Forum: Wirtschaft
Wie sicher ist die Rente?

Schlechte Aussichten für 20 Millionen Ruheständler: Im kommenden Jahr könnte erstmals seit über 50 Jahren die Rente gekürzt werden. Wie sicher sind die Altersbezüge?

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Herbert Prand 30.06.2010, 08:32
4190.

Zitat von bammy
Das ist Quatsch.... Zum einen hat das Umlagensystem seine Berechtigung. Und meine Großeltern und Eltern haben in dieses System eingezahlt und die damaligen Rentner ernährt.
Von letzterem kann man ausgehen. Aber das waren kalkulatorisch völlig andere Umstände. Das Umlagensystem hat keinerelei Berechtigung, weil es mindestens drei schwere Fehler aufweist:

Erstens hätte man eine klare Anpassungsklausel vorsehen müssen. Wenn sich das Verhältnis von Einzahlenden und Nutznießern verschiebt, müssen Eintrittsalter und/oder Bezugshöhe angepasst werden, um die Belastung für die Zahler nicht in absurde Höhen zu schrauben. Die praktizierte Methode, nämlich: Wir verschulden uns bei abnehmendem Wohlstandswachstum über beide Ohren und riskieren langfristig den Staatsbankrott, um Luxuswohlstand zu finanzieren, ist idiotisch. Und aktuelle Realität.

Zweitens ist eine realistische Anpassungsklausel gar nicht machbar. Ihre Folge wäre, dass zahlende Teilnehmer des Generationenvertrages, (der nur ein Generationenbetrug ist,) schlechter gestellt werden. Sie zahlen mehr ein, als sie am Ende erhalten. Der Staat erwirtschaftet für sie einen Verlust. Sie stellen sich schlechter, als mit einer privaten Ansparrente. Wie "sozial" soll so etwas sein? Zudem ist es illegal, aber Politiker interessiert so etwas wenig.

Drittens ist die Schaffung von gegenseitigen Abhängigkeiten die Grundlage für Neidkampagnen, für die Spaltung der Gesellschaft. Wer politisch Gräben aufreißen will und Teile der Bevölkerung gegeneinander aufhetzen will, konstruiert das existierende Renten-Sozialsystem.

Zitat von bammy
Man muß halt der Politik vorwerfen nur auf Wahlstimmen aus gewesen zu sein und als sich das Desaster anfing abzuzeichnen, die Wahrheit unter Verschluß gehalten hat. Wenn man dann aber Blüm, die Linken usw. sieht, kann man das auch irgendwo verstehen.
Sie haben hier wie anderswo auch exzellente Beispiele für nicht-nachhaltiges Wirtschaften, Kurzfrist-Denken für Wahlstimmen und Machterhalt, opportunistische Politkartelle, Kurpfuscherei. Anstelle einer Planung, die zumindest erkennbare zukünftige Risiken berücksichtigt. Von den noch unbekannten ganz zu schweigen.


Zitat von bammy
Ich halte die GRV nach wie vor für eine wichtige Säule der Altersversorgung, aber nicht die Einzige. Und in private Rentenversicherungen wurden schon viele Jahre vor Riester eingezahlt. Ich habe meine erste 1986 abgeschlossen. Da war es schon klar, wohin die Reise geht.
In der heutigen Form ist die GRV eine Absurdität. Griechenland ist unter anderem wegen der extrem großzügigen Ausgestaltung des Rentensystems an den Rand des Bankrotts gekommen. Riester ist wegen des komplexen Bürokratieaufwands, der Abhängigkeit von Banken, Fondsanbietern und deren Gebührenstrukturen aber ebenfalls eine Unverschämtheit.

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Herbert Prand 30.06.2010, 08:40
4191.

Zitat von settembrini.
Immer wenn "Staat" mit Leistungen, Vegünstigungen oder Prämien daherkommt, hat es/er seine Gründe. Er verfolgt also einen besonderen Zweck. Denken Sie mal an die Immobilienförderung "Neue Bundesländer". Ob das dann auch immer für den Investor/Bürger von nachhaltigem Interesse ist, muß er selbst entscheiden.
Die Folge war wegen des resultierenden Angebotsüberhangs ein Crash der ostdeutschen Immobilienpreise. Eine völlig überflüssige Veranstaltung. Wirtschaftlich sinnvolles Verhalten ist für Staatsorgane und Politiker ein Fremdwort. Sie sind geborene Geldvernichtungsmaschinen.

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Herbert Prand 30.06.2010, 09:14
4192.

Zitat von rolli
Ach bammy, lassen Sie doch das endlich mal sein. Es ist ja bereits peinlich. Polen fährt einen noch rigigeren neoliberalen Kurs als Deutschland. Deswegen gehen ja auch ungemein Viele ins Ausland, weil Sie da in ein paar Monaten soviel verdienen können, wie in Polen im ganzen Jahr. Allerdings machen sie um das Niedriglohnland Deutschland einen weiten Bogen. rolli
Was soll das sein, wollen Sie wieder eine Klamotte ausrollen? Durchschnittsgehalt Deutschland ca. 3300 EUR/mtl. Polen ca. 800 EUR, Russland 400 EUR, China 100-200 EUR (Akademiker 200 EUR). Je weiter nach Osten, desto mehr wird für kleineres Gehalt die gleiche Arbeit geleistet. Und im Durchschnitt weniger gejammert.

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maikalex 30.06.2010, 09:58
4193. Staatsverschuldung

Der Staat hat sich mit seinen jahrelangen Verschuldungsorgien vollkommen in die Ecke manövriert. In "Wachstums-Zeiten" wurden Wohltaten verteilt und gesetzlich fixiert, die zunächst finanzierbar waren, aber nun bei geringerem Wachstum und höherer Verschuldung (höheren Zinsbelastungen) immer unbezahlbarer werden. Die notwendigen Sparbemühungen schlagen natürlich überall durch und tangieren auch die Sicherheit der Renten.

Die gegenwärtige Schuldenaufnahme zur Finanzierung des Bundeshaushaltes in Höhe von rund 80 Milliarden entspricht etwa dem Steuerzuschuss in die Rentenversicherung zum Ausgleich der "versicherungsfremden" Leistungen, also zur Finanzierung der Witwenrenten, Kindererziehungszeiten, Opferrenten, Fremdrenten etc. Es gibt gewichtige Anzeichen, dass der Zuschuss noch nicht einmal reicht, diese Rentengeschenke ohne Beitragsaufkommen auszugleichen, d.h. den Beitragszahlern der GKV werden Allgemeinaufgaben aufgebürdet, was natürlich die durchschnittliche Rentenhöhe absenkt. Diese zu geringe Rentenhöhe unserer gesetzlichen Umlagerente im Vergleich z.B. zu berufsspezifischen Versorgungswerken (ohne staatlichen Einfluss) trägt auch zum Vertrauensverlust in unser gesetzliches Rentensystem bei.

Wenn zwei Drittel unseres Staatshaushaltes von Sozialausgaben aufgefressen werden, davon ein Drittel für Zuschüsse als Ausgleich für versicherungsfremde Rentenleistugen, dann liegen hier auch die Hauptgründe für unsere Staatsverschuldung. Die Einzahlungen der Mitglieder der gesetzlichen Rentenversicherung unterliegen dem Eigentumsschutz, sind also für Sparmaßnahmen unantastbar. Aber 80 Milliarden allein für Rentengeschenke ohne Gegenleistung sind schon sehr üppig, hier könnte man durchaus kürzen. Die Witwenversorgung z.B. ist in Deutschland besonders üppig; hier können sich, wie bei meiner Mutter, eigene Rente, Witwenrente und Witwenpension zu sehr schönen Monatseinkünften hochaddieren, und das gibt es millionenfach im Lande.

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