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Widerstand des Betriebsrats: VW droht Streit über Sparkurs
REUTERS

"Deutlich, wirksam und auch schmerzhaft" sollen die Schritte sein, mit denen VW-Chef Winterkorn die Produktivität erhöhen will. Der Betriebsrat gibt Contra: Die Arbeitskosten seien nicht das Problem.

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Lurchfreund 16.07.2014, 09:31
20. Widerstand ist sinnvoll

Die Defizite bei VW sind nicht durch die "hohen" Produktionskosten entstanden.
- Phaeton / "gläserne Manufaktur" (teuer, sehr teuer und keiner wollte ihn haben...)
- Übernahmeschlacht mit Porsche
- problematische, neue Technik (Zylinderabschaltung, Doppelkupplungsgetriebe usw.)
- der MQ da nun Skoda/Seat für einen Kannibalisierungseffekt sorgen

- teilweise falsche Modellpolitik

Hauptproblem: die "Kernkompetenzen". Eigentlich sollte Audi einst die obere Mittelklasse bzw. Oberklasse beackern. Tut man nun auch mit dem Passat (und seinerzeit dem Phaeton). Seat sollte günstige und eher sportliche Autos liefern, Skoda den Billigheimer geben.
Allerdings: Skoda greift VW-Kunden ab ("Warum Golf kaufen, wenn es ein Octavia tut?"). Seat greift VW-Kunden ab ("Warum Golf oder Polo wenn der Ibiza günstiger ist?"). VW greift Audi-Kunden ab ("Warum A4 wenn es den Passat gibt?").

Bentley und Bugatti sind natürlich auch noch da und dürften eher wenig bis gar keinen Gewinn einfahren. Die sorgen zwar für Prestige aber dieses verpufft, weil niemand Bentley mit VW gleichsetzt. Ähnlicher Fehler: BMW mit Rover.

Das VW so einige Probleme hat, mag stimmen. Diese sind allerdings ausnahmslos vom Management verursacht worden. Wenn Idioten wie Piech ihre dämlichen Ideen (Phaeton) ausleben dürfen, ergibt sich zwangsläufig ein immenser Schaden.

Kennt jemand noch den "Lupo"? Das Teil war nicht übel aber die Rendite zu gering also eingestampft. Dann stellt man fest: "Hey, es gibt Leute, die gerne einen Kleinwagen hätten!" und strickt sich den "Up" zusammen. Man hätte auch einfach den Lupo weiterentwickeln können aber nein, dass geht natürlich nicht. Ergo: mindestens doppelte Entwicklungskosten, eingestampfte und neu gebaute Produktionsstraßen etc...

Das VW trotz all dieser haarsträubenden Managementfehler noch immer wächst und Gewinn einfährt, spricht für eine ordentliche, kostengünstige Produktion. Gerade dort den Hebel anzusetzen passt in die Historie von dämlichen Entscheidungen.

Mal schauen, wie erfolgreich das Management damit ist, einen ziemlich gesunden Konzern gegen die Wand zu fahren. Dürfte interessant werden...

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kenterziege 16.07.2014, 09:33
21. Der typ. Reflex

Zitat von nic
Geht wieder ein mal darum Löhne zu drücken und Gewinne zu maximieren.
Pawlow hat es mit den Hunden demonstriert! Es gibt Dinge, die lösen unabhängig von der "Wahrheit" sofort den erwünschten Reflex aus! Wenn also jemand den höchstbezahlten Arbeitern in der Wüste Niedersachsens sagt: Wir müssen die Kosten in den Griff bekommen, dazu gehören auch die Lohnkosten, dann kommt der kommunistische Reflex " Gewinnmaximierung!" Von viel Gewinn kann bei VW wohl nicht die Rede sein!

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hansulrich47 16.07.2014, 09:37
22. Was wenn

Winterkorn statt 17 Mio € nur 1 Mio kassiert? Ist dann die Finanzwelt bei VW in Ordnung? Ich glaub nicht.
Es sitzen zu viele Claqueure rund um die Spitze des Unternehmens, die auch alle für's Beifallklatschen zu den 'tollen' Leistungen der Spitze gut Kasse machen.
Dort beginnen mit dem Kostenabbau, das wäre doch mal ein Ansatz ... Aber ich weiß, ich träume! :-((

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peakperformance 16.07.2014, 09:48
23.

solange das Unternehmen noch in der Lage und willens ist mehrstellige Millionenbeträge für pubertierende Ballspieler und unsinnige Sponsorings auszugeben brauch man darüber gar nicht zu diskutieren!!!

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bob.ff. 16.07.2014, 09:48
24.

"Qualität" und "Volkswagen" das war früher.Qualität, ich glaube das ist ein Fremdwort bei Volkswagen.Wenn man Premiumhersteller ist bleibt so etwas auf der Strecke.VW hat anscheinend von BMW und Mercedes gelernt.Viel Geld für unausgereifte Produkte zu verlangen.Und dafür einen grottenschlechten Service und Qualität anzubieten.

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Midgard_ 16.07.2014, 09:49
25. Teure Besitzstände

Wenn ich die VW-Preise betrachte und dann den Bonus für alle VWler von 7.200 € ist schon klar, warum ein VW relativ teuer ist.
Allein dieser Bonus entspricht dem, was ein Arbeitsloser beim Rutsch in ALG2 in 18 (!) Monaten zum Leben hat.
Aberwitzig ist aber die Vorstellung, vor der Entwicklung die exakte Höhe der Rendite zu kennen - offensichtlich verfügt der Betriebsrat über besondere hellseherische Kräfte.

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Don_Draper 16.07.2014, 09:50
26. Was???

Zitat von kenterziege
Pawlow hat es mit den Hunden demonstriert! Es gibt Dinge, die lösen unabhängig von der "Wahrheit" sofort den erwünschten Reflex aus! Wenn also jemand den höchstbezahlten Arbeitern in der Wüste Niedersachsens sagt: Wir müssen die Kosten in den Griff bekommen, dazu gehören auch die Lohnkosten, dann kommt der kommunistische Reflex " Gewinnmaximierung!" Von viel Gewinn kann bei VW wohl nicht die Rede sein!
VW hat 2013 einen Gewinn von 9,1 Mrd. erzieht und Gewinn bedeutet, dass man die Lohnkosten schon bezahlt hat. Das ist nicht viel Gewinn? Und dann kommt es bei Ihnen zu kommunistischen Reflexen? Sie scheinen ja ein ganz Vorgestriger zu sein.

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zitzewitz 16.07.2014, 09:55
27.

Zitat von nic
Geht wieder ein mal darum Löhne zu drücken und Gewinne zu maximieren.
Aber nicht die vergleichsweise hohen Löhne und Gehälter der Stammbelegschaft sondern die eh schon geringen bei Zulieferern und externen Dienstleistern. Die können sich gegen den mächtigen Riesen kaum wehren, da geht bestimmt noch was.

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Michael200669 16.07.2014, 09:58
28.

Zitat von kenterziege
Pawlow hat es mit den Hunden demonstriert! Es gibt Dinge, die lösen unabhängig von der "Wahrheit" sofort den erwünschten Reflex aus! Wenn also jemand den höchstbezahlten Arbeitern in der Wüste Niedersachsens sagt: Wir müssen die Kosten in den Griff bekommen, dazu gehören auch die Lohnkosten, dann kommt der kommunistische Reflex " Gewinnmaximierung!" Von viel Gewinn kann bei VW wohl nicht die Rede sein!
Sie wissen schon, das die Lohnkosten unter 20 Prozent der Kosten für die Produktion eines Fahrzeuges liegen.

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longshanksedward8 16.07.2014, 10:00
29. Wer VW kennt, weiß,

den Mitarbeitern geht es nicht schlecht, alleine schon die gute Currywurst ist ein 1a-Bonus. Allerdings geht es der aufgeblasenen Führungsschicht noch besser, dort ist das höchste Einsparpotential. Und der VW-Betriebsrat hat ausnahmsweise Recht. Im VW-Konzern wurden schon öfters völlig unabhängig voneinander 6-Zylinder Motoren teuer paralell entwickelt. Ein Vorstand, der das zuläßt, gehört ohne Abfindung gefeuert.
Und auch wenn die noch auf Lager liegen, ist es teurer Schwachsinn in den kleinen aktuellen Golfmodellen Hinterachsen des Golf 4 einzubauen. Wenn Herr Winterkorn hier mal seinen eigenen Job richtig machen würde, würde Produktivität am meisten gesteigert werden. Der Fisch stinkt immer vom Kopfe her.
Man kann einen Autokonzern nicht wie Gugel oder Hatebook führen, man braucht hier wirklich über Jahrzehnte entwickelte Kompetenz der Belegschaft. Wer wirklich die Produktivität auf der Arbeitnehmerseite steigern will, sollte noch mehr als bei Porsche die Mitarbeiter am Unternehmen und am Unternehmenserfolg beteiligen, aber das scheint nicht gewollt zu sein.

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