würde. Wenn es den Euro nicht mehr gäbe, wäre die Neo DM sicher die stärkste Währung Europas und würde dementsprechend zulegen.

Exportüberschüße hatten wir übrigens – von bestimmten Perioden abgesehen - seit der Reichsgründung, Deutschland ist strukturell ein ist Exportland, daran wird sich auch in Zukunft nicht ändern.

Wenn Sie das Targetsystem bemühen, sollten Sie es auch verstehen.

Es handelt sich nicht um eine Art überzogenes Girokonto, das die Bundesbank für Griechenland unterhält, sondern um ein Clearingsystem, das von der EZB betrieben, verantwortet und gehaftet wird.

Die Targetsalden sind also kein Forderung an ein bestimmtes Land, sondern an das gesamte Notenbanksystem

Das auch Deutschland über seine Verhältnisse gelebt hat, können Sie daran erkennen, dass wir 2 Bio Staatsschulden haben, die uns aber glücklicherweise nicht sonderlich drücken, weil wir eben ein brummend reiches Land sind.

Ihre Aussage, es gäbe in Europa zu viele Schulden mag stimmen aber es ist Unsinn, dass es zuwenig Geld gäbe, denn auf 1 Euro Schulden kommt immer 1 Euro Guthaben!

Ein Zusammenbruch des Euros hätte erstmal katastrophale Auswirkungen auf alle betroffenen Volkswirtschaften und langfristige Konsequenzen auf die politische, gesellschaftliche und ökonomische Situation de Bürger, an den Schulden würde sich deshalb erst mal nichts ändern. In einer Folgeentwickung würde die verringerte wirtschaftliche Leistungskraft und Bedeutung dieses Kontinents natürlich zu einer neuen Bewertung der schulden führen, was uns ebenfalls sehr schaden würde.

Von daher haben Sie recht, niemand der auch nur einen Funken Verstand hat, wird den Weg zu nationalen Währungen zurück wollen, es sei denn er will den Menschen schaden!

Es ist übrigens Unsinn, dass die Aufwertung der Neo DM steuerbar wäre, denn keine Notenbank der Welt kann dies erreichen, wenn die Märkte anderer Ansicht sind, ihre „nationale Münzhoheit“ wäre da nur eine Lachnummer! Mehr erreichen könnten Sie natürlich mit Devisenkontrollen, Kapitalbewirtschaftungen und der Abschaffung der freien Konvertierbarkeit, aber dies will ja hoffentlich niemand.
Ich bin hinsichtlich der „United Nations of Europe“ deutlich optimistischer, obwohl ich natürlich auch keinen Zeitrahmen nennen kann. Ich denke es geht schleichend weiter in diese Richtung, bis wir defacto soweit sind.

Ich glaube auch nicht, dass sich die „nationalen“ Interessen der europäischen Staaten wirklich sehr unterscheiden, ich sehe jedenfalls kein Gebiet wo dies der Fall wäre.

Das „EUROPA DER VATERLÄNDER" war sicher mal die richtige Vision, nur sind wir heute darüber schon weit hinaus. Ich habe kein Vaterland mehr und kann den Begriff nur rational verstehen.

Ich lebe gern in Deutschland, kann mir aber auch vorstellen eines Tages nach Südengland oder in die Provence zu ziehen. Mir stehen vernünftige, gebildete und anständige Menschen nahe, mit denen ich reden und mich austauschen kann, da spielt es kein Rolle, welcher Ethnie oder Nationalität jemand angehört.

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ichbinmalweg 30.08.2012, 11:20
105. Ich möchte zugeben...

Zitat von marcaurel1957
... Was ich nicht verstehe ist, daß die meisten Menschen dazu neigen, jede ansatzweise nicht so gute Nachricht als Katastophe aufzufassen und das Elend bereits an der Tür klopfen hören. Wenn dann Nachrichten kommen, die zumindest einen entfernt positiven Eindruck vermitteln, wird es a) ignoriert b) schlecht geredet c) für irrelvant gehalten oder d) als manipulation bezeichnet. ... Krisen entwickeln sich, werden plötzlich virulent, bleiben einige Zeit, schwächen sich ab und verschwinden wieder Dieser normale Prozess läuft auch hier ab, in 2 Jahren wird niemand mehr von der Schuldenkrise reden, die Schulden werden auch dann noch da sein, aber deren Bedeutung wird durch die vielfältigen Maßnahmen zurückgegangen sein und man wird sich auch daran gewöhnt haben. Im Ergebnis werden wir eine Fiskalunion haben, die Schuldenneuaufnahme im Rahmen hält, den ESM, der die Schwankungen der Staatsfinanzierungen am Kapitalmarkt ausgleicht und eine EZB, die von sich behaupten kann einen ganz herrvoragenden Job gemacht zu haben. ...
dass ich den Euro mehr als kritisch sehe.

Gerne möchte ich auf Ihre Aussagen eingehen.

Wichtig ist für mich ein eigenes Reflektieren einer Berichterstattung. Nur weil SPON eine "erfreuliche" Mitteilung an, muß diese noch lange nicht erfreulich sein. Ob Griechenland (oder andere) auf einem guten Weg ist, kann man mit diesem Artikel schlichtweg nicht beurteilen.

Ob in dem von Ihnen genannten Zeitraum noch mit Euro bezahlt wird, kann ich schlichtweg nicht einschätzen; allerdings glaube ich durchaus, dass die "Eurowelt" sich in 2 Jahren anders darstellen wird als heute. Entweder in der Zusammensetzung der Länder oder der Wertigkeit der Währung im außereuropäischen Handel.

Ich stimme Ihrer Krisenthese theoretisch zu. In der Praxis habe ich Zweifel, ob dies gelingen wird, denn die ClubMed-Staaten reformiereng efühlt zu wenig.

Monti scheint in Italien nahezu revolutionär zu sein, mit seinen Bemühungen; m. E. reichen seine Bemühungen nicht aus.

Griechenland hat strukturelle Probleme, die m. E. selbst wenn Griechenland zu 100% mitziehen würde, nicht unbedingt mit Erfolg gekrönt sein müssen.

Hollande, der französische Sozial-Romantiker wird gerade von der Realität eingeholt (Peugeot, partielle Rentenabsenkung, Staatshaushalt 2013).

Wenn ich mir dann die Lohnstückkostenabsenkung argumentativ betrachte, dann muss ich mich auch fragen, wie relevant ist das z.B. für Griechenland. Wieviel Industrie ist denn dort, wer besitzt die unternehmerische Verwegenheit und betriebswirtschaftliche Ignoranz um dort zu investieren???

Ihr Vorwurf, dass man Meldungen als Manipulation hinstellt, darf Sie nicht verwundern. Unsere "Kanzlerin" stellt oft Sachverhalte als alternativlos dar, um dann eine wenig elegante 180-Grad-Drehung zu vollziehen (Atomstrom vs. regenerative Energien). Die Regierung macht keinen konsistenten Eindruck.

Das mit solchen "Jubelartikeln" Dinge vorbereitet werden, die eingentlich Unsinn sind, und gegen getroffene Entscheidungen stehen (3. Rettungspaket, Zeitaufschub) liegt nahe. Und wenn Sie ehrlich sind: Ausschließen können Sie es nicht.

Zur Fiskalunion möchte ich anmerken:
1. Wäre geschickter gewesen, dass vor der Euroeinführung zumindest vorzubereiten
2. Politische Projekte (Euro) müssen finanzierbar sein. Schön das das die Politik entdeckt.

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tomex030 30.08.2012, 11:45
106. Lebensinhalt?

Zitat von uezegei
Nun, es wird eben länger gearbeitet werden müssen. Schauen Sie auf Dänemark, dort wird die Renteneintrittsaltersgrenze alle fünf Jahre angepasst nach der Lebenserwartung, also: nach oben. Was ist daran falsch?
Das ist nur für jene richtig, die der Meinung sind, dass es außer Arbeit im Leben nichts gibt. Sie haben den Sinn des Lebens offenbar noch nicht verstanden oder?

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Crom 30.08.2012, 11:49
107.

Zitat von CompressorBoy
Dazu fällt mir ein Songtext von den Ärzten ein: "Alles muss man Dir erklären, weil Du einfach gar nichts weißt..."
Ich will nichts erklärt haben sondern ich will die angeblichen Fakten sehen.

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Rosbaud 30.08.2012, 12:11
108. Davon geht die Welt nicht unter ... (Zarah Leander) Teil II-III

Zitat von marcaurel1957
Das was Sie als Kapitalismus bezeichnen, hat sich einerseits als Ungeheuer effizient erwiesen und in den letzten 20 Jahren soviele Menschen aus der Armut befreit, wie in zuvor in der Geschichte. Andererseits hat es sich als ungeheuer wandlungs- und anpassungsfähig erwiesen und tritt in vielfältiger Art in Erscheinung Schließlich ist der Kapitalismus - ich verwende diesen Begriff hier obwohl er falsch ist - ein Teil der menschlichen Natur und Zivilisation .
Die Frühindustrialisierung verwandelte fast ganz Europa in eine Dante'sche Hölle der Verelendung. Es bedurfte vieler blutiger Auseinandersetzungen, um den Kapitalismus einigermaßen zu humanisieren und zu zivilisieren. Zurzeit zeigen sich immer deutlicher seine destruktiven Kräfte.

Der Kapitalismus ist kein Teil der menschlichen Natur. Das mögen die Hohen Priester der Marktgläubigen so verkünden, es wird dadurch nicht richtiger. Es gab z. B. in allen großen Religionen ein Zinsnahmeverbot, das verträgt sich nicht mit Kapitalismus.

Und Zivilisation musste ihm – wie oben bereits erwähnt – erst durch jahrhundertelange blutige Kämpfe beigebracht werden.

Zitat von marca[QUOTE=marcaurel1957
ihre "Megakrise" wird dauern, Geld kosten aber vorrübergehen, das ist sicher! Die Welt wird sich natürlich verändern, man wird die gleichen Fehler, wie zu starke Derugulierung, exzessives Schuldenmachen, so niht wiederholen aber es werden sich neue Fehler finden, die uns die nächste Krise sicher bescheren werden.
Da kann man ja zur Tagesordnung übergehen, uns wird’s ja nicht so heftig treffen, wie schön.

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Rosbaud 30.08.2012, 12:14
109. Davon geht die Welt nicht unter ... (Zarah Leander) Teil III-III

Zitat von marcaurel1957
Es ist übrigens absurd, von einem Deutschen Sozial und Lohndumping zu reden, die Sozialausgaben sind so hoch wie nie zuvor und Deutschalnd ist ein klassisches Hochlohnland!
Diese Aussage belegt einmal mehr Ihr plakatives Wirtschaftsverständnis.

Von 1999 bis 2009 sind die Lohnstückkosten in GR um 26 % gewachsen, in D nur um gut 8 %. Die EWU hat sich ein Inflationsziel von etwas unter 2 % gegeben. Dazu passt ein jährlicher Anstieg der Lohnstückkosten von 1,9 %, zehn Jahre kumuliert kommt man auf knapp 21 %. 21 % wäre also die Norm gewesen, an die sich alle hätten halten sollen. Die EWU ohne D erreichte fast 27 %, mit D 20,5 %, also fast eine Punktlandung.

Wer hat jetzt stärker gegen die Regeln des Vertrages verstoßen, derjenige, der fünf Prozentpunkte über seinen Verhältnissen gelebt hat, oder der, der dreizehn Prozentpunkte unter seinen Verhältnissen gelebt hat? Und wie viel Schaden hat der größere "Sünder" dem kleineren zugefügt?

Zu den „Sozialausgaben so hoch wie nie zuvor“ ein längerer Absatz aus den Nachdenkseiten:

Betrachtet man die mediale Rezeption „Jeder Dritte Euro für Soziales“, dann könnte man den Eindruck gewinnen, es sei der „der Staat“, der fast ein Drittel des Sozialprodukts (2008 = 720 Milliarden Euro) für soziale Wohltaten aufwende. Sind aber etwa die gesetzliche Rentenversicherung oder die gesetzliche Kranken- und die Pflegeversicherung soziale Wohltaten? Werden die Versicherungsbeiträge nicht (zum allergrößten Teil) nicht von den Beitragszahlern aufgebracht? Wäre der Betrag niedriger, wenn die Alterversorgung, die Kosten für Krankheit und Pflege privat (und womöglich mit gesetzlichem Zwang) aufgebracht würden?
Was ist daran „sozial“ wenn jemand knapp 20 Prozent seines Bruttoeinkommens in eine Altersversicherung einbezahlt hat und davon nach der Erwerbstätigenphase zehrt? Was ist daran „sozial“ wenn jemand über 15 Prozent seines Bruttoeinkommens in eine Krankenversicherung einbezahlt, um damit die Kosten im Krankheitsfall abzudecken? Was ist daran „sozial“, dass jemand (inzwischen nur noch) 2,8 Prozent seine Lohnes in eine Arbeitslosenversicherung einbezahlt, um dann wenigstens 1 Jahr aus diesen Beiträgen Arbeitslosengeld zu beziehen?
Die Leistung des „Staats“ besteht darin, dass er diese „Versicherungen“ gesetzlich erzwingt. Ich will gewiss nicht dagegen polemisieren, dass dies so geregelt ist, was ich allerdings kritisiere, das ist, dass so getan wird, als würde sozusagen ein Drittel des Sozialprodukts für „Soziales“ verschwendet und das noch dem „Abkassierer-Staat“ (Müller-Vogg in BILD) angekreidet wird.

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