Forum: Wirtschaft
Wie sicher ist die Rente?

Schlechte Aussichten für 20 Millionen Ruheständler: Im kommenden Jahr könnte erstmals seit über 50 Jahren die Rente gekürzt werden. Wie sicher sind die Altersbezüge?

Seite 120 von 420
M. Moore 10.07.2009, 12:18
1190. Der Weg in die Knechtschaft....

Zitat von Andreas Heil
Glaubt jemand eigentlich, dass der gelernte Volkswirt Steinbrück wirklich so dumm ist, dass er glaubt, was er zu diesem Thema losläßt ?! -
Herr Heil,
ich glaube, dass der Steinbrück diese Worte genau gewählt hat bzw. sein "Einflüsterer" ihm diesen Zeitpunkt nannte.
Es ist jetzt die Möglichkeit gegeben, diesen leidigen Art. 20 GG sauber aus der Welt zu schaffen, in dem der Kapitalismus seine angebliche "Krise" nutzt, um gerade die sozialen (allgemein gedeckten) Sicherungssysteme abzuschaffen, um sie dann endgültig auf die private Kapitaldeckung umzustellen, quasi als Notwendigkeit zur Abwendung des Staatsbankrotts.
Das thumbe Volk hat es ja schon vergessen, dass es sein Geld ist, dass den kapitalistischen Raubtieren gerade zum Fraß vorgeworfen wurde. Und das sie es auch sind, die ihr Geld nunmehr an diese Raubtiere erneut abgegeben müssen bzw. es von ihnen zurückleihen müssen!
Es ist schade, dass kein Journalist sich hierüber einmal laut Gedanken macht.

Beitrag melden
sozialgewissen 10.07.2009, 12:19
1191. Kaufkraft und versicherungsfremde Leistungen ?

Zitat von Rechi
.......Und Tatsache ist auch, die durchschnittliche Rente war noch nie so hoch wie heute, sie wird es auch nie wieder sein........... .
Die derzeitige Durchschnittsrente liegt etwas unter 1.000,- Euro im Monat - ein Pensionär (ehemaliger Beamter) erhält etwa 2.400,- (abzüglich Steuer, die aber weitgehend durch die "Beihilfe" (Krankenvers.) ausgeglichen wird)

Der Kaufkraftverlust für Rentner in den letzten 5 Jahren wird je nach Warenkorb mit bis zu 30% errechnet.

Eine ehrliche Berechnung wäre jedoch erst möglich, wenn die Ausgaben für die versicherungsfremden Leistungen offen gelegt würden.
Die letzte Berechnung dafür ist über 5 Jahre alt (Boekler-Stift) und sagte aus, dass jährlich 83,4 Milliarden aus den Rentenkassen hierfür verwendet werden. Damals lag der Rentenzuschuss des Staates bei etwa 60 Milliarden.

Da der Staat dazu keine neuen Zahlen liefert - braucht sich kein Rentner zu schämen.

Als Beispiel: Es war Herr Kohl der entschied, dass die Aussiedler-Renten (die ja selbst keinen Cent einbezahlt haben) den Rentenkassen entnommen werden.
Damit hat er sich, alle Beamten, Selbstständigen, Unternehmer und Politiker von dieser Last befreit.
So als ob nur die Sozialversicherungspflichtigen dieses Landes für die Rückholung der Auslands-Deutschen waren.

Beitrag melden
Sgt_Pepper 10.07.2009, 12:25
1192. Hatten wir doch alles schon...

Zitat von bigeagle198
Guten Tag, nein, was helfen würde, wäre das Wahlrecht an bezahlte Steuern zu koppeln. Das hätte natürlich zur Folge, dass Menschen, die keine Steuern zahlen, auch kein Wahlrecht mehr hätten. Das hatten wir übrigens....
Sie wollen im Ernst das Wahlrecht an die Steuerlast koppeln? Nun, das hätte zumindest den Charme, dass die, die sich regelmäßig arm rechnen und ihr Geld im Ausland häufen, nichts mehr an den Wahlurnen zu suchen hätten. Ansonsten kann ich Ihre Sympathie für feudalistische Systeme nicht nachvollziehen. Holen Sie mal schnell die letzten 200 Jahre in politischer Bildung nach...

Beitrag melden
ellge 10.07.2009, 12:25
1193.

Zitat von Rechi
Und warum konnten Sie soviel ansparen, Häusle bauen und weiters? Weil sie selbst eine niedrige Beitragslast hatten. Auch die heutigen Familien würden gerne ihr Häuschen bauen, es bleibt nur zu wenig übrig. Und Tatsache ist auch, die durchschnittliche Rente war noch nie so hoch wie heute, sie wird es auch nie wieder sein. Noch mehr Nachdruck? Die Renter sind heute schon die stärkste Lobby. Deswegen nehmen ja auch fast alle Politiker wider besseren Wissens auf diese Gruppe Rücksicht. unterhalten Sie sich einfach mal mit einem erwerbstätigen Familienvater mit Durchschnittseinkommen. Und sagen sie dem dann, Sie meinen, selbst zu kurz zu kommen.
Ihre erste Frage kann ich genau beantworten:

Die heutige Rentnergeneration hatte mit achtzehn weder Auto, noch Wohnung, noch Mätresse, noch Billigflüge zum Shopping in Mailand, noch Computerspiele, noch 200-Euro- Popkonzerte oder Fussballevents, noch Kitas, noch Lehrmittelfreiheit, noch Komasaufgelage, sondern Bausparverträge. Weitere Beispiele gefällig? :-))

Zur zweiten Frage:

Die einflussreichste Lobby habe die Agro- Pharma- und Energie-Industrien

Beitrag melden
Heramano 10.07.2009, 12:27
1194. Quatsch!

Zitat von silenced
Spekulationen Ja, Erbschaften Nein. Das Erbe wurde meist mühsam zusammengespart von der vererbenden Generation, aus schon x-mal versteuerten finanziellen Mitteln. Das wollen Sie nochmal belasten? Sie sollten nicht immer nur die "großen" sehen in dem Bereich, sondern vielmehr die vielen "kleinen" die ihr geerbtes im schlimmsten Falle veräußern müssen.....
Warum soll es Enteignung sein, wenn z.B: 30% Steuer auf ererbtes Vermögen anfallen, zu dem man selbst gar nichts beigesteuert hat (Ehepartner evtl. mal ausgenommen)? Ist nichts andres als die so oft geforderte Kapitalsteuer. Besides, von Freibeträgen haben auch Sie schon gehört? Wobei ich der Meinung bin, dass diese im Falle der Erbschaftssteuer unnötig sind.

Beitrag melden
UweZ 10.07.2009, 12:34
1195.

Zitat von Rechi
Früher kam eben auf einen Rentner vier oder mehr Erwerbstätige. Heute sind es dann zwei. Da kann sich doch jeder Grunsschüler ausrechenen, daß dies auf Dauer nur mit weniger Rente oder mit höheren Beiträgen geht. Das ist ganz simple Mathematik.
Ach, Sie verstehen etwas von Mathematik...:-)
Dann können wir die bis zum Jahre 2050 erwartete demographische Entwicklung in unserer schnuckligen Republik ja mathematisch abstrakt diskutieren!

Zitat von Gerd Bosbach, Professor für Statistik und Empirische Wirtschafts- und Sozialforschung an der Fachhochschule Koblenz im Tagesspiegel vom 20.12.2007
"...Die Arbeitenden versorgen nicht nur ihre Kinder, Eltern und Großeltern, sondern auch sich selbst...In Zahlen ausgedrückt: 100 Erwerbsfähige sind heute für die Versorgung von 161 Personen zuständig. Dieses Verhältnis soll sich bis 2050 auf 100 zu 184 ändern. Die Gesamtbelastung der Bevölkerung nimmt trotz Alterung also nur um knapp 15 Prozent zu..."

Beitrag melden
boam2001 10.07.2009, 12:38
1196. Herr Steinbrück hat Recht !

Es ist schon mutig, wenn Herr Steinbrück dieses Thema kurz vor der Wahl aufgreift.

In der Sache gebe ich ihm grundsätzlich Recht. Die jetzige Rentnergeneration ist die Wohlhabenste in der Geschichte Deutschlands.

Was geschehen kann, wenn man sich mit ca. 20 Millionen Rentnerinnen und Rentnern ( und damit auch Wählerinnen und Wählern ) anlegt, musste vor einiger Zeit Roman Herzog erfahren, der das politische System in Deutschland dahingehend beschrieb, daß die politisch Verantwortlichen ihre Politik zunehmend zugunsten älterer Generationen und zu Lasten der nachfolgenden, jüngeren Generationen gestalte und dafür bezeichnend den Begriff "Rentnerdemokratie" verwendete.

Roman Herzog wie auch Peer Steinbrück haben mit ihren Analysen Recht. Wer jedoch in einem stromlinienförmigen Politikbetrieb Mißstände anprangert, hat es im Allgemeinen immer schwer.

Beitrag melden
Jolly65 10.07.2009, 12:43
1197. ha

Wichtig sind neben den Rentnern vor allem Politiker, Aktionäre, Unternehmer, Beamte und Spitzenverdiener, und das wird auch so bleiben: das sind die wirklichen Leistungsträger, die Rentner haben schließlich lange genug gearbeitet, die Unternehmer und Kapitalanleger schaffen Arbeitsplätze - und Politiker, Beamte und Spitzenverdiener sind Autoritäten und Vorbilder.

Wenn die entlastet werden, wird es automatisch allen zugute kommen, und sie werden weiter entlastet werden müssen. Diejenigen, die es nicht geschafft haben, in eine der Leistungsträgerpositionen zu kommen, dürfen sich nicht beschweren: jeder ist seines Glückes Schmied. Man muß die Starken unterstützen und nicht die Schwachen. Das entspricht nicht zuletzt auch liberalen und christlichen Grundsätzen (z.B. Calvinismus). Ich bin zuversichtlich, daß es mit der künftigen christlich-liberalen Regierung endlich den Verlierern, den Behinderten usw. an den Kragen gehen wird, damit Leistung sich wieder richtig lohnen kann (jeder kann, wenn er nur will; und in der Mülltonne nach Essen suchende Verlierer sind pädagogisch gar nicht zu überschätzen).

Die Behandlung der Rentner ist eine Nagelprobe auf die moralische Integrität einer Gesellschaft, sie verdienen mit ihrer Lebensleistung und Erfahrung jederzeit höhere Zuwächse als die aktive Bevölkerung. Junge Leute haben noch nichts geleistet und sollten für ihre Ausbildung bezahlen müssen, was ist denn gegen Schulgeld und Studiengebühren einzuwenden? Sie lernen dadurch, daß alles seinen Preis hat, das ist eine wertvolle Lektion für die Zukunft. Mehr Kapitalismus wagen!

Jolly65

Beitrag melden
Nordblick 10.07.2009, 12:44
1198. Steinbrück - der neue Clement?

Die SPD ist nicht mehr zu retten. Jetzt fangen auch ihre Minister noch an, sich in gegenteiligen Weissagungen zu überbieten. Da haben die Regierungen aller Colour arbeitende Menschen jahrelang in den Vorruhestand geschickt, weil die Unternehmen versprochen hatten, dafür Arbeitsplätze für Jüngere zu schaffen. Und was ist geschehen ...? Viele Rentner leben daher heute von verkürzten Rentenzahlungen, und beileibe nicht allen geht es relativ gut, wie es Herr Steinbrück meint. Das trifft allenfalls auf die Politrenter, die Beamtenpensionen und die ehemals Besserverdienenden zu. Was soll diese Debatte, die den sozialen Frieden und das Solidardenken der Gesellschaft nur noch weiter untergräbt? Die heutigen Rentner haben durch ihre Arbeitsleistung erst ermöglicht, dass jüngere Generationen heute in relativem Wohlstand leben können.

Beitrag melden
Rechi 10.07.2009, 12:45
1199.

Zitat von diaphoros
Steinbrücks Bedenken sind sicher nicht ganz unberechtigt. Dass er sie nun gerade äußert, etwas seltsam. Auf der anderen Seite: Es ist Wahlkampf! Die Zusage von Scholz ist so viel Wert, wie die der "sicheren Rente" von Nobbi. Kein Rentner wird schon deshalb weniger kriegen, weil die Kaufkraft weginflationiert wird. Wie viel Rentner dann noch mehr kriegen, ist doch schon zu erahnen.
Derzeit droht wohl eher eine Deflation denn eine Inflation.

Die Zusage von Scholz ist leider etwas wert, weil es in Gesetzsform gegossen wurde. Leider

Beitrag melden
Seite 120 von 420
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!