Forum: Wirtschaft
Wie ehrlich ist die Nahrungsmittelindustrie?

Die Liste der Zusatzstoffe auf Nahrungsmittelverpackungen ist oft lang und geheimnisvoll. Nicht jeder Verbraucher kann verstehen, was eigentlich alles in den Lebensmitteln ist, die er im Supermarkt kauft. Notwendiges Fachvokabular oder raffinierte Verschleierungstechnik? Wie ehrlich ist die Nahrungsmittelindustrie?

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Hartmut Dresia 10.10.2009, 10:35
1.

Zitat von sysop
Die Liste der Zusatzstoffe auf Nahrungsmittelverpackungen ist oft lang und geheimnisvoll. Nicht jeder Verbraucher kann verstehen, was eigentlich alles in den Lebensmitteln ist, die er im Supermarkt kauft. Notwendiges Fachvokabular oder raffinierte Verschleierungstechnik? Wie ehrlich ist die Nahrungsmittelindustrie?
Müsste die Frage nicht auch lauten: Wie kritisch und wie informationsbereit ist der Verbraucher?

Häufig ist es doch schlichte Bequemlichkeit, einfach nur im Supermarkt zuzugreifen, statt auch einmal nach anderen Beschaffungsmöglichkeiten und wirklichen Qualitätsprodukten Ausschau zu halten, denn die gibt es auch:
20 Prozent Wachstum für ein Olivenöl der Spitzenklasse

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Mocs 10.10.2009, 11:52
2. Ich werde unzerstörbar ;-)

Mein täglich Mittagessen seit Jahren :

Schon die Aufschrift "Oriental Style Instant Noodles - Chicken Flavour" klingt überaus exotisch und vielversprechend.

Die Zutaten lassen einem erst recht das Wasser im Munde zusammenlaufen :

Nudeln: Weizenmehl 70%, Palmöl, Stärke, Salz, Säureregulatoren (E452), E500 und E501, Verdickungsmittel (E412).

Suppenmischung: Palmöl, Salz, Gemüse, Geschmacksverstärker (E621, E631, E627), Zucker, Gewürze, Säuerungsmittel (E296) und Huhnaroma (0,09%)

Kann man ein Gericht delikater komponieren oder eleganter zusammenstellen ? Ich denke : nein!

Da sind zwar ein paar "E"-s drin - aber es schmeckt fantastisch und meine Gesundheit hat sich nicht verändert.

Preisgünstiges Essen lässt sich ohne Zusatzstoffe doch fast gar nicht mehr herstellen, da braucht man nicht in Panik zu verfallen.

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rabenkrähe 10.10.2009, 22:25
3.

Zitat von Hartmut Dresia
Müsste die Frage nicht auch lauten: Wie kritisch und wie informationsbereit ist der Verbraucher? Häufig ist es doch schlichte Bequemlichkeit, einfach nur im Supermarkt zuzugreifen, statt auch einmal nach anderen Beschaffungsmöglichkeiten und wirklichen Qualitätsprodukten Ausschau zu halten, denn die gibt es auch:
......

Natürlich sind letztlich die Konsuemnten schuld, aber haben sie eine andere Wahl? Die Preise werden immer mehr gedrückt, mit Folgen, denn Löhne und Leistungen rund um die Arbeit müssen dementsprechend "verschlankt" werden. Also kann sich ein Großteil der Konsumenten gar nicht mehr erlauben, zu vergleichen und zu hinterfragen, sie müssen das Billiggestanzte aus der Massenproduktion nehmen.
Was die Industrie auch weiß, ob Sahne-Käseecken, in denen sich nicht ein Milligramm Sahne befindet oder Erdbeerjoghurt, der bar jedes Fruchtauszugs ist, es wird alles versprochen und nichts gehalten.
rabenkrähe

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nemansisab 11.10.2009, 19:29
4. Alles nur Nachfrage bzw. ein Hinweis auf allgemeine Verblödung

Zitat von sysop
Die Liste der Zusatzstoffe auf Nahrungsmittelverpackungen ist oft lang und geheimnisvoll. Nicht jeder Verbraucher kann verstehen, was eigentlich alles in den Lebensmitteln ist, die er im Supermarkt kauft. Notwendiges Fachvokabular oder raffinierte Verschleierungstechnik? Wie ehrlich ist die Nahrungsmittelindustrie?
Warum kauft der Verbraucher diesen Mist? Wer lesen kann ist eindeutig im Vorteil und wer das, was er liest auch noch versteht, ist ein Held....

Wenn ich sehe, war die Leute so auf das Einkaufsband legen, wird mir schlecht. Werden die mit vorgehaltener Waffe dazu gezwungen, Fertiggerichte zu verzehren? Nein, sie sind faul und wissen zum Teil nicht mehr, wie man ordentlich kocht. So einfach ist das.

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nemansisab 11.10.2009, 19:33
5. Gute Geschichte....

Zitat von rabenkrähe
...... Also kann sich ein Großteil der Konsumenten gar nicht mehr erlauben, zu vergleichen und zu hinterfragen, sie müssen das Billiggestanzte aus der Massenproduktion nehmen........
Aber ist das die Realität? Ich kenne genug Leute, die den Billigfraß kaufen, weil das Geld für den Sportwagen benötigt wird. Das Auto bekommt Luxusöl, damit der Motor keinen Schaden nimmt. Der Fahrer schluckt Billigöl vom Discounter. Merkt ja keiner.

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Michael Giertz 11.10.2009, 19:49
6.

Zitat von sysop
Die Liste der Zusatzstoffe auf Nahrungsmittelverpackungen ist oft lang und geheimnisvoll. Nicht jeder Verbraucher kann verstehen, was eigentlich alles in den Lebensmitteln ist, die er im Supermarkt kauft. Notwendiges Fachvokabular oder raffinierte Verschleierungstechnik? Wie ehrlich ist die Nahrungsmittelindustrie?
Frage: Welcher normal gebildete Bürger kann beim Erwerb eines Lebensmittelproduktes im Supermarkt anhand der Zutatenliste auf den ersten Blick erkennen, ob die angebotene Ware den persönlichen gesundheitlichen Bedürfnissen gerecht wird?

Ich jedenfalls habe nicht im Kopf, für was jede einzelne der E-Nummern steht. Ich kann mit "Monoglutamat" nur wenig anfangen und wozu "Johannisbrotkernmehl" gut ist, weiß ich nur, weil's oft im Zusammenhang mit dem Wort "Verdickungsmittel" steht. Auch hab ich keinen Lebensmittelrechner im Kopf um z.B. rauszufinden, ob die Wurst, die ich gerade gekauft hab, in den körpereigenen Kalorienplan passt.

Und trotzdem fordert der gesunde Menschenverstand, dass die Inhaltsstoffe zum einen lückenlos, zum andern auf aufklärend wirken müssen. Das lässt sich meistens gar nicht vereinbaren, stecken schon in einer normalen, nachbehandelten Räucherwurst mehr E-Nummern als chemische Wirkstoffe in einer Tablette gegen Kopfschmerzen.

Was nun Analog-Käse, Gel-Schinken und Fake-Schrimps angeht, sei's mir egal: wer billig kauft muss damit leben können. Wer Geld ausgibt sollte aber irgendwo eine Gewährleistung haben, dass man auch wirklich "echten" Käse erstanden hat und nicht die minderwertige Kopie.

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Michael Giertz 11.10.2009, 20:09
7.

Vielleicht experimentiert man je schon wieder für schlechte Zeiten. Ich kann mich noch erinnern, da gab es Keffeeersatz, sogenannten Muckefuck, Kunsthonig und Schokolade aus Bucheckern. Mag sein, aber damals waren solche Dinge auch durchaus auch also Ersatzstoffe gekennzeichnet. Die "Schlager Süßtafel" jedenfalls hatte nie den Anspruch, als "Schokolade" bezeichnet zu werden.

Wenn also die Lebensmittelindustrie tatsächlich wieder verstärkt Nahrungsersatz auf den Markt werfen will, kann sie dies tun. Sollte dies aber entsprechend kennzeichnen. Und dann ist Analog-Käse auch keine "Käse-Zubereitung" sondern schlichtweg "Käse-Ersatz", ganz gleich, wieviel echter Käse da noch drin ist.

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saul7 11.10.2009, 20:18
8. Daran

[QUOTE=Krassopateras;4411887] Zitat von Michael Giertz
Was nun Analog-Käse, Gel-Schinken und Fake-Schrimps angeht, sei's mir egal: wer billig kauft muss damit leben können. /QUOTE] Vielleicht experimentiert man je schon wieder für schlechte Zeiten. Ich kann mich noch erinnern, da gab es Keffeeersatz, sogenannten Muckefuck, Kunsthonig und Schokolade aus Bucheckern.
kann ich mich auch noch gut erinnern. Der Kaffee hieß "Schipka", da waren kleine Plastikfiguren drin, die wir als Kinder gesammelt haben.
Abgesehen davon: Ich halte die Nahrungsmittelindustrie nicht für ehrlich. Sie hat gar kein Interesse an Transparenz und Aufklärung. Auch wenn es kein Allheilmittel ist, sollte die Ampel als Kennzeichnung vorgeschrieben werden. Damit kann sich der gestresste Kunde einen einigermaßen groben Überblick über die Wertigkeit der Produkte verschaffen.

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drückerkönig 12.10.2009, 09:30
9.

Zitat von sysop
Wie ehrlich ist die Nahrungsmittelindustrie?
Na ja, die verkaufen zu einem guten Teil Abfall. Das Schlimme ist, die strecken den auch noch.
So wird aus Fleisch- und Knochenabfällen dann Kochschinken und ähnlicher Sondermüll.
Wir essen bei uns seit Jahren keine industrieell verarbeiteten Lebensmittel mehr. Auch Brot gibt es nur vom Bäcker, welcher noch das Bäckerhandwerk nach alter Tradition ausführt.

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