Forum: Wirtschaft
Wie sicher ist die Rente?

Schlechte Aussichten für 20 Millionen Ruheständler: Im kommenden Jahr könnte erstmals seit über 50 Jahren die Rente gekürzt werden. Wie sicher sind die Altersbezüge?

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waschtl81 10.07.2009, 11:52
1160.

Zitat von Matze___
Erstaunlich, dass ein Politiker aus der ersten Reihe dies so offen anspricht - ich hätte es nicht mehr erwartet. Die gesetzliche Absicherung der Renten war ein deutliches Zeichen dafür, dass die Entwicklung so eintritt wie schon lange befürchtet: Die einseitige Bevorzugung der Älteren, ohne die in Zukunft keine Wahl mehr zu gewinnen ist. Das dieses Rentensystem nicht mehr funktioniert, ist aus meiner Sicht völlig klar. Die demografische Entwicklung der nächsten Jahrzente ist genauso absehbar, wie die heutigen Probleme vor Jahrzehnten absehbar waren. Wer auf laute Proteste der jungen Generation wartet, irrt sich. Denn der findet bereits - still und leise - statt: Beispielsweise durch immer stärkere Abwanderung junger Leute ins Ausland. Wir sind die erste Generation, die in weiten Teilen global denkt und handelt. Für eine große Zahl der heutigen Hochschulabsolventen ist die Abwanderung ins Ausland eine ganz normale Alternative zum deutschen Arbeitsmarkt. Mir (26) reicht es, dass ich dieses marode System als Selbstständiger indirekt durch Steuergelder unnötig lange im Leben erhalten muss. Sollten sich linke Politiker mit ihren Forderungen durchsetzen, dass zukünftig alle in das gesetzliche System einzahlen müssen und dieses Geld dann für eine vernünftige private Absicherung fehlt, werden sich unsere Nachbarländer über viele neue Ansiedlungen junger Unternehmen aus Deutschland freuen, für die der Standort durch die internationale Vernetzung von Kommunikations- und Logistiksystemen keine große Rolle mehr spielt. Es wird vielfach betont, man wolle einen "Generationenkonflikt" vermeiden. Manchmal denke ich, dass genau dies mal notwendig wäre: Eine ehrliche und realistische Diskussion darüber, wie dieses Land zukünftig im internationalen Wettbewerb um Arbeitskräfte und Ideen bestehen will. Vielleicht kommt man dann auch mal zu der Einsicht, dass Geld (auch für Renten und Pensionen) nicht vom Himmel fällt, sondern erwirtschaftet werden muss - und das dazu die Rahmenbedingungen stimmen müssen.
Es wird früher oder später einen Aufstand der Jungen geben und zwar radikal!

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Rechi 10.07.2009, 11:52
1161.

Zitat von ergoprox
Sie haben das Umlagesystem nicht verstanden. Es geht nicht um Einzahlen/Auszahlen, es geht darum erwirtschaftete Produktivitätfortschritte zu verteilen. Nochmals die Aufforderung sich zu informieren, es gibt genügend Links in diesem Thread. Alternativ können Sie auch einfach weiter Ihre vorgefasste Meinung vertreten und weiterhin Unsinn schreiben. Eine weitere Hilfestellung: Ich bin kein Rentner.
Nein, Sie verstehen nichts. Da können Sie noch so oft ihre Propoaganda verlinken.

Umlage bedeutet, Erwerbstätige zahlen für Rentner ein. Das ist die Definition von Umlage.

Gezahlt wird ein Beitrag vom Lohn.

Das geht solange gut, wenn deutlich mehr Erwerbstätige als Rentner einzahlen. Andernfalls müssen Sie entweder Renten kürzen oder Beiträge erhöhen, um das Niveau zu halten.

Wenn der eine einen Euro ausbezahlt bekommen will, muß in der Umlage ein anderer einen einzahlen. Wenn es immer weniger Einzahler und mehr Ausbezahlte gibt, was passiert dann?

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Fritz Motzki 10.07.2009, 11:53
1162. Und damit wir nicht alle verhungern...

Zitat von sysop
Schlechte Aussichten für 20 Millionen Ruheständler: Im kommenden Jahr könnte erstmals seit über 50 Jahren die Rente gekürzt werden.
bekommen wir jetzt Lebensmittelimitate zu kauen:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,635367,00.html

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ergoprox 10.07.2009, 11:53
1163.

Zitat von stiffmaster1976
Irgendwann geht dann alles nur noch in die Zinszahlungen und dann kann man gar nichts mehr verteilen. .
Und wenn Sie jetzt noch einen Sprung über den Tellerand schaffen, indem Sie sich fragen: Wer bekommt die Zinsen? - und vielleicht noch die Antwort darauf finden, dann sind Sie in der Erkenntnis schon einen entscheidenden Schritt weiter.

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Rechi 10.07.2009, 11:54
1164.

Zitat von clh
Ja und eine Diktatur. Die Politiker haben total vergessen, dass Sie für die Bürger da sind, denn die bezahlen sie. Wer schützt uns Bürger in Deutschland vor Politikern und Wirtschaftsverbänden?
So ein Blödsinn. Wenn ihnen die Politik nicht paßt, dann wählen Sie sich andere Politiker.

Sie wissen ja gar nicht, was eine Diktatur ist

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Michael KaiRo 10.07.2009, 11:55
1165. Steinbrück? nein, lieber Mickey Mouse for Chancellor

Zitat von docmed
Steinbrück for Chancellor - Unabhängig von der Partei erscheint mir Steinbrück immer mehr als der einzig noch ehrliche Politiker! Aber so einer wird ja im Deutschland der Umverteiler und sozialen Hängematten Verliebten nicht geschätzt und fast nicht gewählt(Merkel!)
Aber sonst gehts noch gut? Steinbrück, der mit Abstand größte schuldenmachende Finanzminister der Bundesrepublik Deutschland (und jetzt kommen Sie mir nicht mit Krise und so) soll Kanzler werden?
Steinbrück, der exakt 1 Tag nachdem die Haftung der beiden Gründungsinstitute der HRE abgelaufen ist, mit diesem Finanzdesaster an die Öffentlichkeit ging!

Steinbrück, der seine Aufsichtsratspflichten massiv verletzt hat und der dadurch daran beteligt war, dass Milliarden durch den Schornstein der staatseigenen KFW-Bank gerauscht sind!

Steinbrück, der pöbelnde, völlig undiplomatische Politiker, der zivilisierte Länder wie Schweiz, Österreich oder Lichtenstein angreift, nur um ein paar Milliönchen reinzuholen, weil er vorher Milliarden verpulvert hat.

Wenn Steinbrück Kanzler wird, wirds wohl die nächsten Kriege mit diversen Anreinerstaaten geben.

Dann schon eher "meine Putzfrau für Chancellor" oder "Mickey Mouse for Chancellor" ...

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waschtl81 10.07.2009, 11:56
1166.

Zitat von blowup
dass mal jemand drauf hinweist. Nicht zu vergessen, die immateriellen Vorteile, etwa, dass alles Jahr für Jahr immer besser wurde. Mehr Lohn und Urlaub, geringe Arbeitslosigkeit, stetig bessere Gesundheitsversorgung, mehr Luxus wie Reisen. Dabei nie echte Entbehrungen, wie....
Seh ich genauso.

Mann sehe sich mal die junge Generation von Studenten an, die zu einförmigen Lern- und Selbstoptimierermaschinen werden, aus lauter Angst sie hätten sonst keine Chance mehr in der Arbeitswelt.
Bei uns ist schon lange angekommen, dass hier ein schärferer Wind weht. Nur leider bei den Alten nicht.

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ergoprox 10.07.2009, 11:57
1167.

Zitat von waschtl81
Richtig! Das hab ich an anderer Stelle schon x-mal geschrieben und wurde als dummer Student, der seinem kaltherzigen Professor nachplappert, beschimpft. Wir jungen sind die, die ihre Rente bezahlen, also seien sie froh wenn wir uns anstrengen
Seien Sie doch erst mal froh, dass Sie überhaupt in diesem Wohlstand leben dürfen. Leider sorgen Sie mit Ihren Beiträgen nicht dafür, dass die Meinung über Sie sich ändern könnte. Insbesondere vermissen ich bei Ihnen das, was ein Student immer tun sollte, nämlich ausgiebig Literatur konsultieren, um vielfältige Aspekte eines Sachverhaltes erfassen zu können.

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BardinoNino 10.07.2009, 11:57
1168. Soso!

Zitat von waschtl81
Immerhin weißt er mal auf ein paar grundsätzliche Probleme hin. Aber was soll man erwarten in einem Land in dem es als unfein gilt von jemandem zu fordern er solle sich anstrengen im Leben. Die Frage lautet nicht "Was kann der Staat noch alles für mich tun", sonder "was kann ich selbst für mich tun"
Schaue gerade auf meine letzte Gehaltsabrechnung. Und wenn ich jetzt noch konstatiere, dass mein AG (Arbeitgeber) bei Rente und Krankenversicherung nochmal den gleichen Betrag drauflegt, dann wird Ihre Aussage schnell zu Geschwurbel. Von der Steuer rede ich garnicht!

Und wenn ich jetzt darüber nachdenke, dass ich den Staat noch nie in Anspruch genommen habe (auch nicht während meines 15monatigen Grundwehrdienstes ;-)), dann bekommt dieser Spruch eines amerikanischen Präsidenten, der zu einer Nation sprach die komplett anders als wir organisiert ist, einen ganz üblen Geschmack.

Falls Sie verstehen, was ich meine!

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Andreas Heil 10.07.2009, 11:57
1169.

Zitat von Matze___
Erstaunlich, dass ein Politiker aus der ersten Reihe dies so offen anspricht - ich hätte es nicht mehr erwartet. Die gesetzliche Absicherung der Renten war ein deutliches Zeichen dafür, dass die Entwicklung so eintritt wie schon lange befürchtet: Die einseitige Bevorzugung der Älteren, ohne die in Zukunft keine Wahl mehr zu gewinnen ist. Das dieses Rentensystem nicht mehr funktioniert, ist aus meiner Sicht völlig klar. Die demografische Entwicklung der nächsten Jahrzente ist genauso absehbar, wie die heutigen Probleme vor Jahrzehnten absehbar waren. ...
Cool, wie das Thema greift.

Dabei ist es doch nur divide et impera.

Glaubt jemand eigentlich, dass der gelernte Volkswirt Steinbrück wirklich so dumm ist, dass er glaubt, was er zu diesem Thema losläßt ?! - Immerhin wär's möglich. Dann aber nur ein anderer Grund ihn und die ökonomisch völlig unbeleckte Kanzlerette endlich von der Macht wegzupusten.

Andererseits, die jetztigen Rentner werden bald sozialverträglich ableben und der wesentliche Teil des Desasters, was ökonomisch angerichtet wird, fällt genau denen vor die Füße, die sich von solchen schrillen Thesen einseifen lassen. Diejenigen, die nämlich glauben, dass ihre Beitragssätze jetzt schon unverschämt sind, obwohl sie (noch) auf Basis eines volkswirtschaftlichen Kapitalstocks arbeiten und Werte schöpfen, der in der Geschichte der Bundesrepublik beispiellos hoch ist. Und die die Esoterik der Kapitaldeckung immer noch nicht begriffen haben, obwohl sie gerade in der größten globalen Wirtschaftskrise des Kapitalismus überhaupt stehen.

Und auch die Bildungsreformen greifen noch nicht genügend, um dies als Entlastungsargument für die Zwanzigjähigen bis hin zu den Mittdreißigern gelten zu lassen. Hier gilt also zumindest kollektiv tatsächlich: Selbst Schuld.

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