Forum: Wirtschaft
Wie geht es weiter für Arcandor?

Die Arcandor-Tochter Quelle steht vor drastischen Einschnitten. Allein im Raum Nürnberg-Fürth sollen einem Bericht zufolge 1500 Jobs wegfallen - auch beim Schwesterkonzern Karstadt droht ein Kahlschlag. Wie sieht die Zukunft für Arcandor aus?

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Rainer Eichberg 13.08.2009, 08:34
1.

Zitat von sysop
Die Arcandor-Tochter Quelle steht vor drastischen Einschnitten. Allein im Raum Nürnberg-Fürth sollen einem Bericht zufolge 1500 Jobs wegfallen - auch beim Schwesterkonzern Karstadt droht ein Kahlschlag. Wie sieht die Zukunft für Arcandor aus?
Die Zukunft sieht ziemlich finster aus, befürchte ich. Allerdings darf wohl die Frage gestellt werden, wieso nahezu der gesamte Online-Handel in Deutschland boomt, die klassischen Versandhäuser aber offensichtlich davon nicht profitieren können. Zu spät geschaltet? Zu altbackenes Konzept? Falsches Warenangebot?

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kleinrentner 13.08.2009, 08:46
2. Leichenfledderei

Zitat von sysop
Die Arcandor-Tochter Quelle steht vor drastischen Einschnitten. Allein im Raum Nürnberg-Fürth sollen einem Bericht zufolge 1500 Jobs wegfallen - auch beim Schwesterkonzern Karstadt droht ein Kahlschlag. Wie sieht die Zukunft für Arcandor aus?
Jetzt kommen die Geier und holen sich die besten Brocken.
Der Rest vermoddert und wird weggekehrt.

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wowiku 13.08.2009, 09:02
3. Quelle

Um Quelle ist es nicht schade. Wer nur für die private Tasche arbeitet, bekommt eines Tages die Quittung. Otto leistet dagegen viel für die Allgemeinheit, Überschüsse werden in gemeinnützige Projekte gesteckt (Natur-,Tier- und Denkmalschutz). Und das weiß der Kunde eben zu honorieren.
Warum also dieses Gejammere, mal abgesehen dass es im Osten seit 1990 weit mehr als 1500 traf. Wer nicht mehr gebraucht wird muß sich eben was Neues suchen. Das muß der kleine Innenstadthändler Tag für Tag erfahren, ohne das ihm jemand eine Träne nachweint.

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shokaku 13.08.2009, 09:27
4.

Zitat von Rainer Eichberg
Die Zukunft sieht ziemlich finster aus, befürchte ich. Allerdings darf wohl die Frage gestellt werden, wieso nahezu der gesamte Online-Handel in Deutschland boomt, die klassischen Versandhäuser aber offensichtlich davon nicht profitieren können. Zu spät geschaltet? Zu altbackenes Konzept? Falsches Warenangebot?
Schon mal auf der Webseite von Quelle gewesen?

Alptraum ist da noch eine höfliche Umschreibung.

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I'm a Substitute 13.08.2009, 09:45
5.

Zitat von sysop
Allein im Raum Nürnberg-Fürth sollen einem Bericht [bei Quelle] zufolge 1500 Jobs wegfallen - auch beim Schwesterkonzern Karstadt droht ein Kahlschlag. Wie sieht die Zukunft für Arcandor aus?
Es ist ein typisches Zeichen der Zeit, alte Markennamen, alte Wirtschaftsstandorte aufzugeben...
Die Mentalität des homo oeconomicus unserer Jahre giert nach neuem; und nach "Image". Ein Markenname wie "Quelle" läßt den bescheidenen Konsum großelterlicher Wohnkultur assoziieren. Selbst das vor nicht allzu langer Zeit fast konkurrenzlos erfolgreiche Modelabel "Escada" siecht dahin... man könnte meinen, daß Kapital lediglich noch für Markennamen Interesse zeigt, die entweder ganz neu auf dem Markt sind - oder jahrzehntelang vom Markt verschwunden waren.

Und wenn eben jedes Modelabel gewissermaßen seine eigene Ladenkette benötigt, werden "universelle" Handelsmarken die in zentraler Lage verlangten Ladenmieten nicht aufbringen, und wird in der Prospektflut auch untergehen, wer allein auf den vertrauten Namen seines alteingesessenen Unternehmens vertraut.

Die KUNDSCHAFT der Kaufhäuser und des Versandhandels war der bürgerliche Mittelstand, den es de facto nicht mehr gibt; zynisch gesagt müßte "Quimondo" Quelle neu positionieren - in den neuen Bundesländern ließe sich unter dem "Label" VEB Grundbedarfsdeckung ein Discount-Versandhandel lancieren, der zugleich "ostalgische" Gefühle bedient, in den alten müßte eine massive Werbekampagne (für die das Geld wie überall jedoch fehlt) die "Solidität" der Waren preisen; in Hinblick auf die Altersstruktur der Kundschaft wäre das Warensortiment drastisch auszudünnen:
Die "überalterte Gesellschaft" richtet die Wohnung nicht neu ein, ist auch kaum noch als Heimwerker tätig; abgesehen davon läßt sich gegen die marktführenden Unterhaltungselektronik-"Fachmärkte" sowieso nicht konkurrieren. Insofern könnte Quelle sich auf Bekleidung, "Wellness"-Produkte, Bandagen/Sanitätsartikel und nicht apothekenpflichtige "Selbstmedikamentierungs"-Produkte beschränken.

Es ist traurig, aber Quelle hat den schleichenden Wandel der Konsumgewohnheiten "verschlafen". Und eine unternehmeenstragende Gewinnmarge läßt sich im Handel sowieso nicht mehr realisieren.

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Rainer Eichberg 13.08.2009, 09:53
6.

Zitat von shokaku
Schon mal auf der Webseite von Quelle gewesen? Alptraum ist da noch eine höfliche Umschreibung.
Nein, was soll ich da? Kleidung probiere ich doch mittlerweile lieber an, bevor ich sie kaufe. Und was ich sonst noch gerne einkaufe und nicht vor Ort bekomme, bestelle ich bei Amazon oder schaue mich bei ebay um.

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ergoprox 13.08.2009, 10:43
7.

Zitat von kleinrentner
Jetzt kommen die Geier und holen sich die besten Brocken. .
Haben sie sich doch schon längst geholt.

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I'm a Substitute 13.08.2009, 11:00
8.

Zitat von kleinrentner
Jetzt kommen die Geier und holen sich die besten Brocken. Der Rest vermoddert und wird weggekehrt.
Für die Betroffenen - und für die Region - ist das eine katastrophale Lage.
Langjährige Verlässlichkeit indes scheint keinen Wert mehr zu besitzen; in einer Gesellschaft, die ihre Arbeitnehmer, die kaum die 50 überschritten haben, in den Vor-Vorruhestand schickt, um das Durchschnittsalter innerhalb ihrer Belegschaften unter die 30er Marke zu drücken, zählt ein Argument wie "da haben schon meine Eltern und meine Großeltern eingekauft" nicht viel.

Es stirbt hier mehr als nur ein Markenname - es stirkt ja auch eine Unternehmenskultur, die im Gegensatz zu postmodernen "Logistikzentren" mit hoher Personalfluktuation ihren MitarbeiterInnen ein "zweites Zuhause" war. DAS läßt sich aber "Kostenrechnern" gar nicht vermitteln. Nicht einmal, wenn sie selbst eines Tages betroffen sind, ihre Arbeit erledigt zu haben...

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skepti 13.08.2009, 11:50
9. Das ist erst der Anfang.

Zitat von sysop
Die Arcandor-Tochter Quelle steht vor drastischen Einschnitten. Allein im Raum Nürnberg-Fürth sollen einem Bericht zufolge 1500 Jobs wegfallen - auch beim Schwesterkonzern Karstadt droht ein Kahlschlag. Wie sieht die Zukunft für Arcandor aus?
Mitte 2010 wird keiner mehr ueber Arcandro reden. Es wird dann um das Schicksal von Konzernen wie Schaeffler, Porsche, Opel, BMW, HRE, LBBW, BASF gehen.

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